29. Oktober 2012

Lesung mit Carlos Ruiz Zafón

Wie habe ich mich auf diesen Abend gefreut !
Einer meiner absoluten Lieblingsautoren kommt in die Schweiz, um seinen neusten Roman vorzustellen, der vor Kurzem in Deutsch erschien: "der Gefangen des Himmels" (Fischer Verlag)

 

Ein eisiger Wind peitscht durch die Strassen, der erste Schnee des Jahres gefriert zu Eis und macht es den Autofahrern nicht gerade leicht. Es ist Sonntag-Abend und bei diesem Wetter bleibt jeder daheim, der ein warmes Plätzchen daheim hat. Ausser: Carlos Ruiz Zafón liest in Zürich!

So nahm auch ich an diesem unwirtlichen Abend den Zug und ich kann euch sagen: auf dem Heimweg war mir nicht mehr kalt, denn ich trug ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht.

Durch den Abend führte u.a. Res Strehle, Co-Chefredakteur des Tagesanzeigers (Schweizer Zeitung), der ihm Fragen über sein Buch, über das Schreiben und über Musik stellte.
So erzählte Zafón, dass er oft gefragt wird, was ihn beim Schreiben beeinflussen würde und woher er immer all diese Ideen hätte. Er zähle jedoch nicht zu den Berufsschriftstellern, die auf Inspiration warten oder die einfach drauflos schreiben und gut in Improvisationen sind. Er mache sich immer erst einen Plan, kreiert die Geschichte, denkt sich Figuren aus und erst dann beginnt er alles aufzuschreiben, was im schon im Kopf herumgeistert. Beeinflusst wird er sehr stark von Musik - denn der Autor Zafón kann nicht nur mit Worten bezaubern, sondern auch auf dem Klavier !
So setzt er sich gerne hin und schafft eigene Kompositionen zu Charakteren oder Situationen aus seinen Büchern. (Viele Klavierstücke von ihm kann man übrigens kostenlos von der Verlagsseite herunterladen. *Klick hier*)

 Er erzählte ausserdem von seinem Erfolg in der Werbebranche, bevor er sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, was er schon immer wollte (das wusste er schon mit 4 Jahren! "Doch es ist eben nicht leicht mit diesem Hobby den Lebensunterhalt zu verdienen. Ein Schild mit *Novelist* an der Tür, reicht da nicht").

Sebastian Arenas las dazu einige Kapitel in Deutsch, Zafón selbst las ein Kapitel in Spanisch (Meine Güte war das schnell!). Ausserdem spielte Zafón 3 Stücke live auf dem schwarzen Piano.
Ich hätte ihm noch viel länger zuhören können, aber irgendwann ist eben Schluss...
Als schönsten Andenken reihte ich mich in die Schlange ein, um mein Buch signiert zu bekommen und in mein "Schatten des Windes" schrieb er auf meinen Wunsch sogar eine persönliche Widmung! Für das Sahnehäubchen und die Kirsche oben auf durfte ein Foto mit ihm auch nicht fehlen und so nahm ich den kalten Heimweg locker in Angriff. Denn nun hab ich nicht nur meinen Lieblingsautor persönlich getroffen, sondern einen neuen Lieblingsmusiker "gefunden" dazu...



Eine Kurzgeschichte aus Zafón's Feder: Die Feuerrose
Ein Interview mit ihm findet ihr auf: Tagesspiegel.de

Meine signierten Bücher:
In mein "Schatten des Windes" schrieb er: por Ramona, que empezó a querer en estas páginas...was soviel bedeutet wie: für Ramona, die auf diesen Seiten begann (es) zu mögen.
Da es mein erstes Buch von ihm war, welches ich damals eher zufällig kaufte, mich aber ab da in sein Werk verliebte, habe ich ihn gefragt, ob er mir sowas wie "Beginn einer Liebe" auf Spanisch hineinschreibt...tja, und das kam dabei raus =)

Carlos Ruiz Zafón - "der Gefangene des Himmels"

Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Der Gefangene des Himmels


Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-10-095402-2
Erschienen: 2012
Seiten: 403


Inhalt:

Barcelona, Weihnachten 1957.

