27. September 2012

Alex Capus - "Léon und Louise"

Autor: Alex Capus
Titel: Léon und Louise

Verlag: Carl Hanser
ISBN: 978-3-423-14128-4
Erschienen: 2011
Seiten: 315


Inhalt:

Eine grosse Liebe, gelebt gegen die ganze Welt: Das ist die Geschichte von Léon und Louise.
Sie beginnt während des Ersten Weltkriegs an der französischen Atlantikküste, wo die beiden sich zum ersten Mal begegnen. Doch dann reisst sie ein Fliegerangriff mit Gewalt auseinander. Sie halten einander für to. Léon heiratet, und Louise, von leidenschaftlichem Temperament und unstillbarem Unabhängigkeitsdrang, geht ihren eigenen Weg - bis sie sich 1928 zufällig in der Pariser Métro wiederbegegnen.

Eine wunderbare Geschichte zweier Menschen, die nie zusammenkamen und doch ein hinreissendes Liebespaar geworden sind.


Meine Meinung:

Obwohl ich mir dieses Buch wohl eher nicht selbst gekauft habe (sondern in diesem Fall geschenkt bekam) hat es mich sehr gut unterhalten. Wieder einmal ein Beweis, dass ein unscheinbares Cover eine doch grosse Geschichte dahinter verbergen kann.
(Der umgekehrte Fall - also schönes Cover, aber blöde Geschichte - gibt es ja leider auch...)

Die Geschichte wird aus der Sicht eines Enkels von Léon geschrieben und ist somit auch recht "Léon-lastig". Dass es jedoch nicht Léon selbst ist, der über die Geschehnisse berichtet, wird nur an einigen wenigen Stellen sichtbar, sonst könnte man auch meinen, dass es ein aussenstehender Erzähler ist. Eigentlich wird das ganze Leben von Léon erzählt, von dem Zeitpunkt als er etwa 20 Jahre jung ist (und Louise traf) bis zum Tod seiner Frau als er selbst schon über 60 Jahre alt ist.
Somit könnte man das Buch eine "fiktive Biographie" nennen.

Louise ist sein wichtigster Gegenpart und auch aus ihrem Leben wird einiges berichtet, wenn auch viel weniger. In einigen Kapiteln (gegen Ende) verschwindet sie sogar ganz oder tritt nur noch in Form ihrer Briefe an Léon auf. Dennoch hatte ich als Leser das Gefühl sie zu kennen. Für mich unerwartet, wurde auch Yvonne (die Frau von Léon) und ihre Kinder näher in den Fokus gerückt, wodurch man gegen Ende des Buches kurz sogar mehr über diese Frau liest, als über Louise.

Ganz allgemein hat mir der Anfang ausnahmsweise besser gefallen als das Ende. Meistens ist es anders rum: dass ich Startschwierigkeiten hab mich in das Buch hineinzufühlen, das Ende jedoch alles wieder gut macht. Bei diesem Roman begann ich die Lektüre sehr optimistisch, doch mit der Zeit ist das Lesevergnügen leider etwas abgeflaut...

Die Personen und die Situationen sind sehr autenthisch und mit dem geschichtlichen Hintergrund des Ersten und Zweiten Weltkrieges auch nahe an der Realität. An den Schreibstil musste ich mich jedoch erst gewöhnen, da er zwar doch flüssig zu lesen ist, jedoch eine meiner Meinung nach etwas "alt-deutsche-Erzählungs-Aura" hat.

Schlussendlich ist es eine sehr nette Geschichte, die sicher vielen gefällt, die mich persönlich aber nicht direkt vom Hocker gehauen hat. Schlechtreden kann ich Capus' Werk dennoch nicht.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Alex Capus, geboren 1961 in Frankreich, studierte Geschichte und Philosophie in Basel. Zwischen 1986 und 1995 arbeitete er als Journalist bei verschiedenen Schweizer Tageszeitungen.
Er lebt heute als freier Schriftsteller in Olten (Schweiz).

Mehr auf: Alex Capus

Keine Kommentare: