27. April 2012

Urs Richle - "das taube Herz"

Autor: Urs Richle
Titel: Das taube Herz

Verlag: Albrecht Knaus
ISBN: 978-3-8135-0379-1
Erschienen: 2010
Seiten: 348


Inhalt:

Jean-Louis Sovary ist ein Kind des 18. Jahrhunderts und als Sohn des Schweizer Jura von klein auf fasziniert von Uhren und ihrer Mechanik. In einem dubiosen Atelier in der Nähe von Genf kann er seine Begabung ausleben und wird zum Fälscher der besten Uhrwerke seiner Zeit. Dies bleibt auch dem französischen Orgelbauer Montallier nicht verborgen, der ihn nach Paris lockt, um ihn in seine Kellerwerkstatt einzusperren. Dort soll er einen aussergewöhnlichen Automaten bauen, mit dem Montallier den berühmten Schachtürken besiegen will. Das geht jedoch nicht ohne ein geniales menschliches Gehirn, das Montallier in der Person von Ana de la Tour bereits in petto hat. Und Jean-Louis macht die Erfahrung, dass selbst die ideale Kombination von Maschine und Hirn unvollständig ist - ohne ein empfindsames Herz.


Meine Meinung:

Da ist es mir wieder einmal gelungen, auf einem Trödeltisch für Bücher einen kleinen Diamanten zu erhaschen.  Ohne zu ahnen, dass dieses Kunstwerk von einem Schweizer stammt und mich auch sonst weniger für Maschinen interessiere, wanderte dieser Roman in meine Tasche.

Urs Richle erzählt darin die Geschichte von Jean-Louis Sovary: von seiner Kindheit, die Zeit seines grossen Durchbruchs im Uhrengeschäft und besonders natürlich die Ereignisse in der fragwürdigen Werkstatt des etwas wahnsinnigen Montallier in Paris. Mittels weniger Ausschnitte seines Lebens, erweckt Urs Richle dennoch den Eindruck beim Leser, dass wir die Hauptfigur schon längstens kennen würden. Jean-Louis wurde mir schnell vertraut und ich verfolgte jeder seiner Schritte voller Erwartungen und Hoffnungen.

Anfangs paralell wird auch die Geschichte vom Baby bis zur Erwachsenen von dem rätselhaften Wesen Ana de la Tour erzählt. Ein derartiges Genie ist natürlich als Aussenseiter dargestellt, ein "gestörtes" und "unnormales" Menschlein, das die Leute (besonders im 18. Jahrhundert, aber das wär auch heute noch so) in atemloses Staunen versetzt.

Der Autor verwebbt deren Geschichten gekonnt und lässt dann in Paris ein gewaltiges Feuerwerk von Erzählkunst los. Mit eher wenigen Personen schafft er es eine pompös-wirkende Atmosphäre zu schaffen, wobei besonders Montallier und sein Widersacher Kempelen (der Erbauer des Schachtürken) in den Vordergrund drängen.

Das Sahnehäubchen dieses Romanes ist jedoch die Frage über Technik und den Menschen, die der Autor aufwirft. Wie weit kann die Technik gehen und wie weit sollte sie gehen? Wann hat der Mensch eine Maschine erschaffen, die er selber nicht mehr kontrollieren kann? Wann ist der Punkt erreicht, wo die Technik ihre Grenzen hat? Und schlussendlich: was unterscheidet die Technik heute noch vom Menschen?

Antworten liefert das Buch nur teilweise, aber es ist auch eindeutig mehr als blosse Unterhaltung!
Der einzige kleine "Abrundungs-Punkt" gibt es, weil mir der Schreibstil in der zweiten Hälfte doch etwas zu ausholend, etwas abschweifend vorkam.

Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Nach einem Versuch als Radio- und Fernsehelektroniker wechselte er ins Lehrerseminar Wattwil (Schweiz). Nach einem Jahr Lehrtätigkeit in Gais AR zog er von September 1989 bis 1992 nach Berlin, um dort Soziologie und Philosophie zu studieren. Seit 1993 lebt Urs Richle als freier Autor in Genf. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Mehr auf: Urs Richle

24. April 2012

Ein Abend mit Jussi Adler Olsen


Was gibt es Besseres als am Welttag des Buches ein Ticket für eine Lesung zu haben? Genau, ich Glückspilz durfte Jussi Adler Olsen treffen.

