30. Januar 2012

Patrick Süskind - "das Parfum"

Autor: Patrick Süskind
Titel: das Parfum - die Geschichte eines Mörders

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-22800-7
Erschienen: 1994
Seiten: 320


Inhalt:

Jean-Baptiste Grenouille wird 1738 als unehelicher Sohn einer Fischverkäuferin geboren; er überlebt den versuchten Kindsmord seiner Mutter und das entbehrungsreiche Leben als Kostkind sowie die Zeit als Hilfskraft bei einem Gerber, wo er lebensgefährliche Arbeiten verrichten muss. Ausgestattet mit einem absoluten Geruchssinn, ist er selbst jedoch ohne Geruch. »Sie konnten ihn nicht riechen. Sie hatten Angst vor ihm.« Als Mensch ohne Geruch zum Außenseiter verurteilt, erschließt er sich die Welt von Gerüchen und Düften, die er förmlich in sich aufsaugt. So folgt Grenouille über mehrere Pariser Stadtviertel dem Duft eines jungen schönen Mädchens, das er schließlich tötet, um ihren Duft in allen Feinheiten in sich aufzunehmen.
Grenouille erkennt seine Begabung und beschließt, der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden. In einer Lehre erwirbt er die Fähigkeit, Düfte zu gewinnen und haltbar zu machen. Erst mit 25 Jahren wird ihm seine eigene Geruchsslosigkeit bewusst und so entwickelt er verschiedene Menschendüfte, die er anwendet, um unerkannt zu leben und seinem Ziel näher zu kommen. Im französischen Parfumzentrum Grasse tötet Grenouille 25 junge schöne Frauen, um ihren Duft zu konservieren. Ihr Duft bewahrt den überführten Mörder vor der Todesstrafe, am Tag der Hinrichtung erscheint er den Menschen in seiner Duftmaske nicht mehr als das hässliche Scheusal, sondern als überaus liebenswerter Mensch: »Er hatte sich eine Aura erschaffen, strahlender und wirkungsvoller, als sie je ein Mensch vor ihm besaß. Und er verdankte sie niemandem ... als einzig sich selbst.

Meine Meinung:

Anno damals musste ich das Buch in der Schule lesen. Richtig gelesen: musste. Nach der Lektüre muss ich aber sagen: ich durfte!

Ein tolles Buch über die Welt der Düfte, über Paris, über einen Aussenseiter...
Dieses Buch ist kein Klassiker, weils in der Schule behandelt wird, sondern weil es wirklich lohnenswert ist!

Auch wenn Grenouille ein ziemlich schräger Typ ist und auch der Schreibstil zwar flüssig, aber auch sehr unerwartet sein kann, liest es sich recht einfach. Die Gedanken, die er sich macht, scheinen uns erst nebensächlich oder unwichtig, aber selbst auf die Idee würden wir wohl nicht kommen. So erzählt die Geschichte von Grenouille das Leben einer Art Genie, auch wenn man das manchmal nicht glauben möchte. Doch seine Nase führt ihn immer weiter...

 
Auch die Verfilmung mit Dustin Hoffmann als Pariser Parfumeurmeister Giusseppe Baldini und Ben Wihshaw als Jean-Baptiste Grenouille ist mehr als gelungen. Nicht nur dass der Hauptakteur meiner Vorstellung des Grenouille erstaunlich nahe kommt, ganz allgemein ist es eine gute Schauspieler-Vorstellung. Dustin Hoffmann kam mir anfangs fehl am Platz vor in diesem Film, spielt jedoch gut und wirklich schlecht reden kann ich diesen Mann nicht, dafür mag ich ihn in anderen Filmen viel zu sehr...
 Also das Buch wie auch der Film sind in diesem Fall beide lohnenswert!

Fazit:



4 von 5 Lese-Echsen

Autor:
Patrick Süskind der als Dramatiker, Prosaschriftsteller, Hörspiel- und Drehbuchautor gleichermaßen erfolgreich ist wurde am 26.März 1949 in Ambach am Starnberger See geboren. Sein Vater ist der Schriftsteller, Übersetzter und längjährige Mitarbeiter der Süddeutschen Zeitung Wilhelm Emanuel Süskind. Nach Abitur und abgeleistetem Zivildienst studierte Patrick Süskind von 1968-1974 in München Geschichte. Sein Auslandsstudium verbrachte er in Aix-en Provence.

Heute lebt der Erfoglsautor, über den trotz seiner literarischen Berühmtheit nur wenig bekannt ist, abwechselnd in München oder Frankreich vorzugsweise aber in Mansarden, offenbar jedoch nicht ganz so isoliert wie seine literarischen Figuren. Trotzdem meidet er öffentliche Auftritte und entzieht sich dem Medienrummel des Literaturbetriebs.

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