26. August 2012

Katja Hentschel - "In High Heels um die Welt"

Autor: Katja Hentschel & Freunde
Titel: In High Heels um die Welt

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf
ISBN: 978-3-86265-110-8
Erschienen: 2012
Seiten: 315


Inhalt:


In High Heels um die Welt

- das haben sich die Travelettes auf die Fahnen geschrieben, junge Frauen, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als um die Welt zu reisen und sie dabei im Sturm zu erobern. Für dieses Buch haben sie und ihre Freundinnen ihre 33 abenteuerlichsten, lustigsten, schönsten, ungewöhnlichsten und skurrilsten Reisegeschichten aufgeschrieben.

Die 20 Autorinnen rund um Katja Hentschel erzählen mit viel Charme, Witz und Selbstironie davon, was sie auf ihren Trips bewegt hat, wer oder was sie verführt hat, warum sie gar nicht mehr weiterziehen wollten und woran sie auch mal gescheitert sind.

Die inspirierenden Geschichten aus aller Welt nehmen die Leser mit in fremde Länder und garantieren ein Lesevergnügen, bei dem Fernweh vorprogrammiert ist.


Meine Meinung:

Der Klappentext stimmt zu 100%!
Selber kurz vor einer grösseren Reise, habe ich dieses Buch von einer Freundin geschenkt bekommen, und die Geschichten haben mich wirklich aufgebaut und meine Reiselust geweckt. Aber auch für Daheim-Bleiber verführt dieses Buch zum Aufbruch in grosse Abenteuer - wenn auch nur in Gedanken und Tagträumen...

Der Schreibstil ist luftig, scherzhaft, leicht und witzig. Zwischen den einzelnen Geschichten merkt man Unterschiede, obwohl sie allesamt überarbeitet wurden für eine gemeinsame Sammlung. Dennoch kommen sehr sympathisch die einzelnen Charakteren zur Geltung.
Am Schluss des Buches werden die Autorinnen und Travelettes kurz vorgestellt mit Bild und einigen Sätzen: Junge Frauen, die sich mit Freundin, alleine oder auch mal mit den Eltern weg von daheim wagen, von Hoffnungen und Erwartungen gekitzelt, von Entdeckungen und Unerwartetem überrascht, aber am Ende haben sie es alle überlebt und planen schon die nächste Reise. Denn auch Stolpersteine gehören dazu, und wenn man die überwältigt hat, fühlt man sich dafür umso stärker danach!

Die abwechslungsreichen Anekdoten erzählen von ebenso abwechslungsreichen Kulturen und Orten. Sei es Camping an einem See, in Island auf der Jagd nach dem Nordlicht, als Freiwillige in Peru mit einer Kinderhorde, das erste Mal auf einem Surfbrett oder fleissig in Fettnäpfchen in Japan tretend...

Dadurch, dass die einzelnen Geschichte kurz gehalten sind ist es zudem ein super Buch, um mal schnell im Bus oder Zug zwischen zwei Haltestellen eine komplette Geschichte zu lesen, obwohl man nur wenig Zeit hat. Denn keines der Kapitel hat mehr als 20 Seiten (oder nur knapp). Somit erweist sich das Buch über Reisen auch als geniales Reisebuch!

...nicht nur, weil es Lust auf Kofferpacken macht ;)

Fazit:

5 von 5 Lese-Echsen




(Haupt-)Autorin:

Katja Hentschel war die erste aller Travelettes, als sie das internationale Online-Reisemagazin www.travelettes.net im August 2009 gründete. Mit diesem Projekt hofft sie, Mädchen und Frauen aus aller Welt dazu zu inspirieren, ihren Lippenstift auf- und ihre Rucksäcke anzulegen und einfach loszugehen. Ursprünglich aus einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt, hat sie 8 Jahre lang im Ausland verbracht, über 40 Länder bereist, 4 Fremdsprachen gelernt und die Kunst des Backpacking in Heels verfeinert. Nachdem sie in Paris und London Psychologie studierte, lebt sie seit Anfang 2009 in ihrer Lieblingsstadt Berlin.

