3. April 2018

Jodi Picoult - kleine grosse Schritte

Bildergebnis für jodi picoult grosse kleine schritteAutorin: Jodi Picoult
Titel: Kleine grosse Schritte


Verlag: Bertelsmann
ISBN: 978-3-570-10237-4
Erschienen: 2017
Seiten: 592





Ruth Jefferson ist eine äusserst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschliesst, ihrem Gewisesn zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist...



Wenn jemand fragen sollte, warum es wichtig ist, auch fiktive Geschichten zu lesen, dann nehmt diesen Roman von Jodi Picoult als Beispiel. Obwohl es sich um eine fiktive Erzählung handelt bezüglich der Hauptcharakteren, so sind diese doch sehr stark von realen Personen inspiriert und es ist wohl kaum zu leugnen, dass es sich um ein tatsächliches, wahres und alltägliches Problem handelt: Rassismus. Auf gefühls- und ausdrucksstarke Weise zeigt uns die Autorin einen Schneeballen, der zur Lawine wird, eine Geschichte, die man wohl kaum vergessen kann und sie lehrt uns, dass wir über Rassismus gar nicht oder noch immer ungenügend Bescheid wissen und reden.

Rassismus ist nicht nur ein Skinhead, der voller Hass und herausstehender, pulsierender Ader am Hals, die Hand zur Faust geballt, afroamerikanische Mitmenschen als dreckige N*** beschimpft. Rassismus ist nicht nur die Diskriminierung am Arbeitsplatz, wo weisse Angestellte in der Überzahl sind, besser verdienen und eher befördert werden. Rassismus ist auch das Privileg, sich über Rassismus kaum Gedanken zu machen, das Problem ignorieren zu können und keinen Gedanken daran zu verschwenden, warum man bevorzugt behandelt wurde (denn meist wird dies überhaupt nicht wahrgenommen). Wie oft bist du mit Freunden am Wochenende ausgegangen und auf dem Heimweg läufst du einer dunklen Gestalt über den Weg, jemand Unbekanntes. Ist deine Angst grösser, falls dieser Jemand schwarz ist? Männlich ist? Tätowiert ist? Wir alle haben Vorurteile und wir sind uns über einige bewusst, aber über viele auch unbewusst. Viele Vorurteile lernen wir mit der Erziehung, von den Eltern, den Lehrern, unserem Umfeld allgemein, Freunde, Nachbarn, Fernsehen, Radio, Internet... uns wird vorgelebt und gesagt, wie wir in xy Situation zu reagieren haben. Doch nicht immer hat das mit Manieren und gutes Benehmen zu tun. Wir lernen über den gleichen Kanal auch Vorurteile, unsichtbaren Rassismus. Wir Weisse sollten uns öfters über unsere Privilegien bewusst sein und dankbar dafür. Und damit meine ich alle weltweit, denn auch in den fortgeschrittensten Ländern, die Gleichstellung aller verschiedenen Personen zu leben scheinen, gibt es Rassismus. Einfach mal im Alltag genauer auf Details achten und ihr werdet schauen. Einmal bemerkt, könnt ihr es nicht mehr negieren.

Ich weiss nicht, wie oft mir die Tränen bei der Lektüre kamen, wie oft sich Wut durch meine Venen frass wie eine giftige Schlange. Vielleicht brauchte ich deshalb länger für das Buch, weil sein Inhalt trotz Fiktion so intensiv war, weil ich so oft den Blick heben musste, in die Ferne schweifen liess und kurz Luft holte von dem gerade Gelesenen. Die Emotionen sprudelten stetig und ab und zu spie die Erzählung wie ein Geysir mit heissem Wasser. Wer das Buch oder den Film "die Jury" kennt (Original: "a time to kill" mit Matthew McConaughey, Sandra Bullock und Samuel L. Jackson. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von ), kann sich die Atmosphäre dieser Geschichte vorstellen. Auch hier geht es um einen schwierigen Gerichtsfall, Mordanklage, Rassismus und Medienrummel. Es geht um Schwarz gegen Weiss und doch geht es um so viel mehr und so viel anderes. In "die Jury" vergewaltigen zwei weisse betrunkene Männer ein schwarzes, 10-jähriges Mädchen und versuchen sie danach zu töten. Ihr Vater, traurig und wütend und zudem im Glauben, dass die Täter zu leicht davonkommen wegen ihrer weissen Hautfarbe, übt Selbstjustiz und landet vor Gericht mit einer Mordanklage. Ruth in Picoults Geschichte kommt in eine Situation, in der sie nur verlieren kann: entweder ihren Job, weil sie sich den Anweisungen widersetzt und das weisse Baby berührt. Oder sie verliert das Baby, weil sie ihm nicht versucht, das Leben zu retten... und auch ihren Job.

Beide Geschichten weisen viele Parallelen auf bezüglich der Themenebene, Konflikte und Rassismus im Alltag und vor Gericht, doch auch viele Unterschiede in den Handlungen. In beiden Fällen ist es allerdings augenöffnend und eine höchst wichtige Botschaft: Rassismus ist noch immer ein grosses, alltägliches Problem, für die einen mehr als für andere, aber für alle gleich betreffend! Dieser Roman ist nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Appell an jeden Leser. Wie können wir die Welt etwas besser machen? Welche Vorurteile haben wir selbst? Wie können wir - bewusst über unsere Vorurteile - in verschiedenen Situationen reagieren, ohne zu kaschieren oder schönreden? Jodi Picoult geht sogar so weit zu behaupten, dass wir alle Rassisten sind! Auch  Gutmenschen, die schwarze Freunde haben. Auch Schwarze, die sich in der weissen Gesellschaft akzeptiert fühlen. Es gibt immer Situationen, in denen ein Schatten von Rassismus über dem Geschehen liegt, ein bitterer Beigeschmack von Vorurteilen, manchmal instinktive Reaktionen, denen wir selbst nicht bewusst waren.

Es ist nichts Neues, dass Jodi Picoult heisse Eisen für ihre Bücher wählt und genau deswegen liebe ich sie! Food for thought! Gedankenfutter, nicht nur Unterhaltung, sind ausnahmslos alle ihre Bücher. Das wage ich zu behaupten, ohne alle ihre Bücher zu kennen. Noch nicht, denn ich habe mir zum Ziel genommen, alle irgendwann zu lesen!




5 von 5 Lese-Echsen



Bildergebnis für jodi picoultJodi Picoult wurde 1967 in Long Island, New York, geboren. Sie studierte zunächst in Princeton Kreatives Schreiben, später machte sie in Harvard einen Masterabschluss in Pädagogik. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, arbeite sie als Texterin und Lehrerin. Bereits in Princeton lernte Jodie Picoult ihren Ehemann Tim van Leer kennen. Die beiden heirateten, und während sie mit ihrem ersten Kind schwanger war, schrieb Jodi Picoult auch ihren ersten Roman, der 1992 veröffentlicht wurde. 
Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im idyllischen Hanover, New Hampshire. Jodi Picoult schreibt ihre Bücher in ihrem Büro im Dachgeschoss ihres Hauses, wo sie mit grosser Disziplin so oft wie möglich schreibt, nur unterbrochen von ihren Kindern, die für sie trotz ihres immensen internationalen Erfolgs und ihren regelmässig erscheinenden Romanen an erster Stelle stehen.




19. März 2018

Meine Wunschliste

Nur ganz kurz ein kleiner Hinweis, dass ich neu auch auf meinem Blog meine "kurze" Wunschliste, mein notierter SuB (Stapel ungelesener Bücher) bzw. TBR (to be read) aktualisiert habe.
Falls ihr kein Account auf wasliestdu.de hast, aber dennoch wissen möchtest, was ich in Zukunft noch gerne lesen möchte - auch wenn ich diese Liste nie nie nie nie nie nie aufholen werden kann - der kann das neu auch auf meinem Blog nachlesen...

--> Sehe oben bei den Seiten-Reitern "Wunschliste", gleich neben meinen Rezensionen.

PS: Nicht erschreckend, die kurze Liste ist ziemlich lang...
PPS: You know... so many books, so little time. Du kennst das Problem auch? ;D

28. Februar 2018

Romina Scalco - Schlank gleich glücklich?

Autorin: Romina Scalco
Titel: Schlank gleich glücklich?
Was Abnehmen mit Glücklichsein zu tun hat und warum wir viel öfter Arschbomben machen sollten

Verlag: BoD - Books on Demand, Norderstedt
ISBN: 978-744882354
Erschienen: 2017
Seiten: 296




Abnehmen ist schwer. Und furchtbar frustrierend. Und meistens so richtig zum Kotzen. Denn um Abnehmen zu können, braucht es mehr als Kalorienzählen; Körper, Geist und Seele müssen dafür im Einklang sein. Übergewicht hat nämlich nicht das Geringste mit einer Charakterschwäche zu tun, sondern ist eine komplexe Erkrankung. Und wie für andere Erkrankungen, die mehrere Ursachen haben, muss auch Übergewicht mehrstufig angegangen werden.

Ein Teil davon ist das persönliche Glück: Nur allzu oft sagen wir uns: Wenn ich erst schlank bin, dann bin ich glücklich. Doch mit Gedanken wie diesen versperren wir uns selbst den Weg zum Glück. Und das darf nicht sein. Denn jeder hat das Recht darauf, glücklich zu sein - egal, ob wir ein paar Pfunde zu viel auf den Rippen haben oder nicht. Deshalb teilt die Autorin nicht nur ihre Erfahrungen in Bezug auf das Abnehmen, sondern auch auf das Glücklichsein. Denn beides ist enger miteinander verbunden, als so manch einer ahnen würde.



Ein Ernährungs- und Glücksratgeber der Erste-Sahne-Klasse. Obwohl ich selbst nicht abnehmen möchte und auch nicht (z.B. aus medizinischen Gründen) muss, habe ich sehr viel bei der Lektüre gelernt. Gesunde Ernährung ist nicht nur Salat ohne Dressing und Verzicht auf Süssigkeiten. Sobald man mehr darüber versteht, wie der Körper welche Nährstoffe verwendet und verarbeitet, hat man gesunde Ernährung wirklich verstanden und dabei hilft Romina allen Neustartern wie auch Fortgeschrittenen. Doch der wichtigste Teil - für mich persönlich - aber auch der Teil, der gerne vergessen wird, ist: Glücklichsein. Und genau das macht diesen Ernährungsratgeber so besonders: der Fakt, dass es auch ein Glücksratgeber ist.

Wie gesagt, habe ich das Buch nicht gelesen, weil ich abnehmen möchte und auch nicht muss. Trotzdem habe ich mir vielerlei Stellen markiert im "Theorieteil". Denn obwohl ich äusserlich gesund wirke, bin ich essenstechnisch nicht immer ein Paradebeispiel für gesundes Essen. Wahrscheinlich bin ich ein Durchschnittsmensch, Opfer von Marketing und Junk Food, weiss zwar, dass gesünder was anderes ist, aber bin einfach zu unmotiviert und zu beschäftigt mit anderem, um mich auch dementsprechend zu ernähren. Nach der Lektüre dieses Ratgebers kenne ich meine Baustellen jedoch noch besser: Mehr Wasser pro Tag trinken (altbekannt), weniger Fertigprodukte wegen Zusatzstoffen etc (auch altbekannt), weniger Süssigkeiten / Zucker generell (auch bekannt). Aber eben auch, dass Fett nicht grundsätzlich bösartig ist (gelernt, welche Fette gut sind und der Körper sogar braucht), dass Vollkornbrot nicht sooo viel besser und gesünder als Weissbrot ist (wegen Gluten und Überzüchtung von Getreidesorten), welche Funktion Insulin genau hat und welche Auswirkungen ständig zu hohes Insulin hat sowie den Grund, warum man nach gewissen Mahlzeiten nach einer Stunde schon wieder Hunger hat und den ganzen Tag schlecht gelaunt ist.

Das Buch ist praktisch und übersichtlich in 2 Teile geteilt: Zuerst eine Art Theorieteil, der Basiswissen über Nährstoffe auf den Weg gibt, der mit Un- und Halbwahrheiten aufräumt und generell klärt, wie Übergewicht entsteht. Im zweiten Teil beschäftigt sich Romina mehr um den Glücksfaktor, was Unzufriedenheit auslösen kann, warum wir uns nur mit "okay" zufriedengeben und wie man das alles ins Positive kehren kann. Und warum plötzlich die Pfunde purzeln, wenn man glücklich ist - eben nicht umgekehrt, wie in der Falle "bin ich erst mal schlank, bin ich auch glücklich". Die Autorin zitiert auch hier und da wichtige Tatsachen, die man perfekt zur Motivation in seine Agenda, auf seinen Spiegel oder an seinen Kühlschrank heften kann und sollte. Mein persönlicher Favorit:

Your day is your week is your month is your year - James Altucher
(Dein Tag ist deine Woche ist dein Monat ist dein Jahr)

Das Besondere an diesem Buch ist schlussendlich die persönliche Note. In erschreckend ehrlichen Geschichten erzählt die Autorin über eigene Tiefpunkte, erklärt, wie sie wieder auf die Beine kam, obwohl sie auch dabei noch stolperte. Der Schreibstil liest sich flüssig leicht und in Kombination mit dem Duzen fühlt sich die Lektüre an, als sässe man mit einer guten Freundin beim Kaffee. Nicht wie in einer Therapiestunde oder bei einer Vorlesung in der Uni, sondern einfach daheim mit Kuschelsocken auf dem Sofa, Tasse in einer Hand, Taschentücher in der anderen. Und dabei verliert man sich in einem privaten Gespräch zwischen Freundinnen von der Sorte, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht, die Freundin aber noch näher kennen lernt und sich selbst öffnet. Dieses Gefühl macht diesen Ratgeber so wertvoll und einzigartig und schafft es sogar, Leuten zu helfen, die gar nicht abnehmen wollen.

Man merkt, wie viel Mühe die Autorin in dieses Buch gesteckt hat: Eine Kombination von gut recherchiertem Wissen (mehrseitiges Quellenverzeichnis von Literatur im Anhang), dass aussagekräftig zusammengefasst wurde und die Würze persönlicher Erfahrung, wertvolle autobiographische Kapitel. 
Unterm Strich: Food for thoughts!!! (not your tummy) 




5 von 5 Lese-Echsen


Romina Scalco hat ursprüngich eine kaufmännische Ausbildung mit anschliessendem Wirtschaftsstudium abgeschlossen, aber mit der Zeit immer stärker gemerkt, dass dieses Berufsfeld sie nicht erfüllt. Sie wusste nicht, in welchem Beruf sie ihre Stärken einbringen konnte; sie wusste nur, dass sie dort, wo sie war, nicht glücklich wurde.

RominaWährend sie beruflich orientierungslos war, kämpfte sie nicht nur mit einer starken Gewichtszunahme, sondern auch mit heftigen chronischen Schmerzen, die ihren Alltag bestimmten. Nach ihrem Klick-Moment fand sie zur Low Carb-Ernährung und sie konnte seit langem endlich abnehmen und schliesslich ihr Gewicht halten. Gesundheitlich geht es ihr schon viel besser, obwohl sie in den letzten Jahren einige weitere Diagnosen verkraften musste (Endometriose, Hashimoto, KPU und Lipödeme).
Seit 2013 betreibt sie einen sehr erfolgreichen Blog und hat mittlerweile aus ihrem Hobby einen Beruf gemacht: Sie hat sich zum Ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungscoach ausbilden lassen und hilft Menschen, ihre Gesundheit, ihr Glück und ihr Wohlfühlgewicht zu finden.

Viele leckere Rezepte, persönliche Berichte und Tipps findet ihr auf: 

15. Februar 2018

Fran Cooper - die Leute von Nr. 37

Autorin: Fran Cooper
Titel: Die Leute von Nr. 37

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-43896-5
Erschienen: 2017
Seiten: 352



Jedes Haus hat seine Geheimnisse.

Seit über hundert Jahren steht Nummer 37 mit der türkisfarbenen Eingangstür an einer abgelegenen Pariser Strassenecke. Hinter ihren Mauern leben völlig normale Menschen. Jeder mit seinen ganz eigenen Träumen und Ängsten, Wünschen und Affären. Auf dem Flur grüsst man sich und geht seiner Wege. Doch dann entbrennt ein Streit über die Frage, wer in die leer stehende Wohnung im dritten Stock einziehen soll. Und plötzlich prallen die Leben der Bewohner mit voller Wucht aufeinander...



Ein Ausflug nach Paris, eine Stadt, die ich vor Jahren besuchte und mittels Romanen immer wieder gerne in Erinnerungen schwelge. Doch diesmal zeichnet sich eine düstere Szene, ein dunkles Kapitel und eben nicht das Postkarte-Eiffelturm-Liebes-Glitzern, das die Stadt sonst darstellt. Eine intelligente Abwechslung, die ein ernstes Thema auffasst und doch fiktiv bleibt.

