26. Oktober 2012

Andrew Taylor - "das tote Herz"

Autor: Andrew Taylor
Titel: Das tote Herz

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47044-0
Erschienen: 2009
Seiten: 478


Inhalt:

London, 1934: Eine junge Frau flieht vor ihrem gewalttätigen Mann und gerät in das Haus des Teufels...

Der Legende nach soll einst der Teufel am Bleeding Heart Square in London getanzt und eine Frau verführt haben. Alles, was von ihr übrig blieb, war ihr Herz. Doch im Jahr 1934 glaubt man nicht mehr an den Teufel. Auch Lydia Langstone nicht, die die dortige Wohnung ihres Vaters nur als Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann aufgesucht hat. Dann aber erfährt sie von dem plötzlichen Verschwinden der Hausbesitzerin und von den Päckchen, die regelmässig vor der Tür des Hausverwalters gefunden werden und die alle ein verwesendes Herz enthalten...


Meine Meinung:

Andrew Taylor gelingt in diesem Roman wieder einmal eine unglaublich tolle Atmosphäre. Als würde man selbst durch eine dunkle Gasse in London spazieren und sich in die Wärme eines alten, nicht unbedingt einladedem Lokal flüchten. Und dort in einer Nebelwolke von Rauchern und den Gerüchen der Küche dieser Geschichte zu lauschen...
Eine Mischung aus kalter Schauer den Rücken hinab und angenehmen Grusel oder Spannung. Leider geht diese Atmosphäre jedoch mit der Zeit etwas veloren...und verläuft irgendwie im Sand.

In der Mitte verwandelt es sich eher in einen Schmöker über eine Familiengeschichte, was ich zwar auch mochte. Doch dieser Genrewechsel störte mich anfangs etwas und ich empfand es als sehr schade, wurde diese dunkle Seite nicht konsequent gehalten, sondern dafür in eine Erzählung abrutschte. Dennoch bleibt die Spannung dabei nicht auf der Strecke, was hingegen wieder verblüfft.

Die Figuren sind sympathisch, obwohl doch viele ziemliche Stereotypen sind. Leider ist auch die Hauptfigur erst sehr klischeehaft und macht während dem Buch eine kleine Verwandlung durch. Soll heissen: die Lydia am Anfang des Buches und die Lydia zum Schluss des Buches, würde ich nicht als die gleiche Frau bezeichnen und das Buch allein ist nicht lang genug, um diese Wesenszüge aufgrund von Erfahrungen zu wechseln.

Unterm Strich habe ich mir eine gruseligere, dunkle Geschichte gewünscht und erwartet und wurde insofern enttäuscht, dass der Roman nicht meinen Erwartungen entsprach. Trotzdem gefiel es mir sehr gut und die knapp 500 Seiten lasen sich flüssig und relativ schnell, was immer ein gutes Zeichen ist.

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Andrew Taylor wuchs in der Fen Country in East Anglia auf. Er studierte an den Universitäten in Cambridge und London. Danach übte er verschiedene Berufe aus, unter anderem Bootsbauer, Lehrer, Bibliothekar und Lohnbuchhalter. 1981 wendete er sich dann hauptberuflich dem Schreiben zu.
Er hat bisher über 20 Bücher geschrieben, meistens Kriminalromane und Thriller.

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