Sonntag, 25. September 2016

Gustave Flaubert - Frau Bovary

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Autor: Gustave Flaubert
Titel: Frau Bovary


Verlag: Insel
ISBN: 978-3-458-34561-9
Erschienen: 1857
Seiten: 370 (E-Book)





Die wohlbehütet aufgewachsene Emma hat ihre ganz eigene Vorstellung von der Liebe: Romantisch und erfüllend stellt sie sich ihre Zukunft als Madame Bovary vor. Doch ihr Ehemann und das Leben auf dem Lande erweisen sich als Ernüchterung. Aus Lebens- und liebeshunger entflieht sie der ehelichen Langeweile - und stürzt sich in ein Abenteuer das unvorhergesehene Konsequenzen nach sich zieht...

Mit Madame (bzw. Frau) Bovary hat sich Flaubert in den Olymp der Weltliteratur geschrieben. Als das Werk 1857 erschien, bewirkte es nicht nur eine überwältigenden Publikumserfolg und wegen vermeintlich anstössiger Passagen einen handfesten literarischen Skandal, sondern auch einen Wendepunkt in der Entwicklung der Romangattung.



Einen geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul. Aber einen geschenkten Roman, liest man eben. Als ich meinen neuen E-Reader bekam, war darauf schon dieser Weltklassiker vorinstalliert und konnte mich nur mittelmässig unterhalten.

Die Geschichte von Emma Bovary (zuvor noch Rouault) stützt sich auf die tatsächliche Geschichte der Ärztefrau Délphine Delamare (geb. Couturier, 17. November 1822 - 5. März 1848), die in Rouen lebte und Suizid begann. Als 1848 die Ereignisse im Journal de Rouen erschien, entschied sich Flaubert zur Ausgestaltung in einen Roman mit dem Untertitel Sittenbild aus der Provinz. Dabei benutzte er die personale Erzählweise, nicht die damals vorherrschende Ich-Erzählung, da er die Unparteilichkeit des Erzählers wahren wollte, was meiner Meinung durchaus Sinn macht, bedenkt man, dass er sich zeitnah einem heiss diskutierten Suizid zur Inspiration bediente.

Der Schreibstil, der damals als etwas Aufregendes und Neues erschien, konnte mich heute nur gering begeistern. Der Autor hat ein Talent und eine sichtbare Vorliebe für sehr detailgetreue Beschreibungen, die zwar durchaus sehr durchdacht, gut strukturiert und wunderbar bildhaft sind, sodass sich der Leser mühelos in die Szene hinein versetzen kann, doch meist auch zu ausgiebig und deshalb langatmig. Was in historischer Hinsicht äusserst interessant ist, um damalige Sitten, Rituale, Stile, etc. zu analysieren, war für mich als Leser zu viel des Guten, zu viel der Beschreibung, zu wenig Aktion. Nicht, dass ich bei solch einem Roman Spannung und rasante Handlungen erwarte, aber doch auch nicht zwischen den Seiten einschlafen möchte.

Emma selbst war mir leider oft unsympathisch und ich kann kaum erklären, wieso das so ist. Es liegt nicht an der Tatsache, dass sie ehebrecherisch sich an den Hals von anderen Männern schmeisst und auch nicht daran, dass sie viel zu besorgt um Äusserlichkeiten ist, anstatt wenigstens Kochen zu lernen (damals waren die Frauen eben nur hübscher Schmuck im Haus, eher Zierde als von Nutzen, da ja die Angestellten putzten, kochten und das Kind fütterten). Wahrscheinlich wurde sie mir unsympathisch, als sie aus reiner Langeweile dem Luxus nachschwärmte, sich höchst naiv mit Geld verhielt (was schlussendlich zur Pfändung führte und zum Ende des Paares) und oft sehr egoistisch handelte. Gleichermassen muss ich die Naivität der Männer erwähnen, die sich von ihr allzu leicht um den Finger wickeln liessen. Sie muss eine wahre Schönheit gewesen sein oder zumindest eine furchtbar gute Schauspielerin, die einen unleugbaren Drang zur Dramatik liebte.

Einige Nebenfiguren waren mir mal sympathisch, mal weniger, manchmal hatte ich Mitleid mit ihnen, manchmal fand ich sie im wahrsten Sinne des Wortes blöd. Auch mein Wissen über die damalige Zeit und damaligen Gepflogenheiten, konnte diesen Eindruck kaum schmälern. Ein Stück Weltliteratur, das man gelesen haben muss und ich nun von der To-Do-Liste streichen kann. Kam mir leider wie Schullektüre vor und traf meinen Geschmack nicht, auch wenn der Roman sicherlich seinen Wert in der Geschichte der Literatur hat.





