1. September 2012

Elizabeth Kostova - "die Schwanendiebe"

Autor: Elizabeth Kostova
Titel: Die Schwanendiebe

Verlag: Bloomsbury Berlin
ISBN: 978-3-8270-0903-6
Erschienen: 2010
Seiten: 667


Inhalt:

Der Psychiater Andrew Marlow liebt seinen Beruf und sein unabhängiges Leben. Doch als der berühmte Maler Robert Oliver sein Patient wird, ist es damit vorbei. Der Künstler hatte versucht, ein Gemälde in der National Gallery of Art in Washington mit einem Messer zu attackieren. Und nun schweigt er beharrlich.
Béatrice de Clerval ist eine junge Malerin im ausgehenden 19. Jahrhundert in Paris, die sich einem neuen STil zuwendet: dem Impressionismus. Als ihr Mentor Olivier Vignot ihre aussergewöhnliche Begabung erkennt, reicht er eines ihrer Gemälde unter Pseudonym im berühmten Salon de Paris ein.
Was hat das Schicksal dieser Künstlerin, deren Briefe man bei Robert Oliver findet, mit dessen zerstörerischer Tat zu tun? Marlow begibt sich auf eine Spurensuche, die ihn quer durch die USA, nach Mexiko und bis nach Paris zu einem mysteriösen Bild führt.


Meine Meinung:

Leider klingt der Klappentext spannender als das ganze Buch.

Elizabeth Kostova konnte mich mit ihrem Roman "der Historiker" sofort begeistern und verführte mich auch zum Kauf dieses Buches von ihr. Allerdings hat diese Autorin leider eine 180-Grad-Wendung geschafft...

Der Schreibstil ist zwar gut, leicht zu lesen aber dennoch auch nicht anspruchslos. Das Hauptproblem bei diesem Roman liegt generell nicht an der Sprache, sondern im Inhalt: die Geschichte hat kaum Handlung. Und dies ist leider nicht mit "es ist eben ein ruhigen Roman" zu erklären, sondern über 600 Seiten einfach nur langweilig.

Ein Kompliment an die Autorin dafür, dass sie die einzelnen Personen sehr genau beschrieben hat. Man liest aus verschiedenen Perspektiven, verschiedene Abschnitte über das Leben von Robert Oliver (jeweils die Lebensabschnitte, welche die Person mit dem Künstler verlebte) und dazu kommen noch Zeitsprünge, die Teile aus dem Leben der Künstlerin Béatrice erzählen. Diese ganze Hin und Her ist zwar stets am Kapitelanfang vermerkt, doch der Leser tappt sehr lange im Dunkeln und es fühlt sich so an als lese man viele verschiedene Geschichten und hofft, dass diese sich irgendwann zusammenfügen. Dies passiert schlussendlich auch, jedoch viel zu spät und dann nicht sehr sensationell.

Die Geschichte ist sehr gefühlsbetont, sehr detailliert und gekonnt geschrieben. Allerdings ist es mir rätselhaft, wen seitenlange Schilderungen über das Malen wirklich interessiert. Ich selbst male als Hobby auch gerne, aber selbst professionnelle Künstler werden die Beschreibungen über Perspektiven, Farbwahl und Pinselführung wenig zum malen animieren...

Ich las das Buch zu Ende, weil ich zu den Personen gehöre, die sehr sehr schwer ein Buch auf die Seite legen können, ohne das Ende zu kennen, wenn man die Lektüre schon begonnen hat. Nun kann ich zwar ruhig schlafen, weil ich das Ende kenne, allerdings hätte ich die Zeit auch besser und lieber mit einem anderen Roman verbringen können, denn die Geschichte bleibt über 600 lange Seiten gleich "ruhig" und nicht einmal die Lösung des Rätsel - die "Heilung" bzw. das Motiv von Robert Oliver ist spektakulär gelungen.

Fazit:

0,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Elizabeth Kostova hat an den Universitäten von Yale und Michigan studiert. Ihr erster Roman "der Historiker" belegte den ersten Platz der US-Bestsellerlisten und wurde in 44 Sprachen übersetzt. Eine Verfilmung ist in Vorbereitung.

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