29. Dezember 2012

Mitch Albom - "die 5 Menschen, die dir im Himmel begegnen"

Autor: Mitch Albom
Titel: Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen


Verlag: Wilhelm Goldmann
ISBN: 978-3-442-46077-9
Erschienen: 2004
Seiten: 220


Inhalt:

An seinem 83. Geburtstag kommt Eddie bei einem Unfall ums Leben. Es scheint das tragische Ende eines unbedeutenden Daseins. Doch im Jenseits begegnet er fünf Menschen, die in seinem Leben eine entscheidende Rolle gespielt haben. Anhand ihrer Erzählungen offenbaren sie Eddie Zusammenhänge in seinem Schicksal, die ihm bislang verborgen waren. Sie lehren ihn, sich mit seinem Schicksal zu versöhnen, und zeigen ihm den verborgenen Sinn in einem nur scheinbar bedeutungslosen Sein.


Meine Meinung:

Niemand ist unbedeutend - das wird in diesem Roman so klar, wie wohl kaum in einer anderen Geschichte. Es gibt Menschen in unseren Leben, die wir offensichtlich schätzen und die unser Leben prägen. Aber es gibt auch viele Begegnungen, denen wir selbst nicht einmal grosse Bedeutung beimessen, obwohl sie möglicherweise unsere Zukunft entscheidend beeinflussen.

Mitch Albom schreibt eine Geschichte von einem Mann, der für die Wartung in einem Vergnügungspark am Meer verantwortlich ist und dieser "Ruby Pier" ist sein Schicksal: zum einen ist er wütend im Beruf seines Vaters zu versauern, zum anderen liebt er aber diesen Ort, wo er schon mit seiner grossen Liebe Zuckerwatte ass. Auf der einen Seite ist er wütend, weil er mit seinem kaputten Bein nach dem Krieg nicht mehr reisen kann und mehr aus seinem Leben macht. Auf der anderen Seite wird ihm im Jenseits jedoch klar, welche Rolle sein Bein und sein Beruf spielen und welche anderen Leben er damit beeinflusst.

Konnte er das Mädchen unter dem herabstürzenden Fahrgestelle retten? Kann er seinem Vater, auf welchen er sein Leben lang wütend war, verzeihen? Trifft er seine grosse Liebe nochmals? Und wer ist dieser blaue Mann und was hat dieser mit seinem Schicksal zu tun?

Der Schreibstil ist fliessend und nicht zu kompliziert, ist ja das Thema schon recht schwer. Es liest sich herrlich leicht, für die Tatsache, welche Gedanken man sich nach und während der Lektüre macht. Ein Buch, welches mehr wert ist als bloss eine Erzählung! Wir sollten uns schon während unserem Leben bewusst werden, welchen Einfluss unsere Entscheidungen und unser Handeln auf Mitmenschen hat (die wir möglicherweise nicht einmal kennen oder nur kurz treffen). Alles hängt zusammen!

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen






Autor:

Der erfolgreiche Journalist und Radiomoderator schreibt für die Detroit Free Press und unterstützt mit grossem Engagement gemeinnützige soziale Hilfsorganisationen. Mitch Albom wurde für seine Kolumne mehrfach ausgezeichnet. Mit seiner Frau Janine lebt er in Michigan. Er schrieb ausserdem "Diestags bei Morrie".

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25. Dezember 2012

Ernest Hemingway

Autor: Ernest Hemingway
Titel: Der alte Mann und das Meer


Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-22601-4
Erschienen: 1959
Seiten: 144


Inhalt:

84 Tage war der kubanische Fischer Santiago aufs Meer hinausgefahren, ohne einen Fang zu machen. Immer weiter wagte er sich in den Golf hinein. Als er schließlich einen riesigen Schwertfisch harpuniert, beginnt ein zwei Tage und zwei Nächte währender verzweifelter Kampf mit einem Rudel Haie, die den Fisch anfallen. «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben» - das Credo des alten Mannes deckt sich mit dem Hemingways.


Meine Meinung:

Erstens sollte meiner Meinung das Buch "der alte Mann und der (grosse) Fisch" heissen,, weil er mit dem Fisch wohl mehr kämpft als mit der See an sich. Im Gegenteil, das Meer wird recht nebensächlich behandelt, dient mehr als Kulisse, obwohl er (Hemmingway / der Fischer) das Meer auch als seine Geliebte bezeichnet. Ausserdem erinnert die Geschichte stark an "Moby Dick", welche nur wenige Jahre vorher erschien.

Der Fischer Santiago ist etwas brummig, ein Einzelgänger, obwohl ihm ein junger Freund immer wieder Gesellschaft leistet. Hinaus ins Meer fährt er jedoch alleine als er seinen Fang des Lebens an der Angel hat. Es beginnt ein ruhiger Kampf darum, wer zuerst ermüdet. Der Fisch zieht anfänglich das Boot noch weiter in die See, sodass der Fischer das Land nicht mehr sieht. Der Fischer hingegen lässt sich ziehen und fischt sich kleine Fische, um zu überleben. Tage und Nächte harrt er aus, bis der Fisch seine Kreise zieht und der Fischer Angelschnur gewinnt. Als der Fisch springt, wird dem Fischer erstmals bewusst, wie gross sein Fang überhaupt ist und ist überwältigt. Schlussendlich gewinnt er sogar den Kampf, hat jedoch das Problem, den Fisch in den Heimathafen zu bringen. Da der Fisch zu gross für's Schiff ist, bindet er ihn an dessen Seite fest, was wiederum Haie anlockt.
Der Kampf ist noch nicht vorüber, denn nun muss sich der Fischer gegen Haie wehren, um sein Leben zu bewahren und um seinen Fang nach Hause zu bringen. Wieder gewinnt er Kämpfe, doch bis er schlussendlich im Heimathafen ankommt, sind nur noch Teile seines Fisches angebunden und er selbst komplett erschöpft. Dennoch: Es war sein Fang seines Lebens!

