10. April 2017

DIY - Lesezeichen falten

So schnell geht ein Monat rum und dank meiner kleinen Leseflaute, kam auch meine Bastellaune nicht so richtig in Schwung. Bis ich diese Lesezeichen fand! Ganz schnell, ganz simpel, einfach falten. Und mit etwas Fantasie gibt es soooo viele Möglichkeiten. Heute zeige ich euch die Grundanleitung, wie ich ein einfaches Ecklesezeichen faltet und 3 Möglichkeiten, wie ihr sie danach gestalten könnt.

Ein Minion, Harry Potter und ein Hase:



Diese Lesezeichen habt ihr in wenigen Minuten gefaltet, falls ihr sie einfach nur weiss lassen wollt. Mit ein paar Minuten mehr und etwas Fantasie, Buntstiften, Kleber und Schere ist eurer Bastellaune kaum eine Grenze gesetzt.

Was braucht ihr dazu?

- Papier (Quadrate)
- Buntstifte
- Kleber
- Schere

Wie wird gefaltet?

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1 Halbiert das Quadrat, indem ihr Spitze auf Spitze legt.

2 Faltet die eine Spitze nach unten, in die Mitte der langen unteren Seite.

3 Nun faltet die Ecke zur oberen Spitze.

4 Wiederholt dies mit der anderen Ecke, hinauf zur oberen Spitze. Nun habt ihr wieder ein Quadrat.

5 Faltet die letzten beiden Schritte wieder zurück bzw. legt die Falten wieder auseinander. Nun faltet ihr die Ecke in die untere Mitte wie auf dem Bild gezeigt.

6 Faltet auch die andere Ecke in die untere Mitte. Nun sieht es aus wie ein Briefschlag. 

Somit habt ihr alle Falten, die ihr benötigt. Trotzdem scheint es noch kein Lesezeichen?

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1 Faltet die Ecken wieder auseinander.

2 Nutzt die Knickstellen, die wir durch das vorherige Falten erhalten haben, und legt die Ecke nach oben, wobei ihr dessen Eckspitze zwischen die Papierseiten schiebt, sozusagen in die gebildete "Tasche".

3 Wiederholt diesen Vorgang mit der anderen Ecke. Geschafft! Dies ist nur der Grundkörper des Lesezeichens!

4 Gestaltet das Lesezeichen nach Wunsch. Zeichnet zum Beispiel ein Gesicht darauf.

5 Im Falle des Hasens (oder anderen Tieren) schneidet Ohren, Zungen (oder auch Pfoten, Schwanz, Zähne, Nasen oder Ähnliches) aus und klebt sie an.

6 Fertig ist das Lesezeichen!

Falls euch meine Beschreibungen zu den Bildern zu kryptisch sind, hilft euch das folgende Video, das auch mir zur Anleitung und Inspiration diente:

PS: Wer sich für den Minion interessiert, wird ebenfalls im Video fündig ;)


Auf Youtube findet ihr mehrere Anleitungen und vielerlei Ideen für die Gestaltung der Lesezeichen. Tobt euch aus! In meiner Bastelstunde habe ich neben dem Minion und dem Hasen ausserdem ein Harry-Potter-Kopf für meine HP-Bücher gestaltet - schlicht und einfach schwarz-weiss, aber wie ich finde mit tollem Effekt.

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Mir persönlich gefallen aber auch die Monster mit den Zähnen sehr gut!

Wie verschönert ihr eure Bücher? Lasst es mich in den Kommentaren wissen - gerne auch mit Foto!


30. März 2017

Lisa O'Donnell - Bienensterben



Autorin: Lisa O'Donnell
Titel: Bienensterben


Verlag: DuMont
ISBN: 978-3-832-19728-5
Erschienen: 2013
Seiten: 320


Heiligabend in Glasgow: Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiss, dass sie da liegen und wie sie dahin gekommen sind. Und die Geschwister werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt allein über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin ncht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, stadtbekannter (vermeintlicher) Perversling, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen seine Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als die Leute jedoch beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details aus ihrem Familienleben zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht.



