18. November 2012

David Safier - "Happy Family"

Autor: David Safier
Titel: Happy Family

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25272-3
Erschienen: 2011
Seiten: 315



Inhalt:

Eine verflucht nette Familie

Familie Wünschmann ist nicht happy. Mama Emmas Buchladen geht pleite, Papa Frank ist völlig überarbeitet, die pubertierende Fee bleibt sitzen, und Sohnemann Max wird von dem Mädchen, das er liebt, ins Schulklo getunkt. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns nach einem Kostümfest auch noch von einer Hexe verzaubert: Plötzlich sind sie Vampir, Frankensteins Monster, Mumie und Werwolf.

Gemeinsam jagen die frischgebackenen Monster um den halben Erdball, der Hexe hinterher, damit diese den Fluch wieder rückgängig macht. Dabei treffen sie auf jede Menge echte Ungeheuer: Vampire, Riesenechsen und schwäbische Pauschaltouristen. Sogar auf Dracula höchstpersönlich, der mit seinem unwiderstehlichen Charme Mama Emma verführen will. Tja, niemand hat behauptet, dass es einfach ist, als Familie das Glück zu finden.


Meine Meinung:

Die Fantasie dieses Mannes hat einfach keine Grenzen! David Safier ist mittlerweilen bekannt und geliebt für seine schrulligen, lustigen und oft auch mit Sarkasmus gepfefferten Romane, deren Hauptfigur am Schluss immer etwas Wichtiges, Wahres im und fürs Leben lernt. Auch mich ziehen die gelben Covers immer wieder von Neuem an...

Diesmal beschränkt er sich nicht nur auf eine Heldin, sondern auf eine ganze chaotische Helden-Familie, die mit ziemlich unwahrscheinlichem, aber urkomischem Schicksal zu kämpfen haben. Die Hexe Baba Yaga verwandelt sie nämlich in Monster. Dass sie dabei auf Dracula und andere Monster stossen, ist ja wohl ein Muss. Doch Safiers Fantasie brennt wohl in diesem Roman komplett mit ihm durch: eine Prügelei in Madame Tussauds, ein schräger 3000 Jahre alter Pharao, ein aus Lehm entstandener Junge, ein sprechender Gorilla...die Liste ist lang.

Mich überrascht immer wieder, wieso der Herr Autor so gerne (und so gut) aus Sicht von Frauen schreibt. Dabei bedient er sich zwar an vielen Klischees, aber er vermag sie so witzig verpacken, dass mich das nicht einmal stört und es sogar Momente gibt, in denen ich mich ertappt fühle. Dass er auch aus Männersicht schreiben kann, beweist er hier sehr gut, da er aus allen möglichen Sichten schreibt: als Mama Emma, als Tochter Fee, als Sohn Max, als Frankenstein, als Baba Yaga, als Dracula und als Cheyenne (einer weiteren Weggefährtin der Familie)...

Aufgefallen bei diesem Roman ist mir besonders die Aktualität. Soll heissen: die vielen Referenzen zu unserer heutigen Zeit. So kommen Ausdrücke wie "Bin ich im Dschungelcamp? Holt mich hier raus!" vor, wie auch andere bekannte Namen (Jamie Oliver, Stephanie Meyer, Haribo...). Dies wurde mir persönllich fast zu viel, obwohl es sich immer noch sehr flüssig liest und ich alles kannte. Dennoch setzt es ein gewisses Weltwissen voraus, welches eventuell den Witz ins Stocken bringen könnte.

Im Grossen und Ganzen war's nicht mein liebster Safier, aber bei Weitem auch nicht der Schlechteste und somit sehr empfehlenswert.

Anmerkung: in meiner Ausgabe hat es hinten im Buch noch die ersten Kapitel von "Muh!", seinem neusten Roman, den ich mir wohl auch noch zulegen muss.

Fazit:

4 von 5 Lese-Echsen




Autor:

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Außerdem arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie "Berlin, Berlin" gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy (den amerikanischen Fernseh-Oscar). David Safier lebt in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

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