3. Februar 2012

Alicia Gaspar de Alba - "die Hexenschrift"

Autor: Alicia Gaspar de Alba
Titel: die Hexenschrift

Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-596-18082-0
Erschienen: 2010
Seiten: 506


Inhalt:

Mexiko, 1683: die junge, schöne Concepción Benavidez wird nach ihrer Flucht aus dem Kloster, in dem sie aufwuchs, in Vera Cruz auf ein Piratenschiff verschleppt. Auf der langen, harten Reise nach Nordamerika wird sie mehrfach vom Kapitän vergewaltigt. Nach der Ankunft in Bosston wird sie an das Ehepaar Nathaniel und Rebecca Greenwood verkauft. Bei den Greenwoods muss Concepción feststellen, dass die Vergewaltigungen während der Überfahrt nicht ohne Folgen geblieben sind: Sie ist schwanger. Sie bringt eine kleine Tochter zur Welt, die sie Jerónima nennt. Doch Rebecca Greenwood, die nach ihrem Sohn keine weiteren Kinder mehr bekommen kann, tauft das kleine Mädchen in Hannah um, und zwischen Concepción und Rebecca entbrennt ein erbitterter Wettstreit um die Liebe des Kindes. Die unerträgliche Situation kann Concepción nur dank der Unterstützung von Rebeccas Vater aushalten, den sie hingebungsvoll pflegt. Kurz vor seinem Tod wird sie schliesslich seine Frau - und ist damit eine freie Bürgerin. Doch den amerikanischen Puritanern ist die Katholikin ien Dorn im Auge, und so wird sie im Zuge der Hexenprozesse von Salem selbst der Hexerei bezichtigt - und die Hauptzeugin ist ausgerechnet ihre Tochter Hannah!


Meine Meinung:

Endlich wieder einmal ein guter, recherchierter Roman über Hexen. Schon auf dem Cover stand "Historischer Roman", doch leider lernte ich dieser Anschrift nicht immer zu trauen. Herausgestellt hat sich, dass das Buch sich nicht ausschliesslich um die Hexenverfolgung dreht, jedoch einen guten Einblick vermittelt in die damalige Zeit, Aberglauben und Gesellschaftsformen miteinbegriffen.

Die Geschichte beginnt auf dem Piratenschifft und dreht sich danach nur noch in Boston, Neuengland, ab. Dabei erzählt Concepción immer wieder mal aus der Vergangenheit aus Mexiko, wodurch es zu einigen Zeitsprüngen kommt, die jedoch nicht weiter irritieren. Auch erzählt die ganze Geschichte Concepción aus ihrer Sicht, ausser ganz am Anfang und ganz am Ende jeweils ein Kapitel aus Sicht ihrer Tochter Jerónima/Hannah.

Der Schreibstil hat mir auch gut gefallen, da er ausführlich und doch flüssig zu lesen war. Mit 500 Seiten wirkt die Geschichte im 2. Drittel kurz etwas langatmig, es kommt jedoch schnell auch wieder in Fahrt, als die Hexenprozsse weiteren Aufschwung geben. Ausserdem beschreibt die Autorin relativ viele Figuren und formt deren Charakter wunderschön (auch wenn ich einige Schicksale nicht teilen möchte!).

Mich hat dieser historische Roman nicht nur in eine vergangene Zeit verführt, sondern auch über die bedingungslose Mutterliebe in allen Ländern, Religionen, Sprachen und Gesellschaftschichten...gelehrt.

Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Die us-amerikanische Autorin Alicia Gaspar de Alba wurde 1958 an der Grenze von El Paso und Juárez geboren und wuchs im Grenzgebiet der USA zu Mexico in der Barcelona Street auf. Dort lebte sie bis zu ihrem 27. Lebensjahr und besuchte die Eastwood High School.
1985 ging sie nach Iowa City, um dort ihren Doktor in American Studies zu machen und erfreute sich am ungewohnten Schnee, am Black Angel Friedhof und an den schwul/lesbischen Latina-Kommilitonen, aber nicht unbedingt am Studium. Schon ein Jahr später ging sie nach Boston, Massachusetts, wo sie für vier Jahre Übersetzerin bei der Internationalen Braille Press für Blindenschrift tätig war. Zudem unterrichtete sie englische Computerkurse und beschloss, mit allen Mitteln Schriftstellerin zu werden und saß so jeden Morgen an ihrer Schreibmaschine und schrieb Manuskripte.

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