Ein düsteres Buch mit spannendem, aber traurigem Klappentext. Und genau dieses Schema zieht sich auch durch den ganzen Roman: düster und traurig, obwohl es durchaus auch witzige Passagen gibt. Die Geschichte regt zum Nachdenken und jeder Leser ist sich am Schluss zumindest in einem sicher: Das Leben bzw. die Kindheit von Marnie und Nelly ist alles andere als begehrenswert.

Die Kapitel sind äusserst kurz, manchmal nur eine einzige Seite, und werden abwechselnd aus der Sicht von Marnie, Nelly oder Lennie beschrieben. Dies ist zum einen interessant, um einen neuen Blick auf die gleiche Situation von allen Beteiligten zu bekommen, da die Persönlichkeiten alle eine sehr eigene und kuriose Hintergrundgeschichte besitzen. Auf lange Zeit wird dieser Sichtwechsel jedoch anstrengend. Die Kapitel scheinen mir zu kurz, und jede Situation aus 3 verschiedenen Sichten wird dann doch zu repetitive. Was mich anfangs noch sehr interessierte, langweilte mich irgendwann und hinderte mich leider auch daran, richtig in die Geschichte abzutauchen, da ich ja immer zwischen 3 Persönlichkeiten hin und her wechselte. Ausserdem waren mir diese Personen nicht alle sympathisch und identifizieren konnte ich mich (glücklicherweise in diesem Falle) auch nicht wirklich.

Marnies Schreibstil sticht sofort ins Auge beziehungsweise differenziert sich sehr stark von den anderen. Sehr direkt, ungehobelt, mit Fluchwörtern und absolut modern und jugendlich (oder wer sagt heute noch "die hat sich zum Obst gemacht?"). Nelly, ihre Schwester, hingegen ist das absolute Gegenteil, benutzt teilweise sogar eher alte Ausdrücke, die wohl nicht mal ihre Eltern benutzt haben dürften. Und genau dies störte mich durch das ganze Buch. Dass die eine Schwester brüsker ist, ungehobelter und aggressiver, im Gegensatz zur anderen Schwester, die lieb, leise, artig und gebildet ist... das ist ja schön und gut. Nur waren die Eltern von Marnie und Nelly zwei drogensüchtige Nichtsnutze, was mehrmals betont wurde. Woher konnte also Nelly diese gehobelte Art auflesen? Wie hat sie diese perfekte Manier von einem violinspielendem blonden Engel gelernt? So ganz ohne Familie und Freunde und auf der gleichen Schule wie Marnie? Fand ich zu überspitzt und deswegen kaum authentisch.

Weiter Figuren, die im Verlauf der Geschichte auftauchen, waren mir auch selten sympathisch, aber zumindest nachvollziehbar. Mit dem ein oder anderen konnte ich mitfühlen oder seine Reaktionen begreifen. Andere waren mir ehrlich zuwider. Allerdings sind die Kreise, in denen die Schwester (zwangsläufig) verkehren, auch nicht mein bevorzugter Kontext. Die schreckliche Spirale von Unheil, in dessen Sog sich Marnie als Gelegenheits-Dealerin versucht, um etwas Brot nach Hause zu bringen und Nelly zu beschützen, geht ihre Jugend komplett den Bach herunter. Am interessantesten fand ich dabei ihre besten Freundinnen, obwohl von einigen Klischees überschattet: eine "Schläger-Lesbe" und ein Ghetto-Prinzesschen. Aber nun gut. Vielleicht mochte ich den Hund von Lennie doch am liebsten.

Was mir besonders gefallen hat, war das Cover. Mir fiel es sofort ins Auge und auch heute noch finde ich die einfache, aber doch aussagekräftige Umsetzung sehr gelungen. Es zeigt Lennie und die Schwestern mit einigen ausschlaggebenden Details zu den Personen, schlicht und schön, was im krassen Gegensatz zur Geschichte und ihrem Leben steht. Doch schlussendlich und ohne spoilern zu wollen, werden sie Besserung finden. Ein Schritt in die richtige Richtung. Kein Happy End im klassischen Sinne, aber doch irgendwie gut, was man ihnen wirklich von Herzen wünscht. Auch wenn ich mit dem Roman nicht ganz warm geworden bin, bot er mir eine reichhaltige Abwechslung, die ich sehr empfehlen kann.