Er stellte seinen aktueller Roman "das Alphabethaus" vor und erzählte mal dies und das aus seinem Leben, was ihn zum schreiben veranlasste, woher seine Ideen stammen, etc.
So erzählte er auch kleine Anekdoten aus dem Krankenhaus, wo sein Vater Psychologe ist. Unter anderem auch der Tipp seines Vaters (ich kann's aus dem Gedächtnis zwar nicht mehr wortwörtlich zitieren, aber...): "Wenn du schreiben möchtest, solltest du nicht ständig abgelenkt werden. Deswegen gibt's kein Kaffee, kein Tee....nichts. Nur geh vorher nochmal Pipi !"


Etwas mehr über den Autor
(Ausschnitt aus dem Programm):

Jussi Adler-Olsen, Sohn eines Psychiaters, studierte Medizin, Soziologie, Politikgeschichte und Filmwissenschaft. Er arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen bevor er 1995, als 45-jähriger, mit dem Schreiben begann. Mit dem Roman «Erbarmen», dem ersten Fall für Carl Mørck vom Sonderdezernat Q, gelang dem dänischen Autor der Durchbruch im deutschsprachigen Raum.



Und der Inhalt vom "Alphabethaus":

Es ist der furchtbare Winter 1944, in dem tausende von Soldaten ihr Leben an der Ostfront ließen, das Ende des Zweiten Weltkriegs steht kurz bevor, als die beiden britischen Piloten James und Bryan über deutschem Territorium abstürzen. Die beiden sind Freunde seit Kindheitstagen und fest entschlossen, nicht in deutsche Gefangenschaft zu geraten. Geistesgegenwärtig springen sie auf einen Lazarettzug auf und es gelingt ihnen, ihre wahre Identität zu vertuschen. Als vermeintliche hohe SS-Offiziere gelangen sie in ein Sanatorium für Geisteskranke – ihre einzige Chance, zu überleben. Im „Alphabethaus“, ganz in der Nähe von Freiburg im Breisgau gelegen, tun James und Bryan alles dafür, um als psychisch krank zu gelten – jeder auf seine eigene Weise. Doch bald schon wird den beiden klar, dass sie nicht die einzigen Simulanten im „Alphabethaus“ sind und dass ihr Leben dadurch in allergrößter Gefahr ist.

Jahrzehnte später begibt sich einer der Überlebenden des „Alphabethaus“ auf Spurensuche – und ahnt nicht, dass er durch das Stochern in der Vergangenheit eine schreckliche Narbe aufreißt. Denn die Zeit im „Alphabethaus“ ist an niemandem spurlos vorübergegangen – und die, die einst zu allem entschlossen waren, sind es auch heute noch…

Die Lesung:

Da Jussi Adler Olsen Däne ist, und zwar prima Deutsch versteht, es aber selber nicht fliessend spricht, führte Margarete von Schwarzkopf durch den Abend, und Peter Lohmeyer lies Passagen aus dem Buch vor. Ein kleiner Absatz wurde mit einem Schmunzeln jedoch auch von Jussi selbst vorgelesen - in dänisch!

Bei dieser Gelegenheit musste ich natürlich auch mein Buchexemplar signieren lassen und konnte sogar am Schluss auch ein Foto (obwohl schlechte Qualität leider) stolz mein Eigen nennen. =D

21. April 2012

Rebecca Stott - "Und Blut soll dich verfolgen"

Autor: Rebecca Stott
Titel: Und Blut soll dich verfolgen

Verlag: Karl Blessing
ISBN: 978-3-89667-338-1
Erschienen: 2007
Seiten: 406


Inhalt:

Isaac Newton war der grösste Wissenschaftler aller Zeiten - und ein Mörder?

Kaum hat Lydia Brooke ihre Arbeit an der Biografie über Isaac Newton aufgenommen, beginnen unerklärliche Schattenlichter durch das Haus zu irren, und immer wieder sieht sie aus den Augenwinkeln einen Mann in karmesinroter Robe. Der Unbekannte beobachtet sie beim Schreiben. Lydia, Spezialistin für das siebzehnte Jahrhundert, soll das Opus Magnum der auf mysteriöse Weise ums Leben gekommenen Elizabeth Vogelsang vollenden. Es fehlt nur noch das letzte Kapitel - dieses allerdings, so hatte es die Historikerin zu Lebzeiten angekündigt, würde die Welt der Wissenschaft schockieren. Denn Elizabeth war es gelungen, Newtons Geheimdossiers zu entschlüsseln. Sie allein wusste, ob der Alchemist etwas mit den Todesfällen zu tun gehabt hatte, die 1667 seine unerwartete Berufung als Fellow ans Trinity College erst ermöglichten.

