18. Januar 2012

Hernán Huarache Mamani - "die Lichtfrau"

Autor: Hernán Huarache Mamani
Titel: die Lichtfrau

Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-73863-2
Erschienen: 2009
Seiten: 287


Inhalt:

Trotz seiner fünfundsechzig Jahre ist der beruflich äusserst erfolgreiche Ingenieur Javier Frisancho voller Zukunftspläne. Doch kurz vor siener Pensionierung fällt er durch einen Verkehrsunfall in ein wochenlanges Koma, aus dem er nur dank seines ungeheuren Überlebenswillen erwacht. Als er sich endlich genesen glaubt, eröffnen ihm die Ärzte, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Doch durch seine Koma-Erfahrung fühlt sich Javier darin bestärkt, nach einem Ausweg aus seinem scheinbar unvermeidlichen Schicksal zu suchen. Er besinnt sich auf einen Jugendfreund, den Indio Celestino Ayma, der ihm einst von Winãy Marka, der Stadt der Unsterblichen, erzählte. Laut einer alten peruanischen Legende befindet sie sich unter dem Titicacasee und birgt in ihrem Zentrum eine Quelle, deren Wasser alle Krankheiten heilt. Zusammen mit Celestino und dessen Sohn begibt sich Javier auf eine abenteuerliche Expedition in die Höhlenwelt der Anden. Und was Javier nach langer Suche in den geheimnisvollen unterirdischen Gängen schliesslich dort findet, übersteigt selbst seine kühnsten Erwartungen...

Meine Meinung:

Ich als Liebhaber von allem, was mit den Inkas oder Mayas, bzw. Peru, Mexiko oder auch anderen Lateinamerikanischen Ländern zu tun hat, musste dieses Buch einfach lesen. Erkenntnis: der Titel hat üüüüüüberhaupt nix mit dem Buch zu tun, oder nur sehr wenig.

Der Schreibstil gefällt mir sehr gut, ist weder zu einfach, noch irgendwie anstrengend. Auch die Geschichte an sich unterhielt mich gut und wurde selten langweilig. Aber das ist auch das Problem daran: es war gut. Aber einfach nur gut. Nicht mehr und nicht weniger. Gut. Punkt.

Ein ganz anderes Thema ist die Sache mit der "Stadt der Unsterblichen", eine Art "Elixier des Lebens" oder "unsterblichmachendes Wasser". Ich mag und kenne peruanische Legenden und auch dies habe ich nicht zum ersten Mal gelesen. Ob man daran glaubt, ist jedem seine eigene Entscheidung. Ich persönlich würde gerne daran glauben, dass es Orte oder Dinge gibt, die wir nicht begreifen, verstehen oder nur von ihrer Existenz wissen, obwohl sie möglicherweise auf dem gleichen Planeten leben mit uns. Dennoch sind solche "Unglaublichkeiten" von Zweifeln bombadiert und sind vielleicht genau deswegen noch unentdeckt. Da ich selber glücklicherweise noch keine Nahtoderfahrungen habe, kann ich schlecht beurteilen, ob am Ende des Tunnels ein Licht ist, aber das werden wir lebendig wohl nicht mehr erfahren.
Unterm Strich ist die Geschichte gut, das Thema Geschmacksache und die Lichtfrau aus dem Titel kommt erst auf den letzten 20 Seiten oder so. Der Fehler liegt übrigens nicht in der Übersetzung (da es da manchmal andere Titel gibt), denn auch das Original heisst so.

Zu Hernán Huarache Mamani: ich glaube an seine Kompetenz betreffend Peru und seinen Legenden. Auch als Schriftsteller hat er bewiesen, dass er gut mit Sprache umgehen kann. Deswegen sei hier erwähnt, dass er selbst in den Anden geboren wurde und noch zu den wenigen Personen zählt, die das Quechua beherrschen (die alte Sprache der Inkas). Er kennt sich mit Heilern und Medizinmännern aus, mit der alten Tradition sowie der modernen Technik und versucht dies an der Universität all das zu verknüpfen (er lehrt dort Kulturgeschichte und die Sprache Quechua). Ausserdem gründete er das I.N.C.A. (Native Institute of Andean Culture).

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Hernán Huarache Mamani ist vom Stamm der Quechua und einer der letzten in einer Ahnenfolge von Schamanen, die moderne Medizin mit der spirituellen Tradition der Inkas verknüpfen. Er wurde in Chivay, einem kleinen Dorf in den peruanischen Anden, geboren, studierte Wirtschaft an der Universität von Arequipa und arbeitete danach zunächst für das peruanische Landwirtschaftsministerium. Durch eine schwere Krankheit fand er zu seinen Inka-Wurzeln, ließ sich als
Curandero, als Heiler, ausbilden, der mit den Methoden der traditionellen überlieferten Medizin arbeitet. Seitdem setzt er sich intensiv mit dem Erbe der Inka-Kultur auseinander und arbeitet seit Jahren dafür, der fast vergessenen Kultur seines Landes wieder Beachtung zu verschaffen.

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