27. März 2012

Thierry Cohen - "Ich hätte es vorgezogen zu leben"

Autor: Thierry Cohen
Titel: Ich hätte es vorgezogen zu leben

Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-75205-8
Erschienen: 2008
Seiten: 222


Klappentext:

Eine erfüllte Liebe und ein geglücktes Leben: zu schön, um wahr zu sein?
An seinem 20. Geburtstag bringt Jeremy sich um, weil seine grosse Liebe Victoria ihn nicht erhört. Doch er wacht wieder auf, Victoria weckt ihn zärtlich und gratuliert ihm zu seinem 21. Geburtstag. Jeremy ist glücklich: Zwar kann er sich an das vergangene Jahr nciht erinnern, doch ist er mit der Frau zusammen, die er liebt. Ist das das Paradies? Als er das nächste Mal aufwacht, sind zwei Jahre vergangen, an die er sich nicht erinnern kann. Und er muss feststellen, dass sein anderes Ich, das diese zwei Jahre gelebt hat, anscheinend kein besonders angenehmer Zeitgenosse ist. Jeremy wird in immer grösseren Abständen aufwachen. Und er nimmt den Kampf gegen den "bösen" Jeremy auf, der mittlerweile drauf und dran ist, seine Liebe zu Victoria zu zerstören. Er hat für diesen Kampf genau einen Tag Zeit. Immer wieder. Ein ganzes Leben lang. Wird es Jeremy gelingen, wenigstens seinen Traum von einem glücklichen Leben mit Victoria zu retten?


Meine Meinung:

Der Klappentext untertreibt masslos und lässt eine zwar spannende, aber leichte, unterhaltende Rätseltour erwarten. Ich Wahrheit ist dieser vergleichsweise dünne Roman eine geballte Ladung Gefühle, Gedanken, Fragen an Gott, ans Leben, an sich selbst und noch so viel mehr !!!

Jedes Mal, wenn Jeremy erwacht und wieder weitere Jahre, an die er sich nicht erinnert, vergangen sind, geht man mit ihm auf Entdeckungsreise. Wo wacht er auf? Wer ist bei ihm? In welchem Jahr befindet er sich? ...das sind nur die einfachen Fragen. Er lernt Personen kennen, die er noch nie sah, aber anscheinend seine besten Freunde sind. Er muss erkennen, dass er sich mit seinen Eltern zerstritten hat und seit seinem Selbstmord keinen Kontakt mehr mit ihnen hat. Er entdeckt, dass er Vater geworden ist...und er entdeckt seine schwarze Seite. Seine richtig böse, dunkle, schwarze Seite seiner Seele. Doch er arbeitet gegen die Zeit und hat immer nur einen Tag, um die Konsequenzen seines anderen Ich, dem Monster, zu begutachten, zu analysieren, sich versuchen zu erinnern und Vorkehrungen für das nächste "Erwachen" zu treffen.

Jedes Kapitel ist unvorhersehbar, bringt neue Geheimnisse ans Licht, neue Überlegungen, die wir uns im normalen Leben nie stellen. Die meisten könnte man aber folgend zusammenfassen: Warum haben wir diese Wahl getroffen? Weshalb leben wir unser Leben wie wir es leben?

Die schnörkellose Schrift des Autors, widerspiegelt die Handlungen. Hier geht es nicht um poetisch zu  philosophieren. Hier geht es um konkrete Fragen über das Leben! Denn der Autor kam auf diese Romanidee aus einem traurigen Grund: ein guter Freund, dem er auf der ersten Seite diesen Roman widmet, hat sich selbst umgebracht. So verarbeitete der Autor seine Gefühle, seine Ratlosigkeit, das Fehlen dieses Freundes und wirft schonungslos alle diese Warums und Wieso in die Runde.

So lässt er auch am Ende einige Fragen unbeantwortet, was mir gefallen hat, weil es in diesem Fall einfach dazu passt. Dennoch lässt ein einen Schimmer der Hoffnung, der Abglanz eines Happy Ends bzw. einer zweiten Chance im letzten Satz durchscheinen....überlässt es jedoch der Interpretation des Lesers.