Doch als Lydia die Fakten für die Biografie zusammenzusuchen beginnt, muss sie feststellen, dass alle relevanten Aufzeichnungen verschwunden sind. Wollte da jemand verhindern, dass der Ruf des bedeutensten englischen Wissenschaftlers befleckt wird? Musste Elizabeth deshalb sterben? Plötzlich wird Lydia klar, dass auch sie in grosser Gefahr schwebt...


Meine Meinung:

Irgendwie weiss ich nicht warum, aber irgendwie konnte mich dieses Buch nicht fesseln. Ich könnt nich mal sagen warum.

Die Geschichte wird aus Lydias Sicht erzählt, als würde sie Cameron Brown (u.a. ihr Geliebter und auch Sohn von Elizabeth Vogelsang) alle Geschehnisse aus ihrer Erinnerung erzählen. Anfangs gefiel mir das sehr gut, weil ich mir dabei immer eine Frau mit Weinglas in der Hand vorstellte, bequem auf einem Lesesessel ich auf dem Sofa daneben und sie erzählte mir ihre Geschichte. Diese hervorgerufene Fantasie wirke beruhigend und war eine angenehme Vorstellung und Athmosphäre.
Später dann, als gewisse Ereignisse sich zutragen, wird die Geschichte etwas rasanter und verliert leider diesen Charme.

Dass Isaac Newton möglicherweise ein Mörder gewesen sein soll, ist nicht einfach aus der Luft gegriffen - möglicherweise nicht einmal fiktiv! So recherchierte die Autorin, u.a. Professorin an der Anglia Ruskin University in Cambridge, in vielerlei Bibliotheken, um diesen Roman zu schreiben. Wie sie selbst in einem Nachwort schreibt:
"Alle Figuren aus dem siebzehnten Jahrhundert, die in diesem Roman vorkommen - Studenten, Fellows, Alchemisten, Ratsherren, Chemiker und Apotheker -, haben gelebt und sind dokumentiert [...] Isaac Newton hinterliess eine Fülle von Auskünften über seine eigene Person, einige Bereiche seines Lebens sind jedoch nicht gut ausgeleuchtet, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern [...] In Und Blut soll dich verfolgen habe ich die sorgfältist recherchierten Todesfälle in Trinity, Isaac Newtons Alchemie und Ezekiel Foxcroft zu einer Geschichte über Günstlingswirtschaft und Mord verwoben. Diese Geschichte ist Spekulation. Ob sie aber auch Fiktion ist, werden wir nie erfahren."

Im ganzen Buch merkt man, dass es nicht einfach ein fiktiver Roman ist, sondern teils mit Fussnoten versehen und auch am Schluss mit Nachweisen und sogar einer Zeittafel über Ezekiel Foxcroft und Isaac Newton. Dies alles ist leicht verständlich, man muss also nicht selbst in Cambridge studiert haben, um diese Geschichte zu lesen. Dennoch ist auch der Schreibstil manchmal etwas "erläuternd", obwohl die Autorin auch beweist, dass sie detailhaft und verträumt beschreiben kann.
Diese "Formbarkeit" ihres Schreibstils rechne ich ihr hoch an, weil Wissenschaftler oft nicht aus ihren "starren Formen" herauskommen.

Dass Isaac Newton ein Mörder gewesen sein könnte, wird in diesem Buch sehr wissenschaftllich behandelt und am Schluss ist es zwar Interpretationssache, doch Newton kommt vielleicht nicht ganz so gut weg. Ezekiel Foxcroft spielt dabei eine sehr interessante Figur - um nicht zu sagen Schlüsselfigur, doch zuviel verraten möchte ich ja nicht.

