4. August 2012

Rudolf Rach - "eine französische Geschichte"

Autor: Rudolf Rach
Titel: Eine französische Geschichte

Verlag: weissbooks
ISBN: 978-3-940888-49-5
Erschienen: 2010
Seiten: 182


Inhalt:

Liebe und Geschäft - kann das gehen?
Und, wenn ja, wie?

Jean Bart, Verleger in Paris, sucht eine neue Assistentin und findet Margot Rothier. Bartist begeistert: Margot ist nicht nur schön, sondern auch bestens qualifiziert. Er will sie und keine andere. Bis Margot ihm etwas gesteht, was Bart und vor allem seinem wichtigsten Autor sehr in die Quere kommt.


Meine Meinung:

Ich habe mich auf eine kurze, hübsche Erzählung gefreut und hab mich dann leider das ganze Buch durch gelangweilt - aber wenigstens nur kurz.

Es gibt ja Schreibstile, in die man sich erst mal reinlesen muss, weil sie einem nicht sogleich zusagen oder der Buchanfang noch etwas holpert. Auch bei Rudolf Rach finde ich die Satzkonstruktionen eher gewollt hochgestochen als leserfreundlich, was das Lesen nicht unbedingt vereinfacht und dem Autor sogar etwas Hochnäsiges verleiht. Sein Schreibstil konnte mich - obwohl es sich später besserte - nicht überzeugen. Wahrscheinlich war es einfach nicht mein Geschmack, denn es ist auch sehr wenig direkte Rede dabei, welche nicht einmal durch Anführungs- und Schlusszeichen gekennzeichnet ist. Die Erzählung präsentiert sich ganz klassig als gesamter Text: wenig direkte-Rede-Zeichen, verwickelte Sätze und keine Kapitel.

Die Geschichte selbst könnte gut sein, doch leider hat der Autor seine Idee in den Sand gesteckt. Die "Liebe" vom Klappentext wird nirgends erwähnt, sondern höchstens mal, dass Herr Bart diese Margot attraktiv findet (wobei sie ein gutes Stück jünger ist als er, er jedoch dazu noch vergeben). Ihr Geständnis ist nicht die Hauptbesorgnis eines Autoren, sondern was es mit sich bringt. Und dass dieser Autor einer der wichtigsten in Barts Verlag ist, steht auch bloss auf dem Klappentext.
So hat die Beschreibung der Erzählung schon mehr erzählt und mehr Zündstoff als die Erzählung selbst!

Die Figuren bleiben etwas zweidimensional, abgesehen von Herr Bart, aus dessen Sicht das Ganze abspielt. Ich hatte den Eindruck, als diene die Hauptfigur als Repräsentation des Autors (der selbst Verleger ist) und spiegelt seine Ansichten, die eine philosophische Neigung aufweisen. So fachsimpelt der Autor lieber über Kunst und Geschichte, wobei ich gar nicht recht verstand, was das mit der Erzählung zu  tun hat.

Das Beste am Buch finde ich, dass der Autor sich schon auf der ersten Seite selbst ins Aus katapultiert, indem er schreibt (Zitat aus Buch):

"Er war Verleger. Jemand also, der Manuskripte liest und sich fragt, ob es sich lohnt, Geld in eine Veröffentlichung zu stecken. Zum Beispiel in ein Buch. Die meisten Verleger haben irgendwann einmal selbst versucht zu schreiben und dann erkannt, dass sie das Schreiben besser anderen überlassen."

Jawohl, Herr Rach. Nicht böse gemeint, aber bleiben Sie bitte Verleger und Herausgeber von Bücher, aber ihres konnte mich leider nicht überzeugen.

Fazit:
1 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Rudolf Rach kommt aus Köln. Nach seinem Studium - Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft - wird er 1971 Leites des Suhrkamp Theaterverlages. 1986 geht er nach Paris und leitet seither den Verlag L'Arche Editeur.

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