Unterm Strich eine emotionale, berührende und aufwühlende Geschichte aufgrund einer traurigen, wahren Begebenheit aufgebaut. Wertvolle Worte in zwei schlichten Buchdeckeln gesammelt - absolut lesenswert !!!

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Thierry Cohen schrieb “Ich hätte es vorgezogen zu leben”, seinen ersten Roman, nachdem sich ein guter Freund von ihm umgebracht hat. Was hätte man dem Freund zurufen, was hätte er wissen müssen, damit er von seiner Tat zurückgehalten worden wäre? Der Roman ist Cohens Versuch einer Antwort. Thierry Cohen lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Lyon, wo er eine Werbeagentur leitet.

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23. März 2012

R.L.Stine - "FEAR STREET Teuflischer Hass"

Autor: R.L. Stine
Titel: FEAR STREET Teuflischer Hass

Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-7855-7365-5
Erschienen: 2008
Seiten: 301


Inhalt:

Jede Nacht hat Maggie denselben Albtraum: Ein Mädchen wird mit einem Messer bedroht. Als das Messer eines Tages in ihrem eigenen Kopfkissen steckt, weiss Maggie, dass es jemand auf sie abgesehen hat. Aber niemand glaubt ihr - bis ein schreckliches Unglück passiert...

Auch Reva hat einen mörderischen Verfolger. Sie soll im Kaufhaus ihres Vaters eine Modenschau organisieren. Reva wittert ihre grosse Chance, im Rampenlicht zu stehen und von allen bewundert zu werden. Doch dann wird ein Model nach dem anderen auf brutale Weise ermordet!


Meine Meinung:

Eigentlich sind es ja zwei voneinander unabhängige Geschichten. Zum einen "Blutiges Casting - Dieser Auftritt wird dein letzter sein..." (Beschreibung mit Reva, ca. 160 Seiten) und zum anderen "Mordnacht - Dein Albtraum wird wahr..." (Beschreibung mit Maggie, ca. 140 Seiten).

Hinter beiden Geschichten stecken tolle Ideen und wurden auch gut umgesetzt. Zwar merkt man, dass das Zielpublikum eher Jugendliche sind, dennoch kann man es auch etwas "älter" lesen.

Der Schreibstil bei beiden ist flüssig und einfach gehalten, wobei besonders viel direkte Rede verwendet wurde. Irritiert hat mich manchmal, dass Gedanken die gleiche Punktuation hat wie die Rede. Also: "Ja, mir geht es gut", sagte sie. "Wenn sie bloss wüsste..." dachte sie noch im Stillen dazu.
Dies machte es manchmal für eine Sekunde schwierig zu begreifen, was nun gesagt wurde und was bloss gedacht, was hier und da ziemlich wichtig ist.

Während die erste Geschichte mit Models, Mode und Eifersucht sich an gängigen Mustern orientiert, ist es dennoch spannend. Allerdings hat mir die zweite Geschichte mit dem verfolgten Mädchen, das zwar auch etwas nach Muster anmutet, besser gefallen. Bei beiden war ich am Schluss überrascht, wer der Mörder war und wie alles zusammenhängt.

Vorteil dieses Taschenbuches ist auch, dass die Geschichten so kurz sind und sehr gut für eine "zeitsparende" und dennoch intensive Lektüre.
Ideal als kleine Gruselgeschichte vor dem Einschlafen ;)

Wer nicht genug davon kriegen kann, freut sich über weitere Werke dieses Autors, der eine ganze Reihe um und in der Fear Street aufgebaut hat. Nur einige weitere Titel:
- Ahnungslos
- Besessen
- Eiskalte Erpressung
- Falsch verbunden
- Jagdfieber
- Mörderische Verabredung
- Racheengel
- Das Skalpell
- Teufelskreis
- Tödlicher Tratsch
- und viele mehr!

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Stine begann im Alter von neun Jahren, kleine Geschichten zu schreiben. Später schrieb er sich an der Ohio State Universität ein und schloss seine dortige Zeit mit einem Bachelor-of-Arts-Abschluss ab. Seit 1965 lebt er in New York, war als Lehrer tätig und gab zehn Jahre lang das Humor-Magazin Bananas heraus. 1969 heiratete er seine Kollegin Jane Waldhorn, mit der er gemeinsam mehrere Kinderbücher verfasste. Stine schrieb und schreibt immer noch unter den Pseudonymen Eric Affabee und Zachary Blue. Er lebt mit seiner Frau Jane und seinem Sohn Matthew in der Nähe des Central Parks in New York.

Mehr auf: R.L.Stine

19. März 2012

Santa Montefiore - "das Zauberlied"


Autor: Santa Montefiore
Titel: Das Zauberlied

Verlag: Knaur (oder Taschenbuch: Weltbild)
ISBN: 978-3-86800-391-8
Erschienen: 2005
Seiten: 537


Inhalt:

Die bittersüsse Melodie einer verbotenen Liebe, die selbst die Grenzen von Raum und Zeit durchdringt...

Argentinien. 1946. Mitten im turbulenten Buenos Aires liegt die englische Gemeinde Hurlingham. Dort wachsen die Schwestern Audrey und Isla von Wohlstand umgeben auf und müssen sich allenfalls um romantische Skandale Sorgen machen.
Als die Brüder Cecil und Louis Forrester aus Übersee eintreffen, stürzt sich die gesamte feine Gesellschaft auf die neuen Kandidaten - und der attraktive Cecil wirbt sogleich um die allseits beliebte Audrey. Audrey aber fühlt sich unwiderstehlich zu Louis, dem begnadeten Klavierspieler, hingezogen, der sie nachts zum Tangotanzen entführt. Bald darauf beendet eine Familienkatastrophe die unbeschwerten Zeiten.
Louis flüchtet sich verzweifelt in die Musik - und komponiert schliesslich eine Klaviersonate für Audrey, in die er all seine Sehnsucht und Leidenschaft legt. Der unvergleichliche Zauber dieser bittersüssen Melodie wird Audrey Jahre später vor die schwierigste Entscheidung ihres Lebens stellen...


Meine Meinung:

Kitschig, kitschig und nochmals kitschig!
Eigentlich dachte ich eine ziemlich romantische Ader zu besitzen, doch irgendwie kann ich mit diesem Roman nicht mithalten oder war einfach nicht in Stimmung dafür. Denn dieses Buch trieft nur so von "Gefühlsduselei".

Leider redet die Autorin besonders anfangs dermassen um den heissen Brei, wie sie die Figuren um sich tanzen lässt. Obwohl schon im Klappentext und auch sonst in der Geschichte sowas von klar steht, dass Audrey ihr Herz für immer an Louis verloren hat, den begnadeten Musiker, aber als verrückt erklärten Aussenseiter, konnten mich die Liebeserklärungen nicht erreichen und die Geschichte blieb "gefühlskalt". Ich habe nicht mitgezählt, wie oft Audrey rot wird und verliebt schüchtern zu Boden schaut, wie oft Louis seine ewige Liebe gesteht und ihr nicht nur die Sterne - nein, das ganze Universum - auf die Erde bringen möchte, wie oft sich die feine Gesellschaft mit den immer gleichen Argumenten die Mäuler zerreisst...