Unterm Strich fand ich die Geschichte über die Mordserie in den 1660ern verknüpft mit einem skandalösen Buch in der heutigen Zeit sehr interessant (auch wenn man bedenkt, dass es tatsächlich so oder ähnlich gewesen sein könnte!). Auch die darin verwickelte Liebesgeschichte zwischen Lydia und Cameron ist glaubhaft und alles andere als musterhaft. Dennoch empfand ich es öfters langatmig und hinausgeschoben, sodass mich das Buch erst gegen Schluss bei der Auflösung richtig fesselnd konnte.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Die britische Schriftstellerin Rebecca Stott wurde 1964 in Cambridge geboren, wo Ihr Vater Lehrer für Englisch am Fitzwilliam College war. Ihre Eltern und Großeltern waren Schotten und Mitglieder einer protestantischen Sekte, die alles weltliche wie Fernsehen, Radio, Zeitungen, Ferien, Haustiere, Popularmusik u.ä. aus ihrem Leben verbannte. In den 1970ern verließ die Familie die Sekte und Rebecca Stott bekam einen Platz in der Brighton and Hove High School für Mädchen. Anschließend studierte sie Englisch und Kunstgeschichte an der Universität von York. Sie machte ihren Magister und ihre Promotion, und 1984 kam ihr Sohn Jacob zur Welt.

Mehr auf: Rebecca Stott

16. April 2012

Mein erster Blog-Award

Da hat mich doch Franci heute einfach mit einem Award überrascht - mein ERSTER. Vielen lieben Dank dafür. Da meldet sich doch glatt auch der Stolz bei mir =P

Aber ich möcht den nicht einfach egoistisch für mich behalten, sondern mach da mal munter mit und schick den weiter an andere Blogger, die noch nicht so bekannt sind. Vielleicht gibt's ja neue Leser?

Es geht um diesen tollen Button...

...und damit schmücken dürfen sich meiner Meinung auch folgende Blogs:

1. Leseratte Shari
2. Nene the little Bookworm
3. Clee's Bücherwelt
4. Daves Buchwelt
5. Buchmenschlein bloggt


Und hier noch die Regeln:

  1. Kopiere den Award auf deinen Blog.
  2. Verlinke den/die Blogger, der/die dir den Award verliehen hat/haben.
  3. Wähle deine fünf liebsten Blogs aus, die weniger als 200 LeserInnen haben und benachrichtige Sie!
  4. Hoffe, dass die gewählten Blogger den Liebster-Blog-Award an weitere fünf Blogger weitergeben.

14. April 2012

Meine Bewertungshelferlein

Ihr Lieben,

darf ich euch meine neuen kleinen Helferlein vorstellen?
Passend zu meinem Blog (Librarian Lizard) habe ich meine Bewertungsfiguren geändert:
Von nun an schleichen bei mir die Lese-Echsen umher!


Hier meine Bewertungsskala:


0
So enttäuschend, dass ich aufgehört habe zu lesen



0,5
Enttäuschend und deswegen abgebrochen, aber schönes Cover


1
Gelesen, aber dennoch enttäuscht



1,5
Leider keine gute Wahl




2
Konnte mich leider nicht überzeugen
2,5
Könnte besser sein, hab mir mehr davon erhofft
3
Ganz nett, aber noch eher "Durchschnitt"
3,5
Hat mir recht gut gefallen
4
Echt tolles Buch!
4,5
Absolut empfehlenswert!
Aber das kleine, gewisse "etwas" fehlt noch...
5
Genial! Muss man gelesen haben!

12. April 2012

Rhiannon Lassiter - "Böses Blut"

Autor: Rhiannon Lassiter
Titel: Böses Blut

Verlag: Fischer Schatzinsel
ISBN: 978-3-596-85297-0
Erschienen: 2008
Seiten: 393


Inhalt:

Wenn dir dein Name zum Verhängnis wird...

Eine verborgene Tür führt in ein geheimes Spielzimmer. Dort liegt ein Stapel alter Kinderbücher, aus denen die Namen einzelner Charaktere herausgestrichen sind. Vor vielen Jahren haben sich hier drei Mädchen ein düsteres Spiel ausgedacht. Was sie spielten, wurde real, doch dann geriet das Spiel ausser Kontrolle. Die Mädchen verliessen den Ort ihrer Kindheit und versuchten, das Spiel zu vergessen.

Doch die aus der Phantasie befreiten Kreaturen blieben am Leben. Tief im Wald warten sie noch immer auf längst fällige Opfergaben, und sie rasen vor Wut. John, Katherine, Catriona und Roland sind die Einzigen, die das Spiel beenden können, und treten das gefährliche Erbe der Mädchen an. Doch sie werden zu hilflosen Spielfiguren...


Meine Meinung:

Es lebt! Die Geschichte, die Figuren, die Fantasie....das Buch lebt!

Als Tochter der Jugendbuchautorin Mary Hoffmann, zeigt auch Rhiannon Lassiter ihr Talent mit Worten Welten zu erschaffen, Kreaturen auferstehen zu lassen, den Leser zu fesseln und die Fantasie die Überhand gewinnen zu lassen.

Anfangs erinnerte die Konstellation von 2 Jungen plus 2 Mädchen, die durch eine Tür in eine ihnen unbekannte Fantasiewelt gelangen ziemlich an Narnia. Doch die Geschichte entwickelte sich komplett anders.
Natürlich haben John, Katherine, Catriona und Roland eine Art Heldenrolle, doch sie spielen nicht die einzigen Hauptrollen...und auch nicht die einzigen Helden.

Unheimliche Puppen mit ausgestochenen Augen, Insekten mit Kindergesichtern, lebendige Bäume, Krähenvögel-Menschen, Bücher, Märchen, Katzen, Alice, ein dunkles Irgendwas im Wald....die blühende Fantasie von Lassiter nutzt jede Gelegenheit zur Überraschung. Spannung entsteht automatisch, da neue Figuren eine immer neue Rolle spielen. Dennoch wird der Leser nicht in ein "Personenchaos" gestürzt und ausschliesslich mit der Tatsache verwirrt, einfach so viele Namen in die Geschichte zu weben wie möglich.

Erst weiss der Leser etwas mehr als die Figuren, da der Leser einzelne Puzzlestücke aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptpersonen serviert bekommt. Später jedoch ist der Leser auf gleichem Wissenstand und ist somit genauso gespannt, was als nächstes passiert und wie man das Problem wieder lösen kann - bzw. das Spiel der Mädchen beenden.
Denn unlängst gerät man selbt in den Strudel der Vorkommnisse und wird vom "Namenfresser" verfolgt...

...denn Namen haben Macht!

Auch erwähnen wollte ich das supertolle Cover, welches sich auch auf den Innenseiten des Buches verbreitet.
So ranken sich die Blumen und Strauchäste auch über die obere linke und untere rechte Ecke der Seiten...



Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Rhiannon wurde 1977 in London als älteste Tochter der Jugendbuchautorin Mary Hoffman geboren. Sie lebt und arbeitet in Oxford, wo sie an der Universität Oxford im Corpus Christi College Englische Literatur studierte. Sie schrieb ihren ersten Roman 2367 – Experiment Hex im Alter von 19. Sie schreibt Artikel und Rezensionen für den Armadillo-Verlag ihrer Mutter, eine Zeitschrift für Kinderbücher. Am liebsten liest und schreibt sie Fantasy und Science-Fiction.

Mehr auf: Rhiannon Lassiter

Büchertauschblog

Und nochmal eine kleine Neuigkeit:

Vor kurzem wurde ein neuer Bücherblog aufgeschaltet - doch nicht mit Rezensionen, sondern in Form einer Tauschbörse aller tauschwütigen Bücherfreunden, die meist selbst einen eigenen Blog haben.

Und da wir alle das Platzproblem kennen, unseren Lesehunger aber auch nicht anders stillen können als mit neuen Büchern, wollte ich euch den Link nicht vorenthalten:

Blogger-Büchertausch

Viel Spass beim Tauschen und Stöbern !

PS: Dank an Cinema in my head, auf deren Bücherblog ich auf diese neue Tauschbörse aufmerksam wurde.

10. April 2012

Osterneuigkeiten

Meine lieben Leser,

schön schaut ihr vorbei! Ich hoffe, ihr hattet alle tolle Ostern, ein Nest voller Bücher vielleicht oder zumindest Zeit zum Lesen.

Ich wollt bei der Gelegenheit nur ein paar kleine Neuigkeiten verkünden:

1) Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, ist eine neue Seite, genannt "Sammelsurium" bei mir aufgeschaltet. Dort hab ich meine Sammlung von Bildern / Logos / Buttons und Ähnliches mit Buch-Zitaten oder sonstigen Sprüchen zu oder von Büchern aufgelistet.
Andere malen an Ostern Eier an...ich gestalte meinen Blog etwas bunter =P

2) Habt ihr schon von diesem Blog gehört / gelesen?
the Blog on the bookshelf ist ein Blog nur über Bücherregale !
Vielleicht kommt ihr da auf (platzsparende und bücherfreundliche) Umgestaltungsideen für eure Zimmer...