Die Geschichte ist wohl die Bekannteste von Hemingway und obwohl der Inhalt bekannt ist, ist es lesenswert. Denn bei diesem Buch ist es nicht nur der Inhalt an sich, sondern alles was dahinter steckt, was zählt. Ausserdem ist es ein Klassiker mit vergleichsweise wenigen Seiten.

Diese Erzählung ist die letzte veröffentliche Geschichte Hemingways zu seinen Lebzeiten. Allerdings wurde sie erst stark kritisiert und viele rätselten, wer dieser Fischer und der Junge war, bzw. wer den Figuren als Vorbild diente. Auch wurde die Geschichte verfilmt und gewann später mehrere Auszeichnungen. Hemingway erhielt ausserdem den Nobelpreis für Literatur 1954.

Trailer zum Film:



Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 als Sohn eines Arztes in Illinois geboren. Nachdem er 1917 vorzeitig die High-School verliess, wurde er Reporter bei einer Lokalzeitung in Kansas City. 1918 ging er mit einer Kolonne des Roten Kreuzes an die italienische Front, wurde verwundet und kehrte nach Kriegsende 1919 in die Heimat zurück. In den 20er Jahren lebte er für einige Zeit in Paris im Kreise illustrer Künstlerpersönlichkeiten (u.a. James Joyce und F. Scott Fitzgerald).
Nach schwerer Krankheit schied der Schriftsteller am 2. Juli 1961 freiwillig aus dem Leben.

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16. Dezember 2012

Charlaine Harris - "Echte Morde"

Autor: Charlaine Harris
Titel: Echte Morde


Verlag: Feder&Schwert
ISBN: 978-3-86762-096-3
Erschienen: 2011
Seiten: 239


Inhalt:

Eine Mordserie nach dem Vorbild berühmter Tötungsdelikte erschüttert die kleine Gemeinde Lawrenceton im US-Bundesstaat Georgia. Die 28-jährige Hobbydetektivin Aurora Teagarden gehört dem Club "Echte Morde" an, einer Gruppe von Krimifans, die sich einmal im Monat trifft, um sicht mit berühmten oder ungelösten Verbrechen zu befassen. Doch als sie zu Beginn einer dieser Treffen die Leiche eines Clubmitglieds findet, das nach dem Vorbild ihres aktuellen Falls geötet wurde, gerät Roes Welt völlig aus den Fugen - im Guten wie im Schlechten.


Meine Meinung:

"Echte Morde" ist der erste Band von 8 aus der Reihe mit Aurora Teagarden, einer Bibliothekarin, die Kriminalfälle löst. Davon wurden bisher 3 Bände ins Deutsche übersetzt.

Da ich sehr viele verschiedene Genres lese und nicht nur ausschliesslich Krimis, scheinen diese Bände eine Serie toller "Krimis für zwischendurch" zu sein: vergleichsweise wenig Seite, dennoch unglaublich spannend. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 "Knochenerbe", den ich mir auf jeden Fall besorgen muss.

Die Geschichte um Aurora (kurz auch Roe genannt) verliert selten an Geschwindigkeit. Spätestens wenn der nächste Mord geschieht ist sie (und der Leser) wieder in heller Aufregung und möchte das Rätsel endlich lösen. Schliesslich läuft ein Mörder mit ziemlich kranken Hirn immer noch frei herum und keiner weiss, wen er sich als Nächstes aussucht. Obwohl ich diese Mordserie fast etwas zu viel empfand anfangs, passt es am Schluss doch alles hervorragend zusammen und schliesslich heisst der Titel ja auch schon im Plural "Morde".

Die Hauptfigur empfand ich als sehr realitätsnahe Person, mit der sich der Leser sehr gut identifizieren kann (falls man das bei einer Mordserie wirklich möchte). Abgesehen von einer Stelle, wo mich ihre Reaktion etwas irritierte, war Aurora eine sehr authentische Frau, wie es sie wohl überall geben kann. Auch die anderen Mitglieder des Krimiclubs und weitere Figuren (Nachbarn, Freunde, Eltern, Polizisten, etc.) sind gut gelungen, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten mit solch vielen Namen hatte. Dennoch kommt man sehr schnell hinein, meint die Gemeinde zu kennen und bekommt einen Überblick über alle Figuren, da jeder mal mehr mal weniger näher beschrieben ist und in Aktion tritt.

Der Schreibstil war sehr angenehm und wirkte kein bisschen künstlich auf mich, sodass ich mich voll ins Lesevergnügen stürzen konnte. Die Geschichte habe ich praktisch an einem Stück durchgelesen, weil's mich einfach immer wieder hineinsog. Inwiefern die "echten Morde", die als Vorbilder für die fiktiven Morde dieses Romans herhalten, ebenfalls real sind, habe ich nicht weiter recherchiert. Ich denke jedoch, dass die Möglichkeit sicher besteht, oder dass es zumindest schon ähnliche Fälle gegeben hat.

Sehr gefallen hat mir auch die Tatsache, dass der Leser nicht extra in eine falsche Richtung gelotst wird oder es fiel mir nicht als solches auf. Ich persönlich finde, dass dieses künstliche "den-Leser-auf-falsche-Fährten-schicken" leider die Atmosphäre zerstören kann und der Leser somit merkt, dass er auf den Holzweg gebracht werden soll, es aber genau deswegen nicht glaubt, was wiederum keine Spannung aufbaut. In diesem Roman hatte ich jedoch bis zum Schluss keine Ahnung, wer die Morde begeht.