Mehr auf: Katja Hentschel (Blog: Clamcanyon)
und Katja Hentschel - Travelettes (Blog)

25. August 2012

Carlos Ruiz Zafón - "Marina"

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Marina

Verlag: Weltbild (oder Fischer)
ISBN: 978-3-86365-081-0
Erschienen: 2011
Seiten: 286


Inhalt:

Als Oscar Drai das Mädchen Marina trifft, ahnt er nicht, dass sie sein Leben für immer verändern wird. Mit ihrem Vater lebt sie in einer alten Villa wie in einer vergangenen Zeit. Marina bringt Oscar auf die Spur einer mysteriösen Dame in Schwarz, und bald befinden sich die beiden mitten in einem Albtraum aus Trauer, Wut und Grössenwahn, der alles Glück zu zerstören droht.

"Marina ist eines meiner Lieblingsbücher - es ist mein persönlichster Roman. " Carlos Ruiz Zafón


Meine Meinung:

Eigentlich kann ich oben genanntes Zitat nur wiederholen: eines meiner Lieblingsbücher meines Lieblingsautoren. Verliebt habe ich mich ja damals in "der Schatten des Windes", gefestigt wurde dies mit dem "Spiel des Engels" und mit "Marina" sind alle guten Dinge nun 3.

Sein detaillierter, farbenfrohe Schreibstil zeigt wie immer nicht nur, dass Zafón ein begnadet guter Autor ist, der die auch noch gekonnt in Worte fassen kann. Sondern die Geschichte beweist einmal wieder, wie viel Fantasie dieser Spanier besitzt und die Kraft mich in eine andere Welt zu entführen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Buch nur 100 oder sogar 700 Seiten hat - bei Zafón ist es immer spannend und der Länge des Romans passende Handlungen.

Doch nicht nur Zafón-Fans werden sich gerne in "sein" Barcelona entführen lassen, auch neue Leser wird er sicherlich mit diesem Werk finden. Denn Marina liest sich ziemlich locker und leicht, obwohl die Geschichte nicht besonders leicht ist, sondern sogar ziemlich düster. Trotz der Trauer, Wut und dem Grössenwahn gelingt es dem Autor die Liebe zu zeigen - wenn auch von der nicht nur kitschig romantischen Seite, sondern die wahre tiefe Liebe, die auch durch die schlechten Zeiten hält.

Das Buch war schlussendlich etwas ganz anderes als ich erwartet hätte, enttäuscht bin ich jedoch auf keinen Fall. Höchstens vielleicht, dass ich es schon zu Ende gelesen habe...

Bitte Senhor Zafón, schreiben Sie weiter solche Bücher und mein Leseratten-Herz gehört für immer Ihnen!

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und wuchs dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarrià (Col·legi de Sant Ignasi). Sie hat ihren Sitz in einem in der Stadt gelegenen gotischen Schloss aus rotem Backstein, mit Türmen und geheimen Gängen, die nach seiner Aussage seine Phantasie und die Lust auf das Geschichtenerzählen angeregt haben. Er war zuerst in Barcelona in einer Werbeagentur tätig, ging 1994 nach Los Angeles und konzentrierte sich völlig auf das Schreiben. Neben seiner Arbeit an Romanen ist er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig.

Mehr auf: Carlos Ruiz Zafón

22. August 2012

Dufte dieses Parfum !

Liebe Büchernarren,

wer von euch steckt seine Nase auch mal in ein Buch, um es nicht nur zu lesen, sondern auch mit allen anderen Sinnen aufzusaugen? Anfassen, angucken, hören wie das Papier möglicherweise raschelt...und riechen. Oft Papier, Leim und Druckerschwärze, bei alten Büchern der Staub, und dieser unbeschreibliche Duft nach einer Geschichte, die es zu erkunden gilt.

Nun haben sich Geza Schön und Karl Lagerfeld der Herausforderung gestellt, diesen Duft in eine Flasche zu bringen!

"Paper Passion" heisst das Parfum, welches nach Bücher riechen soll. Lagerfeld designte die Flasche und Literaturnobelpreisträger Günter Grass steuert noch ein Gedicht dazu!

Mehr lesen könnt ihr im folgenden Artikel: Paper Passion
oder ein eher kritischer Artikel: Paper Passion - Zeit.de
und hier der Link zu Steidl, dem Anbieter: Paper Passion - Steidl




Obwohl ich mir das Parfum wohl nie kaufen werde, finde ich die Idee dennoch genial !


5. August 2012

Christina Zacker - "Kann denn Fado fade sein?"

Autor: Christina Zacker
Titel: Kann denn Fado fade sein?

Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-60247-2
Erschienen: 2012
Seiten: 303
(inkl. kleinem Port.-Deutsch Glossar)


Inhalt:

Witzige Geschichten aus einem kleinen Land, das manchmal grosse Fragen aufwirft.

Sie leben am äussersten Rand Europas, lieben gegrillte Sardinen, sind absolute Fussballnarren und gelten als schwermütig - schliesslich singen sie tagaus, tagein Fado. Tatsächlich sind die Portugiesen ein fröhliches und eigenwilliges Völkchen. Christina Zacker liebt sie und ganz besonders einen. Deswegen zieht sie zu ihm nach Portugal, und das in dem Glauben, Land und Leute gut zu kennen. Doch dann kommt alles anders als geplant...


Meine Meinung:

Eins vorweg: Ich LIEBE Portugal! So ist es wohl kaum verwunderlich, als ich trödelnd, ohne bestimmtes Ziel, nur "um mal zu gucken" in die Buchhandlung schlendere (ich weiss: nur mal gucken geht hier schlecht, aber ihr wisst, was ich meine) und mein Blick an diesem Titel hängen bleibt. Natürlich sticht mir der Hahn und die Worte Portugal und Fado sofort ins Auge, schnell den Klappentext gelesen (innerlich schon an meinen SuB daheim denkend) und ohne nach dem Preis zu gucken direkt zur Kasse marschiert. Daheim das angefangene Buch schnell fertig lesen und ohne Rücksicht auf meine Bücherwarteliste mir dieses Buch zu Leibe geführt...

Nicht nur, dass mir die Autorin und ihre Abenteuer unbeschreiblich sympathisch sind. Nein, ich schmunzle auch über viele Kleinigkeiten, die sie in sehr lockeren, witzigen Ton erzählt, weil sie mir selbst bekannt vorkommen. Weil ich selbst in meinen Portugalferien über Gesten oder Redewendungen verwundert die Stirn gerunzelt hab und mich auch mit dieser genuschelten Sprache immer mal wieder schwer tu. Christina Zacker berichtet von ihrem Umzug ans Ende von Europa mit Witz und Charme, als sässe man zusammen bei Kaffee und Kuchen im Garten und kennt sich schon seit Jahren!

Dementsprechend gefällt mir nicht nur der Schreibstil (wie gesagt, sehr locker, lebendig und lebensfroh), ihre Art (die sich dem portugiesischen Lifestyle mit einem Lächeln, aber manchmal auch etwas verzweifelt, versucht anzupassen), sondern auch die Tatsache, dass es eben nicht alles nach Plan läuft und sie auch über Dinge redet, die nicht alle gut sind in Portugal. Es ist eben das wahre Leben - da läuft nix nach Plan. ("é a vida" - so ist das Leben, was sie auch mehrmals schreibt).

Die Kapitel sind ordentlich pro "Abenteuer" gegliedert und meist chronologisch. Dennoch ist es nicht unbedingt eine zusammenhängende Geschichte, sondern mehr eine Art Erfahrungsbericht, der sich hervorragend als Ferienlektüre (besonders auch für Balkonien: Stichwort Fernweh) eignet.

Wie gesagt: Die Tatsache, dass mich der Portugalvirus schon erwischt hat, bin ich dermassen begeistert und voller Fernweh (port. "saudade") wieder, dass es den Status "eins meiner Lieblingsbücher" bekommt. Dennoch ist mir bewusst, dass andere Leser, also (noch)nicht-Portugal-kenner / - verliebte den Enthusiasmus besser unter Kontrolle haben als ich. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden...

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Christina Zacker ist Journalistin und Buchautorin. Gut 15 Jahre war sie als Redakteurin im Ratgeberteil verschiedener Zeitschriften tätig, zuletzt als Ressortleiterin und Textchefin einer Frauenillustrierten. Einige ihrer Werke erschienen unter Pseudonym: Franziska von Au.
Christina Zacker lebt seit 2004 in Portugal.


