3. Dezember 2018

Ebooks - Yay or Nay?

Es gibt scheinbar zwei Gruppen: die E-Book-Liebhaber und die Ebook-Hasser. "Es ist so praktisch und die Zukunft", argumentieren die einen. "Aber das Gefühl ist nicht das gleiche. Ein Ebook ist kein richtiges Buch", kontern die anderen. Ganz ehrlich, Ebooks haben ihre Vorteile und Nachteile. hier der Vergleich:

YAY

Speicherplatz
Wie viele Bücher passen in deine Bibliothek? Schonmal ein Wohnungswechsel mit vielen Büchern erlebt? Das Kistenschleppen genossen? Wie viele Bücher passen in deinen Koffer, wenn du in die Ferien fährst? Genau. Auf dem Ebook haben Hunderte, ja sogar Tausende Bücher Platz, ohne dass du dir den Rücken wegen dem Transport von kiloweise Papier verdirbst oder dein Zimmer ganze Wände mit Regalen zustellst. Du bist unentschieden, welche Bücher mit in den Urlaub sollen? Auf dem Ebook musst du dich nicht entscheiden, du packst sie einfach alle ein - denn sie verbrauchen den gleichen physischen Platz im Koffer.

Lesen im Dunkeln
Du verkriechst dich im Bett, hast all deine Lieblingskissen im Rücken zurecht gerückt, die Teetasse greifbar auf dem Nebentisch, Buch aufgeschlagen und fröhliches Lesen. Doch wenn du müde wirst und das Licht löschen willst, stehst du dann auf? Musst dich nach der kleinen Lampe auf dem Nebentisch strecken? Oder einfach nur den Knopf am "Buch" ausschalten?
Vielleicht liegt ja dein/e Partner/in schon im Bett neben dir und möchte schlafen. Gerne ohne grössere Lichtquelle. Natürlich gibt es kleine Leselampen, aber mal ehrlich. Wenn das buch selbst eine kleine Leselampe beinhaltet, hat das so seine Vorteile. Oder nicht?

Preis
In digitaler Form sind die Bücher grundsätzlich günstiger. Warum? Kein Papier, keine Tinte, keine Druckarbeiten, keine Distributionskosten, etc. Logisch, dass Ebooks also weniger kosten, weil sie ja auch weniger Material und Arbeit benötigen. Ausserdem haben dieverse Buchläden und Verlage monatliche Aktionen mit vergünstigten Ebooks oder Paket-Preisen (mehrere Bücher des gleichen Autoren oder Reihen), was es zwar auch für physische Bücher gibt - aber mir scheint es weniger.

Gewicht
Ja, dieses Argument bläst in die gleiche Trompete wie das Argument mit dem Speicherplatz. Doch nicht nur betreffend Hausbibliothek oder schweren Koffern in den Ferien, auch das tagtägliche Lesen wird wortwörtlich erleichtert. Hände hoch, wer auf dem Weg zur Arbeit oder Schule immer ein Buch dabei hat? Wer von euch liest im Zug, Bus, Tram oder Metro? Schleppt ihr da die schweren, hübschen Hardcover in eurer Handtasche mit? Oder wäre da ein kleines, leichtes Gerät wie ein Ereader doch etwas praktischer?


NAY

Elektronik
Das stärkste aller Argumente: ein Ebook ist kein richtiges Buch, weil es sich um ein technisches Gerät handelt. Das Gefühl von Papier, die Farben eines schönen Covers oder Buchschnitts, die Form des Buchrückens (denn Rücken entzücken auch in der Literatur), der Duft der Mischung aus Tinte und Kleber, das Umblättern Seite für Seite und unsere heimlichen Lieblingsbeschäftigungen: daran riechen und es streicheln. Mit einem Ereader ist das einfach nicht das gleiche! Oder streichelt jemand von euch euer Tablet? Technik-Kuschelkurs?

Batterie
Ein weiteres Problem, das mit der Technik zusammenhängt. Obwohl viele Ereader lange Lebenszeiten aufweisen, ist es doch unausweichlich ein Fakt: Eines Tages (oder nach xy Stunden) ist der Akku runter und das Gerät - und somit das Buch - tot. Keine Chance, um weiter zu lesen. Stell dir vor, du verschlingst gerade Seite um Seite, weil es so spannend ist und dann blinkt der Bildschirm und dein Buch verabschiedet sich. Argh.... es gibt wohl kaum etwas Frustrierenderes!

Anblick
Warum eine Bibliothek anlegen? Liest ihr tatsächlich alle Bücher nochmals? Oder liebt ihr einfach den Anblick einer Bücherwand? Beruhigend stehen sie da, Seite an Seite, Tore in Welten voller Magie, Abenteuer zwischen zwei Buchdeckeln, Buchrücken mit Ornamenten, ein Regebogen an bunten Covern. Oder ein traurig graues Gerät, ganz alleine auf dem Regal. Was sieht wohl besser aus? Klar, ok, es gibt wunderbare bunte Hüllen für den E-REader! Aber das gibt es auch für Bücher!

Leseorte
Den Vorteil von E-Books auf Reisen, machen Papierbücher dafür an den Leseorten wieder wett. Was liest sich wohl besser am Strand? Wenn man keine allzu wertvollen Sachen auf dem Tuch zurücklassen möchte, wenn man kurz ins kühle Nass springt. Oder wenn der Sand in jede kleine Ritze dringt. Wenn Wasser und Sonne auf dein Buch treffen. Wahrscheinlich besser aus Papier als Elektronik. Andere Orte in der Öffentlichkeit bringen ähnliche Gefahren: Natürlich wollen wir keine Kaffeeflecken auf unserem Buch - egal ob Papier oder Elektronik. Regen, Essensreste, unsere Bücher kommen in Kontakt mit Wetterbedingungen und Bakterien, die wir auf beiden Arten bon Büchern nicht gern haben. Doch das elektronische Buch ist wohl eher in Lebensgeahr als das Buch aus Papier. Plus: Schon mal dein Buch fallen gelassen? Ja, genau. Lieber ein Knicks im Papier oder ein Kratzer auf dem Bildschirm all deiner Bücher nach einem einzigen Crash?

Kompatibilät
Ein weiterer Punkt der Technik. Ein Buch aus Papier musst du nicht downloaden und schauen, ob dein Lesegerät das Dokument liest, ist die Datei im passenden Format, wie steht es mit dem Schreibschutz, Schriftgrösse. Kompliziert wird es auch bei Illustration. Pop-Up-Bücher kannst du ganz vergessen! Ein Buch aus Papier muss nur in deine Hände passen und los geht das Lesevergnügen!


Welcher Meinung bist du?Magst du Ebooks?

 Oder kommen dir bloss Papierbücher ins Haus?

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Fröhlichen ersten Advent euch allen ;-*


Eure
Lese-Echse Mona



6. September 2018

Katharina Herzog - Zwischen dir und mir das Meer

Autorin: Katharina Herzog
Titel: Zwischen dir und mir das Meer



Verlag: Rowohlt
ISBN: 9783644403529
Erschienen: 2018
Seiten: 352




Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limoncello daraus!

Lena führt ein zurückgezogenes Leben auf Amrum. Sie sammelt Meerglas am Strand, das sie zu Schmuck verarbeitet. Damit möchte sie sich etwas von dem zurückholen, was ihr die See einst genommen hat: Vor fast 20 Jahren ist Lenas Mutter, eine gebürtige Italienerin, morgens zum Schwimmen gegangen und nie zurückgekehrt.

Als Lena eines Tages auf dem Heimweg den Italiener Matteo trifft, knistert es überraschend heftig zwischen den beiden. Aber am nächsten Morgen ist Matteo ohne ein Wort des Abschieds fort. Er hat eine Mappe zurückgelassen, in der Lena Fotos ihrer Mutter Mariella als junge Frau findet: so strahlend, wie Lena sie nie erlebt hat. Zusammen mit ihrer Schwester Zoe reists Lena an die Amalfiküste, um etwas über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren - und um Matteo, den Mann mit den meergründne Augen, wiederzusehen...




Erster Eindruck: Cover, super schön und sommerlich. Zweiter Eindruck, gelesen: ganz nett, aber nichts Besonderes, ganz ehrlich.

Es ist einer dieser typischen Frauen-Sommerromane, eine Liebesgeschichte, ein wenig Familiengeschichte, eine sommerliche Bühne - in diesem Fall Italien, ebenfalls ein Klassiker - eine Frucht, Blumen, Mädchenträume und Blablabla. Es enttäuscht mich immer wieder ein wenig, schöne Covers zu sehen, mit Klappentexten, die eigentlich Potential haben, nur um dann in einem Massenproduktion-Frauenroman zu enden, der sich nicht wirklich von all den anderen abhebt. Der Schreibstil ist nett. Die Figuren sind nett. Die Location ist nett. Die Erzählung ist irgendwie nett. Aber das ist es eben: nett, nicht mehr, nicht weniger.

Der Roman hat mich unterhalten. Ich möchte  ihn nicht schlecht reden, das war es wirklich nicht. Was mir jedoch an solchen Romanen immer fehlt, ist der gewisse Pfiff. Zu viele Stereotype und repetitive Plots. Wenn es nicht der Apfelplücker ist, dann eben der Zitronenbauer. Ist es nicht die beste Freundin, Cousine oder Schwester, dann eben eine neue Nachbarin. Und immer taucht da dieser ach so gut aussehende Fremde auf, in den sich die weibliche Hauptfigur, die anfangs immer etwas zu streng, langweilig oder konservativ wirkt und in einer festen Beziehung oder jahrelang Single ist, sich Hals über Kopf und gegen all ihre Moralregeln verliebt, alles über Bord wirft und ihm hinterher hechelt, obwohl sie selber immer Zweifel hat, dass so ein gutaussehender Kerl, der jede haben könnte und vielleicht schon hatte, sich gerade in sie graue Maus vergucken könnte. Und tadaaa, das passiert in ungefähr 95 Prozent der Fälle. Auch wenn die Liebesgeschichte ganz reizend war und an vielen Stellen authenthisch. So war sie doch auch an vielen Stellen wenig überraschend, geladen von Stereotypen und Ping-Pong-Hin-und-Her wegen Missverständnissen oder Familiendiskussionen und doch kommen sie schlussendlich zusammen. Eine Art Disney-Prinzessin-Geschichte für erwachsen gewordene Frauen.

In diesem Fall mochte ich besonders Zoe, obwohl auch sie nicht ohne Stereotyp-Charaktere und Hintergründe erschaffen wurde und häufig übertrieben dargestellt wurde, fand ich sie am spannendsten und mitreissendsten. Auch die deutsche Oma der beiden hatte mehr Pfeffer als andere Figuren. Sowie auch die verstorbene Mutter, die irgendwie im Mittelpunkt steht und doch nicht dabei ist. Besonders gelungen fand ich die Dialoge. Sie waren weder langweilig noch langatmig und waren in ihrem Kontext angemessen. Einige Zufälle und Geschehnisse allerdings, waren mir schlicht nicht real genug. Dass der Italiener auf eine kleine Norddeutsche Insel schippert, grusslos abreist und eine Mappe mit alten Fotos da lässt, funktioniert für - ja, beginnt - die ganze Geschichte, doch im wahren Leben würde er wohl kaum den einzigen physischen Grund für seine Reise dort liegen lassen, wo er nach Antworten suchte. Sorry, das kauf ich nicht ab.

Sehr interessant, meiner Meinung nach sogar besser, war die Geschichte in der Vergangenheit. Das Ganze wird in zwei Zeitabschnitten abwechselnd erzählt: das Heute mit den Schwestern Lena und Zoe mit Matteo. Das Damals mit ihrer Mutter als junge Erwachsene und ihrer besten damaligen Freundin. Die Vergangenheit hatte so viel mehr zu bieten, war spannender, mitreissender erzählt und authentischer. Ausserdem hatte es eine kleine Überraschung und ein grosser Plot Twist, der mich noch mehr ungehauen hätte, hätte die Autorin diesen Punkt noch ausgebaut. Aber es schien, sie wollte das nicht wagen. Vielleicht hätte die Geschichte damit auch eine neue Richtung oder Farbe angenommen. Trotzdem schade, denn DAMIT wäre dieser Sommerroman sicher auch der Masse abgehoben.