Das gilt zu meiner Enttäuschung für fast alle Figuren im ganzen Buch: alles Stereotypen. Die Idee, die Geschichte, könnte eine wunderbare Lovestory sein, die dem Leser das Herz wärmt, wenn draussen vielleicht die Sonne nicht scheint. Unglücklicherweise bediente sich die Autorin zu sehr in der "Klischee-Kiste", sodass es zu folgenden, altbekannten Muster kommt:
2 Schwestern, sehr unterschiedlich und dennoch unzertrennbare Freundinnen, verlieben sich in die ach so hübschen Jungs. Diese Jungs wiederum sind ebenfalls extrem verschieden, verlieben sich aber beide ins gleiche Mädchen. Der gesellschaftlich Angesehene (ehem. Soldat, diente für Land, reich und wohlerzogen, etc. ) heiratet sie schliesslich, obwohl der verrückte, doch talentierte Aussenseiter von Bruder ihr Herz im Stillen gewinnt. Darauf folgt Affäre, Hin und Her, das übliche Klatschen der älteren Damen beim britischen Teekränzchen, Familientragödie und das grosse Geheimnis (das gar keins mehr ist). Die unglückliche Liebe, die über Jahre brennt und entdeckt wird. Dennoch Kinder und Karriere mit dem Ehemann, der wegen den Problemen dem Alkohol zusagt...
Ich könnte noch ewigs so weiter machen, möchte jedoch nicht das ganze Buch verraten. Falls ihr jedoch schon dieses Genre genügend oft gelesen habt, könnt ihr euch vorstellen, wie es weitergeht. Zum Glück überraschte mich das Happy End dann doch noch damit, dass es am wenigsten dem Klischee entsprach.

Schlussendlich muss ich dennoch sagen, dass es mich enttäuscht hat, dass ich erst nach 500 Seiten mit den Figuren warm wurde und die Geschichte etwas "mitgefühlen" konnte.
Wer also Fan ist von vorhersehbarer Seifenoper à la Telenovela: tolle Empfehlung!. Für alle anderen: naja...Geschmackssache, aber für mich kein Must-have-read...

Fazit:
2 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Montefiore hat zwei Geschwister, das britische It-Girl Tara Palmer-Tomkinson und einen Bruder mit dem Namen James Palmer-Tomkinson.Ihre Mutter ist von anglo-argentinischer Abstammung. Ihr Vater hat sein Heimatland (England) bei den Olympischen Winterspiele von 1964 im Skifahren vertreten. Zudem ist ihr Vater dafür bekannt, seit über 30 Jahren mit Prinz Charles befreundet zu sein. Santa Montefiore ist mit dem Historiker und Autor Simon Sebag-Montefiore verheiratet und hat mit ihm zwei Kinder, Lily und Sasha. Vor der Heirat konvertierte sie zum Judentum.

Mehr auf: Santa Montefiore

18. März 2012

TAG - Bücher

Hier ein weiterer TAG über Bücher generell. Meine Lieblinge, meine schlechten Erfahrungen, Verfilmungen und und und...

TAG - Bücher

1. Was ist dein Lieblingsbuch?
Ich find es ja immer schwer nur 1 Lieblingsbuch zu nennen. Genannt wird aber 100pro immer das eine: "der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafón...und eigentlich auch seine anderen Werke. Auch in meine Top5 gehören: die Werke von Kate Morton, "die achte Karte" von Kate Mosse, "Zeit der Gespenster" von Jodi Picoult, "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier und viele viele mehr... ;)

2. Wer ist dein Lieblingsautor?
Auch hier gibt's mehr als einen und logischerweise kann man dabei auf Frage 1 zurückgreifen: Carlos Ruiz Zafón, Kate Morton, Jodi Picoult, etc. Aber auch Konsalik, Jonathan Stroud, Dan Brown, Christopher Paolini, J.K. Rowling...

3. Wie viele Stunden liest du pro Woche?
Das ist Studiums- und Arbeitsbedingt unterschiedlich. Doch auf 5 Stunden von MO-FR summiert sich das mindestens plus am Wochenende nochmals mind. 5 Stunden. (geschätzter Durchschnitt)

4. Wie viele Bücher besitzt du?
Ehrlich gesagt, habe ich sie noch nicht genau gezählt. Dank Wohnungsumzug weiss ich jedoch: gute, grosse, 4 Kisten voll plus ein paar Taschen.

