14. September 2012

Rachel Joyce - "die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry"

Autor: Rachel Joyce
Titel: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry


Verlag: Krüger
ISBN: 978-3-8105-1079-2
Erschienen: 2012
Seiten: 378


Inhalt:

"Ich werde laufen. Die Wanderung, das ist der Sinn."


Eigentlich will Harold Fry nur einen Brief einwerfen an seine frühere Kollgein Queenie Hennessy, die im Sterben liegt. Doch dann läuft er am Briefkasten vorbei und auch am Postsamt, aus der Stadt hinaus und immer weiter, 87 Tage, 1000 Kilometer. Zu Fuss von Südengland bis an die schottische Grenze zu Queenies Hospiz. Eine Reise, die er jeden Tag neu beginnen muss.

Für Queenie. Für seine frau Maureen. Für seinen Sohn David. Für sich selbst. Und für uns alle.


Meine Meinung:

Mit grossen Erwartungen begann ich das Buch zu lesen, hab ich doch schon so viel Gutes darüber gehört und konnte kaum warten es selbst in Händen zu halten. Dies wird wohl auch der Grund gewesen sein, warum ich anfangs ein klein wenig enttäuscht war...
Doch ich bin selbst Schuld: zu grosse Erwartungen! Denn der Anfang ist gut, sehr gut sogar, nur eben erst der Anfang und deswegen noch "ruhiger". Doch egal wie gross die Reise wird, auch die grösste Reise fängt erst mit einem anfänglichen, kleinen Schritt an.

Schnell schliesst man Harold ins Herz, zieht mit ihm die Segelschuhe an und läuft - zumindest gedanklich - mit ihm jeden Kilometer. Er trifft auch interessante Personen. Menschen mit Problemen, Menschen mit Freude und eben ganz normale Menschen wie du und ich. Rachel Joyce schafft es jedoch, auch die normalsten Personen als etwas Besonderes zu erscheinen und uns zu zeigen wie wunderbar - und wunderbar einfach - das Leben sein kann und was wirklich zählt!

Ihr Schreibstil liest sich sehr fliessend und ihre Wortwahl trifft genau ins Herz. Mit einfachen Mitteln, ohne kitschig zu wirken, schafft sie emotionale Momente, sei es Freude, Wut, Verzweiflung, Optimismus, Glaube, Verbundenheit, Schuldgefühle oder Angst...

Es gab einen Moment, als ich mich sehr an Forest Gump erinnerte und ich dachte nur: Lauf Harold, lauf!
Und er lief...für Queenie, für Maureen, für David...und für mich...
Ein Buch, welches einen herrlichen Film geben könnte, obwohl ich jetzt schon weiss, dass der Film dem Buch niemals gerecht werden kann.

Ein ganz grosses Lob muss ich für das Ende aussprechen: eines der besten Enden, die ich seit langer Zeit (oder jemals) gelesen habe!!!
Gefühlvoll, aber kein kitschiges HappyEnd. Ein realistisches Ende, das einen gleichzeitig mit Tränen in den Augen und einem Lächeln im Gesicht das Buch zuklappen lässt. In Gedanken bei Harold, Maureen und Queenie. Traurig, dass es zu Ende ist, aber glücklich es gelesen zu haben...

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Rachel Joyce hat über 20 Original-Hörspiele für die BBC verfasst und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet. Daneben hat sie Stoffe fürs Fernsehen bearbeitet und auch selbst als Schauspielerin für Theater und Film gearbeitet.
Dies ist ihr erster Roman, der in über 30 Sprachen auf der ganzen Welt gelesen wird.
Sie lebt mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Cloucestershire auf dem Land.

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