3 von 5 Lese-Echsen



Gustave Flaubert (12. Dezember 1821 - 8. Mai 1880) war ein französischer Schriftsteller, der vor allem als Romancier bekannt ist. Er wuchs in Rouen (Normandie) als jüngerer Sohn des Chefarztes des  städtischen Krankenhauses auf und erlebte, da dessen Dienstvilla, wie damals üblich, an das Krankenhaus grenzte, das Leiden und Sterben dort aus nächster Nähe mit. Er galt als begabter, aber wenig disziplinierter Schüler, der es vorzog, seine Zeit mit Lesen und Schreiben statt mit Lernen zu verbringen. In den Sommerferien 1836 verliebte sich Flaubert in eine etwas ältere Frau, Élisa Schlesinger, die ihn jahrelang als grosse, unerreichbare Liebe beschäftigte und sein Schreiben inspirierte.

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Donnerstag, 15. September 2016

Codex Silenda

Liebe Leser,

zur Abwechslung habe ich euch wieder einmal etwas Neues. Keine Rezension, kein TAG, sondern ein ganz spezielles Buch, das ich vor einigen Tagen in den Tiefen des Internets entdeckt habe: Codex Silenda.

"Was?" fragst du jetzt.
"Codex Silenda", antworte ich und zeige dir gleich, was das überhaupt ist.

codex silenda puzzle book

Dieses Buch besteht aus fünf hölzernen Seiten, die zugleich ein Puzzle sind. Man kann die nächste Seite bloss umblättern, wenn man das Puzzle gelöst hat und somit das nächste Kapitel aufschliessen kann. Auf diese tolle Idee kam Brady Whitney bei einer Diplomarbeit mit der Aufgabenstellung, ein Problem in der realen Welt zu finden, es zu untersuchen sowie auch seinen wirtschaftlichen Markt und es schliesslich zu lösen bzw. ein Produkt zu kreieren, das genau dies tut.

Weil Brady Whitney schon immer gerne Spiele und Spielzeuge hatte, konzentrierte er sich auf Puzzles und fand heraus, dass es zwei Kategorien gibt: die simplen und einfachen, die nach dem ersten Lösen ihren Reiz verlieren und man es liegen lässt. Und die von grossen Rätselmeistern erstellten, die nur in limitierter Anzahl produziert werden aufgrund ihrer handwerklichen Qualität. Also wollte er ein Puzzle erschaffen, das beide Kategorien abdeckte.

Nach vielen Skizzen, erstellte er nach zwei Monaten die ersten Prototypen. Diese teste er unzählige Male, überlegte sich Riegel und Rätsel, welches Holz zur Verwendung käme und ob alles funktioniert wie erdacht. Das Semester neigte sich zum Ende, doch als Codex Silenda auf Kickstarter aufgeschaltet wurde, überschritt es sein Ziel von $30,000 in nur 6 Stunden. Nun hat es schon 2,000 Interessierte, Zusagen von $174,850 - mittlerweilen wahrscheinlich noch mehr !

Falls du nun auch ein Exemplar möchtest, brauchst du Geduld. Die Nachfrage ist viel grösser als das Angebot. Aber für die Starken und euch, dürfte sich die Geduld für ein wunderbares Puzzle lohnen - Vorfreude ist schliesslich auch etwas schönes. Ihr braucht euch lediglich auf die Warteliste auf Brady Whitneys Mail zu setzen.



Sonntag, 4. September 2016

Lucy Clarke - Das Haus, das in den Wellen verschwand





Autorin: Lucy Clarke
Titel: Das Haus, das in den Wellen verschwand



Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-06029-5
Erschienen: 2016
Seiten: 383



Als wir in den Wellen tanzten

Für Lana gibt es nur einen wichtigen Menschen auf der Welt: ihre Freundin Kitty. Als sie beschliessen, gemeinsam eine Weltreise zu machen, und auf der Segeljacht "Blue" anheuern, beginnt eine traumhafte Zeit. Doch bald wird Lana klar, dass jedes der sieben Crewmitglieder ein dunkles Geheimnis hütet und an Bord nichts ist, wie es scheint. Auch Kitty verbirgt etwas vor ihr, und ein Sog des Misstrauens droht, die "Blue" und alles, was Lana liebt, in die Untiefen des Ozeans zu reissen.




Und wieder konnte mich Lucy Clarke restlos begeistern, sofort für eine Geschichte faszinieren und und hat bewiesen, warum sie zu meinen Lieblingsautoren zählt. Und nun sitze ich hier, habe ihren neuen Roman schon so schnell wieder verschlungen und wünschte mir, dass die Geschichte niemals endet.