3) Diesen Monat liest Jussi Adler-Olsen in Winterthur (Schweiz) und ich habe evtl. die Möglichkeit dorthin zu gehen. Ich freu mich schon total - und werd euch natürlich auf dem Laufenden halten =)

Wünsche eine schöne Lesewoche!
euer Librarian Lizard

8. April 2012

Vendela Vida - "Und jetzt können Sie gehen"

Autor: Vendela Vida
Titel: Und jetzt können Sie gehen

Verlag: btb
ISBN: 978-3-442-73772-7
Erschienen: 2005
Seiten: 237


Inhalt:

Ein Dezembernachmittag in einem New Yorker Park. Ein Mann mit einer Pistole hält die junge Studentin Ellis an, weil er einen Menschen sucht, derr mit ihm sterben soll. So unvermittelt wie sie begann, endet die gespenstische Situation. Der Mann lässt Ellis gehen. Doch die Angst bleibt - und sie wächst. Weder Plizei noch Eltern, Freunde oder Therapeuten können ihr die verlorene Sicherheit zurückgeben. Denn alle sehen sie nur noch als Opfer, bringen ununterbrochen ihr Mitleid zum Ausdruck. Ellis droht förmlich zu ersticken unter diesem Schutzmantel der Fürsorge. Um sich selbst zu retten, beginnt sie Fragen zu stellen. Was wäre, wenn sie getötet worden wäre? Hätte ihr Vater die Schüssel, in der sie sich die Füsse badet, zur Erinnerung aufbewahrt? Alles erschient in einem anderen Licht- Kindheit, Familie, Gewohnheiten. Auf der Suche nach dem verlorenen Ich lernt Ellis ihr Leben neu kennen. Sie netdeckt Liebe und Gleichgültigkeit, begegnet Menschen, die sich aufgeben, und solchen, die bereit sind zu kämpfen. Und dann trifft sie den Mann mit der Pistole wieder...


Meine Meinung:

Die Geschichte hat den Anschein super spannend zu sein. Die Beschreibung lässt auf eine mitreissende Geschichte hoffen, die auch anregt, sich selbst Gedanken über sein Leben zu machen. Denn eigentlich könnte das doch jedem von uns passieren...

Die Autorin wählt eine Situation aus dem Alltagsleben, die doch nicht allen passiert - aber eben könnte. Der Schrecken, die Angst und das Gefühlskarussell bietet eine hervorragende Foraussetzung für eine rasante Lektüre. Doch leider fehlt jegliche Dramatik, jegliche Spannung und jegliches Gefühl. Leider.

Natürlich wünsche ich Ellis (auch wenn hier nur eine fiktive Figur) nichts Böses und hoffe, dass ihr Schlimmeres passiert. Dennoch wurde mir dieses Ereignis zu passiv umgesetzt. Der Schreibstil ist gut, flüssig, verständlich, präzise...doch gefühlslos. Ich wurde nicht warm mit den Figuren (was mich bei diesem Thema und bei der Hauptfigur besonders überrascht). Das Buch hat allgemein ein sehr ruhigen Ton, war normalerweise nicht gleich schlecht bedeuten muss. Allerdings konzentriert sich die Autorin zu sehr darauf, die Orte zu beschreiben, das Wetter, kleine Gesten und einfach alles Äusserliche. Mich interessiert jedoch brennend, was in Ellis selbst vorgeht: ihre Gefühle, ihe Ängste, ihre Gedanken...alles, was eben auf dem Klappentext schon erwähnt wurde! Trotz der erzählender Form über Alltagsbanalitäten aus der Kindheit, Beobachtungen über ihre Mutter und ihre Schwester, das Verhalten der Freunde und neuen Bekannten, konnte ich einfach keine Empathie entwickeln, obwohl ich es wollte.

Schade, dass hier eine tolle Idee so "langweilig" umgesetzt wurde.
Ich hätte mir viel mehr "Reibung", Probleme, Emotionen, Dramatik...gewünscht!