3 von 5 Lese-Echsen




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Lisa O'Donnell ist eine amerikanische Autorin. Für ihr Drehbuch "The Wedding Gift" wurde sei mit dem Orange Screenwriting Pirze ausgezeichnet. Mit "Bienensterben" hat sie sich, nach dem Drehbuchschreiben, das erste Mal einem Roman zugewandt, der sogleich mit dem Commonwealth Book Prize bedacht wurde.




26. März 2017

Carina Herrmann - Meerblick statt Frühschicht

Autorin: Carina Herrmann
Titel: Meerblick statt Frühschicht


Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-30838-0
Erschienen: 2016
Seiten: 256



Alleinreisen bedeutet Freiheit und Begegnung - vor allem mit sich selbst

Die faszinierenden Tempelanlagen von Angkor Wat, Schnorcheln auf Bali und ein Trip entlang Australiens legendärer Great Ocean Road: Dies sind nur drei der Highlights, die Carina Herrmann während ihrer gut einjährigen Reise durch Australien und Südostasien erlebte. Doch diese Traumreise ist auch ein Befreiungsschlag. Die junge Frau liess dafür ihren harten Alltag als Krankenschwester in einer Kinderkrebsstation hinter sich, verkaufte all ihren Besitz und machte sich allein auf in die Welt. In diesem Buch schreibt die erfolgreiche Reisebloggerin über Ängste, Sehnsüchte und Mut und nimmt ihre Leser dabei mit auf eine Reise um die Welt zu sich selbst.




Ein Aufruf, seinem Herzen zu folgen. Ein guter Rat, öfters auch sein Bauchgefühl zu hören. Und die Geschichte einer Frau, die trotz grossem Respekt vor dem eigenen Projekt, den Schritt gewagt hat und grossartig belohnt wurde: Mit Abenteuern, Erinnerungen, vielen neuen Freunden und einer neuen Zukunft. Oder zumindest einer anderen Zukunft als die, wenn sie in Deutschland Krankenschwester geblieben wäre.

Schon länger folge ich Carina Herrmann auf ihren beiden Blogseiten Pink Compass und um 180 Grad, wo sie über ihre Erlebnisse berichtet, Tipps verteilt und Frauen aufmuntert, ebenfalls den Mut zusammenzukratzen und sich endlich zu getrauen, den eigenen Traum in die Realität umzusetzen. Das bedeutet nicht in jedem Falle, dass nun jede junge Frau eine Weltreise startet soll, noch dazu allein. Es heisst auch nicht, dass nun all die femininen Rucksacktouristinnen mit einem Reiseblog ihr zukünftiges Brot verdienen sollen. Und es ist auch nicht gesagt, dass die Reisetipps ausschliesslich für Frauen sind, auch wenn wir weiblichen Reiselustigen im Fokus stehen und die Zielleserschaft sind, so finden sicherlich auch Männer Gefallen an Carinas Geschichten, profitieren von ihren Tipps zu bereisten Ländern und können sich in ihrem Schreibstil verlieren.

Carina schreibt von Du zu Du ganz flott daher, wodurch schnell der Eindruck entsteht, man sitzt mit ihr gemütlich in einem Café, nippt am Cappuccino und hört ihren lebhaften Erzählungen zu. Teilweise fühlt es sich sogar noch intimer an, als hätte man ihr Tagebuch gefunden und stöbert nun klammheimlich ein wenig darin. Ehrlich und offen, witzig und frisch weiss Carina von ihrem grossen Sprung ins Abenteuerland zu berichten, sodass man sofort Lust hat, selbst die Koffer zu packen. Was ich allerdings besonders mochte, waren die ehrliche Worte über ihre Gefühlswelt. In diesem Roman hat Carina nicht einfach ihre Reiseroute festgehalten, sondern vor allem auch ihre emotionale Reise. Wie sie sich dabei fühlte, so weit weg von zu Hause in einem neuen Alltag mit neuen Gesichtern, neuen Aufgaben und täglich neuen Eindrücken. Wie sie das alles verarbeitete, was sie an schlechteren Tagen runterzog und was sie wieder aufheiterte. Oft dachte ich, dass sie mir direkt von der Seele schrieb, denn ich konnte so viele ihrer Gefühle in diversen Situationen nachfühlen. Das alles macht sie mir nur noch sympathischer als sie sowieso schon ist auf ihren beiden Blogs. 