5. Wann hast du mit Lesen angefangen?
Schon als Kind. Erst wurde mir vorgelesen, später hab ich mich selbständig in den Geschichten vergraben. Alter? Ich denke sobald ich lesen gelernt habe, sprich Schulbeginn...

6. Was war dein erstes Buch?
Weiss ich nicht mehr. Bücher, die ich als Kind las und mir bis jetzt in Erinnerung bleiben sind z.B.: "der rote Seidenschal" und alle Fortsetzungen davon von Federica de Cesco, "die Turnachkinder", "die Kinder aus Bullerbüh" und "die rote Zora", "Hanni und Nanni" oder was von Michael Ende....Must-have-read der Schweizer Kinderliteratur eben.

7. Schlechtestes / langweiligstes /überbewerteste Buch?
"Sofies Welt" von Jostein Gaarder. Hab mich extrem darauf gefreut, als ich es nach Hause getragen habe und musste mich dann jedoch extrem enttäuscht durchkämpfen es zu beenden.

8. Was ist deiner Meinung nach die beste / schlechteste Buchverfilmung?
Einer der bekanntesten Buchverfilmung(en): Harry Potter. Ich mag die Bücher wie auch die Filme. Schlechter gelungen finde ich Eragon. Zwar ist der Film auch ok, doch kann absolut nicht mit den Büchern mithalten. Allerdings finde ich es allgemein schwer mit Fantasy. Überrascht hat mich The One (Zwei an einem Tag): sehr nahe am Buch und dennoch eigenständig gut gemacht!

9. Welches Buch sollte unbedingt verfilmt werden?
Wie gesagt: Fantasy finde ich schwierig, Lovestorys gibt's schon genug. Klassiker der Kinderliteratur könnten toll sein. Über eine Verfilmung von Jodi Picoults Bücher freue ich mich immer. Eine Verfilmung eines Carlos R. Zafón Werkes wäre sehr interessant...

10. Bevorzugst du Hardcover oder Taschenbücher?
Was die Schönheit betrifft, sind Hardcover natürlich wunderbar. Jedoch finde ich diese manchmal ziemlich überteuert. Taschenbücher bevorzuge ich aufgrund der einfacheren Transportmöglichkeiten: Es ist leichter und ich mach mir weniger Sorgen wegen Schmutz und Knicke.

11. Buchhandlung vs. Internet. Wo ist dir lieber?
Ich liebe es in der Buchhandlung zwischen den Regalen herum zu streunern, die Bücher anzufassen, zu riechen und mich dann für eins zu entscheiden. Doch auch per Internet bestelle ich immer mal wieder, weil es so schnell und einfach ist. Ausserdem freue ich mich auf jedes Packet im Briefkasten: Jedesmal auspacken wie an Geburtstag oder Weihnachten ;)


Und was sagt ihr dazu?
Eure Lieblinge?
Wie sieht ihr das mit den Filmen?
Und wo kauft ihr ein?

12. März 2012

Carlos Ruiz Zafón - "Gaudí in Manhattan"


Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Gaudí in Manhattan
(eine phantastische Erzählung)

Verlag: Insel
ISBN: 978-3-458-35810-7
Erschienen: 2011
Seiten: 56


Inhalt:

Der junge Architekturstudent Miranda ist auserkoren, den großen Architekten Antonio Gaudí als Dolmetscher nach New York zu begleiten. Von einem reichen, ominösen Auftraggeber mit dem Versprechen angelockt, die Fertigstellung der »Sagrada Familia« in Barcelona zu bezahlen, läßt sich Gaudí auf das Abenteuer ein, in Manhattan einen Wolkenkratzer zu bauen. Doch statt eines Auftrags erwartet die beiden dort eine teuflische Begegnung …


Meine Meinung:

Als grosser Fan von Carlos Ruiz Zafón, verschlinge ich jedes in Deutsch erschienene Buch von ihm.

