25. Februar 2012

Bertina Henrichs - "die Schachspielerin"

Autor: Bertina Henrichs
Titel: Die Schachspielerin

Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-35430-2
Erschienen: 2007
Seiten: 191 (inkl. Interviews)


Inhalt:

Im Leben von Eleni ist eigentlich alles in schönster Ordnung: Sie führt eine gute Ehe mti Panos, dem Besitzer der Autowerkstatt, hat zwei wohlgeratene Kinder und liebt ihren Beruf als Zimmermädchen im Hotel Dionysos auf Naxos. Doch dann stösst Eleni bei der Arbeit die Figur einer unbeendeten Schachpartie um. Wohin gehört die kleine Holzfigur? Eleni versteht nichts vom Schach und stellt sie verlegen neben das Brett. In den Tagen darauf wird sie den Gedanken an das geheimnisvolle Spiel nicht mehr los, das für sie eine neue, fremde, aufregende Welt verkörpert. Sie träumt davon, das Schachspielen zu erlernen. Aber gehört sich das für ein einfaches Zimmermädchen? Für Eleni beginnt ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen...


Meine Meinung:

Ein kleines, hübsches Buch für zwischendurch dachte ich mir und so war es dann auch. Weder die Geschichte, noch der Schreibstil oder etwas anderes daran ist kompliziert, dafür leicht locker erzählt...eine ziemlich banale Sache könnte man fast meinen.

Doch dass das Schachspielen nicht einfach ein Spiel ist, merkt man schnell hier. Es ist ausschlaggebend für Streitereien in der Ehe, für komische Blicke von Mitbürgern, von Kopfschmerzen und verlorene Nerven beim Erlernen der Regeln und Taktiken...aber auch neu gewonnene Freunde, Selbstständigkeit, eine neu gefundene Leidenschaft und Talent...

Bertina Henrichs schreibt meist aus der Sicht von Eleni, ab und zu auch aus der Sicht von Kouros (ein alter Lehrer aus Kindertagen von Eleni, dem sie sich anvertraut und schliesslich das Schachspielen von und mit ihm lernt), oder auch mal aus der Sicht vom Ehemann Panos. Und noch mehr Nebenrollen versüssen die Erzählung! Das hat mir besonders gut gefallen: selbst die kleinste Nebenrolle ist eine charakterstarke Person. Die Autorin schafft es mit wenigen Worten und Erwähnungen, dass ich dennoch ein gutes Bild (und Gesichter) im Kopf zu den Personen bekam.

Sehr schade fand ich jedoch am Schluss die Interviews mit der Regisseurin und den beiden Hauptdarstellern der Verfilmung. Zwar ist es sehr nett zu lesen, doch fiel mir dabei auf, dass bei dem Film einige Dinge geändert wurden. Das klingt erst mal normal und wir sind uns langsam gewohnt, dass besonders Hollywood-Produktionen die Geschichte anders fokussieren oder leicht abändern. In diesem Fall haben mich aber diese "Kleinigkeiten" extrem gestört, obwohl ich den Film nicht kenne (Nun aber beschlossen habe, ihn auch nicht zu schauen). Zum Beispiel heisst Kouros, der griechische Lehrer auf der Insel, im Film plötzlich Kröger und ist ein ausländischer Arzt in Pension. Auch entfacht Elenis Liebe zum Schach keine zufällig umgestossene Figur eines französischen Touristenpäarchen, sondern im Film sieht sie anscheinend ein amerikanischen Päarchen Schach spielend im Hotelgarten. (Die Amerikaner müssen einfach immer Mittelpunkt der Welt sein - das nervt mich persönlich!). Und auch habe ich das Gefühl, dass im Film eine Art Liebesbeziehung zwischen Eleni und Kouros entsteht, also der Schülerin und dem Lehrer! (Wieder Hollywood: hauptsache Liebeskitsch).

Aber ich will hier nicht nur kritisieren, denn dies betrifft ja bloss den Film bzw. die wenigen Informationen aus den Interviews am Schluss.

Das Buch ist eine tolle Lektüre für Mittagspause, Vor-dem-zu-Bett-gehen oder Sonntags-morgen-zum-Kaffee...einfach was Nettes für Zwischendurch!

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen




Autorin:
Bertina Henrichs wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Sie studierte Literatur- und Filmwissenschaft und lebt seit langem in Paris, wo sie als Schriftstellerin und Filmemacherin arbeitet. Ihr erster Roman Die Schachspielerin war in Frankreich und Deutschland ein Bestseller, wurde mit dem Corine-Buchpreis für das beste Debüt ausgezeichnet und fürs Kino verfilmt. 2009 erschien ihr zweiter Roman That’s all right, Mama.
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