15. Januar 2012

Carlos Ruiz Zafón - "Mitternachtspalast"

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Mitternachtspalast

Verlag: S.Fischer
ISBN: 978-3-8414-4002-0
Erschienen: 2010
Seiten: 393

Klappentext:

Die Bande des Bluts sind stärker als der Tod.

Für Ben und seine Freunde geht das letzte Schuljahr zu Ende. Bald werden sie das Waisenhaus in Kalkutta verlassen und aufbrechen in die Welt, mit mehr oder weniger grossen Träumen. Bei der Abschiedsfeier lernt Ben das Mädchen Sheere kennen, und die Freunde nehmen sie spontan in ihren Geheimclub auf. Aber Sheere wird nicht bleiben können; ihre Grossmutter ist mit ihr auf der Flucht von einer rätselhaften Bedrohung. Doch dann geschieht ein schreckliches Unglück, bei dem der Direktor des Waisenhauses schwer verletzt wird. Sein letzter Gast war der mysteriöse Jawahal, der vor Jahren beim Brand des Bahnhofs Jheeter's Gate eine ungeklärte Rolle spielte. Damals starben Hunderte Kinder eingepfercht in einem Zug. Dass Jawahal nun wieder auftaucht, kann kein Zufall sein - Ben und Sheere schweben in Lebensgefahr. Aber mit wem sie es wirklich zu tun haben, das ahnen sie nicht...

Meine Meinung:

Nun ist die Trilogie komplett und ich habe alle "Nebel-Romane" von C.R.Zafón gelesen. Nun kann ich auch sagen, dass der Mitternachtspalast der mit Abstand fantasievollste und exotischste von den Dreien ist - und das nicht nur, weil er in Kalkutta spielt. Zafón steigert sich ins Unermessliche und das Buch sprüht regelrecht vor fantastischen Einfällen. Die Ereignisse tragen dich rasant von Kapitel zu Kapitel, bis selbst der Autor nicht mehr weiss, wie er all die Rätsel auflösen soll. So kam es mir zumindest vor, als sich die Erklärungen am Ende, die die Gründe und all das Mystische einigermassen vernetzen sollen, etwas flach ausfällt. Dennoch ist das Ende ein grosser Knall und schön gemacht. Bloss wirkt es im Vergleich zum Aufbau dieser Geheimnisse eher als käme der Autor in Erklärungsnot und hat die ganze Fantasie davor verpufft und bringt jetzt das Alles auch nicht mehr auf einen "logischen" Punkt.

Das schillerste in diesem Buch ist wie immer sein Schreibstil, mit der er imposante Bilder malt. Besonders anfangs merkt man, dass es ursprünglich ein Jugendbuch war bzw. ist. Lässt man sich aber auf die Geschichte von Ben und Sheere ein, vergisst man dies schnell und ist hin- und mitgerissen.

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und wuchs dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarrià (Col·legi de Sant Ignasi). Sie hat ihren Sitz in einem in der Stadt gelegenen gotischen Schloss aus rotem Backstein, mit Türmen und geheimen Gängen, die nach seiner Aussage seine Phantasie und die Lust auf das Geschichtenerzählen angeregt haben. Er war zuerst in Barcelona in einer Werbeagentur tätig, ging 1994 nach Los Angeles und konzentrierte sich völlig auf das Schreiben. Neben seiner Arbeit an Romanen ist er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig.

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