10. Mai 2012

Herrad Schenk - "Mamas Vermächtnis"

Autor: Herrad Schenk
Titel: Mamas Vermächtnis

Verlag: KiWi
ISBN: 978-3-462-04425-6
Erschienen: 2012
Seiten: 222


Inhalt:

Mama ist tot, Thea bleibt zurück. Für sie war Mamachen in den letzten Jahren alles - und nun ist nichts mehr? Das kann nicht sein, denn Mamachen, als Oma Annerose später Star der Fernsehserie "Die Schmidts", hinterlässt neben einer grossen Lücke einen Haufen ungeordneter Papiere und Fotos. Und ein Testament, das sich für Thea immerhin selbst schon fast siebzig, als grosse Überraschung entpuppt. So muss sie sich nach der Entrümpelung der Wohnung auf den Weg in das Dopelleben ihrer Mutter machen - mit reichlich verblüffenden Funden.

Fragwürdigen Trost spenden die Damen aus ihrem Literaturkreis, allesamt Originale mit ganz eigenen und im Zweifelsfall wichtigeren Problemchen, und einige Männerbekanntschaften aus dem Netz, denn Thea hat die Suche nach dem Richtigen noch nicht aufgegeben.


Meine Meinung:

Auf der Suche nach einer Kleinigkeit für meine Mama zum Muttertag, stolperte ich über dieses hübsche Cover. Auch wenn Mama nicht tot ist, finde ich den Titel passend und sehr nett. Schliesslich haben uns unsere Mütter so einiges vermacht - und ich rede nicht vom materiellen Erbgut.

Die Geschichte, aus der Sicht von Thea erzählt, zeichnet eine liebevolle und doch nicht immer einfache Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Eine Liebe, die auch ihre Opfer fordert(e) und vor allem das Thema des Älterwerden wird fokussiert. Denn auch Thea ist nicht mehr jung, jedoch selbst kinderlos und hat somit mit ihrer Mutter scheinbar alles verloren....scheinbar...

Die Autorin schafft eine angenehme Stimmung, manchmal sogar ein heiteres Klima trotz eher traurigem Hintergrund. Ab und zu entlockte sie mir ein Grinsen, eines der Sorte wie man es älteren, etwas schrulligen Damen zuwirft, die man nicht versteht, aber deswegen dennoch mögen muss. Auch ihre Freundinnen im Literaturkreis sind Originale und gleichzeitig herrlich aus dem Alltag gegriffen.

Dennoch plätschert die Geschichte einfach so dahin, ein eher ruhiges Buch also. Die grosse Überraschung des Testaments, die Fotos, das Doppelleben ist zwar toll, kommt jedoch erst auf den letzten Seiten zum Zug, da vorher der Verarbeitungsprozess von Thea im Vordergrund steht. Dies war mir für die etwas mehr als 200 Seiten zu kurz und ich finde, so verspricht der Klappentext mehr Spannung als eigentlich im Buch vorhanden ist.
Trotzdem ein hübsches Buch für Zwischendurch.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Geboren 1948 in Detmold, aufgewachsen in Düsseldorf, studierte sie später Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln und York (England). Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sozialpsychologie der Universität Köln, bevor sie sich aufs Schreiben konzentrierte. Heute lebt sie in der Nähe von Freiburg.

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