Ausserdem finden sich in der Mitte des Buches eine Reihe Fotos: Wundervolle Landschaftsbilder, ein wilder Koala und Carina mit einem Grinsen über beide Ohren. Einblicke ins persönliche Ferienalbum, die sie uns gewährt, was vielleicht nicht jeder tun würde. Anfangs des Buches befindet sich zudem eine Weltkarte, um ihre Route zu verfolgen. Diese Karte ist wohl mittlerweile um eine Routen reicher. 

Wenn ich den Roman zusammenfassen müsste, würde ich das wohl mit dem Untertitel, der sich auf dem Buchcover am unteren Rand versteckt, und mit ihren letzten Worten auf der letzten Seite. Denn diese wenigen Sätze könnten den Inhalt nicht besser widerspiegeln:

Warum ich losreisen musste, um bei mir selbst anzukommen.

Wenn ich nur eines aus den letzten Jahren gelernt habe, dann, dass es mehr Möglichkeiten, Chancen und Wege gibt, als wir uns vorstellen können. Man muss lediglich den Mut haben, sie zu ergreifen. 






5 von 5 Lese-Echsen


Ähnliches FotoCarina Herrmann, Jahrgang 1980, liess ihr altes Leben in Frankfurt hinter sich, reist seit fünf Jahren um die Welt und ermutigt in ihrem Blog andere Frauen, es ihr gleichzutun. "Pink Compass" ist Deutschlands beliebtester Blog für alleinreisende Frauen, die Autorin wird regelmässig als Expertin zum Thema interviewt.



10. März 2017

Gillian Flynn - Gone Girl

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Autorin: Gillian Flynn
Titel: Gone Girl

Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-104-02709-8
Erschienen: 2013
Seiten: 576 (e-book)



"Was denkst du gerade, Amy?" Diese Frage habe ich ihr oft während unserer Ehe gestellt. Ich glaube, das fragt man sich immer wieder: Was denkst du? Wer bist du? Wie gut kennt man eigentlich den Menschen, den man liebt?

Genau diese Fragen stellt sich Nick Dunne am Morgen seines fünften Hochzeitstages, dem Morgen, an dem seine Frau Amy spurlos verschwindet. Die Polizei verdächtigt sogleich Nick. Amys Freunde berichtetn, dass sie Angst vor ihm hatte. Er schwört, dass das nicht wahr ist. Dann erhält er sonderbare Anrufe. Was geschah mit Nicks wunderbarer Frau Amy?




Ein Psychospielchen mit Startschwierigkeiten. Eine erschreckend manipulative Frau, ein für mich schwer zu verstehenden Mann, viele Gerüchte, Geschichten und Sensationslust. Ein grosser, wahnsinniger Plan, der Vorbereitung und Aufbau benötigt - ein Roman mit Ecken und Kanten, der erst einmal von weit her Schwung holen musste.

Ganz ehrlich, war der Roman für mich ein stetes Auf und Ab. Ein hochgelobtes Buch, das ich erst Jahre später las (einfach weil ich aus Trotz nicht immer gleich das Neuste vom Neusten lese, besonders wenn solch ein Hype gemacht wird). Erst fing ich mit zu hohen Erwartungen daran, schliesslich lobten alle die Spannung, die geschliffenen Details und den Thrill dabei. Das Pendel holte weit aus und schleuderte zurück - und mich direkt in eine Leseflaute. Wo blieb die Spannung? Die ersten gut hundert Seiten waren Alltagskram zwischen Eheleuten, die Frau verschwand, aber sonst nichts Aufregendes, kein mitreissendes Lesevergnügen wie erhofft. Ich liess das Buch liegen, fing ein anderes an oder las zeitweise sogar gar nichts. Dann juckte es mich plötzlich wieder, schliesslich musste ich wissen, wo Amy ist, was mit ihr passierte und wie es mit Nick weitergeht. 

