29. Mai 2012

Kai Meyer - "Die Wellenläufer"

Autor: Kai Meyer
Titel: Die Wellenläufer

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53320-2
Erschienen: 2003
Seiten: 378


Inhalt:

Die vierzehnjährige Jolly kann seit ihrer Geburt über Wasser gehen. Diese seltene Gabe macht sie zu einer wertvollen Gehilfin der karibischen Piraten, unter denen sie aufgewachsen ist. Als sie nach einem Überfall auf eine einsame Insel gespült wird, lernt sie den gleichaltrigen Munk kennen. Dieser kann ebenfalls über den Ozean laufen und verfügt zudem über Muschelmagie. Ein geheimnisvoller Geisterhändler nimmt die beiden mit auf sein Schiff und offenbart ihnen, dass die Wellenläufer wegen ihrer besonderer Fähigkeiten in grösster Gefahr schweben - die Mächte vom Meer der Dunkelheit haben ein Tor zur realen Welt geschaffen, einen Mahlstrom, der alles in den Abgrund saugt. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schliessen. Aber der Weg dorthin ist gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine grausame Probe stellen.


Meine Meinung:

Da ist mir dummerweise wieder einmal ein Teil einer Trilogie in die Hände geraten, obwohl ich nicht mehr so gerne Serien lese. Das verpflichtet einfach zu sehr, worauf ich zurzeit keine Lust habe.

Das wertet diesen Roman jedoch nicht ab. Sondern man wird in die Karibik, der wilden Meere der Piraten entführt. Gesalzen mit Magie, etwas Humor und sympathischen Figuren, kann ich gut nachvollziehen, warum diese Trilogie zu Kai Meyer's Bestseller gehört. Besonders die Hauptperson Jolly ist sehr real gelungen, obwohl die Story immer irrealer wird. Denn nicht nur ihre Gabe übers Wasser gehen zu können ist von einer anderen Welt, sondern auch Munks Muschelmagie, die mysteriösen Gaben des Geisterhändlers, die Klabauter und Geister....also Fantasie hat der Autor mehr als ausreichend! So wird die Lektüre jeden Fall nie langweilig!

Erwähnen muss ich aber, dass dieser Roman wohl für ein junges Publikum geschrieben wurde. Nicht nur der Schreibstil, sondern auch der Wortschatz ist sehr offensichtlich an Jugendliche gerichtet: also Fluchwörter (kann ja bei einem Piraten schnell mal vorkommen) sind sorgfältig ausgewählt oder schlicht mit "er fluchte" oder "sie posaunte ihren Unmut laut herum" oder so ähnlich. Dies störte mich jedoch nicht besonders, da es nicht mein erstes Jugendbuch ist. Ich stolperte eher über Passagen, die angedeutet auf leicht sexuelle Beziehungen zielen, die auch jugendfrei gestaltet wurden. Allerdings fand ich diese etwas fehl am Platz, obwohl natürlich Dirnen dazumal zum alltäglichen Volk auf den Pirateninseln gehörten. Der versuchte Anfang einer Liebesgeschichte mit Jolly und....(nein, das verrate ich doch nicht)...braucht es in diesem Abenteuer weniger. Ausser es kommt im zweiten Band mehr, was ich nun nicht beurteilen kann...

Unterm Strich hat mich dieser Roman aber gut unterhalten und ich staunte über neue Ideen, mit denen der Autor immer wieder mal auftrumpft. Besonders für junge Leser also ein Lesevergnügen der Sorte "Fluch der Karibik", wenn auch in etwas abgeschwächter Form.
Also dann heisst es wohl: Hisst die Flaggen! Ahoi!

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Kai Meyer, 1969 in Lübeck geboren, ist als Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor tätig. Er gilt als ein Vertreter des magischen Realismus – in seinen Büchern verbinden sich historische Ereignisse und Personen mit Elementen aus dem Bereich der Sagen und Mythen.
Nach seinem Abitur studierte er einige Semester Film, Theater und Philosophie, bevor er ein Volontariat bei einer Tageszeitung begann. Nach einigen Jahren als Journalist und Filmkritiker beschloss Meyer 1995, zukünftig als freier Autor tätig zu sein.

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1 Kommentar:

Jacy hat gesagt…

Ich liebe die Wellenläufer-Trilogie (: