5. August 2012

Christina Zacker - "Kann denn Fado fade sein?"

Autor: Christina Zacker
Titel: Kann denn Fado fade sein?

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-60247-2
Erschienen: 2012
Seiten: 303
(inkl. kleinem Port.-Deutsch Glossar)


Inhalt:

Witzige Geschichten aus einem kleinen Land, das manchmal grosse Fragen aufwirft.

Sie leben am äussersten Rand Europas, lieben gegrillte Sardinen, sind absolute Fussballnarren und gelten als schwermütig - schliesslich singen sie tagaus, tagein Fado. Tatsächlich sind die Portugiesen ein fröhliches und eigenwilliges Völkchen. Christina Zacker liebt sie und ganz besonders einen. Deswegen zieht sie zu ihm nach Portugal, und das in dem Glauben, Land und Leute gut zu kennen. Doch dann kommt alles anders als geplant...


Meine Meinung:

Eins vorweg: Ich LIEBE Portugal! So ist es wohl kaum verwunderlich, als ich trödelnd, ohne bestimmtes Ziel, nur "um mal zu gucken" in die Buchhandlung schlendere (ich weiss: nur mal gucken geht hier schlecht, aber ihr wisst, was ich meine) und mein Blick an diesem Titel hängen bleibt. Natürlich sticht mir der Hahn und die Worte Portugal und Fado sofort ins Auge, schnell den Klappentext gelesen (innerlich schon an meinen SuB daheim denkend) und ohne nach dem Preis zu gucken direkt zur Kasse marschiert. Daheim das angefangene Buch schnell fertig lesen und ohne Rücksicht auf meine Bücherwarteliste mir dieses Buch zu Leibe geführt...

Nicht nur, dass mir die Autorin und ihre Abenteuer unbeschreiblich sympathisch sind. Nein, ich schmunzle auch über viele Kleinigkeiten, die sie in sehr lockeren, witzigen Ton erzählt, weil sie mir selbst bekannt vorkommen. Weil ich selbst in meinen Portugalferien über Gesten oder Redewendungen verwundert die Stirn gerunzelt hab und mich auch mit dieser genuschelten Sprache immer mal wieder schwer tu. Christina Zacker berichtet von ihrem Umzug ans Ende von Europa mit Witz und Charme, als sässe man zusammen bei Kaffee und Kuchen im Garten und kennt sich schon seit Jahren!

Dementsprechend gefällt mir nicht nur der Schreibstil (wie gesagt, sehr locker, lebendig und lebensfroh), ihre Art (die sich dem portugiesischen Lifestyle mit einem Lächeln, aber manchmal auch etwas verzweifelt, versucht anzupassen), sondern auch die Tatsache, dass es eben nicht alles nach Plan läuft und sie auch über Dinge redet, die nicht alle gut sind in Portugal. Es ist eben das wahre Leben - da läuft nix nach Plan. ("é a vida" - so ist das Leben, was sie auch mehrmals schreibt).

Die Kapitel sind ordentlich pro "Abenteuer" gegliedert und meist chronologisch. Dennoch ist es nicht unbedingt eine zusammenhängende Geschichte, sondern mehr eine Art Erfahrungsbericht, der sich hervorragend als Ferienlektüre (besonders auch für Balkonien: Stichwort Fernweh) eignet.

Wie gesagt: Die Tatsache, dass mich der Portugalvirus schon erwischt hat, bin ich dermassen begeistert und voller Fernweh (port. "saudade") wieder, dass es den Status "eins meiner Lieblingsbücher" bekommt. Dennoch ist mir bewusst, dass andere Leser, also (noch)nicht-Portugal-kenner / - verliebte den Enthusiasmus besser unter Kontrolle haben als ich. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden...

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Christina Zacker ist Journalistin und Buchautorin. Gut 15 Jahre war sie als Redakteurin im Ratgeberteil verschiedener Zeitschriften tätig, zuletzt als Ressortleiterin und Textchefin einer Frauenillustrierten. Einige ihrer Werke erschienen unter Pseudonym: Franziska von Au.
Christina Zacker lebt seit 2004 in Portugal.


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Nachtrag: Die liebe Autorin hat mir mein Buch signiert und sogar eine persönliche Widmung geschrieben, mit welcher sie mich positiv überrascht hat...

1 Kommentar:

Beatrix Alfs hat gesagt…

Für Auswanderer bietet das Buch allerlei nützliche Tipps und sie werden auch ihren Spaß daran haben. Doch ein Urlauber wird sich kaum dafür interessieren, wie lange man in Portugal auf einen Telefonanschluss warten muss.