Mehr auf: Christina Zacker

Nachtrag: Die liebe Autorin hat mir mein Buch signiert und sogar eine persönliche Widmung geschrieben, mit welcher sie mich positiv überrascht hat...

4. August 2012

Rudolf Rach - "eine französische Geschichte"

Autor: Rudolf Rach
Titel: Eine französische Geschichte

Verlag: weissbooks
ISBN: 978-3-940888-49-5
Erschienen: 2010
Seiten: 182


Inhalt:

Liebe und Geschäft - kann das gehen?
Und, wenn ja, wie?

Jean Bart, Verleger in Paris, sucht eine neue Assistentin und findet Margot Rothier. Bartist begeistert: Margot ist nicht nur schön, sondern auch bestens qualifiziert. Er will sie und keine andere. Bis Margot ihm etwas gesteht, was Bart und vor allem seinem wichtigsten Autor sehr in die Quere kommt.


Meine Meinung:

Ich habe mich auf eine kurze, hübsche Erzählung gefreut und hab mich dann leider das ganze Buch durch gelangweilt - aber wenigstens nur kurz.

Es gibt ja Schreibstile, in die man sich erst mal reinlesen muss, weil sie einem nicht sogleich zusagen oder der Buchanfang noch etwas holpert. Auch bei Rudolf Rach finde ich die Satzkonstruktionen eher gewollt hochgestochen als leserfreundlich, was das Lesen nicht unbedingt vereinfacht und dem Autor sogar etwas Hochnäsiges verleiht. Sein Schreibstil konnte mich - obwohl es sich später besserte - nicht überzeugen. Wahrscheinlich war es einfach nicht mein Geschmack, denn es ist auch sehr wenig direkte Rede dabei, welche nicht einmal durch Anführungs- und Schlusszeichen gekennzeichnet ist. Die Erzählung präsentiert sich ganz klassig als gesamter Text: wenig direkte-Rede-Zeichen, verwickelte Sätze und keine Kapitel.

Die Geschichte selbst könnte gut sein, doch leider hat der Autor seine Idee in den Sand gesteckt. Die "Liebe" vom Klappentext wird nirgends erwähnt, sondern höchstens mal, dass Herr Bart diese Margot attraktiv findet (wobei sie ein gutes Stück jünger ist als er, er jedoch dazu noch vergeben). Ihr Geständnis ist nicht die Hauptbesorgnis eines Autoren, sondern was es mit sich bringt. Und dass dieser Autor einer der wichtigsten in Barts Verlag ist, steht auch bloss auf dem Klappentext.
So hat die Beschreibung der Erzählung schon mehr erzählt und mehr Zündstoff als die Erzählung selbst!

Die Figuren bleiben etwas zweidimensional, abgesehen von Herr Bart, aus dessen Sicht das Ganze abspielt. Ich hatte den Eindruck, als diene die Hauptfigur als Repräsentation des Autors (der selbst Verleger ist) und spiegelt seine Ansichten, die eine philosophische Neigung aufweisen. So fachsimpelt der Autor lieber über Kunst und Geschichte, wobei ich gar nicht recht verstand, was das mit der Erzählung zu  tun hat.

Das Beste am Buch finde ich, dass der Autor sich schon auf der ersten Seite selbst ins Aus katapultiert, indem er schreibt (Zitat aus Buch):

"Er war Verleger. Jemand also, der Manuskripte liest und sich fragt, ob es sich lohnt, Geld in eine Veröffentlichung zu stecken. Zum Beispiel in ein Buch. Die meisten Verleger haben irgendwann einmal selbst versucht zu schreiben und dann erkannt, dass sie das Schreiben besser anderen überlassen."

Jawohl, Herr Rach. Nicht böse gemeint, aber bleiben Sie bitte Verleger und Herausgeber von Bücher, aber ihres konnte mich leider nicht überzeugen.

Fazit:
1 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Rudolf Rach kommt aus Köln. Nach seinem Studium - Philosophie, Kunstgeschichte und Theaterwissenschaft - wird er 1971 Leites des Suhrkamp Theaterverlages. 1986 geht er nach Paris und leitet seither den Verlag L'Arche Editeur.

