1. August 2012

Liz Michalski - "Rückkehr nach Evenfall"

Autor: Liz Michalski
Titel: Rückkehr nach Evenfall

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25613-4
Erschienen: 2011
Seiten: 345


Inhalt:

Ein altes Haus, eine junge Frau.
Stimmen, die nur einen Namen flüstern.


Nach einer gescheiterten Beziehung kehrt Andrea Murphy in ihre alte Heimat Conneticut zurück, wo sie als Kind viele glückliche Sommer verbrachte. Heute lebt nur noch ihre Tante Grit auf dem zweihundert Jahre alten Anwesen. Udn wie alle Frauen der Familie leidet auch sie unter einem gebrochenen Herzen.

Über fünfzig Jahre ist es her, dass Grits grosse Liebe Frank eine andere heiratete: ihre Schwester. Trotzdem lebten sie jahrzehntelang unter einem Dach. Nun ist Frank gestorben, und Grit will das alte Gemäuer verkaufen. Doch bei der Renovierung drängen die Schatten der Vergangenheit ans Licht. Schatten, die auch Andreas Leben für immer verändern werden...


Meine Meinung:

Klingt nach einem spannenden Familiendrama? Oder nach melancholischer Liebesgeschichte mit mysteriösem alten Haus?
Leider nicht ganz die Wahrheit...

Die beiden Hauptpersonen, Andrea und Grit, sind gut gelungen, authentisch und sympathisch. Die Männerrollen sind etwas zu sehr nach Stereotyp für mich und bleiben zu zweidimensional. Die Geschichte, die der Klappentext verspricht, bietet Stoff für eine Erzählung mit Herzschmerz und Liebe, aber auch Drama, Freude und Freunde, Träume und Enttäuschungen...es sollte also nicht langweilig werden.
Schlussendlich ist es auch nicht langweilig, allerdings kann es auch nicht diese Versprechungen halten.

Die Dreiecksbeziehung von Grit, ihrer Schwester Clara und Frank wird nicht grossartig thematisiert, sondern dient eher als Hintergrundinformation und Ausgangspunkt für Grits Gefühlschaos und Entscheidungen. Frank geistert von Kapitel zu Kapitel umher - und das wortwörtlich! Erst fand ich es interessant, dass der verstorbene Liebhaber eine Stimme bekommt, um seine Sicht zu haben. So bekommt man auch einen schönen Einblick in seine Gefühlswelt, wie er doch auch in Grit verliebt war, sich aber mit ihrer Schwester vermählte, weil seine Geliebte sich als Krankenschwester für die Armee einziehen liess.

Die Geschichte um Andrea und ihrer gescheiterten Beziehung ist auch sehr nach Muster, was hauptsächlich am männlichen Part liegt. Es scheint zwar nahe der Realität, jedoch zu sehr, was es wiederum unwirklich macht. Am besten gefallen hat mir der Schreibtstil der Autorin. Denn er liesst sich immer flüssig - egal aus welcher Perspektive geschrieben wird: im Jetzt, der Vergangenheit oder in Gedanken. Ob Frank, Grit, Andrea oder Cort (ein weiterer Liebhaber, der ins Spiel kommt).

Allerdings sind die Kapitel, obwohl schön abgetrennt und mit Vermerk auf den Erzähler, eher verwirrend. Man erkennt nicht immer gleich, ob man die Gedanken der Person liest, ob es eine Rückblende in die Vergangenheit ist oder ob es im Hier und Jetzt spielt. Die Übergänge sind sehr ineinander verwoben, was ja auch im wahren Leben so ist. Wer kennt das nicht, dass man mit den Gedanken mal abschweift. Stichwort Tagträume. Als Leser ist es jedoch schwierig sich zu orientieren.

Wer also auf ein spannendes Familiengeheimnis gehofft hat, wird leider enttäuscht. Dennoch ist das Buch insofern zu empfehlen, dass es eine leichte, angenehme Lektüre ist. Nichts Anspruchvolles, nichts Besonderes, aber eigentlich auch nichts Schlechtes.
Pluspunkt: schönes Cover!

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Liz Michalski stammt aus Conneticut und hat Englische Literatur studiert. Sie arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin und lebt heute zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Massachusetts.

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1 Kommentar:

KreaMa hat gesagt…

Schade, dass das Buch nicht ganz überzeugen kann, der Klappentxt klingt ja ganz gut und das Cover ist wirklich toll.