29. Oktober 2012

Lesung mit Carlos Ruiz Zafón

Wie habe ich mich auf diesen Abend gefreut !
Einer meiner absoluten Lieblingsautoren kommt in die Schweiz, um seinen neusten Roman vorzustellen, der vor Kurzem in Deutsch erschien: "der Gefangen des Himmels" (Fischer Verlag)

 

Ein eisiger Wind peitscht durch die Strassen, der erste Schnee des Jahres gefriert zu Eis und macht es den Autofahrern nicht gerade leicht. Es ist Sonntag-Abend und bei diesem Wetter bleibt jeder daheim, der ein warmes Plätzchen daheim hat. Ausser: Carlos Ruiz Zafón liest in Zürich!

So nahm auch ich an diesem unwirtlichen Abend den Zug und ich kann euch sagen: auf dem Heimweg war mir nicht mehr kalt, denn ich trug ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht.

Durch den Abend führte u.a. Res Strehle, Co-Chefredakteur des Tagesanzeigers (Schweizer Zeitung), der ihm Fragen über sein Buch, über das Schreiben und über Musik stellte.
So erzählte Zafón, dass er oft gefragt wird, was ihn beim Schreiben beeinflussen würde und woher er immer all diese Ideen hätte. Er zähle jedoch nicht zu den Berufsschriftstellern, die auf Inspiration warten oder die einfach drauflos schreiben und gut in Improvisationen sind. Er mache sich immer erst einen Plan, kreiert die Geschichte, denkt sich Figuren aus und erst dann beginnt er alles aufzuschreiben, was im schon im Kopf herumgeistert. Beeinflusst wird er sehr stark von Musik - denn der Autor Zafón kann nicht nur mit Worten bezaubern, sondern auch auf dem Klavier !
So setzt er sich gerne hin und schafft eigene Kompositionen zu Charakteren oder Situationen aus seinen Büchern. (Viele Klavierstücke von ihm kann man übrigens kostenlos von der Verlagsseite herunterladen. *Klick hier*)

 Er erzählte ausserdem von seinem Erfolg in der Werbebranche, bevor er sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, was er schon immer wollte (das wusste er schon mit 4 Jahren! "Doch es ist eben nicht leicht mit diesem Hobby den Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Schild mit *Novelist* an der Tür, reicht da nicht").

Sebastian Arenas las dazu einige Kapitel in Deutsch, Zafón selbst las ein Kapitel in Spanisch (Meine Güte war das schnell!). Ausserdem spielte Zafón 3 Stücke live auf dem schwarzen Piano.
Ich hätte ihm noch viel länger zuhören können, aber irgendwann ist eben Schluss...
Als schönsten Andenken reihte ich mich in die Schlange ein, um mein Buch signiert zu bekommen und in mein "Schatten des Windes" schrieb er auf meinen Wunsch sogar eine persönliche Widmung! Für das Sahnehäubchen und die Kirsche oben auf durfte ein Foto mit ihm auch nicht fehlen und so nahm ich den kalten Heimweg locker in Angriff. Denn nun hab ich nicht nur meinen Lieblingsautor persönlich getroffen, sondern einen neuen Lieblingsmusiker "gefunden" dazu...



Eine Kurzgeschichte aus Zafón's Feder: Die Feuerrose
Ein Interview mit ihm findet ihr auf: Tagesspiegel.de

Meine signierten Bücher:
In mein "Schatten des Windes" schrieb er: por Ramona, que empezó a querer en estas páginas...was soviel bedeutet wie: für Ramona, die auf diesen Seiten begann (es) zu mögen.
Da es mein erstes Buch von ihm war, welches ich damals eher zufällig kaufte, mich aber ab da in sein Werk verliebte, habe ich ihn gefragt, ob er mir sowas wie "Beginn einer Liebe" auf Spanisch hineinschreibt...tja, und das kam dabei raus =)

1 Kommentar:

Die-Rezensentin hat gesagt…

Hallo, Sehr interessanter Bericht und schöne Fotos :-) L.G. Annette