Zuerst war ich ja skeptisch, verfolgte wie Edward in die Dachwohnung zieht und entdeckte mit ihm die anderen Hausbewohner. Einer schrulliger als der andere. Ein Banker, eine zerbrechliche Mutter, eine Tratschtante am Eingang, ein arroganter Hausbesitzer und einer, der auf der Strasse hockt. Ein bunte Mischung vielerlei Persönlichkeiten, die alle "normale Menschen" sind, wie im Klappentext geschrieben. Und dennoch: Unterschiedlicher könnten sie nicht sein, was wiederum zeigt, was alles als normal gelten kann. Man blickt bei jedem in die Wohnung, ein Stück deren Geschichte, etwas Hintergrund, Berufe, Zivilstand, Träume, heimliche Hobbys. Ganz interessant, aber kaum weltbewegend. Grösstenfalls unterhaltsam. Aber feinfühlig wurden die Figuren gezeichnet, muss ich schon sagen.

Trotz der detaillierten, aber niemals wertenden Beschreibung der diversen Personen im Haus, wurde der Handlungsstrang jedoch langweilig. Was war so besonders mit diesem Haus in Paris, das nur die Anwohner kennen? Worin besteht der Reiz dieser Geschichte? Ist ja alles schön und gut, aber... begann ich zu denken und dann passierte der Knall. Ein einschneidendes Ereignis für die Leute in Paris, die Leute im Haus Nr. 37 und den Leser. Da werden sogar die neuen Anwohner fast zur Nebensache, obwohl sie gleichzeitig im Zentrum des Brennpunkts stehen.

Besonders interessant fand ich, welche Gesichter Fremdenhass annehmen kann. Manche, weil sie tatsächlich etwas gegen Fremde haben. Andere, weil sie einfach Opfer der Propaganda sind. Wieder andere, weil sie den Job verloren haben und den Frust irgendwo kanalisieren müssen. Wieder andere schauen stumm zu oder sind zu beschäftigt mit ihrem eigenen Leben, eigener kaputter Träume. Und wieder andere helfen den Opfern ohne zu wissen, dass die "Feinde" viel näher sitzen, als man glauben möchte.

Unterm Strich ist es ein nettes Buch über ein ernstes und trauriges Thema, dass sehr authentisch aus Bürgersicht geschrieben wurde. Ich mochte die vielen Sichtweisen sehr, so viele Facetten derselben Ereignisse, so viele Geschichten, die um dieses eine Haus verknüpft sind. Und doch wünschte ich mir, die eine oder andere Geschichte näher, tiefer kennen zu lernen. Es waren so viele Geschichten, die mich mehr oder weniger interessierten, keine davon aber wirklich im Fokus stand. Also einfach ein Sammelsurium an Leben, Alltagsproblemen und Schicksale. Nichts, was ich schlecht reden will oder kann. Aber auch nichts, was mich aus den Socken gerissen hat.



3,5 von 5 Lese-Echsen



Bildergebnis für fran cooperFran Cooper ist in London aufgewachsen und studierte Englisch in Cambridge und Kunstgeschichte am Courtauld Institute of Art. Sie lebte drei Jahre in Paris, wo sie ihre Doktorarbeit über Künstler des 18. Jahrhunderts schrieb. Heute arbeitet sie in einem Londoner Museum. 
These Dividing Walls bzw. Die Leute von Nr. 37 ist ihr erster Roman.

12. Februar 2018

30 Online Hörbücher gratis

Liebe Leser/innen,

Mögt ihr Hörbücher? Oder lest ihr lieber selber das geschriebene Wort? Ich war lange kein Fan von Hörbüchern, einfach weil ich selber lieber lese. Mit der Zeit habe ich jedoch den Vorteil von Hörbüchern entdeckt, wenn ich einer Geschichte lauschen möchte, während ich anderen Tätigkeiten nachgehe, für die ich meine Hände brauche. Zum Beispiel: Putzen, jegliches aufräumen, bügeln, Maniküre, Zeichnen...

Allerdings möchte ich neben dem Geld, das ich für Bücher und Kaffee schon raushaue, nicht auch noch für Hörbücher hinlegen. Also habe ich ein klein wenig recherchiert.