"Knochenerbe" (Band 2) und wahrscheinlich auch "3 Zimmer, Leiche, Bad" (Band 3) werde ich mir besorgen müssen, denn von Aurora Teagarden les ich gerne mehr!

Fazit:



5 von 5 Lese-Echsen




Autorin:


Charlaine Harris, geboren 1951 in Tunica (Mississippi) ist auch die Autorin von der Sookie-Stackhouse-Romane (= Vorlage zur TV-Serie True Blood) und dominiert seit Jahren die Bestsellerlisten der New York Times. Sie lebt heute mit ihrem Mann und 3 Kindern in Magnolia (Arkansas).

Mehr auf: Charlaine Harris

12. Dezember 2012

Nicholas Sparks - "das Leuchten der Stille"

Autor: Nicholas Sparks
Titel: Das Leuchten der Stille


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40551-6
Erschienen: 2007
Seiten: 397


Inhalt:

Als John Tyree Savannah begegnet, weiss er, dass er die Frau seines Lebens gefunden hat. Zum ersten Mal hat er ein klares Ziel vor Augen: so schnell wie möglich seinen Militärdienst ableisten, zu dem er sich aus reiner Orientierungslosigkeit gemeldet hatte, und dann mit Savannah eine Familie gründen. Doch alles läuft anders als geplant. Die Anschläge vom 11. September erschüttern Amerika schwer, und auch John kann sich dem verstärkten Gefühl der Verantwortung nicht entziehen. Daher verlängert er seinen Vertrag noch einmal, um seinem Land zu dienen. Aber der Preis ist hoch. Wenig später erhält er einen Brief von Savannah: Sie will nicht mehr länger auf ihn warten - denn sie hat sich in einen anderen verliebt. Doch John kann sie nicht vergessen. Als er endlich heimkehrt, sucht er sie auf. Sie ist verheiratet, aber sie hat die Vergangenheit noch nicht ganz hinter sich gelassen. Darf John jetzt noch um sie kämpfen?


Meine Meinung:

Ein kitschiges Cover, ein kitschiger Titel, ein Seufzer...genau, Sparks.
Aber irgendwie hatte ich diesmal wieder richtig Lust auf eine romantische Geschichte. Etwas Gefühlsduselei tut gut zwischendurch.

Der Schreibstil von Nicholas liest sich wie immer flüssig. Er schafft es irgendwie über grosse Gefühle so natürlich zu schreiben, obwohl vielen von uns solche grossen Worte wahrscheinlich eher schwer über die Lippen wollen. Doch trotz grosser Romantik verliert er die Realität nicht aus den Augen. Denn trotz fiktiver Geschichte, kann man sich diese Erzählung auch gut im realen Leben vorstellen. Auch in diesem Buch gibt es ein Happy End, doch ist es nicht jenes, welches man erwartet...oder wünscht.

Leider waren einige Dinge sehr absehbar, was einfach immer etwas schade ist. Natürlich ist es kein Krimi, wo die Spannung automatisch die Hauptrolle spielt. Doch wenn zu viele Dinge vorhersehbar sind, verliere ich das Interesse daran. Abgesehen davon kann ich kaum etwas kritisieren bei diesem Roman. Wahrscheinlich habe ich noch zu wenig Nicholas Sparks Bücher gelesen und irgendwie werd ich auch nicht richtig warm mit ihm, doch schlecht unterhalten fühlte ich mich bisher nie.

Es ist eine scheinbar leichte Geschichte mit Herz, die jedoch viel tiefgründiger und aufwühlender wird, je weiter man liest. Die Charaktere um die Hauptfiguren erkranken, John's Einsätze im Irak oder es gibt andere Probleme, die die beiden nicht recht zusammen kommen lassen. Trotzdem verbindet sie die Vergangenheit, die Erinnerung an wunderbare Sommerwochen, die sie gemeinsam am Strand verbrachten. Dabei fand ich gerade die Nebenfiguren viel interessanter. Nicht wegen deren Krankheiten an sich, sondern wie Herr Sparks mit den Symptomen und Schicksalsschlägen umgegangen ist. Denn irgendwie behandelt er die Krankheiten zwar sehr oberflächlich, und gleichzeitig zeigt er dennoch die volle emotionale Belastung auf und wie ein solches Schicksal auch viele andere Leben mitbeeinflusst.

Unterm Strich erst ein durchschnittlicher Liebesroman, der sich in einen wunderbaren Sparks-Roman entwickelt. Der somit erst als leichte, emotionale Geschichte scheint, am Schluss jedoch doch mehr zum Denken anregt.

Fazit:

3, 5 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Nicholas Spars, 1965 in Nebraska geboren, lebt mit seiner Frau und den fünf Kindern in North Carolina. Mit seinen gefühlvollen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in 46 Ländern erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt.

Mehr auf: Nicholas Sparks

6. Dezember 2012

Bücher auf Reisen...per Zug

Hallo ihr Lieben!

Vor wenigen Tagen bin ich über einen Artikel vom Spiegel gestolpert, dessen Titel sofort meine volle Aufmerksamkeit hatte: "Mein Buch ist mein Schutzschild". Dabei geht es um den Blog von Ourit Ben-Haim, die in New York Metro-Passagiere mit Buch fotografiert und sich vorstellt: Wer ist wohl die Person hinter jenem Titel?