Der Schreibstil wirkt wie ein Sog, ein Wirbel im Meer, dem man zuschaut und hübsch findet, seinen Windungen nachschaut und erst im Nachhinein begreift, dass man selbst darin gefangen ist, einfach mitgezogen wird. Diese Geschichte spielt hauptsächlich auf dem Meer, auf dem Segelschiff "Blue", die zwischen verschiedenen philippinischen Inseln umherschippert und dort auch Lana und Kitty aufliest. Sie lernen dort Aaron, Denny, Heinrich, Shell und Joseph kennen und jeder von ihnen hat eine interessante Vergangenheit, die uns die Autorin aber erst Stück für Stück aufzeigt. Im Paradies auf Erden nehmen sie die Tage wie sie kommen, schnorcheln, schwimmen, schauen dem Sonnenuntergang zu, erkundet unbewohnte Inseln... bis etwas passiert, was diese herrliche Seifenblase zerspringen lässt. Wem kann man trauen? Wer verschweigt etwas? Die Freundschaft zwischen Kitty und Lana wird schwer auf die Probe gestellt, auch die Beziehungen zu den anderen Crewmitgliedern schwenkt von Sympathie zu Misstrauen und Lana verstrickt sich in diffuse Gedankengänge. 

Die Geschichte wird aus der Sicht von Lana erzählt, mal im Jetzt, mal im Damals, womit der Spannungsbogen immer wieder ausbalanciert wird und immer wenn der Leser etwas mehr erfährt, stellt man sich neue Fragen. Und wenn man diese Fragen beantwortet glaubt, kommen wieder neue Details ans Licht, die eine Handlung auch komplett ins Gegenteil drehen können. Ein Netz aus falschen Interpretationen, Missverständnissen, emotionalen Reaktionen, schnelle oder vergangene Ereignisse mischen die Erzählung immer wieder neu auf und wird am Ende wunderbar aufgeknotet.

Das Einzige, was mich persönlich etwas nervt, ist der Titel des Romanes. Im englischen Original heisst es schlicht "the Blue", also der Namen des Segelschiffes, um das es die ganze Zeit geht. Im deutschen "Haus, das in den Wellen verschwindet" war wohl ein fantasievoller Editor mit seinen Fingern im Spiel. Obwohl ich - besonders nach der Lektüre - den Grund für den Titel glaube zu verstehen und obwohl mir der Titel an sich sogar gefällt, bin ich mit dem Titel für diese Geschichte nicht glücklich, weil ich glaube, dass er nicht ganz passt oder falsche Erwartungen erweckt. Dafür hätte mir der erste Satz auf dem Klappentext auch als Titel sehr zugesagt: Als wir auf den Wellen tanzten. Das Cover hingegen sieht wieder wunderbar aus und neben ihrem Roman "der Sommer, in dem es zu schneien begann" einfach grandios. Beide Bücher weiss mit blauem Muster, entweder Wellen oder Tropfen und das sogar auf dem Buchschnitt. Sammler-Alarm! Mein Buchliebhaberherz schlägt höher!

Die Figuren im Roman habe ich alle ins Herz geschlossen, unabhängig davon, was am Ende für schwarze Kapitel in der einen oder anderen Vergangenheit aufgedeckt werden. Im Verlauf der Geschichte waren mir mal die einen, dann die anderen sympathischer, aber authentisch sind alle, Tiefgang haben alle und ich hätte alle gerne als Freunde, wäre ebenfalls gerne mit ihnen gesegelt (als noch alles gut war zumindest) und hätte mich gerne auf das Abenteuer mit ihnen eingelassen, oder wenigstens nur einen Kaffee mit ihnen getrunken, bevor sie wieder den Anker lichten. Und das ist auch der Grund, warum mir der Roman noch lange in Erinnerung bleiben wird: Weil die Figuren und ihre Schicksale so lebensecht, so zu Anfassen nah sind und mir mehr als gute Unterhaltung gaben, sondern für kurze Zeit auf meinem Arbeitsweg begleiteten und mir so in Erinnerungen bleiben, als wären sie nicht nur fiktive Charakteren.

Ich kann kaum auf das nächste Buch von Lucy Clarke warten! Anscheinend sei ihr vierter Roman schon bei den Editoren... wie lange müssen wir wohl auf die deutsche Version warten? Egal, ich werde es ohne Zögern kaufen!



5 von 5 Lese-Echsen




Image result for lucy clarkeLucy Clarke studierte Literatur an der Universität von Cardiff, bevor sie sich ganz ihrer Karriere als Schriftstellerin widmete. Bereits ihr erster Roman "die Landkarte der Liebe" wurde in zehn Ländern veröffentlicht. Lucy Clarke ist mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt und mittlerweile ein Kind hat. Den Sommer verbringt sie an der Südküste Englands, den Winter in fernen exotischen Ländern.

