30. Mai 2012

Frühlingsputz?

Hallo liebe Leser!

Unglaublich wie schnell man neue Blogs entdeckt - und selber entdeckt wird - mit dem Blog-Zug.
Ich wollt deswegen nochmals all meine neuen Besucher
GANZ HERZLICH HIER BEGRÜSSEN.

Wie ihr vielleicht schon gemerkt hab, experimentert ich gerade etwas mit Farben und Design. Da jetzt endlich die Sonne wieder mal kräftig scheint, wollt ich auch auf meinem Blog aufräumen, dass er richtig glänzt. Sogar einen Blogbanner hab ich mir gebastelt (und glaubt mir, ich bin nicht gerade das grösste Technik-Ass). Noch dazu ergänze ich bei all meinen Rezensionen mehr Infos über den/die Autoren / Autorin. Ganz schön spannend, was manche vor der Schriftstellerei schon machten. Bitte habt jedoch etwas Geduld mit mir, da es mich doch etwas Zeit kostet, alle Rezensionen zu bearbeiten. (Hab ich echt schon so viele geschrieben? Meine Güte, bin ich selbst überrascht).

So wollt ich mal in die Runde fragen:
- Gefällt euch der neue Look?
- Gefallen euch die Farben?
- Was fehlt noch / Was könnte ich ausser den Autoren noch ergänzen?

Danke für eure Tipps und ich wünsch euch ein paar büchrige Stunden in der Sonne =D

Auf Wiederlesen
Eure Lese-Echse

29. Mai 2012

Kai Meyer - "Die Wellenläufer"

Autor: Kai Meyer
Titel: Die Wellenläufer

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-53320-2
Erschienen: 2003
Seiten: 378


Inhalt:

Die vierzehnjährige Jolly kann seit ihrer Geburt über Wasser gehen. Diese seltene Gabe macht sie zu einer wertvollen Gehilfin der karibischen Piraten, unter denen sie aufgewachsen ist. Als sie nach einem Überfall auf eine einsame Insel gespült wird, lernt sie den gleichaltrigen Munk kennen. Dieser kann ebenfalls über den Ozean laufen und verfügt zudem über Muschelmagie. Ein geheimnisvoller Geisterhändler nimmt die beiden mit auf sein Schiff und offenbart ihnen, dass die Wellenläufer wegen ihrer besonderer Fähigkeiten in grösster Gefahr schweben - die Mächte vom Meer der Dunkelheit haben ein Tor zur realen Welt geschaffen, einen Mahlstrom, der alles in den Abgrund saugt. Nur Jolly und Munk können den Strudel zwischen den Welten schliessen. Aber der Weg dorthin ist gefahrvoll und wird ihre Freundschaft auf eine grausame Probe stellen.


Meine Meinung:

Da ist mir dummerweise wieder einmal ein Teil einer Trilogie in die Hände geraten, obwohl ich nicht mehr so gerne Serien lese. Das verpflichtet einfach zu sehr, worauf ich zurzeit keine Lust habe.

Das wertet diesen Roman jedoch nicht ab. Sondern man wird in die Karibik, der wilden Meere der Piraten entführt. Gesalzen mit Magie, etwas Humor und sympathischen Figuren, kann ich gut nachvollziehen, warum diese Trilogie zu Kai Meyer's Bestseller gehört. Besonders die Hauptperson Jolly ist sehr real gelungen, obwohl die Story immer irrealer wird. Denn nicht nur ihre Gabe übers Wasser gehen zu können ist von einer anderen Welt, sondern auch Munks Muschelmagie, die mysteriösen Gaben des Geisterhändlers, die Klabauter und Geister....also Fantasie hat der Autor mehr als ausreichend! So wird die Lektüre jeden Fall nie langweilig!

Erwähnen muss ich aber, dass dieser Roman wohl für ein junges Publikum geschrieben wurde. Nicht nur der Schreibstil, sondern auch der Wortschatz ist sehr offensichtlich an Jugendliche gerichtet: also Fluchwörter (kann ja bei einem Piraten schnell mal vorkommen) sind sorgfältig ausgewählt oder schlicht mit "er fluchte" oder "sie posaunte ihren Unmut laut herum" oder so ähnlich. Dies störte mich jedoch nicht besonders, da es nicht mein erstes Jugendbuch ist. Ich stolperte eher über Passagen, die angedeutet auf leicht sexuelle Beziehungen zielen, die auch jugendfrei gestaltet wurden. Allerdings fand ich diese etwas fehl am Platz, obwohl natürlich Dirnen dazumal zum alltäglichen Volk auf den Pirateninseln gehörten. Der versuchte Anfang einer Liebesgeschichte mit Jolly und....(nein, das verrate ich doch nicht)...braucht es in diesem Abenteuer weniger. Ausser es kommt im zweiten Band mehr, was ich nun nicht beurteilen kann...