Unterm Strich war es angenehm und unterhaltsam, jedoch nichts Neues. Eine leichte Lektüre für den Garten, Balkon oder Sofa, in der einen Hand ein Glas Eistee, in der anderen das Buch und Tagträume über Italien und eine sommerliche Liebe.




3 von 5 Lese-Echsen




Katharina HerzogKatharina Herzog hatte schon immer Spass daran, sich Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Nach einem Abstsecher in den Journalismus kehrte sie zur warhen Liebe Belletristik zurück und begann, Romane zu veröffentlichen. Als E-Book-Autorin hat sie sich unter dem Namen Katrin Koppold bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. 
Sie ebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.



24. August 2018

Neue E-Mail-Adresse!

Hi Leute,

Kurze Information, fast schon Twitter-würdig, denn viele Worte möchte ich hier eigentlich nicht verlieren, nur... :

Ich habe eine E-Mail-Adresse für meine Lese-Echse-Persönlichkeit eingerichtet!
Falls ihr mir also nicht hier in einem Kommentar, auf Instagram oder Facebook Nachrichten schreiben möchtet, sondern vielleicht eine grössere oder persönliche Anfrage habt, die besser in eine Mail passt, dann erreicht ihr mich ab sofort auch unter:

lese.eches.mona@hallomail.ch


Ich wünsch euch einen wundervollen Tag und ein schönes Wochenende!

Eure Lese-Echse

23. August 2018

Harlan Coben - das Grab im Wald

Autor: Harlan Coben
Titel: das Grab im Wald


Verlag: Goldmann
ISBN: 9783442465996
Erschienen: 2008
Seiten: 471




Zwanzig Jahre ist es her, dass vier Jugendliche nachts in einen Wald liefen. Zwei wurden kurz darauf brutal ermordet aufgefunden. Von den anderen beiden fehlt seither jede Spur: Gil Perez und Camille Copeland. Camille war die Schwester von Paul Copeland, mittlerweile ien angesehener Staatsanwalt und gerade mit seinem ersten Mordprozess konfrontiert. Da wird plötzlich die Leiche von Gil Perez gefunden, und über Nacht holt die Vergangenheit Paul wieder ein. Er versucht herauszufinden, was damals wirklich geschah, und gerät immer tiefer in einen wahren Albtraum...





Interessanter Plot, flüssiger Schreibstil, aber leider ein paar langatmige Stellen. Der Anfang habe ich verschlungen - ok, auch weil ich einen freien Tag und somit viel Zeit zum Lesen hatte - aber auch, weil es mich gleich ins Geschehen zog und viele Fragen über die Vergangenheit aufwarf. Es galt ein Rätsel zu lösen. In der Mitte wurde es jedoch leider weniger temporeich, das Ende hingegen wieder besser.

Der Schreibstil ist sehr fliessend, zeichnet sich nicht sehr poetisch aus, aber sehr verständlich und unkompliziert. Es wird hauptsächlich auch der Sicht von Paul erzählt, sei es im Jetzt oder Damals. Wenige Kapitel werden aus der Sicht von Lucy geschrieben, eine Nebenfigur, die man später kennen lernt und keine unwichtige Rolle in dem ganzen Fall, von damals wie auch heute, spielt.

Im Allgemeinen konnte ich mich gut mit den Figuren identifizieren und miterleben, was und warum sie handelten wie berichtet. Motive, Beweggründe, Gefühle waren alle sehr autenthisch und ergaben ein Gesamtbild. Auch die Auflösung des Krimifalls war glaubwürdig und nicht - wie es manchmal passiert - an den Haaren herbeigezogen. Es ergab Sinn und keine grösseren Fragen wurden offen gelassen. Allerdings hat sich der Autor etwas in der Mitte verloren. Es spielt ein wenig Liebesgeschichte und Gedankenwelt mit in die Erzählung, was das Tempo rausnimmt, allerdings nicht wichtig für die Kriminalfälle ist und auch sonst für die Figurenentwicklung nicht wirklich wichtig scheint. Natürlich lernt man so die verschiedenen Figuren und Persönlichkeiten besser kennen, allerdings hatte ich hier eher das Gefühl, dass die Luft raus war.

Dies wurde aber mit dem Ende und der Auflösung wieder rumgerissen. Ein Plot-Twist und einige Verdrehungen später, wurde nicht nur der heutige, sondern auch der Fall von damals mehrheitlich gelöst und die ein oder andere Überraschung wartet auf den Leser. Kleinere Einzelheiten hatte ich zwar geahnt, ein grösseres Ereignis hat mich jedoch unerwartet getroffen.

Im Grossen und Ganzen war es ein guter durchschnittlicher Krimi-Roman, nicht der spannendste, nicht der rasanteste und nicht der blutigste. Aber man findet alles, was ein Krimi so braucht: mehr oder weniger sympathische Polizisten, ein Beteiligter oder mehrere, die privat Detektiv spielen, ein paar Opfer und einen Täter, ein paar falsche Fährten und ein paar Überraschungen, verschiedene Tatorte, unterschiedliche Zeitabschnitte, Indizien und falsche Informationen... Was hier besonders heraus sticht, fand ich, wie die einzelnen Beteiligten über die Jahre mit dem traurigen Ereignis und der Ungewissheit der fehlenden zwei Leichen umgehen. Was Eltern tun, um ihre eigenen Kinder zu schützen. Was Jugendliche tun, um sich und Freunde zu schützen. Was Berufsleute tun, um einen Fall zu gewinnen. Oder was ein Autor macht, um Leser zu gewinnen...




4 von 5 Lese-Echsen




Image result for harlan cobenHarlan Coben, geboren 1962 in Newark, New Jersey, schreibt hauptsächlich Thriller. Er hat Politikwissenschaft studiert und arbeitete zunächst in der Reisebranche. Coben ist der erste Autor, dem es gelang, mit dem Edgar Allan Poe Award, dem Shamus Award und dem Anthony Award die drei wichtigsten amerikanischen Krimipreise gleichzeitig zu gewinnen. Seine Bücher wurden in 33 Sprachen übersetzt und in mehr als einem halben Dutzend Länder Bestseller.
Er lebt mit seiner Frau Anne, einer Kinderärztin, und seinen vier Kindern in Ridgewood, New Jersey. 





30. Juli 2018

Isabel Beto - an den Ufern des goldenen Flusses

Autorin: Isabel Beto
Titel: An den Ufern des goldenen Flusses



Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499259777
Erschienen: 2012
Seiten: 544







1815: Ein Sturm tobt vor der Küste Venezuelas. Auf der Seuten Deern bangen Janna Sievers und ihr Verlobter Reinmar um ihr Leben. Ihr Ziel: die Stadt Angostura, wo sie mit einer Pferdezucht hr Glück machen wollen. Zu Hause in Hamburg hat Janna immer mit wohligem Schaudern von den Abenteuern des schiffbrüchigen Robinson Crusoe gelesen. Dass sie sein Schicksal einmal teilen würde, hätte sie nie gedacht - bis sie allein an der Küste des fremden Kontinents strandet. Sie ist auf die Hilfe des wortkargen Halb-Indios Arturo angewiesen, um nach Angostura zu gelangen. Dort hofft sie, Reinmar wiederzufinden. Doch Arturo hat sein eigenes Ziel: den Goldschatz eines sagenumwobenen Inkakönigs an den Quellen des Orinocos. Auf einer schicksalhaften Flussfahrt wird sich Jannas Leben für immer verändern....




Eine exotische Reise in den südamerikanischen Dschungel. Konservative deutsche Auswanderer treffen auf Halbwilde und Zwangszivilisierte, der Kulturenschock schlechthin, viel Abenteuer und am Horizont das Glitzern eines Goldschatzes.

