19. März 2012

Santa Montefiore - "das Zauberlied"


Autor: Santa Montefiore
Titel: Das Zauberlied

Verlag: Knaur (oder Taschenbuch: Weltbild)
ISBN: 978-3-86800-391-8
Erschienen: 2005
Seiten: 537


Inhalt:

Die bittersüsse Melodie einer verbotenen Liebe, die selbst die Grenzen von Raum und Zeit durchdringt...

Argentinien. 1946. Mitten im turbulenten Buenos Aires liegt die englische Gemeinde Hurlingham. Dort wachsen die Schwestern Audrey und Isla von Wohlstand umgeben auf und müssen sich allenfalls um romantische Skandale Sorgen machen.
Als die Brüder Cecil und Louis Forrester aus Übersee eintreffen, stürzt sich die gesamte feine Gesellschaft auf die neuen Kandidaten - und der attraktive Cecil wirbt sogleich um die allseits beliebte Audrey. Audrey aber fühlt sich unwiderstehlich zu Louis, dem begnadeten Klavierspieler, hingezogen, der sie nachts zum Tangotanzen entführt. Bald darauf beendet eine Familienkatastrophe die unbeschwerten Zeiten.
Louis flüchtet sich verzweifelt in die Musik - und komponiert schliesslich eine Klaviersonate für Audrey, in die er all seine Sehnsucht und Leidenschaft legt. Der unvergleichliche Zauber dieser bittersüssen Melodie wird Audrey Jahre später vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens stellen...


Meine Meinung:

Kitschig, kitschig und nochmals kitschig!
Eigentlich dachte ich eine ziemlich romantische Ader zu besitzen, doch irgendwie kann ich mit diesem Roman nicht mithalten oder war einfach nicht in Stimmung dafür. Denn dieses Buch trieft nur so von "Gefühlsduselei".

Leider redet die Autorin besonders anfangs dermassen um den heissen Brei, wie sie die Figuren um sich tanzen lässt. Obwohl schon im Klappentext und auch sonst in der Geschichte sowas von klar steht, dass Audrey ihr Herz für immer an Louis verloren hat, den begnadeten Musiker, aber als verrückt erklärten Aussenseiter, konnten mich die Liebeserklärungen nicht erreichen und die Geschichte blieb "gefühlskalt". Ich habe nicht mitgezählt, wie oft Audrey rot wird und verliebt schüchtern zu Boden schaut, wie oft Louis seine ewige Liebe gesteht und ihr nicht nur die Sterne - nein, das ganze Universum - auf die Erde bringen möchte, wie oft sich die feine Gesellschaft mit den immer gleichen Argumenten die Mäuler zerreisst...

Das gilt zu meiner Enttäuschung für fast alle Figuren im ganzen Buch: alles Stereotypen. Die Idee, die Geschichte, könnte eine wunderbare Lovestory sein, die dem Leser das Herz wärmt, wenn draussen vielleicht die Sonne nicht scheint. Unglücklicherweise bediente sich die Autorin zu sehr in der "Klischee-Kiste", sodass es zu folgenden, altbekannten Muster kommt:
2 Schwestern, sehr unterschiedlich und dennoch unzertrennbare Freundinnen, verlieben sich in die ach so hübschen Jungs. Diese Jungs wiederum sind ebenfalls extrem verschieden, verlieben sich aber beide ins gleiche Mädchen. Der gesellschaftlich Angesehene (ehem. Soldat, diente für Land, reich und wohlerzogen, etc. ) heiratet sie schliesslich, obwohl der verrückte, doch talentierte Aussenseiter von Bruder ihr Herz im Stillen gewinnt. Darauf folgt Affäre, Hin und Her, das übliche Klatschen der älteren Damen beim britischen Teekränzchen, Familientragödie und das grosse Geheimnis (das gar keins mehr ist). Die unglückliche Liebe, die über Jahre brennt und entdeckt wird. Dennoch Kinder und Karriere mit dem Ehemann, der wegen den Problemen dem Alkohol zusagt...
Ich könnte noch ewigs so weiter machen, möchte jedoch nicht das ganze Buch verraten. Falls ihr jedoch schon dieses Genre genügend oft gelesen habt, könnt ihr euch vorstellen, wie es weitergeht. Zum Glück überraschte mich das Happy End dann doch noch damit, dass es am wenigsten dem Klischee entsprach.

Schlussendlich muss ich dennoch sagen, dass es mich enttäuscht hat, dass ich erst nach 500 Seiten mit den Figuren warm wurde und die Geschichte etwas "mitgefühlen" konnte.
Wer also Fan ist von vorhersehbarer Seifenoper à la Telenovela: tolle Empfehlung!. Für alle anderen: naja...Geschmackssache, aber für mich kein Must-have-read...

Fazit:
2 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Montefiore hat zwei Geschwister, das britische It-Girl Tara Palmer-Tomkinson und einen Bruder mit dem Namen James Palmer-Tomkinson.Ihre Mutter ist von anglo-argentinischer Abstammung. Ihr Vater hat sein Heimatland (England) bei den Olympischen Winterspiele von 1964 im Skifahren vertreten. Zudem ist ihr Vater dafür bekannt, seit über 30 Jahren mit Prinz Charles befreundet zu sein. Santa Montefiore ist mit dem Historiker und Autor Simon Sebag-Montefiore verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder, Lily und Sasha. Vor der Heirat konvertierte sie zum Judentum.

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