30. Januar 2012

Paulo Coelho - "Auf dem Jakobsweg"

Autor: Paulo Coelho
Titel: Auf dem Jakobsweg
(Tagebuch einer Pilgerreise nach
Santiago de Compostela)

Verlag: Diogenes
ISBN: 978-3-257-06770-5
Erschienen: 1999
Seiten: 275


Inhalt:

Pilgern als Reise zu sich selbst

Die 700 Kilometer lange Strecke von den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela, der letzte Abschnitt des sogenannten Jakobswegs, galt im Mittelalter als einer der wichtigsten Pilgerpfade. Diesen Weg durch die rauhen, leeren Landschaften Nordspaniens ging im Sommer 1986 Paulo Coelho. In diesem sehr persönlichen "Tagebuch" erzählt Coelho von Abenteuern, Strapazen und spirituellen Prüfungen. Unterwegs lernt er, seine inneren Dämonen zu besiegen und zu erkennen, dass der Weg zu sich selbst "bei den einfachen Dingen" und mit einer gelassenen Gangart beginnt.

Ein Buch über Veränderungen, das auch den Leser am Ende verändert zurücklässt.

Heute, über zwanzig Jahre später, erinnert sich Paulo Coelho an diesen Weg. In einem Nachwort und einem Interview erläutert er, wie er durch die Pilgerreise den Mut fand, sein Leben komplett zu ändern und seinen Traum, Schriftsteller zu werden, zu verwirklichen.


Meine Meinung:

Das absolute Einsteiger-Coelho-Buch. Wer den Brasilianer noch nicht kennt und/oder sich selbst auf den Jakobsweg machen möchte, der kommt kaum an diesem Buch vorbei, das neben dem "Zahir" und dem "Alchimisten", zu seinen bekanntesten Büchern überhaupt zählt.

Gut, manchmal ist mir der Senhor Coelho doch ein wenig zu religiös und spirituell angehaucht, sodass ich manchmal denke: mach mal vorwärts mit der Geschichte und schreib nicht jeden elenden Gedanken nieder! Ich hab's kapiert, komm zum Punkt, bitte.
Abgesehen davon (was ja wirklich Geschmackssache ist), gefallen mir einige seiner Bücher und auch ich habe mit diesem hier begonnen.

Selber war ich nie auf diesem Weg unterwegs (zumindest nicht bewusst, da das alte Netz der Wege über komplett Europa verteilt ist).
Doch Coelho beherrscht die Worte und beschreibt schön und ansehnlich die landschaftliche Schönheit, wie auch die Charaktere der Personen, die er auf seiner Reise trifft.

Schlussendlich ist es ein wahres und echtes Coelho-Buch ...und ein Wegweiser auch für nachfolgende Bücher (wie z.B. "Zahir" oder "Alchimist").


PS: Wer weniger spirituell unterwegs sein möchte, dem kann ich die Jakobswegreise des deutschen Komikers Hape Kerkeling empfehlen: "ich bin dann mal weg"

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Paulo Coelho wurde 1947 in eine gutbürgerliche brasilianische Familie hineingeboren, sein Vater Pedro ist Ingenieur, seine Mutter Lydia Hausfrau. Er hat eine ältere Schwester namens Sonia. Paulo Coelhos Leben war von Beginn an religiös geprägt. Als siebenjähriger Junge besuchte er die Jesuitenschule San Ignacio in Rio de Janeiro, in der er bei einem schulischen Lyrikwettbewerb einen Preis erhielt. Coelho studierte Rechtswissenschaften gegen den Wunsch seines Vaters, der ihn gerne in seinen Fußstapfen als Ingenieur gesehen hätte, unterbrach 1970 jedoch sein Studium, um als Hippie eine zweijährige Weltreise durch Südamerika, Nordafrika und Europa zu unternehmen.
Coelhos anschließende Tätigkeit als Theater- und Drehbuchautor sowie sein in dieser Zeit währender Drogenkonsum wurden von seinen streng katholischen und konservativen Eltern scharf verurteilt. Sein rebellisches Aufbegehren gegen die Vorstellungen und Ziele seiner Eltern führte aufgrund der Annahme, ihr Sohn sei geistesgestört, zu insgesamt drei Einweisungen in die psychiatrische Anstalt „Casa de Saúde Dr. Eiras“ (1966, 1967 und 1968), wo er auch mit Elektrokrampftherapie behandelt wurde. Die Erfahrung stationärer psychiatrischer Behandlung schilderte er später in seinem Roman Veronika beschließt zu sterben.

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