Obwohl diese kleine Erzählung nicht viel hergibt, wenn man einen Blick auf die Seitenzahl wirft, ist es nice to have. Allerdings weiss ich nun auch nicht, was ich darüber schreiben soll. Denn es hat mir zwar gefallen, war jedoch so kurz, dass ich Gefahr laufe, dass meine Rezi länger als das Buch wird...

Besonders gefallen hat mir jedoch sehr, die Fotos einer alten Postkartensammlung von der Sagrada Familia. Die "immer-noch-Baustelle-Kirche" von Gaudi in Barcelona gefällt mir ohnehin, so freute ich mich ungemein diese tollen Fotografien zu finden. Denn diese sind sogar zahlreich - auf fast jeder zweiten Seite!

Unterm Strich ist es wohl ein tolles kleines Büchlein - wenn auch wohl nur für Zafón-Fans.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen



Autor:
Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und wuchs dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarrià (Col·legi de Sant Ignasi). Sie hat ihren Sitz in einem in der Stadt gelegenen gotischen Schloss aus rotem Backstein, mit Türmen und geheimen Gängen, die nach seiner Aussage seine Phantasie und die Lust auf das Geschichtenerzählen angeregt haben. Er war zuerst in Barcelona in einer Werbeagentur tätig, ging 1994 nach Los Angeles und konzentrierte sich völlig auf das Schreiben. Neben seiner Arbeit an Romanen ist er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig.

Mehr auf: Carlos Ruiz Zafón

D.A. Nelson - "Morag und der magische Kristall"

Autor: D.A. Nelson
Titel: Morag und der magische Kristall

Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-21941-6
Erschienen: 2009
Seiten: 318


Inhalt:

Eine verwunschene Insel,
ein geheimnisvoller Schatz,
ein Mädchen mit ungeahnten Kräften.

Als zwei seltsame Wesen der überraschten Morag helfen, den Schikanen ihrer Pflegeeltern zu entfliehen, hat das Mädchen noch keine Ahnung von den Gefahren, die sie erwarten. Ein magischer Kristall, der von grosser Bedeutung für die geheimnisvolle Heimat der beiden Besucher ist, wurde gestohlen und nur gemeinsam können die Gefährten gegen die bösen Mächte, die hinter dem Diebstahl stecken, bestehen...


Meine Meinung:

Kennt ihr das, wenn euch ein Buch gefällt - wegen dem Cover? Gut, auch der Klappentext klingt interessant, wenn auch nicht Hitverdächtig.

Genau dies hat sich dann auch herausgestellt: schön, aber kein Hit.
Die Autorin hat ein Herz für ihre Figuren und zeichnet ein sehr liebes Mädchen in der Hauptrolle, drollige Tiere als Begleiter und eine gute Prise Fantasie und "magischer Staub".

Allerdings ist dieser Roman für ein jüngeres Publikum gedacht und hat mich deswegen eher etwas gelangweilt. Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und einfach, so ist auch die Geschichte recht einfach gestrickt. Die Spannung liess daher zu wünschen übrig und hat mich deswegen nicht vom Hocker gehauen.

Allerdings soll dies nun nicht bedeuten, dass die Geschichte nicht gut ist! Trotz der offensichtlichen Einfachheit, finde ich es ein hübsches Jugendbuch mit sehr netten Figuren.
Zwar bedient sich die Autorin an mehr als einem Klischee der Fantasiewelt (Stichworte: Hexen, Kristall, böser Magier, Drachen, Insel...etc.) Doch habe ich die Hauptcharakteren schnell ins Herz geschlossen.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen




Autorin:
Nelson wurde in Glasgow geboren und wuchs südlich Neilston auf. Erst arbeitete sie für lokale Zeitungen, später für nationale. Später wechselte sie zur Werbung.
Schon als Kind schrieb und illustrierte sie ihre Geschichten. Die Idee für die Insel Murst basiert auf die Landschaft in West-Schottland.

