26. Januar 2012

Jodi Picoult - "Zeit der Gespenster"

Autor: Jodie Picoult
Titel: Zeit der Gespenster

Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-27190-5
Erschienen: 2010
Seiten: 464
(inkl. Gespräch + Anmerkungen der Autorin)


Inhalt:

Ross Wakeman war für alle nur ein riesengrosser Glückspilz. Wie durch ein Wunder hatte er zahlreiche Unfälle und Gefahren überlebt. Er war überzeugt, nicht sterben zu können - obwohl er sich nichts sehnlicher wünschte. Denn in einem tragischen Unfall hatte er einst seine geliebte Frau Aimee verloren. Fortan hat Ross nur ein Ziel nämlich mit den Geistern der Toten Kontakt aufzunehmen, um endlich wieder mit Aimee sprechen zu können. Vielleicht scheint Ross deshalb den Menschen im kleinen neuenglischen Comtosook der ideale Vertraute, wenn es darum geht, Geister aus ihren Häusern zu vertreiben. Einer der Hilfesuchenden heisst Spencer Pike: Auch er hofft auf Ross, denn er will auf einem indianischen Grundstück ein Bauprojekt realisieren - und stört damit die Ruhe der Geister auch seiner eigenen schauerlichen Vergangenheit.


Meine Meinung:

I love Jodie Picoult! Das Buch kommt eindeutig zu meinen absoluten Lieblingsbüchern!

Also Ross hat Aimee verloren und geht auf Geistersuche. Viele halten ihn für verrückt, nur nicht seine Schwester Shelby. Denn neben Ross und Spencer spielen noch viele weitere Personen in diesem Karussel mit:
Lia, in die sich Ross verliebt, Cecelia, die verstorbene Frau von Spencer, Gray Wolf, ein Abenaki, der mehr als nur ein protestierender Ureinwohner ist, Shelby's Sohn Ethan, der an XP (eine unheilbare Krankheit, bei der der Patient kein Sonnenlicht erträgt, also eine Art Sonnenallergie hoch2), Meredith, Lucy, Ruby....und und und.

Eine Geistergeschichte von besonderer Art und kein billiges "Grusel-Haus-spuk-Gespenst"! Denn während der Lektüre vergisst man doch wirklich, ob man selber an Geister glaubt. Am Ende ist man sogar recht überzeugt, dass es paranormale Phänomene gibt.

Eigentlich will ich hier in meiner Rezension nicht viel mehr verraten, weil sonst die Spannung im Buch darunter leidet. Doch auf so vielen Seiten wird es auf keiner einzigen langweilig, das ist versprochen!
Ein Unfall, ein Krimi, eine Liebesgeschichte, bewegende Schicksale, ein Grundstück mit Vergangenheit, ein Mord, ein Selbstmord (?), ein Familiengeheimnis....

...und wahre Geschichte! Denn Jodi Picoult fand wieder einmal ein todgeschwiegenes Kapitel bei ihrer Recherche: das Eugenik-Projekt in Vermon in den 1920er und 1930er Jahren. Dabei geht es darum, die "perfekte" Ortschaft zu schaffen, indem man nur Einwohner mit "gutem Erbgut" kontrolliert. Denn die Köpfe dieses Projektes glaubten, dass der wachsende Anteil von Problemfällen in der Bevölkerung durch Forschung, Bildung und entsprechender Gesetzgebung reduziert werden könnte. Nun wurde dies mit einem "freiwilligen" Sterilisationsgesetz durchgeführt, dass verhindert sollte, dass "Problemfälle" sich fortpflanzen würden. Unter diese Problemfälle zählten dann die Abenaki (ein "Indianer"-Stamm), sowie uneheliche Kinder, Leute im Gefängnis, Schwachsinnige etc...Die Definition von "guter" DNA entschieden jedoch Ärzte, um ihre perfekte Rasse Mensch zu erhalten...
(Vergleich mit Hitler und den Juden!)

So schafft es Jodi Picoult immer wieder Fakten mit Fiktion zu vermischen und ein gesellschaftliches Tabuthema oder andere Schwachstellen der Menschheit anzusprechen, es jedoch geschickt in einen unscheinbaren Roman zu verpacken mit erfundenen Hauptfiguren...

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Jodi Picoult wurde 1967 in Long Island, New York, geboren. Sie studierte zunächst in Princeton Kreatives Schreiben, später machte sie in Harvard einen Masterabschluß in Pädagogik. Bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete sie als Texterin und Lehrerin.
Bereits in Princeton lernte Jodi Picoult ihren Ehemann Tim van Leer kennen. Die beiden heirateten, und während sie mit ihrem ersten Kind schwanger war, schrieb Jodi Picoult auch ihren ersten Roman, der 1992 veröffentlicht wurde. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im idyllischen Hanover, New Hampshire.
Jodi Picoult schreibt ihre Bücher in ihrem Büro im Dachgeschoss ihres Hauses, wo sie mit großer Disziplin so oft wie möglich schreibt, nur unterbrochen von ihren Kindern, die für sie trotz ihres immensen internationalen Erfolgs und ihren regelmäßig erscheinenden Romanen an erster Stelle stehen.

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1 Kommentar:

LeseMaus hat gesagt…

Dieses Buch fand ich auch ganz große Klasse! Jodie Picoult ist sowieso immer genial, aber diese Buch war eines der besten.