Unterm Strich hat mich dieser Roman aber gut unterhalten und ich staunte über neue Ideen, mit denen der Autor immer wieder mal auftrumpft. Besonders für junge Leser also ein Lesevergnügen der Sorte "Fluch der Karibik", wenn auch in etwas abgeschwächter Form.
Also dann heisst es wohl: Hisst die Flaggen! Ahoi!

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Kai Meyer, 1969 in Lübeck geboren, ist als Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor tätig. Er gilt als ein Vertreter des magischen Realismus – in seinen Büchern verbinden sich historische Ereignisse und Personen mit Elementen aus dem Bereich der Sagen und Mythen.
Nach seinem Abitur studierte er einige Semester Film, Theater und Philosophie, bevor er ein Volontariat bei einer Tageszeitung begann. Nach einigen Jahren als Journalist und Filmkritiker beschloss Meyer 1995, zukünftig als freier Autor tätig zu sein.

Mehr auf: Kai Meyer

27. Mai 2012

Jussi Adler-Olsen "Erbarmen"

Autor: Jussi Adler-Olsen
Titel: Erbarmen

Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-21262-5
Erschienen: 2009
Seiten: 419


Inhalt:

Und dann kam die Angst... wie ein schleichendes Gift. Sie horchte auf die verzerrte Stimme, die aus dem Lautsprecher irgendwo im Dunkeln kam. "Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weisst die Antwort: Warum halten wir dich fest?"

Wer sind die Entführer?
Was wollen sie von dieser Frau?
Kann ein Mensch ein solches Martyrium überleben?
Es ist der erste Fall für Carl Mørck, Spezialermittler des neu eingerichteten Sonderdezernats Q in Kopenhagen, und seinen syrischen Assistenten Hafez el-Assad: ein atemloser Wettlauf um das Leben einer Frau, die längst als tot galt.



Meine Meinung:

Nachdem ich bei Jussi Adler-Olsen in einer Vorlesung war und das Glück hatte, mir dieses Buch von ihm signieren zu lassen, musste es natürlich auch gelesen werden.

Anfangs hatte ich Startschwierigkeiten, kam nicht so recht in den Lesefluss und war leicht verwirrt von den schnellen Zeitwechseln. Denn die Geschichte wird einerseits von 2007 und andererseits von 2002 aufgerollt, sodass man abwechslungsweise Carl und seinem Assistenten bei der Arbeit begleitet und kennenlernt und dann wieder Merete und ihr Leben davor - und auch während ihrer Tortur. Dieser Wechsel passiert auf den ersten Seiten sehr häufig. Allerdings dient es dazu, die Figuren besser kennen zu lernen.

Danach geht es dafür umso rasanter zur Sache. Die Spezialität von Jussi Adler-Olsen ist wohl sein Können Spannung aufzubauen ohne wirklich grosse Indizien preiszugeben oder den Leser einem Vorteil zuzuspielen, indem er dem Leser mehr verrät als die einzelnen Personen wissen. Man weiss genau gleich viel (gleich wenig) wie Carl und Merete in ihren Situationen und die ganze Zeit bangt man darum, ob sie überlebt, ob Carl sie rechzeitig entdeckt und ob das ein Mensch überhaupt durchmachen kann.

Ich bin mir bis zum Schluss unsicher, ob der menschliche Körper, wie auch der menschliche Geist eine solche Tortur überleben kann. Ich weiss auch nicht, wie genau Jussi auf solche Ideen kommt, denn einiges ist wirklich angsteinflössend. Also besser nicht daran denken, wie krank manche Personen im Kopf sein können, sondern einfach die spannende Lektüre geniessen.

Wie Jussi in seiner Vorlesung erklärte, mag er es nicht besonders, wenn sie ihn als den bessten Krimi-Autoren Dänemarks bezeichnen. Denn er schreibt Thrillers und die unterscheiden sich zu Krimis wie folgt:
"Bei einem Krimi geschieht anfangs ein Verbrechen (meist Mord) und danach versucht man den Täter, das Motiv und das ganze Drumherum herauszufinden und den Verantwortlichen zu bestrafen. Bei einem Thriller hingegen wächst die Vorahnung, dass etwas Schlimmes passieren könnte - und das während dem ganzen Buch - doch man weiss nicht, ob man es am Schluss verhindern kann oder nicht."
Ich finde, Jussi ist ein grandioser Thriller gelungen, bei dem ich sehr sehr lange den Nervenkitzel "geniessen" konnte, was mit Merete und Carl schlussendlich passiert!

