8. Juli 2012

Stacey McGlynn - "die Zeit, die uns noch bleibt"

Autor: Stacey McGlynn
Titel: Die Zeit, die uns noch bleibt

Verlag: Weltbild (oder Heyne)
ISBN: 978-3-86800-787-9
Erschienen: 2010
Seiten: 349


Inhalt:

Daisy Philipps ist es leid, von ihrer Umwelt wie eine alte Frau behandelt zu werden. Als ihr Sohn sie schliesslich damit konfrontiert, in ein Seniorenheim zu ziehen, kommt es zum Eklat. Die unerschütterliche Daisy beschliesst, nicht kampflos unterzugehen. Was sie dringend benötig, um ihre Lebensgeister wieder anzuregen, ist ein Abenteuer! Eine längst vergessene Armbanduhr, die sie in ihrem Keller wiederfindet, liefert die perfekte Vorlage dafür; gehörte diese Uhr doch ihrer ersten und einzigen Liebe, dem amerikanischen Soldaten Michael, der während des Zweiten Weltkriegs in England stationiert war. Mit nichts als einer jahrzehntealten Adresse als Anhaltspunkt, macht sich Daisy auf die Reise nach New York City, um Michael ausfindig zu machen und dabei möglicherweise einen flüchtigen Blick auf ein Leben zu werfen, da ihres hätte sein können...


Meine Meinung:

Wunderschönes, wenn auch kitschiges Cover. Emotionale, wenn auch kitschige Story. Sympathische, aber ja leider...kitschige Figuren.

Daisy Philipps, eine Frau von 77 Jahren, wird erst auf sehr sympathische Weise gezeichnet: typische Attribute einer liebenswerten Oma, also nicht mehr so fit, wenn auch noch voller Tatendrang, lieb, mit dem Kopf etwas in der Vergangenheit, stur betreffend ihrem Haus und Alltagsleben ("Das kann ich noch alleine!") und eben auf nette Art etwas schrullig vielleicht. Was mich aber leider sehr störte, war die Tatsache, dass die Autorin dann diese Daisy dennoch rennen liess, Kisten schleppen und einen Rasenmäher aus dem Schlamm ziehen wollend, obwohl sie gleichzeitig das Bild einer Arthritis-geplagten, langsam schwächer werdenden Frau zeichnet. Dies wirkt dann eher unrealistisch, leider.

Auch der Rest der Figuren ist zwar mit Gefühl und sicherlich mit Optimismus beschrieben, die meisten bleiben mir persönlich jedoch zu zweidimensional. Abgesehen von den Figuren, die in den Fokus gerückt werden, also die die Hauptpersonen spielen, werden jedoch die anderen eher an den Rang gedrängt und haben eher die Funktion von Dekoration. Es werden einzelne Geschichten von solchen "Randfiguren" angedeutet, teils erzählt, aber leider etwas belanglos, weswegen sie für mich nicht unbedingt in die Geschichte passen.

Die Geschichte um Daisy und ihrer verlorenen Liebe funktioniert ohne Rückblenden, was mich erst überrascht hat. Hab ich mich nach dem Klappentext doch schon darauf gefreut ein wenig hin un her in der Zeit zu reisen. Obwohl dies dann nicht der Fall war, fand ich es dennoch gelungen und eine angenehme Abwechslung (zeigt doch meine Erwartung nur wieder wie voreingenommen man sein kann, wenn man zu viele zu ähnliche Romane / Genres liest).

Wer nun auf eine spannende Such- und Rätseltour in New York hofft, muss ich aber leider enttäuschen, denn die Geschichte handelt nicht nur von Daisy und ihrem Michael, sondern mehr über ihre Ankunft in New York und der Familie, wo sie unterkommt (ihre entfernte Cousine).
Die Familie wurde hingegen sehr gut dargestellt und ich konnte mich gut mit ihnen identifizieren. Ausserdem bekommt der Roman eine unausgesprochene Message, wieviel Familie wert sein kann.

Unterm Strich ein netter Roman, der mich zwar nicht vom Hocker gerissen hat und vielleicht einige Schwachstellen aufweist. Dennoch lesenswert zur einer Tasse Tee für Leser, die "ruhigere" Geschichten mögen.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Stacey McGlynn hält ein M.F.A (Master of Fine Arts) in Film an der Columbia University. Sie lebt mit ihrem Mann und drei Söhnen auf Long Island. Dies ist ihr erster Roman.

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