Ich lese gerne solche Bücher. Auch wenn es sehr offensichtlich fiktive Romane sind und mit tatsächlicher Auswanderung nicht mehr viel gemeinsam hat - denn ganz ehrlich, heutzutage wird wohl kaum jemand von Deutschland mit dem Schiff über den Atlantik, um nach Venezuela mit Anstandsdame und Pferd reisen, um dort neues Land zu erobern und von einem verlorenen Inkaschatz zu träumen. Doch ich liebe die exotische Szenerie, das Schmöckern in Reise-Erlebnissen, die meist wilden und unerwartenden Geschehnisse solcher Abenteuer. Einfach um in eine andere Welt zu flüchten, in bunten Farben zu träumen und neue Kulturen zu entdecken. Auch die Cover dieser Bücher sind meist sehr farbenfroh und ziehen mich schon automatisch an.

Der Schreibstil ist angenehm und liest sich sehr leicht, trotz alter Begriffe und Gegenstände. Auch eingebaute Fremdwörter aus dem Spanischen, wegen Venezuela und so, sind gut verständlich oder in einem Glossar im Anhang näher erklärt. Ich musste das Glossar zwar kaum konsultieren, auch stört es mich persönlich, während der Lektüre wegen einem einzigen Wort bis zum Ende zu blättern, aber das ist meine eigene Meinung und Einstellung. Für andere ist es sicherlich hilfreich und zumindest sehr aufmerksam von der Autorin. Ihr Schreibstil ist auch sehr bildhaft, farbenfroh und detailliert, aber zum Glück nicht schwer. Das liegt sicher auch daran, dass die Autorin zuvor - und immer noch - malt und selbst Südamerika bereist hat und sich in die dortigen Farben verliebte. Man merkt, dass sie von eigenen Eindrücken schreibt, zum Beispiel beim Gesang eines bestimmten Vogels oder die Speisekarte von Eingeborenen. Sowas beschreibt man einfach authentischer, wenn man es selbst erfahren hat.

An den Ufern des goldenen Flusses ist leider ein leicht irreführender Titel. Denn obwohl es auch um das Gold eines Inkakönigs geht, dreht die Geschichte in der zweiten Hälfte ab und fokussiert sich hauptsächlich auf die Geschichte von Janna, Reinmar und Arturo. Dabei fand ich besonders die Hintergründe von Arturo interessant, wobei mir Reinmar immer unsympathischer wurde. Mit Janna konnte ich gut mitfühlen, auch wenn ich mich mit ihr nicht identifiziere und nicht immer jede Handlung verstand. An wenigen Stellen reagiert sie sehr stereotypisch, auch die anderen Figuren teilweise. Jedoch nie bis an den Punkt, dass es mich weiter störte. Auch ist dieser Roman nicht meiner erster von Isabel Beto und schon zuvor wusste sie, mich gut zu unterhalten und in fremde Länder zu entführen. Dieses Mal mochte ich vor allem der Anfang und das Ende, weil da auch am meisten passierte. Leider gab es in der Mitte einige Kapitel, die doch sehr langatmig wurden und die Geschichte eher bebilderte, aber nicht wirklich voran trieb. Das wäre wohl der einzige Negativ-Punkt, den ich anmerken möchte. Neben dem Fakt, dass es zum Schluss weniger um Gold, aber mehr um Bolivar und Krieg geht. Denn das Buch spielt zeitlich und örtlich in den Rahmenbedingungen echter historischer Geschehnisse, was die Autorin auch zum Ende des Buches anmerkt. Dies wiederum ist ein Pluspunkt, denn ich mag kleine Einblicke in die Historie eines Landes, auch wenn sonst die Geschichte der Protagonisten reine Fiktion ist.




4 von 5 Lese-Echsen



Isabel Beto studierte Kunst in Frankfurt am Main. 
Sie hat grosse Freude daran in ihre Geschichten und Bilder einzutauchen und auf diese Weise fremde Welten zu erkunden. Das Herz der Autorin schlägt für Südamerika. Die Farben des Landes haben sie schon immer begeistert.

Isabel Beto ist ein Pseudonym einer deutschen Autorin.