Nach der ersten harzigen Phase, durch die man einfach durchhalten muss, kommt die Geschichte langsam in Fahrt. Und dann Peng! Ungefähr in der Mitte des Romanes ein Plot Twist vom Feinsten. Eine Stimme, die die komplette Geschichte um 180 Grad dreht. Plötzlich ist das Spannung, Aufregung, mitreissendes Lesevergnügen. Plötzlich machen diverse Dinge mehr Sinn, man wittert Verrat, hofft auf mehr Rätsel und deren Auflösung, das Herz pumpt im Rhythmus des schneller werdenden Umblätterns. Ohne spoilern zu wollen, doch ich kann es mir nicht verkneifen: Nick tut mir Leid. Das ganze Buch durch. Aus immer mal wechselnden Gründen. Amy mag ich nicht. Am Schluss bin ich sogar richtig wütend auf sie - obwohl sie ja anfangs das Opfer ist! Aber zu viel gesagt...

Eine Geschichte, die irgendwie zeitlos und erschreckend real ist bzw. sein kann. Ein Schreibstil, der erst wie ein ungefährlicher Bach daher kommt, bis man erschreckt feststellt, dass man in die Strömung eines grösseren Flusses geraten ist. Ein Haufen Protagonisten, die echte Gefühle wecken - positive wie negative. Mal war ich wütend mit jemanden, dann auf jemanden. Ich freute mich mit jemanden und für jemanden, nur um denjenigen einige Seiten weiter nichts Gutes mehr zu wünschen. Einige Figuren konnte ich sehr wohl verstehen, mich mit ihnen und ihren Reaktionen identifizieren. Andere waren und blieben mir komplett fremd, auch wenn sie sehr authentisch wirkten. Wie im wahren Leben hatte ich für die einen Personen mehr Sympathie und für andere eben weniger. Aber in diesem Fall kann man sich nie sicher sein, welche Sympathien gesund sind.

Mit dem Ende bin ich ziemlich unzufrieden, ja sogar ein Stück wütend. Es ist zu lasch, zu einfach. Seit die Geschichte an Spannung übersprudelte, wartete ich stets auf die grosse Bombe, den ultimativen Knall, bis zuletzt. Doch da war bloss heisse Luft. Irgendwie sehe ich darin das böse Vergnügen der Autorin, eben nicht das Ende zu schreiben, das die Leser nach solch einer Geschichte wohl erhoffen. Einfach nur um gegenzusteuern. Nennt man das jetzt künstlerische Freiheit? Oder einfach eine Frechheit? Meiner Meinung nach, ist es nicht nur der Wunsch eines anderen Endes, sondern ich finde, dass gewisse Figuren ein anderes Ende verdient haben. 

Falls diese Beschreibungen nun etwas komisch wirken und nur wenig Sinn ergeben, tut es mir Leid. Ich versuche immer, nicht oder möglichst wenig zu spoilern. Wen es nun (noch mehr) juckt, das Buch auch endlich zu lesen, falls ihr es noch nicht kennt: Lest es. Ich kann es empfehlen, auch wenn der Anfang ein gutes Stück Durchhaltevermögen benötigt. 

PS: Das Buch wurde mittlerweile schon verfilmt und natürlich muss ich mir den Film dazu anschauen. Ich kann mir die Geschichte nämlich sehr wohl spannend verfilmt vorstellen. Mal schauen, ob dort der Anfang auch so zäh ist ;)


4 von 5 Lese-Echsen




Bildergebnis für gillian flynnGillian Flynn wuchs in Kansas City aus. Sie arbeitete als Journalistin für den "San Francisco Examiner" und "US News & World Report" und war die leitende TV-Kritikerin von "Entertainment Weekly". Die Autorin lebt nach Stationen in Los Angeles und New York heute mit Mann, Kind und Katze in Chicago.

