23. September 2012

Katherine Webb - "das geheime Vermächtnis"

Autor: Katherine Webb
Titel: Das geheime Vermächtnis

Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-35546-0
Erschienen: 2011
Seiten: 542


Inhalt:

An einem düsteren Wintertag machen sich Erica und Beth auf den Weg zu dem Landsitz ihrer verstorbenen Grossmutter. Diese hat ihr Erbe mit einer Bedingung verknüpft: Wollen die Schwestern Storton Manor behalten, müssen sie selbst dort einziehen. Erica und Beth sind darüber alles andere als glücklich, denn die Erinnerungen an die unbeschwerten Sommertage ihrer Kindheit werden überschattet vom mysteriösen Verschwinden ihres Cousins Henry. Bis heute weiss niemand, was damals wirklich geschah, und die Familie zerbrach an dem tragischen Schicksalsschlag.
Als Erica die Hinterlassenschaften ihrer Grossmutter ordnet, wird ihr klar, dass Henrys Verschwinden nicht das einzige Geheimnis ist, das die alten Mauern von Storton Manor bergen. Auf einem vergilbtem Foto erkennt sie ihre Urgrossmutter Caroline mit einem unbekanntem Baby. Wer ist dieses Kind, und was ist aus ihm geworden? Stück für Stück folgt Erica den geheimnisvollen Spuren, bis sie sich schliessich mit einem schrecklichen Verrat konfrontiert sieht...


Meine Meinung:

Nun gut, ich habe eine gewisse Schwäche für solche Bücher, obwohl sie sich schnell mal ähnlich sind. Immer scheint es einen alten Brief oder ein vergilbtes Foto zu geben, das auch ein Geheimnis deutet, welches meist eine verbotene Liebe, ein uneheliches Kind oder sonstige zerstörte Träume und Verrat in der Familie beinhaltet.
Ich liebe es in eine Familiengeschichte einzutauchen, sie über Generationen kennen zu lernen und die Konsequenzen ihrer Fehler mitzuverfolgen. Soll nun nicht heissen, dass ich mich an den Problemen der anderen gütlich tu, sondern ich liebe einfach diese "Familiengeheimnisse" - ist ja schliesslich fiktiv.

Sehr gefallen hat mir, dass auch in diesem Buch die für dieses Genre recht typischen Rückblenden genutzt wurden. Allerdings kam es mir sehr lange so vor, als handle es sich um zwei komplett verschiedene Geschichten. Es wird nicht nur der Alltag von Erica und Beth (aus der Sicht von Erica als "Ich-Erzähler" übrigens) beschrieben, sondern auch das Leben von Caroline, die damals noch in Amerika (New York und später im damaligen Wilden Westen) lebte, später aber nach Storton Manor kam, welches in England liegt. Diese Mischung von britischem Herrenhaus und etwas sandigem Wilden Westen war gut gelungen, aber stellte auch, wie gesagt, nicht nur geographisch eine etwas grosse Distanz her.

Schliesslich wurde mir sogar die Hauptperson in der Vergangenheit (also Caroline) richtig unsympathisch. Doch eigentlich ist das auch interessant, wenn man mal nicht alle Charaktere mag, denn für die Geschichte funktioniert es gut und es wirkt autenthisch.
Übers ganze Buch konnte ich mir des Rätsels Lösung wieder neu zusammenreimen und schlussendlich blieb es relativ absehbar. Dennoch hielt es auch einige Überraschungen bereit und selbst wenn man mit den Grundvermutungen richtig lag, wurde es nicht langweilig.

Dieses Buch gehört zwar leider auch in die Kategorie: "am Anfang eher lahm, gegen Ende dann rasant". Doch wird dem Leser anfangs den Personen und deren Hintergrundgeschichte und Beziehungen zueinander erklärt, was für später sehr hilfreich ist und auch wieder typisch für dieses Genre. Trotzdem hätte es ein wenig detailarmer sein dürfen...

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Katherine Webb, geboren 1977, wuchs im ländlichen Hampshire auf und studierte an der Durham University Geschichte. Verfalle Schlösser üben seit ihrer Kindheit eine unwiderstehliche Anziehung auf sie aus. Nachdem sie eine Zeit in London und Venedig verbracht hat, lebt sie heute in einem Cottage nahe Newbury, Berkshire.

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