Donnerstag, 1. September 2016

Yann Martel - die hohen Berge Portugals





Autor: Yann Martel

Titel: die hohen Berge Portugals


Verlag: S. Fischer

ISBN: 978-3-10-002275-2
Erschienen: 2016
Seiten: 412





Lissabon, 1904:

Auf der Suche nach einem jahrhundertealten Schatz aus den afrikanischen Kolonien begibt sich der Museumskurator Tomás auf eine abenteuerliche Expedition in die Hohen Berge Portugals, am Stuer eines der ersten Automobile im Land. Die Reise wird zur Höllenqual für den feinsinnigen jungen Mann: Nicht nur muss er mit dem launischen Gefährt zurechtkommen, das bald seine elegante Erscheinung einbüsst, sondern auch mit so manchem aufdringlichen Dorfbewohner entlang der Strecke. Völlig abgezehrt und schon längst nicht mehr im Zeitplan nähert er sich schliesslich seinem Ziel - bevor seine Reise ein unvorhergesehenes Ende nimmt. Doch das ist erst der Anfang einer unglaublichen Geschichte, die die Hohen Berge Portugals noch Jahrzehnte später umweht wie ein tragischer Zauber.



Hohe Erwartungen meinerseits an die hohen Berge Portugals, weil ich Portugal liebe, weil ich Yann Martels "Schiffbruch mit Tiger" so toll fand und weil seine Geschichten immer aussergewöhnlich sind. Der neue Roman liess mich etwas unschlüssig zurück, was auch die Rezension dazu verzögert.

Eigentlich sind es ja 3 Geschichte, die in 3 Teile ("Heimatlos", "Heimwärts" und "Heimat") gespalten sind. Abgesehen von der Tatsache, dass sie alle früher oder später in den Hohen Bergen Portugals, genauer gesagt in der Ortschaft Tuizelo, passieren, haben sie scheinbar überhaupt nichts gemeinsam. Die Geschichte vom Klappentext ist die erste. Danach folgt eine Geschichte über einen Pathologen, der mit seiner Frau gerne Agatha Christie Romane liest und eines Nachts einen ganz besonderen Fall zu bearbeiten hat. Und zuletzt handelt es sich um einen portugiesischen Auswanderer aus Kanada, der nach Portugal zurückkehrt im hohen Alter...mit einem unerwarteten neuen Freund. Doch Stück für Stück, wenn auch spät, kommen die Geschichten langsam zusammen und man findet Zusammenhänge.  

Ehrlich gesagt, hat mir die letzte Geschichte am besten gefallen, weil sie schlicht die unterhaltsamste und ausgefallenste von allen war. Die erste begann zwar interessant, die langen und detaillierten Beschreibungen über das Automobil wurden aber irgendwann langweilig und konnten mich nur wenig begeistern. Sicherlich steckt viel Recherche-Arbeit dahinter seitens des Autors, doch mich persönlich fasziniert die genaue Technik einfach nicht. Die mittlere Geschichte war besonders vom Schreibstil auffällig, viele Metaphern über das Leben und Gegenstände, den menschlichen Körper und menschliche Beziehungen. Allerdings möchte ich anmerken, dass aufgrund der Detailliebe und beschreibenden Art des Autors, diese Teilgeschichte mit dem Pathologen nichts für schwache Mägen ist.

Der Schreibstil im Allgemeinen war meist sehr ausführlich, oft sogar poetisch, was auch irgendwann mühsam werden kann oder man schlicht etwas Zeit braucht, um in den Lesefluss zu kommen. Hinzu kommen einzelne Abschnitte in Portugiesisch. Bei einzelnen Sätzen wurde dies stets übersetzt oder indirekt erklärt, damit man der Sprache nicht mächtig sein muss. Gegen Ende kam jedoch ein kurzer Abschnitt, ein grösseres Zitat, dass nicht Wort für Wort übersetzt wurde und meiner Meinung zu wenig kommentiert. Da ich Portugiesisch beherrschte, stellte die für mich persönlich kein Problem dar, ist jedoch nicht für jeden leserfreundlich.

Im Grossen und Ganzen genoss ich die genauen Beschreibungen von Landschaften und Begebenheiten, von kuriosen Begegnungen und sehr fantasiereichen Ideen. Und wieder ist Philosophie ein grosses Thema bei Yann Martel. Der Sinn des Lebens, verschiedene Lebensabschnitte, Einflüsse auf andere Lebewesen aufgrund grosser und kleiner Entscheidungen, Religion, Familie... Ich bin mir ziemlich sicher, nach einmaliger Lektüre nicht jede Metapher, jeden philosophischen Gedankengang und jede verborgene Nachricht oder Lebensfrage in diesem Roman verstanden zu haben. Aber so kennt man das ja von diesem Autor...




3,5 von 5 Lese-Echsen




Yann Martel wurde 1963 in Spanien geboren. Seine Eltern sind Diplomaten. Er wuchs in Costa Rica, Frankreich, Mexiko, Alaska und Kanada auf und lebte später im Iran, in der Türkei und in Indien. Er studierte Philosophie und wohnt mit seiner Familie in Saskatoon, Kanada.
Schiffbruch mit Tiger war nominiert für den Governor General Award und den Commonwealth Writers Prize und gewann den Booker Prize 2002.
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Freitag, 19. August 2016

Anna Romer - das Rosenholzzimmer





Autorin: Anna Romer
Titel: das Rosenholzzimmer


Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-48442-3
Erschienen: 2016
Seiten: 574







Als Audrey Kepler das verlassene Thornwood House im ländlichen Queensland erbt, ergreift sie sofort die Chance, ihrem hektischen Leben in Melbourne zu entkommen und zusammen mit ihrer elfjährigen Tochter Bronwyn einen Neustart zu wagen. In einem entlegenen Zimmer des alten, aber immer noch prächtigen Hauses entdeckt Audrey die verblasste Fotografie eines gutaussehenden Mannes, der vor einer Rosenlaube steht. Wie sie bald herausfindet, handelt es sich um Samuel Riordan, dem Grossvater ihres Exmannes Tony und vormaligen Besitzer von Thornwood House. Audrey ist von dem Bild fasziniert, und ihr Interesse an dem Mann ist geweckt. Doch als sie immer tiefer in Samuels Geschichte eintaucht, erfährt sie, dass er beschuldigt wurde, kurz nach dem Krieg eine junge Frau ermordet zu haben. Audrey kann das nicht glauben und recherchiert weiter. Dabei bringt sie in Erfahrung, dass in der näheren Umgebung von Thornwood House immer wieder Menschen eines unnatürlichen Todes gestorben sind. Audrey empfindet zunehmend ein Gefühl der Bedrohung und es beschleicht sie der Verdacht, dass der Mörder von damals noch lebt. Wie recht sie mit ihrer bösen Vermutung hat, wird ihr aber erst bewusst, als sie selbst ins Visier des Täters gerät. 




Ein Spontankauf, ein Glücksgriff. Eine Familiengeschichte für Schmökerliebhaber und somit auch ein Roman ganz nach meinem Gusto. Trotz ein paar Ungereimtheiten hat mich der Roman wunderbar unterhalten und ich versank in den Beschreibungen der Autorin. Kopfkino!

Der Schreibstil konnte mich sofort einsaugen, auch wenn er manchmal sehr beschreibend ist. Das ist zum einen super ausführlich, was das Kopfkino unterstützt, man in die Landschaft eintaucht, den Wind spürt, die Vögel hört und den Regen riecht. Zum anderen wurden mir die genauen Namen der Vögel und Bäume an einigen Stellen auch zuviel, weil die Handlung an einem spannenden Punkt war und mich ehrlich gesagt nicht genau interessierte, welcher Vogel da jetzt zwitschert. Das Genre ist eine interessante Mischung: eine Prise Mystery und Geistergeschichte, obwohl es nicht wirklich spukt. Ein wenig Krimi, obwohl ein Detective fehlt. Und ein bisschen Kriegsgeschichte, wenn auch bloss Erinnerungen und Vorgeschichte. Hauptsächlich geht es um ein Familiengeheimnis, das es in sich hat und neben vielen sehr interessanten Figuren auch ordentlich Spannung bietet.

In der Mitte des Romanes wurde es eine kurze Weile etwas langatmig, wenn auch nicht wirklich langweilig, weil dennoch so einige Dinge passieren. Gegen Ende wird es dafür immer rasanter und die Puzzleteile hören gar nicht mehr auf, ineinander zu klicken. Ein Gesamtbild entsteht, die Verbindungen der Familie werden aufgedeckt und Licht kommt ins Dunkel der Vergangenheit... nicht nur für Audrey, die geradezu besesssen darauf ist, über Samuel und Tonys Familie mehr zu erfahren. Auch wenn ich schon relativ früh eine Ahnung hatte, wer der Mörder sein könnte und wer da noch lebt oder nicht derjenige ist, den er zu sein scheint, verlor die Geschichte nicht die Spannung, auch als sich meine Vorahnung bewahrheitete. Die Autorin gab sich unglaublich viel Mühe mit Details und verwickelte eine Anzahl sehr unterschiedliche Schicksale zu einem tollen Netzwerk verbundener Leben. Liebe in allerlei Formen kommt vor: alte und neue, unglückliche und glückliche, zwischen Eltern und Kindern und zwischen Freunden. Doch auch menschliche Abgründe, Verzweiflungsreaktionen und Kräfte, die nur von Angst ausgelöstes Adrenalin entstehen können, sind Teil der Geschichte.

Wunderschön fand ich besonders die Briefe, die Audrey findet und die eine wichtige Rolle in der Familiengeschichte spielen. Hingegen haben mir die Tagebucheinträge aus der Vergangenheit überhaupt nicht gefallen wegen dem Schreibstil. Inhaltlich waren sie sehr informativ und hatten den gleichen wunderbaren Schreibstil der Autorin. Doch war es meiner Meinung nicht der Schreibstil eines Tagebuches, da es sich kaum vom restlichen Roman unterschied. Jemand, der Tagebuch schreibt, bildet aber selten Satzstrukturen wie in einem Roman, in dieser Erzählform, zu viele Beschreibungen auch über sich selbst. (Beispiel, Seite 252: Sie warf mir eine Blick über die Schulter zu. Ihr Gesicht war fleckig, als hätte man es mit Zitronensaft betupft. Ihre Augen waren weit aufgerissen und besorgt. "Ich glaube es einfach. Tut mir leid." Ich seufzte, als ich meinen Irrtum erkannte...). Aber das ist bloss meine Meinung. Auch war ich mir mit dem Alter ihrer Tochter Bronwyn nicht immer sicher, obwohl mehrmals steht, dass sie 11-jährig ist. An manchen Stellen reagierte sie doch schon zu erwachsen für mich, eher wie eine Jugendliche als wie eine Primarschülerin, die sie doch anscheinend ist. An anderen Stellen war es jedoch sehr glaubhaft. Somit war ich etwas hin und her gerissen. Die restlichen Figuren waren mir aber allesamt sehr symphatisch.

Unter dem Strich ein herrlicher Schmöker besonders für Leser, die gerne über mysteriöse Familiengeschehnisse über Generationen lesen. Leser, die bei Tagebüchern und alten Briefen zwischen Liebenden schon ganz kribbelig werden und Leser, die sich ins australische Buschland entführen lassen wollen.






4 von 5 Lese-Echsen




Anna Romer wuchs in New South Wales in einer Familie von Büchernarren und Geschichtenerzählern auf, weshalb sie sich schon früh für literatur zu interessieren begann. Sie arbeitet als Grafikerin und hat lange Reisen ins australische Outback, nach Asien, Neuseeland, Europa und Amerika unternommen, wo sie viel Stoff sammelte, den sie in ihren Bildern und Texten verarbeitet. Ihr erster Roman "das Rosenholzzimmer" lebt von ihrer Faszination für vergessene Tagebücher und Briefe, dunkle Familiengeheimnisse und alte Häuser und ihrer Liebe zur einzigartig schönen australischen Landschaft. 

Die Autorin lebt in einem abgelegenen Landsitz im nördlichen New South Wales. 



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Freitag, 5. August 2016

Jojo Moyes - Über uns der Himmel, unter uns das Meer





Autorin: Jojo Moyes

Titel: Über uns der Himmel, unter uns das Meer



Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26733-8
Erschienen: 2016
Seiten: 508



Über das Meer zu dir

Australien 1946: Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner - englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht, findet sie einen vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte...



Ein toller Schmöcker mit interessanten Charakteren, einem Teil wahrer Geschichte und vielen Gefühlen und besonderen Schicksalen wie wir es von der Autorin kennen. Dieser Roman ist aber noch eine Spur besonderer, weil die Grossmutter von Jojo Moyes selbst eine Kriegsbraut war und somit auch die Inspiration und das spezielle Band zu dieser Geschichte ist.

Der Schreibstil ist wunderbar angenehm und liest sich wie immer sehr fliessend. Sehr schön fand ich die Zitate am Anfang jedes Kapitels, die übrigens allesamt real sind. Auf den letzten Seiten werden dazu einige Quellennachweise aufgelistet, über Zeitungen von damals oder privaten Tagebüchern, die der Autorin zur Recherche zur Verfügung gestellt wurden. Diese Zitate passen nicht nur herrlich zu den jeweiligen Kapiteln und was als nächstes passiert auf dem Schiff, sondern spielen eine entscheidende Rolle für die Authentizität der Geschichte.