Mehr auf: D.A. Nelson

10. März 2012

Luca Di Fulvio - "Der Junge, der Träume schenkte"

Autor: Luca Di Fulvio
Titel: Der Junge, der Träume schenkte

Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16061-7
Erschienen: 2011
Seiten: 781


Inhalt:

New York, 1909.
Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie haben ihre süditalienische Heimat verlassen, um in Amerika ihren Traum von einem besseren Leben zu verwirklichen. Doch ihre Hoffnung weicht schon bald tiefster Ernüchterung, denn in der von Armut, Elend und Kriminalität beherrschten Lower East Side gelten die brutalen Gesetze er Gangs. Nur wer über ausreichend Mut und Kraft verfügt, kann sich hier behaupten. So wie der junge Natale, dem überdies ein besonderes Charisma zu eigen ist, mit dem er die Menschen zu verzaubern vermag...


Meine Meinung:

Was Luca Di Fulvio in dieses Buch gepackt ist eine Wucht! Der Klappentext scheint direkt langweilig dagegen. Es geht nicht nur um eine Frau, die mit ihrem Baby in einem dreckigen Frachter in die neue, unbekannte Welt reist und dort ein besseres Leben sucht. Es geht nicht nur um den Jungen, der ein Talent hat und "Träume schenkt". Und es geht nicht nur um die Kriminalität der Gangs von New York.

In diesem Buch wird das ganze Leben des Jungen Natale, im Buch später (wegen der Einreise nach Amerika) Christmas getauft, und zwar von klein bis gross - 20 Jahre voller Ereignisse. Ich bin sofort warm geworden mit der Hauptfigur und habe schnell vergessen, dass ich selber nicht in New York bin. Denn der Autor beschreibt die Szenen und Charakteren mit Feingefühl und Talent.

Anfangs schien das Buch etwas langatmig bei den vielen Seiten. Doch nach und nach merkt man, dass wirklich jedes dieser "kleinen Ereignisse" wichtig ist, um das Nachfolgende zu verstehen. Es wird in der ersten Hälfte abwechselnd im "heute" (=ca. 1915-1917) und in der Vergangenheit (=1909) erzählt. Dies wirkt erst sehr verwirrend, weil die Daten relativ nahe beieinander liegen, sondern auch noch aus der Sicht der gleichen Person (Cetta, die Mutter von Natale) geschrieben ist.

Die Figuren von Di Fulvio sind zahlreich und dennoch sehr persönlich. Ich erinnere mich kaum an eine Randfigur, die mir nicht im Gedächtnis blieb. Dazu kommen unzählige Haupt- und Nebenrollen im Leben von Natale / Christmas, wie es im echten Leben eben ist: Man trifft ständig neue Leute.
So wird die Geschichte auch immer vielfältiger, als aus der Sicht verschiedener Figuren weitererzählt wird, als jede Figur ihre eigenen Wege geht, jedoch durch die Vergangenheit (und Zukunft) noch mit den anderen verbunden bleibt. Dem Autor gelingt ein grandioses Netzwerk von Persönlichkeiten, die auf ihre eigene Art versuchen, sich in New York dieser Zeit durchzuschlagen und zu überleben. Das einzig mögliche zu kritisieren hier: Mit dermassen vielen Personen und leichten Zeitverschiebungen, muss der Leser ziemlich auf zack bleiben, um die Zusammenhänge nachvollziehen zu können.

Der Titel "der Junge, der Träume schenkte" kommt von der deutschen Übersetzung, denn im Original heisst das Buch "La Gang dei Sogni", also so etwas wie "die Gang der Träume", was meiner Meinung auch sehr schön klingt. Natales Talent kommt jedoch erst im zweiten Teil zum Zuge, was man dem Autor verzeihen mag, weil der erste Teil (die Vorgeschichte) so gut gelungen ist. Denn dann lässt es der Autor nochmals richtig knallen und versprüht gegen Ende ein rechtes Feuerwerk der Schicksale.