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er 1995 mit dem Schreiben begann, arbeitete er in verschiedensten Berufen: als Redakteur für Magazine und Comics, als Koordinator der dänischen Friedensbewegung, war Verlagschef im Bonnier-Wochenblatt TV Guiden und Aufsichtsratsvorsitzender bei verschiedenen Energiekonzernen. Sein Hobby: Das Renovieren alter Häuser. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.

Mehr unter: Jussi Adler-Olsen

20. Mai 2012

Jonathan Stroud - "die Eisfestung"

Autor: Jonathan Stroud
Titel: Die Eisfestung

Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-13268-5
Erschienen: 2003
Seiten: 282


Inhalt:

Mitten im klirrenden Winter treffen sich Emily, Simon und Marcus in der Nähe einer verlassenen Burg. Der enigmatische Marcus überredet Simon und Emily zu einem verrückten Plan: Hineingelangen in die verbotene Festung, die Burg erobern! Obwohl Emily und Simon wenig über Marcus wissen, lassen sie sich von seiner Begeisterung anstecken. Als sie einen Weg in die Ruine finden, schlägt Emily vor, dort zu übernachten.

Was als unschuldiges Spiel beginnt, nimmt eine unheilvolle Wenung, als Simon und Emily Marcus ein paar Tage später wiedersehen: Er ist grün und blau geschlagen. Das war sein Vater, sagt Marcus und verschanzt sich in der Burg, gemeinsam mit seinen neuen Freunden. Aus der Besetzung wird Ernst, als zuerst Marcus' Vater, dann der Burgwächter, eine Sozialarbeiterin, die Polizei und schliesslich die Feuerwehr anrücken. Die Verteidiger setzen alles daran, ihre Stellung zu halten, doch der Zweifel wächst: Wie weit können sie einander wirklich trauen?


Meine Meinung:

Als ich das Buch für einen kleinen, netten Preis entdeckt habe und den Namen des Autoren sah, musste ich es einfach nach Hause nehmen. Jonathan Stroud - der Autor, der mich mit seinem Dämon Bartimäus aus der gleichnamigen Trilogie Tränen lachen liess: das muss doch einfach gut sein!

Der Roman kommt eigentlich mit wenigen Personen aus: Die drei Hauptpersonen Emily, Simon und Marcus. Dazu kommt noch ein Burgwächter und später der Vater von Marcus. Sieht man mal von den eher gesichtslosen Polizei und Feuerwehr ab, waren dies eigentlich schon alle. Doch mehr braucht die Geschichte auch nicht, denn was die drei in der Burg alles erleben ist genügend spannend.

Wer von uns hat als Kind oder auch noch als Jugendlicher nicht eine Burg(-ruine) besucht und sich vorgestellt, dort heimlich zu übernachten? Alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, dem Burgwächter an der Nase herumführen und zu für eine Nacht sich ins Mittelalter zurückträumen? Genau diesem Kinderabenteuer hat sich der Autor gekonnt bedient und entwickelt eine simple und dennoch fantasievolle Geschichte. Die drei Charaktere gewinnen schnell  Symphatien, obwohl man ihnen dennoch nicht gleich alles glaubt. Genau die richtige Mischung, die es auch Emily und Simon gegenüber Marcus ergehen sollte.

Sehr toll fand ich auch die Tatsache, dass auf den ersten Seiten eine Skizze, eine Art Bauplan, von der Burg zu finden ist. Es zeigt die verschiedenen Stockwerke mit ihren Grundrissen und den Zimmern, sodass man beim Lesen immer wieder nach vorne blättern kann und sehr gut nachvollziehen kann, wo man sich gerade verbindet. Allerdings ist dem Autor eine dermassen lebhafte Sprache eigen, dass man es auch ohne Plan und mit geringer Raumvorstellung schaffen würde, sich im Kopf selber den Grundriss aufzuzeichnen.

Ohne das grosse Ende verraten zu wollen, sei hier bloss angemerkt, dass hinter der Geschichte von Marcus noch eine weitaus grössere und mächtigere Angelegenheit verborgen liegt, die hier jedoch nur angeklungen wird bzw. erst gegen Ende seine wahre Grösse zeigt. Deswegen fand ich die Bezeichnung Psychothriller für dieses Jugendbuch etwas übertrieben oder dann passend, hätte man diese Hintergrundgeschichte mit Marcus in den Fokus genommen. So wie es ist, liegt der Fokus auf der Burg und dem Abenteuer einzudringen und sie zu verteidigen, was auch niemals spannend wurde. Für geübte Thriller-Leser, glaube ich, bringt es eher keine Gänsehaut.