Zuerst scheint die Erzählung um die vier Frauen, deren Schicksale wir näher betrachten dürfen, erst ein wenig langatmig, die Geschichte braucht Aufbau, etwas Vorgeschichte und schliesslich passiert ja auf einem Schiff nicht wirklich viel. Nur die Weite des Horizontes und die Tiefe des Meeres bieten zwar eine atemberaubende, aber nicht die spannenste Kulisste. Für Ereignisse sorgen allerdings die sechshundert Frauen an Bord, die mit hunderten Männern (Soldaten, Kriegsrückkehrer, etc.) auf dem Flugzeugträger zusammengepfercht wurden. Die Frauen-Männer-Trennung ist dabei nicht nur Regeln, um die Männer nicht bei der Arbeit zu stören oder die Frauen vor gefährlichen Maschinenräumen zu schützen, sondern auch aus sittlichen Gründen, da die Geschichte ja 1946 spielt. Doch nicht nur gesellschaftliche Normen und Umgangsformen, sondern auch die Mischung der Besatzung bietet Spielraum für diverse Diskussionen. Schon die vier Hauptprotagonistinnen könnten kaum unterschiedlicher sein: Margaret (Maggie) ist die liebevolle, sympathische Farmerstochter, die zudem schwanger ist. Frances,die Krankenschwester, ist eher die stille, mysteriöse Begleiterin, deren Vergangenheit sie noch einholt und mich wirklich überrascht hat. Avice, eine verwöhnte junge Dame aus besserem Haus, die ziemlich zickig, aber auch unterhaltsam sein kann. Und dann noch Jean, die erst 16-jährige quirlige Braut, die alles aufmischt. Diese vier in die gleiche Kabine einquartiert verspricht schon viel Zunder und Unterhaltung. Auch Schicksale und Geschichten der Männer werden von der Autorin mit eingewoben, besonders die Vergangenheit von Henry Nicols, dessen Geschichte mit Frances mich sehr verzauberte, und auch der Kapitän des Schiffes, der mir gegen Ende immer sympathischer wurde.

Zugegeben, der Roman ist streckenweise (besonders anfangs und in der Hälfte) etwas langatmig, weil kaum Spannung aufkommt. Doch die Autorin hat noch viele Überraschungen parat und überzeugt ganz sicher jeden Zweifler am Schluss. Das Ende ist ein Feuerwerk der Gefühle, die Ankunft des Schiffes und der Moment der Wahrheit für viele Kriegsbräute. Nur soviel, ohne dass ich spoilern möchte: Nicht jede wird von ihrem sehnsüchtig erwarteten Ehemann freudig in die Arme geschlossen.

Obwohl die Verfilmung von "ein ganzes halbes Jahr" gerade aktuell in den Kinos läuft, möchte ich die beiden Bücher nicht miteinander vergleichen. Mir haben beide sehr gut gefallen, aber spielen in zwei ziemlich unterschiedlichen Genres trotz einiger Gemeinsamkeiten (Stichwort Liebesgeschichten und Frauenschicksale). Ich werde sicher wieder zu einem Buch von Jojo Moyes greifen, denn sie schafft es einfach immer, mich aus meinem Alltag zu ziehen, in fremde Welten zu entführen, mich mit dem Leben fiktiver Persönlichkeiten zu fesseln und mir die ein oder andere Träne in die Augen zu treiben...manchmal weil ich mitleide, manchmal weil es so schön ist.



4,5 von 5 Lese-Echsen




Jojo Moyes, geboren 1969, ist in London aufgewachsen und hat Journalistik studiert. Sie schrieb für die "Sunday Morning Post" in Hongkong und den "Independent" in London und aktuell u.a. für den "Daily Telegraph". Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

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Sonntag, 31. Juli 2016

Tommy Jaud - Einen Scheiss muss ich





Autor: Tommy Jaud
Titel: Eine Scheiss muss ich


Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-596-03227-3
Erschienen: 2015
Seiten: 319






Weniger trinken? Mehr Sport machen? Rausgehen, wenn die Sonne scheint? - Einen Scheiss muss ich!

Sean Brummel ist einer der bestgelaunten Persönlichkeitstrainer unserer Zeit, seine Bücher sind Bestseller und in über 703 Ländern erhältlich. Brummel ist zudem Präsident seiner eigenen Heim-Brauerei sowie Schirmherr und Sponsor der legendären "Free Til U Pee Charity Nite" im Molly Mc Gregor's Irish Pub.