Auch ich bin im Zug immer mit Buch unterwegs. Jedoch hat Ourit mich noch nicht erwischt, aber in den USA sind die Personenschutzrechte auch lockerer als hier in Europa. Wer aber Bücherwürmer und Leseratten in der U-Bahn sehen möchte, schaut vorbei auf:

 Lesen unterwegs:  Ourit Ben-Haim ist fasziniert von Menschen, die sich beim...Underground New York Public Library (Blog)

oder liest den Artikel auf:
Mein Buch ist mein Schutzschild (Spiegel.de)









Ein anderer Zug fährt von Bern, der Schweizer Hauptstadt, nach Lissabon, Portugal's Hauptstadt. Die Verfilmung eines meiner liebsten Bücher: "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier.
Dabei wird der Lateinlehrer Raimund Gregorius von Jeremy Irons gespielt und auch Christopher Lee ist darin zu sehen. Das Buch eines Schweizer Autors wird auch von einer Schweizer Produktionsfirma gedreht: C-Films.Mehr findet ihr auf: Zeitungsartikel über Verfilmung

Der Film soll im Frühjahr 2013 ins Kino kommen und ich als genauso Portugal-Fan wie ich Leseratte bin, muss diesen Film nur schon für die Landschaftsaufnahmen sehen.

Um auch bei euch die Vorfreude zu kitzeln: der Trailer


5. Dezember 2012

Cornelia Funke - "Tintenblut"

Autor: Cornelia Funke
Titel: Tintenblut


Verlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-0467-4
Erschienen: 2005
Seiten: 708


Inhalt:

Meggie las zum hundersten Mal den Abschiedsbrief an ihre Eltern:

Liebster Mo! Liebe Resa!
Bitte macht euch keine Sorgen. Farid muss Staubfinger finden, um ihn vor Basta zu warnen, und ich gehe mit ih. Ich will gar nicht lange bleiben, ich will nur den Weglosen Wald sehen und den Speckfürsten, den Schönen Cosimo und vielleicht noch den Schwarzen Prinzen und seinen Bären. Ich will die Feen wiedersehen und die Glasmänner - und Fenoglio. Er wird mich zurückschreiben. Ihr wisst, dass er es kann. Macht euch keine Sorgen. Capricorn ist ja nicht mehr dort.
Bis bald, ich küsse euch tausendmal, Meggie.


Meine Meinung:

Selten (oder nie?) hat mir ein zweiter Teil besser gefallen als der erste Teil! Im zweiten Band taucht Cornelia Funke mit dem Leser und ihre Figuren in die Tintenwelt ab - hinaus aus unserem Alltag, hinein ihn die Fantasiewelt. Fenoglio hat sich dort schon eingelebt und wir werden es ihm gleichtun.

Es braucht viel Kreativität, um eine solch bunte, gemischte Welt zu erschaffen. Leider habe ich erst spät gemerkt, dass hinten im Buch noch eine Karte der Tintenwelt ist, damit man den Weglosen Wald, Ombra, die Nachtburg, die Mäusemühle und die verschiedenen Verstecke der Spielleute findet. Aber auch ohne Karte gelingt es die Tintenwelt zumindest in Gedanken auferstehen zu lassen, denn wie schon im ersten Teil kennt die Autorin die Kunst der Beschreibung: nicht zu viel "Blabla", aber genug Details für die Vorstellungskraft.

Mo spielt nur noch indirekt eine wichtige Rolle, Hauptakteure sind diesmal besonders Meggie, Farid und Staubfinger. Dazu kommen Fenoglio und viele neue Freunde und Feinde. Die einen mochte ich davon sehr, andere weniger, wobei dies nicht einfach in Gut und Böse einzuteilen ist. Manchmal darf man ja auch Sympathien haben für einen Bösewicht, wenn dieser gut geschrieben ist, oder? Seit ich den Film gesehen habe und somit ein Gesicht von Staubfinger, wurde dessen Figur noch viel lebendiger und ich konnte mir sogar jedes Stirnrunzeln bei ihm vorstellen. Am wenigsten sagte mir der Schöne Cosimo zu, obwohl er eher zu den Guten gehören müsste.

Auch auffällig im zweiten Teil: der Schluss. Den ersten Band konnte man noch gut als eigenständiges Buch lesen. Beim zweiten Band ists klar, dass noch ein Dritter kommt und die Geschichte eindeutig noch nicht zu Ende ist. Auch wird man den zweiten Teil kaum verstehen, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Ich denke, dies wird uach der Fall im nächsten Buch sein. Doch bin ich schon gespannt, welche Figuren da auf mich warten, welche Kreaturen sich im Wald verstecken, welche Burg und welcher Fürst gewinnt und was mit den Hauptakteuren passiert. Bleibt die Familie um Mo, Meggie und Resa in der Tintenwelt? Da gibt es nur eine Möglichkeit: weiter lesen.

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Cornelia Funke, geboren am 10. Dezember 1958 in Dorsten, Nordrhein-Westfalen, ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, deren phantastische Romane international erfolgreich sind und mit einer Gesamtauflage von 20 Millionen Bücher in 37 Sprachen übersetzt wurden. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "der Herr der Diebe".

Mehr auf: Cornelia Funke

21. November 2012

Lucy Clarke - "Die Landkarte der Liebe"

Autor: Lucy Clarke
Titel: Die Landkarte der Liebe

Verlag: Piper
ISBN:978-3-492-30085-8
Erschienen: 2012
Seiten: 351


Inhalt:

Zwei Schwestern, ein geheimes Tagebuch - und eine Reise ins Innerste des Herzens


Mitten in der Nacht erreicht Katie in London die schreckliche Nachricht: Ihre jüngere Schwester Mia ist in Bali von einer Klippe gestürzt - und alles deutet auf Selbstmord hin. Obwohl Mia vor ihrer Abreise seltsam distanziert und abwerisend war, sträubt sich allen in Katie gegen diesen Verdacht. Und so folgt sie dem Ruf ihrer inneren Stimme - und den Stationen von Mias Reise um die Welt: Katie fliegt nach Sach Francisco, Maui, Australien und schliesslich nach Bali. Begleitet wird sie nur von Mias Reisetagebuch. Ihm vertraute sie ihre Erlebnisse und intimsten Geheimnisse an, ihm verriet sei, wonach sie auf der Suche war. Seite für Seite, Zeile für Zeile lernt Katie ihre Schwester endlich wirklich kennen. Und löst am Ende auch das Rätsel um ihren dramatischen Tod...