10. Februar 2017

DIY - Candy monster (T-Rex)

Hey Leute,

Ihr glaubt, das war schon alles mit meinem neuen Blog? Ihr habt gar nicht mehr an die Überraschungen gedacht, die ich euch leise angekündigt habe? Ja dann aufgepasst. Neu findet ihr hier auch DIY-Projekte, Ideen für Buchliebhaber, Teetrinker und Kaffeefans, Cookie Monsters und Pantoffelhelden. Ab und zu verspüre ich dieses Kribbeln in den Fingern, das Verlangen nach Farbstiften und Sekundenkleber, Lust auf glänzenden Lack und Holzduft, Papierschnitte und Stoffverarbeitung. Manchmal möchte ich einfach selbst etwas kreieren und auf Pinterest und ähnlichen Seiten findet man mehr Inspiration als Zeit alles einmal auszuprobieren.

In dieser neuen Rubrik, für die ihr oben auch neu eine Seite findet mit allen Links und gesammelten Projekten, rufe ich euch zum gemeinsamen Basteln auf!

Heute: Das Candy Monster! In meinem Fall ein T-Rex.


Zum Lesen gehören Snacks, ob süss oder salzig. Bei mir sind es meist Kekse, Schokolade oder Popcorn. Und bei euch?

ABER: Ein Teller mit Keksen ist euch zu langweilig? Die Bonbons einfach in ein Glas stopfen, ist nicht originell genug? Dann bastelt euch ein Candy Monster - ein Tier, das dem Teller Höhe und Leben schenkt. Eine witzige Präsentation für Süssigkeiten und ganz schnell selbst gemacht.

Was braucht ihr dazu?

- kleinen, möglichst leichten Teller
- Gummitier
- Schere (oder Cutter)
- starker Kleber
- evtl. Farbe & Pinsel

Die Auswahl des Tieres:

Jeder hat sein Lieblingstier, aber nicht alle Tiere eignen sich als Keksteller. Am besten geeignet sind Tiere mit langem Oberkörper oder hohem Hals beziehungsweise Kopf, zum Beispiel Giraffen, sitzende Hasen oder Affen, verschiedenste Dinosaurier... aber eben kein Krokodil, keine Schlange, kein Insekt. Irgendwie logisch, oder? Damit euer Teller später einigermassen stabil ist, eignen sich besonders aufrecht sitzende Tiere oder Vierbeiner (oder stabile Zweibeiner). In meinem Fall ist der T-Rex zwar kein Musterbeispiel, verspricht allerdings trotz seiner Zweibeinigkeit ausreichend Stabilität dank seinem Schwanz als drittes Standbein. Solche Gummitiere erhält ihr übrigens in jedem Spielzeuggeschäft oder Kinderabteilung bei grösseren Händlern. Meist kosten sie auch nicht viel.

Tipps zum Teller:

Besonders falls ihr ein Candy Monster für einen Kindergeburtstag plant, könnten sich Teller aus Plastik oder Kunstoff besser eignen als aus Porzellan oder Glas. Nicht nur, weil diese Teller weniger bis kaum zerbrechlich sind, sondern auch wegen ihrem leichteren Gewicht, was wiederum der Stabilität zugute kommt.

Welcher Kleber?

Je nach eurer Materialauswahl, muss der Kleber Gummi und Porzellan oder Kunstoff zusammenhalten. Ein Papier-Klebestift wird euch also nicht viel helfen, eher der Super-Sekundenkleber, auch wenn dieser meist alles klebt, ausser der Sache, die es sollte. (Ja, wir kennen doch alle diese nervigen Klebereste an den Fingerkuppen). Ich habe den bekannten UHU-Kleber gewählt.

Womit fange ich an?

Zuallererst müsst ihr euer Tier halbieren. Das arme, liebe Tier muss ja später den Teller wie ein Sandwich einklemmen. Je nachdem, ob euer Gummitier innen hohl ist oder nicht, wird das Zerteilen einfacher oder komplizierter. Zum Glück sind die meisten Spielwarentiere innen hohl, was die Sache um einiges erleichtert. Wenn ihr euch sicher und erwachsen genug fühlt, greift zum Cutter. Wenn euch eine Schere besser in den Händen liegt, greift zur Schere. Vielleicht braucht ihr den Cutter oder ein Messer anfangs, um ein Loch in die Gummihaut zu kriegen, wo ihr die Schere danach reinstecken und rundherum schneiden könnt.