Ein kleiner bittersüsser Nachgeschmack hinterlässt das Ende, weil es für mich ein zu schönes "Happy-End" gibt. Ich will noch nichts verraten, und es ist auch kein absehbares Ende. Doch zu diesem Roman passt für mich dieses Ende nicht ganz zu. Es hat mich nicht enttäuscht, es ist ein tolles Ende und alles, aber vielleicht hätte man ein, zwei Dinge/Personen im Ungewissen lassen sollen oder eine Frage aufwerfen, anstatt schlussendlich "alles in Ordnung zu bringen".

Unterm Strich ein grandioser Roman, der in die Anfänge Hollywoods, das Radio, das dreckige New York mit seinen Gangs, Einwanderern und bunten Durcheinander ohne Regeln, entführt und lange unterhaltet.

Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Luca Di Fulvio, geb. 1957, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Rom. Sein vielseitiges Talent ermöglicht es ihm, mit derselben Leichtigkeit sowohl packende Thriller für Erwachsene als auch fröhliche Geschichten für Kinder zu schreiben (letztere veröffentlicht er unter Psyeudonym). Einer seiner vorherigen Thriller, "L'Impagliatore", wurde unter dem Titel "Occhi di cristallo" für das italienische Kino verfilmt. Bevor Di Fulvio zum Schreiben kam, hat er in Rom Dramaturgie studiert, und sein Lehrmeister war kein Geringerer als Andrea Camilleri.

Mehr auf:
Luca di Fulvio

1. März 2012

TAG - Leseroutine

So, liebe Leser. Hier folgt ein weiterer TAG. Wie, wo und wann findet ihr Zeit zum Lesen oder geniesst es am meisten?

TAG - Leseroutine

1. Wann liest du?
Die meiste Zeit finde ich am Wochenende oder abends. Aber auch auf dem Schul- oder Arbeitsweg lese ich gerne im Zug. Je nach Weg sind das zwar "nur" 2x eine halbe Stunde, doch das summiert sich.

2. Wo liest du?
Am allerliebsten in der Sonne auf Balkonien =) In der früheren Wohnung im Gras liegend im Garten. Ansonsten wie gesagt im Zug, aber auch im Bett (abends oder Sonntag morgens) oder oft auch auf dem Sofa.

3. Wie viele Bücher liest du auf einmal?
Eigentlich immer nur eins auf einmal. Ich mag es mich voll und ganz auf eine einzelne Geschichte einzulassen. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel, also kam es auch schon vor, dass ich 2 Bücher parallel gelesen habe, z.B. wenn ein Buch (Hardcover) zu gross/schwer ist, um es für den Arbeitsweg in die Tasche zu stecken.

4. Machst du zwischendurch Pausen beim Lesen?
Gezwungenermassen ja. Natürlich die Pausen, wenn ich aus dem Zug steigen muss oder Verpflichtungen habe. Doch bei eher kleineren Büchern und an meinen freien Tagen kann es auch mal vorkommen, dass ich es morgens beginne und den ganzen Tag lese, bis ich es abends schon fertig hab. Das ist jedoch der Luxus von Ferientagen oder freien Wochenenden.

5. Überfliegst du Bücher (Querlesen)?
Nein. Wenn ich ein Buch lese, dann weil es mich interessiert und so möcht ich auch alles davon wissen. Lesen ist mein Hobby und meine Entspannung. Querlesen macht mir den Eindruck so viele Bücher wie möglich in kurzer Zeit zu lesen und dies ist Arbeit. Ich möchte die Geschichten KENNEN, nicht nur genug davon zu wissen, um darüber zu sprechen.

6. Wie lange dauert es bis du ein Buch durch hast?
Kommt sehr darauf an, wie dick und interessant das Buch ist und wie viele Verpflichtungen ich sonst habe. So ist es sehr unterschiedlich: in den Ferien brauch ich nur 1-3 Tage für ein Buch. Während der Studienzeit und mit Job dauert es ein paar Tage bis zu einer Woche für ein Buch.