Schlussendlich kommt die Eisfestung nicht an den Erfolg von Bartimäus an. Dennoch ist es ein tolles Leseabenteuer, besonders für junge Leser, von einem Meister einer lebhaften Sprache!

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:
Bereits mit sieben Jahren begann Jonathan Stroud Geschichten zu schreiben. Nach einem Studium der Englischen Literatur an der Universität von York verfolgte er zunächst eine Karriere im Verlagswesen, wo er in London als Lektor und Herausgeber von Sachbüchern für Kinder arbeitete. Mitte der 1990er Jahre begann er seine eigenen schriftstellerischen Werke zu veröffentlichen und verzeichnete mit seinen ersten Büchern recht schnell Erfolge.
Heute lebt Stroud zusammen mit seiner Tochter Isabelle, Sohn Arthur und seiner Frau Gina, einer Grafikerin, die auch Kinderbücher illustriert, in St Albans in Hertfordshire in der Nähe Londons.

Mehr auf: Jonathan Stroud

18. Mai 2012

der Blog-Zug

Hallo ihr Lieben!


Ich bin seit Neuestem eine neue Reise angetreten - und zwar im Blog-Zug!
Kennt ihr nicht? Dann aber schnell eine Fahrkarte lösen!


Auf dieser Seite kannst du ganz einfach die Webadresse deines Blogs hinterlassen (ohne Account, Passwort) und somit Werbung für deinen Blog machen oder auch selbst auf die Suche nach neuen, interessanten Blogs gehen. Auf Reisen lernt man ja mal hier und da neue Weggefährten kennen...


Ich freue mich jetzt schon auf neue Leser und begrüsse alle herzlich auf meinem kleinen, bescheiden Bücherblog!


Wer mitmachen möchte, schaut doch mal vorbei bei der Blog-Zug

PS: mich findet ihr dort auf Letters to another world

Carolina de Robertis - "Die unsichtbaren Stimmen"

Autor: Carolina de Robertis
Titel: Die unsichtbaren Stimmen

Verlag: Krüger
ISBN: 978-3-8105-0799-0
Erschienen: 2009
Seiten: 462


Inhalt:

Alles beginnt mit einem Wunder: Aus einem Baum, aus schwindelnder Höhe, fällt ein Mädchen. Man nennt sie Pajarita, "kleiner Vogel". Aus dem verschlafenen Nest am Río Negro verschlägt es die junge Frau nach Montevideo, wo sie ganz allein vier Kinder grosszieht.
Ihre Tochter Eva geht nach Argentinien, lebt als Dichterin in den Kreisen der Bohème von Buenos Aires und findet ihre grosse Liebe.
Evas Tochter Salomé schliesst sich den Rebellen im Kampf gegen die Militärdiktatur in Uruguay an und verschwindet für viele Jahre hinter Gefängnismauern.
Pajarita, Eva, Salomé - sie alle haben eines gemeinsam: den Hang zur Unabhängigkeit, den unbändigen Drang zu einem selbstbestimmten Leben - gegen alle Widerstände.


Meine Meinung:

Was für ein energiegeladener Debütroman!
Carolina de Robertis schafft eine herrliche Kulisse von Uruguay und Argentinien. Sie beschreibt die Orte, nicht nur Montevideo und Buenos Aires, sodass ich selbst die Strassen sogar riechen kann, obwohl ich nie dort war. Eine Frau, die mit Worten zu spielen weiss.

Am fesselnsten ist die Familie selbst. Das Buch wurde in drei Teile geteilt, sodass jede Frau (Pajarita, Eva, Salomé) ihr eigenes Leben zu ihrer eigenen Zeit aus ihrer eigenen Sicht erzählen kann. So erfährt man von Generation zu Generation ihre Ängste kenne, ihre Träume, ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte, ihre Kraft und die Gefahren, die ihnen drohen. Mit dieser Technik schafft die Autorin eine unglaubliche Nähe zu den Protagonisten und obwohl man erst das Gefühl hat 3 Geschichten zu lesen, verbinden sich diese wieder zu einer grossen und grossartigen Geschichte bis zum Schluss. Carolina de Robertis regt zum Denken an und zeigt auf ihre Weise, was der "Kleber" in einer Familie ist und ausmacht.

