11. Juni 2012

Susan Wiggs - "Bevor der Tag sich neigt"

Autor: Susan Wiggs
Titel: Bevor der Tag sich neigt

Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3-86800-346-8
Erschienen: 2004
Seiten: 446


Inhalt:

Nach fünfzehn Jahren kehrt Jessica nach Texas ins Haus ihrer Schwester Luz zurück. Noch einmal will sie ihre Tochter sehen, die einst von Luz adoptiert wurde. Und es wird das letzte Mal sein, denn Jessica hat erfahren, dass sie bald erblinden wird. Luz hat Angst, das Mädchen zu verlieren, das sie liebt wie ihr eigenes Kind. Sie ahnt nicht, dass Jessica noch ganz andere Geheimnisse vor ihr verbirgt...


Meine Meinung:

Es gibt Bücher, deren Cover eher wenig sagen oder wie in diesem Fall "ach nein, wie kitschig! Sicherlich 08/15 Lovestory!". Doch damit wird diesem Roman Unrecht angetan, denn hinter diesem doch kitschigen Cover verbirgt sich eine zauberhafte Geschichte.

Nicht allein die Problematik, dass Jessica ihr Baby damals ihrer Schwester "übergeben" hat, sondern auch die Frage nach dem leiblichen Vater und Jessica's Erblindung bieten genug Zündstoff für die Geschichte. Im grossen Ganzen ist der Roman jedoch nicht spannend, sondern regt ziemlich zum Nachdenken an. Wie erklärt man einer Tochter - mitten in der Pubertät - dass sie nicht ihre Tochter ist, sondern dass ihre Tante ihre leibliche Mutter ist? Wie fühlt sich die Angst einer Mutter an ihr Kind zu verlieren? Was macht eine Familie aus? Und welche Ängste hat eine Fotografin, wenn sie die Diagnose "Erblindung" bekommt? Wie wird sich ihr Leben als Blinde ändern?
So viele Fragen werden in diesem Buch verarbeitet ohne allerdings als "schwere Kost" empfunden zu werden.

Die Autorin selbst hat eine Schwester, die ihr unglaublich lieb ist und die (wie man aus der Widmung am Anfang und in der Danksagung am Schluss interpretieren kann) auch blind ist. Ohne die Autorin zu kennen, habe ich das Gefühl, dass sie sehr viel von ihrer Schwestern-Beziehung in diesem Roman verarbeitet - aber auch geehrt hat.
Sie beweist unglaubliches Feingefühl für die Figuren, deren Sorgen und Ängste, ihren Träumen, aber auch der realen Welt.

Um euch ein Gefühl für den Roman zu geben:
Es gab einige Stellen, bei denen ich immer ein bestimmtes Lied im Kopf hatte (wie eine Art Soundtrack zum Film): "Feels like home" von Edwina Hayes. Eine emotionale Melodie, die erst eher melancholisch klingt, im Text sich aber Hoffnung und die Schönheit von Liebe und dem Leben verbirgt - wie in diesem Roman!

Fazit:

4,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Susan Wiggs hat in Harvard studiert und als Lehrerin gearbeitet. Sie hat in den USA zahlreiche historische Romane veröffentlicht, bevor sie zu ihrem eigentlichen Genre fand, und stand immer wieder auf der Bestsellerliste. Susan Wiggs lebt mit ihrer Famiie an der Pazifikküste.

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1 Kommentar:

Gina Schmid hat gesagt…

Das Buch ist der Hammer! Sooooooo romantisch und emotional. Es hat mich von der ersten Zeile an mitgerissen!!!