Meine Meinung:

Solche Bücher sind der Grund, warum ich so gerne lese. Solche Bücher nehmen einen mit auf Reise um die Welt, auf Reisen in sein Innerstes, auf fremde Reisen, die zu eignen Reisen werden...
Der Titel weckt die Erwartungen einer klebrigen Liebesgeschichte, doch seine wahre Bedeutung findet man nur, wenn man die Geschichte um die zwei Schwestern liest. Ausserdem heisst der Roman im Original "Seashorses", also Seepferdchen (= Spitzname der Schwestern als sie Kinder waren), was ich viel treffender und weniger irreführend finde.

Ein solch gefühlvoller Roman, der wider Erwarten weder kitschig noch schnulzig wirkt, sondern alle möglichen dem Menschen bekannten Gefühle mit sich bringt. Kräftige Emotionen reissen den Leser mit, jagen Katie und Mia und deren Erinnerungen und Gedanken um den Globus. Gefühle von Trauer, Wut und Enttäuschung. Verblüffung, Erschrecken und Schuld. Aber auch Liebe, Freude und himmelhochjauchzende Glücklichkeit. Das Wunderbare der Erde, von Freunden und besonderen Menschen in unserem Leben, die allem erst überhaupt einen Sinn geben.
Dieser Roman hat mich mitgenommen auf eine Reise, die ncith meine war, die mich aber dermassen berührte als hätte ich jede Sekunde mit jeder darin vorhandenen Person mitgelacht, mitgelitten, ihre Abenteuer miterlebt, den bitteren Stich falscher Hoffnungen gespürt und mit einem letzten Glitzern in den Augen mich nach einem Happy End gesehnt.

Nicht nur die Schwestern, sondern auch ihre Weggefährten (besonders Finn) sind mir ans Herz gewachsen und ein steht fest: so schnell werde ich diese Geschichte nicht vergessen!

Obwohl die Autorin in der Vergangenheitsform und nicht aus der Ich-Perspektive schreibt (abgesehen von einigen Gedanken und den Tagebucheinträgen), lässt sie mit ihren Worten die ganze farbenfrohe Welt auferstehen. Der Verlust eines Menschen ist traurig, besonders wenn dieser so jung war, und dann auch noch Selbstmord. Dass ein Ende aber auch ein Anfang bedeuten kann, zeigt die Autorin auf sehr gefühlvolle Art. Sie bringt Gefühle als Thema, die man sich nicht so einfach selbst eingesteht, doch genau deswegen sprüht dieser Roman nur so von Leben.

Das einzige Kriterium - aber wirklich das Einzigste - sind einige Parallelen bei den Figuren und Situationen, welche die Handlung zwar verstärken, aber doch etwas zu viel waren. Parallelen und Wiederholungen sind im Leben möglich, doch zu viele Zufälle verraten den Roman. Ich empfand es als sehr schade, doch verzeihbar, denn der Roman hat trotzdem Bestnoten verdient.

Fazit:

5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Lucy Clarke studierte Englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt. "Die Landkarte der Liebe" ist ihr erster Roman. Derzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Buch.

Mehr auf: Lucy Clarke - Youtube

18. November 2012

David Safier - "Happy Family"

Autor: David Safier
Titel: Happy Family

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25272-3
Erschienen: 2011
Seiten: 315



Inhalt:

Eine verflucht nette Familie

Familie Wünschmann ist nicht happy. Mama Emmas Buchladen geht pleite, Papa Frank ist völlig überarbeitet, die pubertierende Fee bleibt sitzen, und Sohnemann Max wird von dem Mädchen, das er liebt, ins Schulklo getunkt. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns nach einem Kostümfest auch noch von einer Hexe verzaubert: Plötzlich sind sie Vampir, Frankensteins Monster, Mumie und Werwolf.

Gemeinsam jagen die frischgebackenen Monster um den halben Erdball, der Hexe hinterher, damit diese den Fluch wieder rückgängig macht. Dabei treffen sie auf jede Menge echte Ungeheuer: Vampire, Riesenechsen und schwäbische Pauschaltouristen. Sogar auf Dracula höchstpersönlich, der mit seinem unwiderstehlichen Charme Mama Emma verführen will. Tja, niemand hat behauptet, dass es einfach ist, als Familie das Glück zu finden.


Meine Meinung:

Die Fantasie dieses Mannes hat einfach keine Grenzen! David Safier ist mittlerweilen bekannt und geliebt für seine schrulligen, lustigen und oft auch mit Sarkasmus gepfefferten Romane, deren Hauptfigur am Schluss immer etwas Wichtiges, Wahres im und fürs Leben lernt. Auch mich ziehen die gelben Covers immer wieder von Neuem an...

Diesmal beschränkt er sich nicht nur auf eine Heldin, sondern auf eine ganze chaotische Helden-Familie, die mit ziemlich unwahrscheinlichem, aber urkomischem Schicksal zu kämpfen haben. Die Hexe Baba Yaga verwandelt sie nämlich in Monster. Dass sie dabei auf Dracula und andere Monster stossen, ist ja wohl ein Muss. Doch Safiers Fantasie brennt wohl in diesem Roman komplett mit ihm durch: eine Prügelei in Madame Tussauds, ein schräger 3000 Jahre alter Pharao, ein aus Lehm entstandener Junge, ein sprechender Gorilla...die Liste ist lang.