Ihr Schreibstil blüht nur so von Beschreibung, jedoch immer ohne aufdringlich oder gekünstelt zu wirken. Poetisch und aussagestark reisst sie den Leser über Land, durch die Strassen von Buenos Aires über den Río de la Plata und in Montevideo umher.

Um die Mitte meiner Lektüre plätscherte die Geschichte dann ein wenig vor sich hin, wie ein Bach, der zwar schön ist, aber nicht unbedingt als spannend zu bezeichnen wäre. Das liegt nicht daran, dass Evas Geschichte langweiliger wäre als die der anderen. Möglicherweise hatte ich eine kleine Leseflaute, was also nicht Grund des Buches war. Ich war keineswegs gelangtweilt, sondern einfach fröhlich mit dem Gefühl nicht weiterzukommen. Wie Radio, den man im Hintergrund laufen lässt: Man mag die Lieder, sich vom Moderator berieseln, ohne eigentlich genau hinzuhören und sich dafür zu interessieren.
Das Ende ist dafür wieder umso gefühlsgeladen an Energie, dass man nach der letzten Seite noch nachdenklich sitzen bleibt.

Unterm Strich ein grandioser Autoren-Start aus Südamerika!

Fazit:

4 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Carolina De Robertis wuchs in England, in der Schweiz und in Kalifornien auf. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Übersetzerin fiktionaler und literarischer Texte. Daneben war sie zehn Jahre für verschiedene Frauenrechtsorganisationen tätig.
Sie lebt heute in Oakland, Kalifornien.

Mehr auf: Carolina de Robertis

10. Mai 2012

Bin ich lesesüchtig?



Bin ich Lesesüchtig ?


Woran erkennst Du, dass Du lesesüchtig bist?

Für mich Zutreffendes = orange
  1. Du hast deinen eigenen Sachbearbeiter bei Amazon!
  2. Deine Kreditkartenabrechnungen werden per Büchersendung verschickt!
  3. Du kaufst Teil 3 einer Serie und noch bevor du angefangen hast zu lesen, freust du dich auf Teil 4!
  4. Du teilst das Jahr nicht in Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter auf, sondern Neuerscheinungen Frühjahr und Neuerscheinungen Herbst!
  5. Die vielen Mails in deiner Mailbox sind keine Spams sondern die Lieferauskünfte deines Online-Buchhändlers!
  6. Deinen Buchhändler wählst du danach aus, wie weit es bis zum nächsten Parkhaus ist, damit du nicht so weit so schwer tragen musst!
  7. Dein Stapel ungelesener Bücher ähnelt in Höhe und Ausrichtung dem Schiefen Turm von Pisa!
  8. Du ärgerst dich im Mai, wenn ein im Oktober erscheinendes Buch noch nicht in der Datenbank deines Online-Buchhändlers zum Vorbestellen aufgeführt ist.
  9. Die Familienmitglieder deiner Serienhelden sind dir geläufiger als deine eigenen Cousins und Cousinen!
  10. Dein Postbote hasst dich! (er schüttelt immer den Kopf) Postbote noch nie mit meinen Paketen gesehen... ;)
  11. Deine Familie erkennt dich ohne Buch vor dem Gesicht nicht mehr!
  12. Du freust dich über ein schlechtes TV-Programm, denn es verschafft dir mehr Zeit zum Lesen!
  13. Du überbietest dich im Eifer des Gefechts bei eBay selber!
  14. Die Leihbücherei deines Heimatortes kann nur aufgrund deiner Buchspenden existieren!
  15. Du verbringst alle Wochenenden im Baumarkt, um dir neue Regalbretter zuschneiden zu lassen!
  16. Wenn dein SUB auf unter 5 sinkt, steigt dein Puls auf 180!
  17. Man nennt dich auch den ‚Schrecken der Flohmärkte’!
  18. Dein Vermieter kündigt dir, weil die Statik des Hauses nicht für deine Buchmengen ausgerichtet ist.
  19. An Sonn- und Feiertagen bestellst du entweder online oder gehst an den Hauptbahnhof, um dir Suchtstoff zu beschaffen! (würde ich wahrscheinlich, hätte ich nicht noch 10 Bücher daheim...)
  20. Wenn du in den Urlaub fährst, dann hast die Klamotten im Handgepäck und der Koffer ist voller Bücher!
  21. Du Deine Bücher grundsätzlich mit Schutzfolien versiehst, damit sie beim (sowieso schon vorsichtigen) Lesen nicht leiden.
  22. Du bereits Freundschaften gekündigt hast, weil Du ausgeliehene Bücher beschädigt zurückbekommen hast. (Noch nicht passiert, aber ich verleihe auch nur an vertrauensvolle Personen....)
  23. Du heimlich in der Buchhandlung an den neuen Büchern riechst und Dich dabei verstohlen umsiehst.
  24. Du Menschen, die die letzte Seite eines Buches zuerst lesen, für nicht gesellschaftsfähig hältst.
  25. Jedes Buch behältst, obwohl es Dir überhaupt nicht gefallen hat oder Du es nie lesen wirst. (oder zumindest lange)
  26. Du das Gefühl hast, einen guten Freund verloren zu haben, sobald Du ein gutes Buch beendet hast.
  27. Du niemals das Haus ohne Buch verlässt.
  28. Du Dich über Bücher ärgerst, die Dir nicht gefallen, Du sie aber trotzdem zuende liest.
  29. Du Grundsätzlich für jedes Buch ein neues Lesezeichen verwendest.
  30. Du anstatt vor das Aquarium vor Dein Bücherregal sitzt.
  31. Du als ansonsten friedliebender Mensch Mordgedanken bei schlampigen Übersetzungen oder Grammatik- und Rechtschreibfehlern hegst.
  32. Du beim Lesen von dicken Bücher immer zwischendurch mal wieder den Klappentext liest.
  33. Du Dich über Dein neues Auto nur deshalb freust, weil Du nun auch die schweren Hardcover mit Dir herumschleppen kannst.
  34. Du Dir nicht vorstellen kannst, wie man in der Supermarktwarteschlange NICHT lesen kann.
  35. Du Dir zu allen Feiertagen nur Bücher wünscht, obwohl Du mindestens zwei Leben bräuchtest, um Deinen derzeitigen SUB auch nur annähernd abbauen zu können.
  36. Du Dir ein ausgeliehenes Buch, das Dir gut gefallen hat, nach dem Lesen kaufst, (obwohl du noch nie, ein Buch zweimal gelesen hast)
  37. Du nach jedem Kapitel die durchschnittliche Seitenanzahl je Kapitel berechnest. (nicht den Durchschnitt rechnen, aber sicher auf die Seitenzahl guck ich)
  38. Du unter allen Umständen ein neues Buch beginnen musst, nachdem Du das letzte fertig gelesen hast und Du dafür auch mitternächtliche Klettertouren im Nachthemd aufs Bücherregal auf Dich nimmst.
  39. Du denkst, dass Du krank bist, wenn Du in einer Buchhandlung mal nichts kaufst.
  40. Deine Umgebung völlig schockiert darauf reagiert, dich ohne Buch anzutreffen.
  41. Wenn du das Buch auch aufs Klo mit nimmst und liest.
  42. Du andauern rufst: “Oh! Eine Buchhandlung!”
  43. Du ständig über kreative Möglichkeiten nachsinnst, Deine wachsenden Bücherstapel unterzubringen
  44. Du diverse Listen -incl. Sub – führst bzw. Dateien anlegst, um den Überblick über die Bücher zu behalten.
    Gesamt Ergebnis: 25 (plus Nr. 22)



Mehr als 10 Treffer: akut lesesüchtig.
Mehr als 20 Treffer: fortgeschrittenes Stadium.
Mehr als 30 Treffer: nicht mehr therapierbar


--> Da hab ich nochmals Glück gehabt!

Herrad Schenk - "Mamas Vermächtnis"

Autor: Herrad Schenk
Titel: Mamas Vermächtnis

Verlag: KiWi
ISBN: 978-3-462-04425-6
Erschienen: 2012
Seiten: 222


Inhalt:

Mama ist tot, Thea bleibt zurück. Für sie war Mamachen in den letzten Jahren alles - und nun ist nichts mehr? Das kann nicht sein, denn Mamachen, als Oma Annerose später Star der Fernsehserie "Die Schmidts", hinterlässt neben einer grossen Lücke einen Haufen ungeordneter Papiere und Fotos. Und ein Testament, das sich für Thea immerhin selbst schon fast siebzig, als grosse Überraschung entpuppt. So muss sie sich nach der Entrümpelung der Wohnung auf den Weg in das Dopelleben ihrer Mutter machen - mit reichlich verblüffenden Funden.

Fragwürdigen Trost spenden die Damen aus ihrem Literaturkreis, allesamt Originale mit ganz eigenen und im Zweifelsfall wichtigeren Problemchen, und einige Männerbekanntschaften aus dem Netz, denn Thea hat die Suche nach dem Richtigen noch nicht aufgegeben.


Meine Meinung:

Auf der Suche nach einer Kleinigkeit für meine Mama zum Muttertag, stolperte ich über dieses hübsche Cover. Auch wenn Mama nicht tot ist, finde ich den Titel passend und sehr nett. Schliesslich haben uns unsere Mütter so einiges vermacht - und ich rede nicht vom materiellen Erbgut.

Die Geschichte, aus der Sicht von Thea erzählt, zeichnet eine liebevolle und doch nicht immer einfache Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Eine Liebe, die auch ihre Opfer fordert(e) und vor allem das Thema des Älterwerden wird fokussiert. Denn auch Thea ist nicht mehr jung, jedoch selbst kinderlos und hat somit mit ihrer Mutter scheinbar alles verloren....scheinbar...

Die Autorin schafft eine angenehme Stimmung, manchmal sogar ein heiteres Klima trotz eher traurigem Hintergrund. Ab und zu entlockte sie mir ein Grinsen, eines der Sorte wie man es älteren, etwas schrulligen Damen zuwirft, die man nicht versteht, aber deswegen dennoch mögen muss. Auch ihre Freundinnen im Literaturkreis sind Originale und gleichzeitig herrlich aus dem Alltag gegriffen.

Dennoch plätschert die Geschichte einfach so dahin, ein eher ruhiges Buch also. Die grosse Überraschung des Testaments, die Fotos, das Doppelleben ist zwar toll, kommt jedoch erst auf den letzten Seiten zum Zug, da vorher der Verarbeitungsprozess von Thea im Vordergrund steht. Dies war mir für die etwas mehr als 200 Seiten zu kurz und ich finde, so verspricht der Klappentext mehr Spannung als eigentlich im Buch vorhanden ist.
Trotzdem ein hübsches Buch für Zwischendurch.

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Geboren 1948 in Detmold, aufgewachsen in Düsseldorf, studierte sie später Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln und York (England). Danach arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sozialpsychologie der Universität Köln, bevor sie sich aufs Schreiben konzentrierte. Heute lebt sie in der Nähe von Freiburg.

Mehr auf: Herrad Schenk

8. Mai 2012

Kate Morton - "die fernen Stunden"

Autor: Kate Morton
Titel: Die fernen Stunden

Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-29094-5
Erschienen: 2010
Seiten: 716


Inhalt:

Ein geheimnisvoller Brief, ein verfallenes Schloss, eine unerfüllte Liebe...

London 1939: Als die ersten Bomben auf die Stadt fallen, befindet sich die zwölfjährige Meredith mit einer Gruppe evakuierter Kinder auf dem Wen nach Kent. Dort soll sie Zuflucht bei einer fremden Familie finden. Staunend und eingeschüchtert zugleich zieht sie auf das herrschaftliche Milderhurst Castle, wo die siebzehnjährige Juniper mit ihren Zwillingsschwestern und ihrem Vater, dem bekannten Schriftsteller Raymond Blythe, lebt. Sie tauchtein in eine Welt der Geschichten und der Fantasie - bis ihre Eltern sie zwei Jahre später nach Hause zurückholen und der Kontakt zu Juniper unvermittelt abreisst. Meredith zerbricht beinahe am Verlust ihrer engsten Vertrauten, für den sie keine Erklärung findet. Nie ist sie nach Milderhurst zurückgekehrt, doch jetzt, Jahrzehnte später, führt eine geheimnisvolle Spur ihre Tochter Edie zu den alten Blythe-Schwestern. Hinter den düsteren Schlossmauern kommt mehr ans Licht, als Edie sich je hätte vorstellen können - doch vielleicht ist es noch nicht zu spät, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu versöhnen.


Meine Meinung:

Wie schafft es Kate Morton bloss, mich immer und immer wieder dermassen für ihre Geschichten zu begeistern? Ihre Romane beinhalten nicht nur eine Geschichte, sondern sprudeln über von mehreren Schicksalen, von verschiedenen Leben, von Blickwinkeln und Momenten, die sie einfach gekonnt miteinander vernetzt, sodass ich nun das Gefühl habe schon 10 Bücher von ihr gelesen zu haben, obwohl es "nur" drei waren.

