8. April 2012

Vendela Vida - "Und jetzt können Sie gehen"

Autor: Vendela Vida
Titel: Und jetzt können Sie gehen

Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-73772-7
Erschienen: 2005
Seiten: 237


Inhalt:

Ein Dezembernachmittag in einem New Yorker Park. Ein Mann mit einer Pistole hält die junge Studentin Ellis an, weil er einen Menschen sucht, derr mit ihm sterben soll. So unvermittelt wie sie begann, endet die gespenstische Situation. Der Mann lässt Ellis gehen. Doch die Angst bleibt - und sie wächst. Weder Plizei noch Eltern, Freunde oder Therapeuten können ihr die verlorene Sicherheit zurückgeben. Denn alle sehen sie nur noch als Opfer, bringen ununterbrochen ihr Mitleid zum Ausdruck. Ellis droht förmlich zu ersticken unter diesem Schutzmantel der Fürsorge. Um sich selbst zu retten, beginnt sie Fragen zu stellen. Was wäre, wenn sie getötet worden wäre? Hätte ihr Vater die Schüssel, in der sie sich die Füsse badet, zur Erinnerung aufbewahrt? Alles erschient in einem anderen Licht- Kindheit, Familie, Gewohnheiten. Auf der Suche nach dem verlorenen Ich lernt Ellis ihr Leben neu kennen. Sie netdeckt Liebe und Gleichgültigkeit, begegnet Menschen, die sich aufgeben, und solchen, die bereit sind zu kämpfen. Und dann trifft sie den Mann mit der Pistole wieder...


Meine Meinung:

Die Geschichte hat den Anschein super spannend zu sein. Die Beschreibung lässt auf eine mitreissende Geschichte hoffen, die auch anregt, sich selbst Gedanken über sein Leben zu machen. Denn eigentlich könnte das doch jedem von uns passieren...

Die Autorin wählt eine Situation aus dem Alltagsleben, die doch nicht allen passiert - aber eben könnte. Der Schrecken, die Angst und das Gefühlskarussell bietet eine hervorragende Foraussetzung für eine rasante Lektüre. Doch leider fehlt jegliche Dramatik, jegliche Spannung und jegliches Gefühl. Leider.

Natürlich wünsche ich Ellis (auch wenn hier nur eine fiktive Figur) nichts Böses und hoffe, dass ihr Schlimmeres passiert. Dennoch wurde mir dieses Ereignis zu passiv umgesetzt. Der Schreibstil ist gut, flüssig, verständlich, präzise...doch gefühlslos. Ich wurde nicht warm mit den Figuren (was mich bei diesem Thema und bei der Hauptfigur besonders überrascht). Das Buch hat allgemein ein sehr ruhigen Ton, war normalerweise nicht gleich schlecht bedeuten muss. Allerdings konzentriert sich die Autorin zu sehr darauf, die Orte zu beschreiben, das Wetter, kleine Gesten und einfach alles Äusserliche. Mich interessiert jedoch brennend, was in Ellis selbst vorgeht: ihre Gefühle, ihe Ängste, ihre Gedanken...alles, was eben auf dem Klappentext schon erwähnt wurde! Trotz der erzählender Form über Alltagsbanalitäten aus der Kindheit, Beobachtungen über ihre Mutter und ihre Schwester, das Verhalten der Freunde und neuen Bekannten, konnte ich einfach keine Empathie entwickeln, obwohl ich es wollte.

Schade, dass hier eine tolle Idee so "langweilig" umgesetzt wurde.
Ich hätte mir viel mehr "Reibung", Probleme, Emotionen, Dramatik...gewünscht!

Fazit:
1 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Vendela Vida, geboren 1972, ist Herausgeberin der amerikanischen Literaturzeitschrift "The Believer" und lebt mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Dave Eggers, in San Francisco.

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