Das Wichtige beim Zerteilen ist, dass das Tier nicht genau in der Mitte im Bezug zur Körperlinie zerteilt werden sollte, sondern so in der Mitte, dass der Teller später möglichst waagerecht auf dem Unterteil liegt. Hält deswegen den Teller probeweise neben dem Tier an die Seite und macht euch eine Vorstellung vom gewünschten Resultat, bevor ihr los schneidet (oder immer mal wieder beim Schneiden). Ich habe meinen T-Rex mittig zerteilt, leicht diagonal zu den Beinen und musste korriegieren, damit er einigermassen waagerecht für den Telleraufsatz wurde.
Tipp: Habt ihr einmal zwei Hälften, ist es einfacher zu korrigieren und noch etwas nachzuschneiden, um den Teller möglichst horizontal auszubalancieren.


Teller und Dinosaurier zusammen setzen

Falls euer Tier innen hohl ist, empfehle ich zur Stabilität nun den Innenraum mit Papier oder Zeitung auszustopfen. Das gibt euch ausserdem mehr Klebefläche für den Teller.

Danach gebt ihr grosszügig Kleber auf die untere Hälfte des Tieres und drückt den Teller darauf, möglichst mittig oder gemäss der besten Stabilität. Je nach gewählten Kleber, drückt ihr den Teller leicht an und/oder wartet, bis der Kleber getrocknet ist. Dann könnt ihr das Gleiche mit der oberen Hälfte wiederholen: Papier in den Tierkopf stopfen, grosszügig Kleber drauf und auf den Teller setzen. Dabei müsst ihr nicht nur auf die Tellermitte achten, sondern auch darauf, dass der obere und untere Teil des Tieres optisch wieder ein Ganzes ergeben. Nicht, dass der Kopf plötzlich unnatürlich nach hinten schaut oder der Schwanz an der Stelle der Vorderfüsse ist.


Fertig?

Ist der Kleber vollständig getrocknet? Liegt der Teller stabil auf beziehungsweise "im" Tier? Ja, dann seid ihr fertig! Glückwunsch! Nun könnt ihr Kekse, Bonbons, Chips oder auf was immer ihr Lust habt, solange es nicht zu schwer für die Konstruktion ist, auf dem Teller anbieten.

Denkt aber daran, dass euer neues Candy Monster nicht Spülmaschinen-sicher ist. Ich habe es zwar nicht ausprobiert, würde es aber definitiv nicht empfehlen. Benässt ein Papiertuch oder einen Lappen und putzt damit den Teller, falls Kekskrümmel oder Chips-Fett zurückgeblieben sind. Haltet zum Stabilisieren eine Hand unter den Teller, wenn ihr mit dem Putzlappen von oben Druck gibt, damit euer schönes Bastelprojekt nicht wieder in drei Teile zerbricht.

Euer Candy Monster ist kein unkapputbares Spielzeug, aber immerhin ein Hingucker auf dem Tisch!


Zusatz-Idee:

Falls euch die Farbe eures Tieres nicht gefällt oder ihr euer Candy Monster dem Farbkonzept eurer Inneneinrichtung anpassen möchtet, könnt ihr das Ganze natürlich auch bemalen. Benutzt dafür die für die Materialien (Gummi, Porzellan, etc.) richtige Farbe, damit sie auch haften bleibt. Schaut darauf, dass sie wenn möglich ungiftig ist und sich nicht beim ersten Tropfen Wasser schon verflüchtigt.

Mir persönlich gefiel das Rot des T-Rex und liess es dabei. Ansonsten würde ich das Bemalen vor dem Zusammenkleben von Tier und Teller empfehlen. Ausser ihr wollt auch den Teller in derselben Farbe. In diesem Fall ist das Bemalen wohl nach dem Klebeprozess zu empfehlen.

Und nun wünsche ich viel Spass bei euren Projekten!
Wer macht mit? Welches Tier könnt ihr euch als Süssigkeiten-Teller-Highlight vorstellen?
Ich würde mich auf euer Feedback oder auch Fotos von euren Candy Monster sehr freuen.

Liebe Grüsse,
eure Lese-Echse Mona