Ein Fremder betritt die Buchhandlung Sempere & Söhne. Er ersteht das teuerste Buch im Laden, eine Ausgabe des "Grafen von Monte Christo", und widmet sie Fermín, über den er mehr zu wissen scheint, als gut ist. Für Fermín und Daniel Sempere, den Helden aus "Der Schatten des Windes", ist es der Auftakt einer dramatischen Geschichte von Verfolgung und Heimsuchung, die sie an schmerzliche Punkte der Vergangenheit führen und ihr ganzes Glück bedrohen wird. Fermín muss sich seiner dunkelsten Zeit stellen und ein anderer werden, um schliesslich ganz er selbst zu sein.


Meine Meinung:

Und wieder einmal ist es Herrn Zafón gelungen, sein Leserpublikum zu begeistern und sicher den ein oder anderen neuen Leser zu gewinnen.

Der dritte Teil (zusammen mit "der Schatten des Windes" und "das Spiel des Engels") erzählt die Geschichte von Fermín, der in den anderen Bücher nur am Rande erscheint und den ich ehrlich gesagt schon vergas. Nicht jedoch Daniel, der Held, der mir von Anfang an sympathisch war und der in "Schatten des Windes" noch als Kind mit seinem Vater den Friedhof der vergessenen Bücher zum ersten Mal betrat. Sein Vater, wie auch andere Figuren (Julián Carax, David Martin, Corelli, Isaac, Isabella...) kommen mehr oder weniger wieder vor und spielen eine kleine oder ein grosse Rolle in der Geschichte von Fermín.
Bei diesem Buch ist mir auch das erste Mal richtig aufgefallen, dass man die anderen Bücher gelesen haben sollte. Sie sind zwar alle einzeln lesbar und man kann sie unabhängig voneinander lesen. Doch besonders beim "Gefangenen des Himmels" sind es nicht nur mehr leere Andeutungen, sondern die tiefe Bedeutung und Vernetzung von Schicksalen und die Kraft dieses von Zafón aufgebaute Netzwerk funktioniert und beeindruckt nur vollständig, wenn man die vorherigen Bücher schon kennt. Ausserdem folgt noch ein viertes Buch mit Daniel und seinen Freunden (und "Feinden"), denn diese Reihe ist bildet ein Quartett.

Der unglaublich malerische Schreibstil von Zafón, die schönen Kleinigkeiten in den Strassen Barcelonas und die Charaktereigenschaften der Figuren sind wahrlich wieder aus der Feder eines Könners, der mit einfachen Worten eine unvergleichliche Atmosphäre schafft, die zum Träumen einlädt.

Auch aufgefallen ist mir, dass es bei diesem Buch sich eindeutig nicht mehr um einen Jugendroman handelt. Denn das Gefängnis von Montjuich ist nicht nur Schauplatz während ziemlich vielen Kapiteln, sondern beherbergt noch die ein oder andere Geschichte, die wohl nicht mehr hier Platz fanden. Die detailgetreuen Beschreibungen, die ich normalerweise so liebe, sind in diesem Fall nicht mehr immer nur schön, sondern können auch ziemlich hässlich werden. Doch das Leben hat nicht nur eine goldene Seite - und zu Zeiten von Bürgerkrieg sowieso nicht.

Da ich diesem Autor sowieso schon längst verfallen bin, erstaunt es wirklich nicht, dass mich dieser Roman überzeugt hat und in meine Lieblingsgalerie darf. Aber auch für Neuleser von Zafón (die soll's anscheinend immer noch geben!) ist es ein repräsentatives Beispiel für seine Schreibkunst (obwohl es inhaltlich vielleicht nicht das Beste ist, um mit Zafón zu beginnen).

Fazit:

5 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und wuchs dort auf. Er besuchte die Jesuitenschule Sarrià (Col·legi de Sant Ignasi). Sie hat ihren Sitz in einem in der Stadt gelegenen gotischen Schloss aus rotem Backstein, mit Türmen und geheimen Gängen, die nach seiner Aussage seine Phantasie und die Lust auf das Geschichtenerzählen angeregt haben. Er war zuerst in Barcelona in einer Werbeagentur tätig, ging 1994 nach Los Angeles und konzentrierte sich völlig auf das Schreiben. Neben seiner Arbeit an Romanen ist er als Drehbuchautor und Journalist für die spanischen Zeitungen El País und La Vanguardia tätig.

Mehr auf: Carlos Ruiz Zafón


PS: Natürlich bin ich überglücklich, dieses Buch mit Signatur zu haben!