Mich überrascht immer wieder, wieso der Herr Autor so gerne (und so gut) aus Sicht von Frauen schreibt. Dabei bedient er sich zwar an vielen Klischees, aber er vermag sie so witzig verpacken, dass mich das nicht einmal stört und es sogar Momente gibt, in denen ich mich ertappt fühle. Dass er auch aus Männersicht schreiben kann, beweist er hier sehr gut, da er aus allen möglichen Sichten schreibt: als Mama Emma, als Tochter Fee, als Sohn Max, als Frankenstein, als Baba Yaga, als Dracula und als Cheyenne (einer weiteren Weggefährtin der Familie)...

Aufgefallen bei diesem Roman ist mir besonders die Aktualität. Soll heissen: die vielen Referenzen zu unserer heutigen Zeit. So kommen Ausdrücke wie "Bin ich im Dschungelcamp? Holt mich hier raus!" vor, wie auch andere bekannte Namen (Jamie Oliver, Stephanie Meyer, Haribo...). Dies wurde mir persönllich fast zu viel, obwohl es sich immer noch sehr flüssig liest und ich alles kannte. Dennoch setzt es ein gewisses Weltwissen voraus, welches eventuell den Witz ins Stocken bringen könnte.

Im Grossen und Ganzen war's nicht mein liebster Safier, aber bei Weitem auch nicht der Schlechteste und somit sehr empfehlenswert.

Anmerkung: in meiner Ausgabe hat es hinten im Buch noch die ersten Kapitel von "Muh!", seinem neusten Roman, den ich mir wohl auch noch zulegen muss.

Fazit:

4 von 5 Lese-Echsen




Autor:

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Außerdem arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie "Berlin, Berlin" gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy (den amerikanischen Fernseh-Oscar). David Safier lebt in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Mehr auf: David Safier

11. November 2012

Schmuck für Büchernarren

Ich hab mich verliebt <3
Ja, genau...in ein Buch. Aber ich war nicht in einem Buchladen und auch auf keinem Flohmarkt, ich schwör's. Aber online findet man leider ziemlich viele schöne Dinge...

Gestolpert bin ich auf die Seite Etsy.com, wo sich für Vintage-Fans, Schmuckliebhaber, Retrosammler und allerlei ein Haufen hübsche Sachen finden. In meiner Verliebtheit vergass ich die Zeit und stöberte sehr sehr lange auf der Seite (man kann dort aber auch endlos lange "weiter" klicken oder nach neuen Anbietern, Unterthemen und Stichworten suchen!). Um es euch etwas leichter zu machen, verlink ich euch hier gleich die Suchergebnisse für Büchernarren-Schmuck:

etsy.com -> Schmuck für Bücherfans

Man findet dort wunderschöne Ketten-Anhänger, Ringe, Ohrringe und Armbänder für kleine und grosse Preise. Aufpassen sollte man wahrschienlich beim Herkunftsland (etsy ist eine Plattform für viele Anbieter von der ganzen Welt und ich weiss im Moment selber nicht wie und von wo bestellte Ware von unterschiedlichen Anbietern geliefert werden.) Schaut auch auf Lieferkosten (Für Verschiffung und aus Spargründen sind ja Sammelbestellungen mit Freunden möglich, weil ich mir kaum jemanden vorstellen kann, der wirklich gar nichts auf dieser Seite findet).

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, zeig ich euch hier einige meiner Favoriten:

<---Ein Uhr-Anhänger mit einem Zitat von Frank Zappa: "So many Books, so little Time." Das Stück gibt es in verschiedenen Versionen, wenige cm gross, Kette kann man dazubestellen.

Wunderschöner Armreif, auch in verschiedenen Versionen erhältlich.
Mit Zitaten oder Buchausschnitten von Emily Bronte und anderen berühmten Autoren.  -->


<---Ein Mini-Lederbüchlein mit 28 weissen Seiten als Kettenanhänger!
Relativ klein, aber genug gross für Lieblingszitate, Nummern oder liebe Worte... Aber auch leer ein hübscher Hingucker.


Oder der Anhänger in Form eines Bücherregals? Erhältlich in Weiss oder Dunkelbraun, sieht etwas selbstgebastelt aus, aber eine witzige Idee, finde ich. -->


<--- Bücher kann man sich aber auch an die Ohren hängen.
In vielen Farben oder mit Kartenmotiv. Ebenfalls mit leeren Seiten. Andere Ohrringe, die man nicht öffnen kann, aus z.B. Silber findet man auch viele.


Eine gute Tasse Tee darf zum guten Buch natürlich auch nicht fehlen. Es gibt aus verschiedenen Materialien Teekanne und Tassen als Kettenanhänger oder auch als Ohrringe. Auch für Kaffee-Fans findet sich einiges (u.a. auch Kaffeebohnen als Ohrringe oder Starbucks-anhänger). -->

<--- Ebenfalls sehr hübsch sind die Bettelarmbänder.
Manchmal sind die Anhänger Teil des Armbands, manchmal hängen sie "nur" daran. Es gibt sie nach Themen geordnet (Harry-Potter-Bücher) oder nach Farben oder sogar personnalisierbar mit Initialen...


Oder man steckt sich ein Buch oder auch zwei an den Finger... sogar mit leeren Seiten, wenn auch in diesem Fall nicht viel Platz für viele Wörter bleibt. -->



Und zu guter Letzt gibt es unzählbar viele "Scrabble-Anhänger" mit Sprüchen, Zitaten oder Bildern, betreffend so ziemlich alles.
Hier einige Beispiele für Bücherfreunde:

 
 

Cornelia Funke - "Tintenherz"

Autor: Cornelia Funke
Titel: Tintenherz

Verlag: Cecilie Dressler
ISBN: 978-3-7915-0465-0
Erschienen: 2003
Seiten: 566


Inhalt:

In einer stürmischen Nacht taucht bei Meggie und ihrem Vater Mo ein seltsamer Gast auf. Er warnt die beiden vor einem Mann names Capricorn. Am nächsten Morgen reisen Mo und Meggie überstürzt zu Tante Elinor. Diese verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, das an der ganzen Aufregung schuld ist. Meggie hat es vor Jahren schon einmal gelesen. Doch jetzt wird es zum Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie in große Gefahr gerät.


Meine Meinung:

Lange, lange...war diese Trilogie auf meinem SUB, zählte immer zu den "Muss-man-gelesen-haben" Klassikern, wunderschöne Cover und doch...aber nun habe ich endlich den ersten Band gelesen und sie hatte Recht: "Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz." (S. 16)

Der Schreibstil gefiel mir von Anfang an, denn er passt einfach zu genau in diese Geschichte: verträumt und detailliert, würzig und spannend und doch nicht zu kompliziert (ist ja ein Jugendbuch). Die Autorin hat einen grossen Schatz an Wörter, die sie einzusetzen weiss, um Meggie, Mo, Staubfinger, Capricorn und all ihre Freunde zum Leben zu erwecken.

In der Mitte allerdings hatte ich kurz das Gefühl, dass es doch etwas in die Länge gezogen wird. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich immer nur Zeit hatte für 20 Seiten am Stück zu lesen und diese künstlichen Unterbrechungen wirkten somit "verlängernd". Oder die Tatsache, dass ich den Film vor dem Buch schon kannte und somit eigentlich auch schon das Ende. Mich freute es jedesmal, wenn mir eine Szene auffiel, die im Film nicht vorkommt oder verändert wurde. Einige Stellen gefallen mir im Buch viel besser, bei anderen verstehe ich die Veränderungen aufgrund der Machbarkeit des Filmes. Ich finde Brendan Fraser herrlich als Mo und auch Staubfinger ist hervoragend gewählt. Allerdings wurde mir bei der Lektüre bewusst, dass ich mich nicht an Elinor im Film erinnern konnte. Mir scheint sie spielt im Buch eine einiges wichtigere Person als im Film. Allerdings überrascht es nicht, dass ein Buch intensiver erlebt wird als der Film, oder?

Auf jeden Fall freue ich mich auf den zweiten Teil, den ich völlig unvoreingenommen "verdauen" darf. Nun will ich wissen, wo Basta und die Elster abgeblieben sind. Wohin verschlug es Staubfinger? Was passiert mit all den Feen und Kobolden in Capricorns alten Dorf?
Das Buch ist an sich abgeschlossen und trotzdem bietet es noch Fragen, die eine Fortsetzung fordern. Ich bin aber glücklich, dass es sich nicht um einen so offensichtlichen Cliff Hanger handelt. Das mag ich nur bei wenigen Büchern.

Bewiesen hat die Autorin aber sicherlich eins: sie hat unglaublich viel Fantasie und ist sehr begabt, uns all diese Fantasiewesen und Welten näher zu bringen.

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Cornelia Funke, geboren am 10. Dezember 1958 in Dorsten, Nordrhein-Westfalen, ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, deren phantastische Romane international erfolgreich sind und mit einer Gesamtauflage von 20 Millionen Bücher in 37 Sprachen übersetzt wurden. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "der Herr der Diebe".

Mehr auf: Cornelia Funke


29. Oktober 2012

Lesung mit Carlos Ruiz Zafón

Wie habe ich mich auf diesen Abend gefreut !
Einer meiner absoluten Lieblingsautoren kommt in die Schweiz, um seinen neusten Roman vorzustellen, der vor Kurzem in Deutsch erschien: "der Gefangen des Himmels" (Fischer Verlag)

 

Ein eisiger Wind peitscht durch die Strassen, der erste Schnee des Jahres gefriert zu Eis und macht es den Autofahrern nicht gerade leicht. Es ist Sonntag-Abend und bei diesem Wetter bleibt jeder daheim, der ein warmes Plätzchen daheim hat. Ausser: Carlos Ruiz Zafón liest in Zürich!

So nahm auch ich an diesem unwirtlichen Abend den Zug und ich kann euch sagen: auf dem Heimweg war mir nicht mehr kalt, denn ich trug ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht.

Durch den Abend führte u.a. Res Strehle, Co-Chefredakteur des Tagesanzeigers (Schweizer Zeitung), der ihm Fragen über sein Buch, über das Schreiben und über Musik stellte.
So erzählte Zafón, dass er oft gefragt wird, was ihn beim Schreiben beeinflussen würde und woher er immer all diese Ideen hätte. Er zähle jedoch nicht zu den Berufsschriftstellern, die auf Inspiration warten oder die einfach drauflos schreiben und gut in Improvisationen sind. Er mache sich immer erst einen Plan, kreiert die Geschichte, denkt sich Figuren aus und erst dann beginnt er alles aufzuschreiben, was im schon im Kopf herumgeistert. Beeinflusst wird er sehr stark von Musik - denn der Autor Zafón kann nicht nur mit Worten bezaubern, sondern auch auf dem Klavier !
So setzt er sich gerne hin und schafft eigene Kompositionen zu Charakteren oder Situationen aus seinen Büchern. (Viele Klavierstücke von ihm kann man übrigens kostenlos von der Verlagsseite herunterladen. *Klick hier*)

 Er erzählte ausserdem von seinem Erfolg in der Werbebranche, bevor er sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, was er schon immer wollte (das wusste er schon mit 4 Jahren! "Doch es ist eben nicht leicht mit diesem Hobby den Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Schild mit *Novelist* an der Tür, reicht da nicht").