"Die fernen Stunden" entführen in ein England im Krieg, wobei dieser jedoch mehr Hintergrundkulisse bildet als effektiv im Mittelpunkt steht. Edie, die Tochter, führt durch das Buch, indem meist aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt wird und wie sie Schritt für Schritt den Geheimnissen der Vergangenheit auf die Spur kommt. Immer wieder entführt Kate Morton den Leser jedoch wieder zurück in die Kriegsjahre und zeigt ein kleines Stückchen, was damals geschehen war, meist aus der Sicht der jeweiligen Hauptperson dieser "Szene". Die Autorin versteht es dabei hervorragend, dem Leser viele Informationen zuzuspielen, und dennoch nichts zu verraten und die Spannung zu weiten, indem sie dem Leser ein Puzzlestück gibt, ohne dass man weiss wie das Bild schlussendlich aussehen könnte. Auch die Zeitsprünge sind absolut nicht verwirrend, da gut mit Kapitelüberschriften und Jahreszahlen gekennzeichnet. Ich konnte mir das Buch schon wie in einem Film vorstellen, die Detektivsuche von Edie, die immer mehr auch über ihre eigene Mutter erfährt und dann diese Rückblenden  als die Blythe-Schwestern noch jung waren....in Schwarz-weiss....echtes Kopfkino eben!

Was mich jedes Mal bei ihren Bücher verblüfft, ist die Tatsache, wie sie mit viel Beschreibung dennoch nicht diesen Zuviel-Effekt erreicht, sondern schlicht eine sehr gute Beobachterin sein muss. Sie zeichnet die Figuren mit viel Gefühl, sodass man sie einfach lieben muss - selbst die "Bösewichte"!

Anfangs könnte der Roman etwas schleichend gehen, könnten einige Kritiker sagen. Doch es kam niemals das Gefühl auf, dass es langatmig wäre, sonder lullte mich herrlich in die Geschichte ein, sodass ich die Welt von Milderhurst Castle entdecken und lieben lernen durfte. Schliesslich braucht es diesen Aufbau, um danach alle Auflösungen der Rätsel zu verstehen: die Verbindungen zwischen den Figuren, die Gefühle füreinander, die Situatioen und die Ereignisse, die eins zum anderen führten. Kate Morton zündet am Schluss ein regelrechtes Feuerwerk von Rätselauflösungen - Rätsel, die dem Leser bis zum Schluss nicht einmal bewusst waren! Und wenn man denkt: meine Güte, ach so war das! Tolles Ende! Dann ist es immer noch nicht Schluss, nein, Kate Morton haut noch ein Geheimnis raus, und das auch noch ohne, dass es aufgesetzt oder sensations-suchend wirkt!

Schlussendlich hat mir "der verborgende Garten" immer noch am besten gefallen von ihr. Aber auch dieses Buch hat eigentlich nur 2 Minuspunkte, die sich jedoch gegenseitig ausschliessen:
1. Es ist zu dick und somit zu schwer, um es ständig bei sich zu tragen. Also kein Buch, dass man so leicht einsteckt.
2. Trotz seiner Länge und Dicke, könnte es dennoch ewig so weitergehen! Es war einfach so gut, dass es wieder "zu kurz" war...

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:
Kate Morton wuchs in den Bergen in Queensland, Australien auf und ist die älteste von drei Schwestern. Sie studierte Theaterwissenschaften und Englische Literatur. Ihr erster Roman wurde in dreizehn Länder verkauft und avancierte schnell zum Bestseller.
Morton verriet in einem Interview, dass sie bereits ein Drittel einer anderen Geschichte geschrieben hatte, ehe die Blythe-Schwestern, um welche es sich in ihrem neuen Roman handelt, im Kopf "herumzuspuken" begannen. Sie entschied, die Arbeit an ihrem neuen Roman abzubrechen und die Geschichte der Blythe-Schwestern weiter auszubauen. Ob sie die Arbeit an ihrem nicht vollendeten Roman fortsetzt, gab sie nicht bekannt.
Kate Morton lebt mit ihrem Mann David, einem Komponisten, und ihren zwei Söhnen, Louis und Oliver, in Brisbane.

Mehr auf: Kate Morton

7. Mai 2012

Gewinnspiel "das göttliche Mädchen"

Da hab ich heute gerade noch was bei Anja (Bücherzauber) entdeckt:
Ein Gewinnspiel für "das göttliche Mädchen" von Aimee Carter !!!


Nicht nur das tolle Cover, sondern auch der Klappentext hat sofort all meine Aufmerksamkeit gefordert.
Dieser Roman scheint keine einfache Fantasygeschichte zu sein, sondern verbindet das auch noch mit Mythologie und einer Lovestory, die hoffentlich keine 08/15 ist. Am meisten gespannt bin ich jedoch über den Teil mit der sterbenskranken Mutter: Was würdet ihr für eure Mutter alles tun? Wie weit würdet ihr gehen? Welche Prüfungen hat Kate zu bestehen und wie beschreibt die Autorin Eden?
Spannung, Spannung, Spannung =)


Wenn ihr auch noch heute Zeit habt, erfahrt ihr mehr unter Mira-Taschenbuch