Fazit:
1 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Vendela Vida, geboren 1972, ist Herausgeberin der amerikanischen Literaturzeitschrift "The Believer" und lebt mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Dave Eggers, in San Francisco.

Mehr auf: Vendela Vida

2. April 2012

Peter Schwindt - "Flüsternde Schatten"

Autor: Peter Schwindt
Titel: Flüsternde Schatten

Verlag: Loewe
ISBN: 978-3-453-53337-0
Erschienen: 2006
Seiten: 396


Inhalt:

Ihr 16. Geburtstag stellt Rosalies Leben auf den Kopf: Sie erblickt den Hausmeister ihrer Schule, der genau vor sechzehn Jahren spurlos verschwunden ist und sie voll abgrundtiefer, aber stummer Verzweiflung ansieht. Zudem hört sie in ihrer Wohnung in der sie allein mit ihrem Vater lebt, Stimmen aus den Katakomben. Um diesen rätselhaften und beängstigenden Vorgängen nachzugehen, entschliesst sich Rosalie, die geheimen Höhlen unterhalb von Paris zu erforschen. Im Keller ihres Hauses in der Rue Lalande findet sie einen versteckten Zugang, den sie für ihre heimlichen Ausflüge in den Untergrund nützt.
Im Antiquariat, in dem ihr Freund Ambrose arbeitet, trifft sie eines Tages den geheimnisvollen Quentin Pylart, zu dem Rosalie eine starke Verbindung spürt. Er lädt sie zu seinem Weihnachtsempfang ein; dort gelingt es ihr, aus seiner Bibliothek eines der Libri Mortis, der Bücher des Todes, zu entwenden.
Ein Phantom in den Katakomben von Paris, ein doppeltes Ebenbild in einem Spiegel, ein geheimnisvolles Medaillon, seltsam reale Träume, ein rätselhafter Retter mit grünen Augen...


Meine Meinung:

Das Cover hat mir ja schon echt gefallen und auch der Klappentext sprach mich sofort an. Einziges "Problem": erst nach dem Kauf gemerkt, dass es der Auftakt einer Trilogie ist...

Doch man liest sich schnell hinein, wird bald in Rosalies Welt gesogen und wandert mit ihr durch die Katakomben von/in Paris. Der Autor weist auch darauf hin, dass es diese Kanäle unter der Stadt gibt und dass man diese (geführt!) sogar besichtigen kann (teilweise), obwohl diese Geschichte komplett fiktiv ist. Dennoch kann ich mir gut vorstellen, dass dort unten einige Legenden und Gruselmärchen zustande kamen.

Der Autor muss auch selbst dort gewesen sein, weil er die Schauplätze sehr realistisch zu beschreiben weiss und nicht durch Schlichtheit glänzt. Sein Schreibstil ist eher "adjektiv-lastig", allerdings hatte ich selten das Gefühl, dass es "überlastet" sei.

Rosalie empfand ich persönlich als eher unpassenden Namen für das Mädchen, dessen Figur er zeichnet. Doch an so etwas sollte man nicht lange kritisieren, denn auch daran gewöhnt man sich. Denn die Geschichte hat schliesslich viel Interessanteres zu bieten:
- die libris mortis
- die Geheimgänge der Katakomben Paris
- der geheimnisvolle Quentin Pylart
- der Spiegel und das Medaillon
- ein geheimnisvoller Retter mit grünen Augen
- eine Mutter mit Geheimnis im Koma , eine verschwiegene Grossmutter
- ein guter Freund...oder doch mehr?
- und und und...

Das Ende war eher abrupt, woran man aber auch merkt, dass es von Anfang an schon als Trilogie gedacht und somit so konzipiert wurde.

Unterm Strich aber ein spannende Rätseljagd in der Unterwelt der französischen Hauptstadt. Wenn mir das 2. Buch in die Finger kommt, sag ich nicht nein...

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Geboren wurde Peter Schwindt 1964 in Bonn. Er studierte Germanistik, Komparatistik und Theaterwissenschaften in Berlin, brach seine Uni-Karriere aber nach vierzehn Semestern und einem Schein erfolgreich ab. Ungebrochen aber blieb seine Leidenschaft für Film, Theater und Literatur. In den folgenden Jahren arbeitete er unter anderem als Software-Redakteur, Lektor für Comiczeitschriften und Drehbuchautor.
Schwindt lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in der Nähe von Frankfurt.

Mehr auf: Peter Schwindt