Sebastian Arenas las dazu einige Kapitel in Deutsch, Zafón selbst las ein Kapitel in Spanisch (Meine Güte war das schnell!). Ausserdem spielte Zafón 3 Stücke live auf dem schwarzen Piano.
Ich hätte ihm noch viel länger zuhören können, aber irgendwann ist eben Schluss...
Als schönsten Andenken reihte ich mich in die Schlange ein, um mein Buch signiert zu bekommen und in mein "Schatten des Windes" schrieb er auf meinen Wunsch sogar eine persönliche Widmung! Für das Sahnehäubchen und die Kirsche oben auf durfte ein Foto mit ihm auch nicht fehlen und so nahm ich den kalten Heimweg locker in Angriff. Denn nun hab ich nicht nur meinen Lieblingsautor persönlich getroffen, sondern einen neuen Lieblingsmusiker "gefunden" dazu...



Eine Kurzgeschichte aus Zafón's Feder: Die Feuerrose
Ein Interview mit ihm findet ihr auf: Tagesspiegel.de

Meine signierten Bücher:
In mein "Schatten des Windes" schrieb er: por Ramona, que empezó a querer en estas páginas...was soviel bedeutet wie: für Ramona, die auf diesen Seiten begann (es) zu mögen.
Da es mein erstes Buch von ihm war, welches ich damals eher zufällig kaufte, mich aber ab da in sein Werk verliebte, habe ich ihn gefragt, ob er mir sowas wie "Beginn einer Liebe" auf Spanisch hineinschreibt...tja, und das kam dabei raus =)

Carlos Ruiz Zafón - "der Gefangene des Himmels"

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Der Gefangene des Himmels


Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-10-095402-2
Erschienen: 2012
Seiten: 403


Inhalt:

Barcelona, Weihnachten 1957.

Ein Fremder betritt die Buchhandlung Sempere & Söhne. Er ersteht das teuerste Buch im Laden, eine Ausgabe des "Grafen von Monte Christo", und widmet sie Fermín, über den er mehr zu wissen scheint, als gut ist. Für Fermín und Daniel Sempere, den Helden aus "Der Schatten des Windes", ist es der Auftakt einer dramatischen Geschichte von Verfolgung und Heimsuchung, die sie an schmerzliche Punkte der Vergangenheit führen und ihr ganzes Glück bedrohen wird. Fermín muss sich seiner dunkelsten Zeit stellen und ein anderer werden, um schliesslich ganz er selbst zu sein.


Meine Meinung:

Und wieder einmal ist es Herrn Zafón gelungen, sein Leserpublikum zu begeistern und sicher den ein oder anderen neuen Leser zu gewinnen.

Der dritte Teil (zusammen mit "der Schatten des Windes" und "das Spiel des Engels") erzählt die Geschichte von Fermín, der in den anderen Bücher nur am Rande erscheint und den ich ehrlich gesagt schon vergas. Nicht jedoch Daniel, der Held, der mir von Anfang an sympathisch war und der in "Schatten des Windes" noch als Kind mit seinem Vater den Friedhof der vergessenen Bücher zum ersten Mal betrat. Sein Vater, wie auch andere Figuren (Julián Carax, David Martin, Corelli, Isaac, Isabella...) kommen mehr oder weniger wieder vor und spielen eine kleine oder ein grosse Rolle in der Geschichte von Fermín.
Bei diesem Buch ist mir auch das erste Mal richtig aufgefallen, dass man die anderen Bücher gelesen haben sollte. Sie sind zwar alle einzeln lesbar und man kann sie unabhängig voneinander lesen. Doch besonders beim "Gefangenen des Himmels" sind es nicht nur mehr leere Andeutungen, sondern die tiefe Bedeutung und Vernetzung von Schicksalen und die Kraft dieses von Zafón aufgebaute Netzwerk funktioniert und beeindruckt nur vollständig, wenn man die vorherigen Bücher schon kennt. Ausserdem folgt noch ein viertes Buch mit Daniel und seinen Freunden (und "Feinden"), denn diese Reihe ist bildet ein Quartett.

Der unglaublich malerische Schreibstil von Zafón, die schönen Kleinigkeiten in den Strassen Barcelonas und die Charaktereigenschaften der Figuren sind wahrlich wieder aus der Feder eines Könners, der mit einfachen Worten eine unvergleichliche Atmosphäre schafft, die zum Träumen einlädt.

Auch aufgefallen ist mir, dass es bei diesem Buch sich eindeutig nicht mehr um einen Jugendroman handelt. Denn das Gefängnis von Montjuich ist nicht nur Schauplatz während ziemlich vielen Kapiteln, sondern beherbergt noch die ein oder andere Geschichte, die wohl nicht mehr hier Platz fanden. Die detailgetreuen Beschreibungen, die ich normalerweise so liebe, sind in diesem Fall nicht mehr immer nur schön, sondern können auch ziemlich hässlich werden. Doch das Leben hat nicht nur eine goldene Seite - und zu Zeiten von Bürgerkrieg sowieso nicht.

Da ich diesem Autor sowieso schon längst verfallen bin, erstaunt es wirklich nicht, dass mich dieser Roman überzeugt hat und in meine Lieblingsgalerie darf. Aber auch für Neuleser von Zafón (die soll's anscheinend immer noch geben!) ist es ein repräsentatives Beispiel für seine Schreibkunst (obwohl es inhaltlich vielleicht nicht das Beste ist, um mit Zafón zu beginnen).

Fazit:

5 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und wuchs dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarrià (Col·legi de Sant Ignasi). Sie hat ihren Sitz in einem in der Stadt gelegenen gotischen Schloss aus rotem Backstein, mit Türmen und geheimen Gängen, die nach seiner Aussage seine Phantasie und die Lust auf das Geschichtenerzählen angeregt haben. Er war zuerst in Barcelona in einer Werbeagentur tätig, ging 1994 nach Los Angeles und konzentrierte sich völlig auf das Schreiben. Neben seiner Arbeit an Romanen ist er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig.

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PS: Natürlich bin ich überglücklich, dieses Buch mit Signatur zu haben!