Mehr auf: Rudolf Rach

1. August 2012

Liz Michalski - "Rückkehr nach Evenfall"

Autor: Liz Michalski
Titel: Rückkehr nach Evenfall

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25613-4
Erschienen: 2011
Seiten: 345


Inhalt:

Ein altes Haus, eine junge Frau.
Stimmen, die nur einen Namen flüstern.


Nach einer gescheiterten Beziehung kehrt Andrea Murphy in ihre alte Heimat Conneticut zurück, wo sie als Kind viele glückliche Sommer verbrachte. Heute lebt nur noch ihre Tante Grit auf dem zweihundert Jahre alten Anwesen. Udn wie alle Frauen der Familie leidet auch sie unter einem gebrochenen Herzen.

Über fünfzig Jahre ist es her, dass Grits grosse Liebe Frank eine andere heiratete: ihre Schwester. Trotzdem lebten sie jahrzehntelang unter einem Dach. Nun ist Frank gestorben, und Grit will das alte Gemäuer verkaufen. Doch bei der Renovierung drängen die Schatten der Vergangenheit ans Licht. Schatten, die auch Andreas Leben für immer verändern werden...


Meine Meinung:

Klingt nach einem spannenden Familiendrama? Oder nach melancholischer Liebesgeschichte mit mysteriösem alten Haus?
Leider nicht ganz die Wahrheit...

Die beiden Hauptpersonen, Andrea und Grit, sind gut gelungen, authentisch und sympathisch. Die Männerrollen sind etwas zu sehr nach Stereotyp für mich und bleiben zu zweidimensional. Die Geschichte, die der Klappentext verspricht, bietet Stoff für eine Erzählung mit Herzschmerz und Liebe, aber auch Drama, Freude und Freunde, Träume und Enttäuschungen...es sollte also nicht langweilig werden.
Schlussendlich ist es auch nicht langweilig, allerdings kann es auch nicht diese Versprechungen halten.

Die Dreiecksbeziehung von Grit, ihrer Schwester Clara und Frank wird nicht grossartig thematisiert, sondern dient eher als Hintergrundinformation und Ausgangspunkt für Grits Gefühlschaos und Entscheidungen. Frank geistert von Kapitel zu Kapitel umher - und das wortwörtlich! Erst fand ich es interessant, dass der verstorbene Liebhaber eine Stimme bekommt, um seine Sicht zu haben. So bekommt man auch einen schönen Einblick in seine Gefühlswelt, wie er doch auch in Grit verliebt war, sich aber mit ihrer Schwester vermählte, weil seine Geliebte sich als Krankenschwester für die Armee einziehen liess.

Die Geschichte um Andrea und ihrer gescheiterten Beziehung ist auch sehr nach Muster, was hauptsächlich am männlichen Part liegt. Es scheint zwar nahe der Realität, jedoch zu sehr, was es wiederum unwirklich macht. Am besten gefallen hat mir der Schreibtstil der Autorin. Denn er liesst sich immer flüssig - egal aus welcher Perspektive geschrieben wird: im Jetzt, der Vergangenheit oder in Gedanken. Ob Frank, Grit, Andrea oder Cort (ein weiterer Liebhaber, der ins Spiel kommt).

Allerdings sind die Kapitel, obwohl schön abgetrennt und mit Vermerk auf den Erzähler, eher verwirrend. Man erkennt nicht immer gleich, ob man die Gedanken der Person liest, ob es eine Rückblende in die Vergangenheit ist oder ob es im Hier und Jetzt spielt. Die Übergänge sind sehr ineinander verwoben, was ja auch im wahren Leben so ist. Wer kennt das nicht, dass man mit den Gedanken mal abschweift. Stichwort Tagträume. Als Leser ist es jedoch schwierig sich zu orientieren.

Wer also auf ein spannendes Familiengeheimnis gehofft hat, wird leider enttäuscht. Dennoch ist das Buch insofern zu empfehlen, dass es eine leichte, angenehme Lektüre ist. Nichts Anspruchvolles, nichts Besonderes, aber eigentlich auch nichts Schlechtes.
Pluspunkt: schönes Cover!

Fazit:
3 von 5 Lese-Echsen




Autorin:

Liz Michalski stammt aus Conneticut und hat Englische Literatur studiert. Sie arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin und lebt heute zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei kleinen Kindern in Massachusetts.

Mehr auf: Liz Michalski