7. Oktober 2012

Emma Temple - "der Tanz des Maori"

Autor: Emma Temple
Titel: Der Tanz des Maori

Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-25932-3
Erschienen: 2010
Seiten: 477


Inhalt:

Die junge Medizinstudentin Sina reist mit ihrer Freundin durch Neuseeland. Ein unbeschwerter Urlaub zwischen Regenwäldern und Fjorden ist gelant, doch seit der Ankunft träumt Sina jede Nacht von einem tanzenden Maori. Als sie in einem alten Fotoalbum das Bild einer Frau entdeckt, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, ist sie schockiert: Wer war diese Unbekannte, die Anfang des 20. Jahrhunderts an der Westküste gelebt hat? Was weiss die alte Maori, die ihr das Album verkauft hat, darüber? Dann lernt sie Brandon, einen jungen Kapitän, kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Dessen Grossvater versucht jedocht, das Glück zu verhindern - er verbietet Brandon jeden Kontakt mit der jungen Deutschen. Hat das etwas mit den alten Bildern in dem Album zu tun? Sina ist fest entschlossen, das Geheimnis zu lösen. Sie reist an die Westküste und deckt eine fast hunder Jahre alte Gesichte von Freundschaft und Verrat, Geld und Verlust auf. Ihr wird langsam klar: Ihr Glück wird sie erst finden, wenn sie das Rätsel um ihre Herkunft gelöst hat...


Meine Meinung:

Nicht nur, dass mich nach diesem Roman die Reiselust - beesonders für Neuseeland - packt, sondern ich genoss auch wieder einmal einen tollen "Familien-Geheimnis-Schmöcker".

Die Geschichte wird zwar aus der Sicht von Sina erzählt, allerdings nicht in der "Ich-Form", was jedoch kaum auffällt. Dazwischen wird die Geschichte von Ava (der Frau auf dem Bild) und Ruiha (der alten Maori) erzählt, was aber nicht weiter zu Verwirrung führt, da alles schön zeitlich oder von der Situation getrennt ist. Ausserdem verbindet diese Frauen ja mehr als nur ein Foto, aber pssst... nicht zu viel verraten ;)

Die Liebesgeschichte fand ich in den Details etwas zu kitschig, sprich Sina und Brandon reagieren etwas zu verständnisvoll, zu bilderbuchhaft auf schwierige Situationen, sind immer füreinander da und legen eine Hollywoodreifen Abgang hin, was nicht immer ganz realistisch wirkt, sondern leider etwas übertrieben. Dennoch mag ich alle Hauptprotagonisten (abgesehen von einer Person, die allerdings auch der Hauptbösewicht spielt).

Die Autorin weiss die Schönheit von Neuseeland zu beschreiben, man merkt, dass sie selbst schon vor Ort war. Dabei fand sie für mich eine gute Balance zwischen detailgetreuen Beschreibung - also nicht zu viel und nicht zu wenig.

Durch den Roman kann man immer wieder mitraten, was als Nächstes passiert und welche Wendung die Erzählung nimmt. Oft lag ich auch grundsätzlich richtig, dennoch verliert es dadurch nicht die Spannung und selbst wenn ich richtig getippt habe, kam es zwar zu diesem Schluss, allerdings auf einem anderen Weg als ich erwartete. Bis zum Ende gibt es Happy Ends, aber auch "unlucky Ends", je nach Person. Es wird nicht ganz alles aufgeklärt, jedoch genügend, um die Geschichte abzuschliessen und den Leser nicht fragend zurückzulassen.

Im Grossen und Ganzen habe ich die Lektüre sehr genossen, kam dank Geheimnissen der Vergangenheit und Schreibstil sehr schnell wieder in die Geschichte, egal wie lange ich das Buch auf die Seite lag (allerdings war das nicht sehr lange). Ein exotisches Abenteuer mit etwas Kitsch, aber meiner Meinung nach schönen Kitsch!
Einziger Knackpunkt: leider gab es Tippfehler und einen sehr verdrehten Satz, was sicher Fehler bei der Übersetzung sind, mich persönlich aber (wenn mehr als 1x) nerven, weil's einfach schade ist. Deswegen auch der kleine Abzug...

Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Emma Temple ist das Pseudonym von Katrin Tempel, einer erfolgreichen deutschen Autorin. Sie wurde 1967 in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Während ihres Studiums der Geschichte und Politik entdeckte sie ihre Liebe zu Neuseeland und verbrachte ein Jahr auf einer Farm in der Nähe von Christchurch - wohin sie immer wieder gern zurückkehrt.
Sie lebt heute mit ihrer Familie an der Weinstrasse.

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