Nur wenige Jahre zuvor war Brummel einer der unglücklichsten Menschen Kalifornierns: Gefangen in einer trsolosen Ehe und einem schrecklichen Job sah man ihn bestenfalls nach dem siebten Bier lächeln. Ausgerechnet ein Knastaufenthalt lehrte ihn, dass der Grund für sein ganzes Unglück massloses Müssen ist. Brummel kündigt Job und Fitnessstudio, kauft sich seine erste Brauanlage und lässt sich scheiden. Erstmals frei von Verpflichtungen verwirklicht er seine träume: das elftstärkste Bier Klaiforniens bruaen, einen echt grossen Grill kaufen und ohne schlechtes Gewissen ausschlafen. Mit Karen aus dem Brauereibedarf tritt sogar endlich die passende Frau in Seans Leben. Sie ist es auch, die ihn überzeugt, ein Buch über den magischen Satz zu schreiben, dem er sein neues Glück zu verdanken hat: Einen Scheiss muss ich!




Der scheinbare Autor Sean Brummel ist ein fiktiver (wobei wahrscheinlich real-inspirierter) Charakter, der durch das Buch führt wie ein Personal Trainer. Tommy Jaud scheint mir in diesem Anti-Ratgeber mit einigen gesellschaftlichen Konventionen abzurechnen, was ihm grundsätzlich glückt.

Der Schreibstil ist direkt, schonungslos, witzig, aber manchmal auch etwas primitiv. Genauso, wie ich mir die Figur Sean Brummel vorstellte. Sein Appell, sein Muss-Monster (auch bekannt als die kleine fiese Stimme im Kopf, das schlechte Gewissen) möglichst abzutöten ist ein humorvoller, aber dennoch realer Ratschlag. Warum müssen wir alle Karriere machen? Warum müssen wir alle die perfekte Modelfigur anstreben? Warum müssen wir alle pinke Strumpfhosen tragen, weil es gerade in Mode ist, obwohl es kaum jemandem steht? Warum haben wir immer dieses schlechte Gewissen, wenn mir einmal etwas nicht tun, was wir anscheinend müssen? Medien, Freunde & Familie, Nachbaren, Lehrer, Arbeitskollegen... alle schwimmen im gleichen Strom und geben uns vor, was wir scheinbar müssen. Und genau diese Muss-Monster deckt Sean Brummel auf und zeigt Lösungsansätze. 

Der Aufbau des Romanes ist sehr überschaubar und tatsächlich wie ein Ratgeber. Kapitel sind ordentlich in Themen und Unterthemen gegliedert und am Schluss jedes Kapitels gibt es die Tipps noch einmal zusammen gefasst. Ausserdem bittet der Autor im Anhang immer noch um eine Unterschrift (obwohl ich die bei der Lektüre nicht gegeben habe). Ebenfalls witzig ist ganz am Anfang die Nutzungsbedingungen zur Lektüre dieses Romanes. Alles sehr ironisch und sarkastisch zu verstehen natürlich. 

Im Generellen fand ich die Grundidee sehr unterhaltsam mit einem gesunden Kern Wahrheit. Tatsächlich werde ich mir den Leitsatz "einen Scheiss muss ich" wohl öfters vornehmen und nicht blind, jeder Anklage meines Muss-Monsters folgen. Dennoch würde ich die Lebensweise von Sean Brummel nicht wirklich vorschlagen, denn der Roman bleibt ein fiktives Werk und soll vor allem Unterhaltung bieten. Diesbezüglich muss ich allerdings zugeben, dass der Witz irgendwann verpufft, bis es am Schluss nur noch eher heisse Luft ist. Der Aufbau sowie die Tipps sind zu repetitive und bieten kaum Spannung. Der immergleiche Humor wird langweilig, weil die Pointe nicht mehr überrascht und so hatte ich gegen Ende ziemlich genug davon.

Unter dem Strich eine tolle Idee, witzig umgesetzt, aber irgendwann zu viel des Guten oder eben nicht der Humor von jedermann. Ganz im Sinne des Titels: "Man muss das Buch nicht gelesen haben", aber ich kann es auch nicht schlecht nennen... hervorragend allerdings ebenso wenig. 




3 von 5 Lese-Echsen






Tommy Jaud wurde am 16. Juli 1970 in Schweinfurt geboren und ist neben seiner Schriftstellerei auch Drehbuchautor und freier Autor für diverse Fernsehproduktionen. 

Image result for tommy jaudEr leistete nach seinem Abitur den Zivildienst in einem Kindergarten und begann anschliessend ein Studium der Germanistik an der Universität Bamberg. In seiner Zeit als Student moderierte Jaud eine Radiosendung bei Antenne Thüringen und schrieb als freier Mitarbeiter für die Harald Schmidt Show. Nach Abbruch seines Studiums zog er nach Köln. Hier war er für verschiedene Fehsehproduktionen tätig. 


Mehr auf: Tommy Jaud / Sean Brummel