Die ersten beiden Lösungen, kennt ihr bestimmt schon: Audible und Spotify.
Dort findet ihr Hörbücher sogar kostenlos oder ziemlich günstig! Vor über einem Jahr hat dazu Goldschrift ein Video gedreht, das inhaltlich auch heute noch gelten dürfte.
Doch für diese beiden Anbieter braucht ihr ein Konto. Etwas, das ich nicht möchte, weil ganz ehrlich, ich gehöre noch zu diesen altmodischen Personen, die nicht 1000 Logins auf allen möglichen Seiten erstellen möchte.

Also ging ich auf die Suche nach Hörbüchern im grossen Netz, die man kostenfrei und Login-frei zugänglich sind. Damit ihr euch diese Zeit zur Suche sparen könnt, habe ich hier eine Auswahl an Büchern aufgelistet, die ihr kostenfrei auf Youtube hören könnt:


ROMANE

1)  Kate Morton - der verborgene Garten

2)  Katherine Webb - das Verspechen der Wüste

3) Jodi Picoult - das Herz ihrer Tochter

4) Corina Bomann - Winterblüte

5) Beate Teresa Hanika - das Marillenmädchen


KRIMI / THRILLER

1) J.D. Robb - Liebesnacht mit einem Mörder

2) Mary Higgins Clarke - So still in meinen Armen

3) Karin Slaughter - Schwarze Wut 

4 ) Joy Fielding - die Schwester

5) Hans Koppel - Entführt


YOUNG ADULT

1 ) Colleen Hoover - Hope Forever

2 ) John Green - Eine wie Alaska

3) Kerstin Gier - Rubinrot

4) J.K. Rowling - Harry Potter und der Stein der Weisen
Teil 1 / 3
Teil 2 / 3
Teil 3 / 3

5) Ben Aaronovitch - die Flüsse von London


LOVE STORY

1) Cecilia Ahern - Für immer vielleicht

2) Nicholas Sparks - die Nähe des Himmels

3) Hannah Siebern - Barfuss im Regen

4) Lucinda Riley - der verbotene Liebesbrief

5) Susan Mallery - der Sommer der Inselschwestern

FANTASY

1) Wolfgang Hohlbein - die Chronik der Unsterblichen Teil 1

2) Rick Riordan - die rote Pyramide (die Kane Chroniken Teil 1) 

3) Jonathan Stroud - Bartimäus Teil 1

4) Jennifer Estep - Frostkuss (Mythos Academy Teil 1)

5) Carlos Ruiz Zafon - der dunkle Wächter


FÜR KINDER

1) Eoin Colfer - Meg Finn und die Liste der vier Wünsche

2) Michael Ende - Momo

3) Antoine de Saint-Exupéry - der kleine Prinz

4) Ellis Kaut - Pumuckl (Folgen "das neue Badezimmer" & "das Schlossgespenst")

5) Enid Blyton - die Insel der Abenteuer


Es ist erstaunlich, wie viele Hörbücher auf Youtube zur Verfügung stehen! Alle möglichen Genres wie ihr sehen könnt. Ich möchte jedoch auch anmerken, dass es zwei wichtige Punkte zu beachten gibt, bezüglich der Youtube-Hörbücher:

1. ist die Tonqualität nicht immer die beste, aber meistens hört man sie ganz gut. Wer daran nörgeln möchte, sollte sich erinnern, dass es kostenfrei ist. Wer bessere Tonqualität möchte, kauft sich eben das offizielle Hörbuch.

2. Betreffend Copyright weiss ich ehrlich gesagt nicht, wie das Ganze aussieht. Als Zuhörer macht ihr euch sicherlich nicht strafbar. Mir ist lediglich aufgefallen, dass einige Hörbücher von Audible stammen und von Privatpersonen auf Youtube hochgeladen wurden. Solltet ihr also Hörbuch irgendwann nicht mehr finden, könnte es von der Plattform genommen worden sein aufgrund Copyright-Rechten.

Nun lasst mich in den Kommentaren wissen:
HÖRT IHR HÖRBÜCHER?
NUTZT IHR DAFÜR AUDIBLE ODER SPOTIFY?
WAS MACHT IHR SO WÄHREND DEM HÖRBUCH-HÖREN?