 

26. Oktober 2012

Andrew Taylor - "das tote Herz"

Autor: Andrew Taylor
Titel: Das tote Herz

Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47044-0
Erschienen: 2009
Seiten: 478


Inhalt:

London, 1934: Eine junge Frau flieht vor ihrem gewalttätigen Mann und gerät in das Haus des Teufels...

Der Legende nach soll einst der Teufel am Bleeding Heart Square in London getanzt und eine Frau verführt haben. Alles, was von ihr übrig blieb, war ihr Herz. Doch im Jahr 1934 glaubt man nicht mehr an den Teufel. Auch Lydia Langstone nicht, die die dortige Wohnung ihres Vaters nur als Zuflucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann aufgesucht hat. Dann aber erfährt sie von dem plötzlichen Verschwinden der Hausbesitzerin und von den Päckchen, die regelmässig vor der Tür des Hausverwalters gefunden werden und die alle ein verwesendes Herz enthalten...


Meine Meinung:

Andrew Taylor gelingt in diesem Roman wieder einmal eine unglaublich tolle Atmosphäre. Als würde man selbst durch eine dunkle Gasse in London spazieren und sich in die Wärme eines alten, nicht unbedingt einladedem Lokal flüchten. Und dort in einer Nebelwolke von Rauchern und den Gerüchen der Küche dieser Geschichte zu lauschen...
Eine Mischung aus kalter Schauer den Rücken hinab und angenehmen Grusel oder Spannung. Leider geht diese Atmosphäre jedoch mit der Zeit etwas veloren...und verläuft irgendwie im Sand.

In der Mitte verwandelt es sich eher in einen Schmöker über eine Familiengeschichte, was ich zwar auch mochte. Doch dieser Genrewechsel störte mich anfangs etwas und ich empfand es als sehr schade, wurde diese dunkle Seite nicht konsequent gehalten, sondern dafür in eine Erzählung abrutschte. Dennoch bleibt die Spannung dabei nicht auf der Strecke, was hingegen wieder verblüfft.

Die Figuren sind sympathisch, obwohl doch viele ziemliche Stereotypen sind. Leider ist auch die Hauptfigur erst sehr klischeehaft und macht während dem Buch eine kleine Verwandlung durch. Soll heissen: die Lydia am Anfang des Buches und die Lydia zum Schluss des Buches, würde ich nicht als die gleiche Frau bezeichnen und das Buch allein ist nicht lang genug, um diese Wesenszüge aufgrund von Erfahrungen zu wechseln.

Unterm Strich habe ich mir eine gruseligere, dunkle Geschichte gewünscht und erwartet und wurde insofern enttäuscht, dass der Roman nicht meinen Erwartungen entsprach. Trotzdem gefiel es mir sehr gut und die knapp 500 Seiten lasen sich flüssig und relativ schnell, was immer ein gutes Zeichen ist.

Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen




Autor:
Andrew Taylor wuchs in der Fen Country in East Anglia auf. Er studierte an den Universitäten in Cambridge und London. Danach übte er verschiedene Berufe aus, unter anderem Bootsbauer, Lehrer, Bibliothekar und Lohnbuchhalter. 1981 wendete er sich dann hauptberuflich dem Schreiben zu.
Er hat bisher über 20 Bücher geschrieben, meistens Kriminalromane und Thriller.

Mehr auf: Andrew Taylor

16. Oktober 2012

Hannu Raittila - "Sintflut"

Autor: Hannu Raittila
Titel: Sintflut

Verlag: Random House
ISBN: 978-3-442-73779-6
Erschienen: 2007
Seiten: 317


Inhalt:

Woran es der Welt mangelt, sind Leute, die immer wieder einen neuen Anfang wagen. Getreu dieser Grundüberzeugung hat Opa Leinonen seit nunmehr fast hundert Jahren gelebt. Mit überbordender Experimentierfreude und einem untrüglichen Sinn für das perfekte Marketing hat er viel erreicht: Er hat das elektrische Licht in sein finnisches Dorf gebracht, hat Parallelvergaser erfunden - und er hat vor langer Zeit die Sommerversammlungen der Laestadianer, einer religiösen Bewegung in Finnland, erdacht. Inzwischen haben sich diese Trefffen zu Open-Air-Veranstaltungen mit bis zu achtzigtausend Menschen entwickelt. In diesem Jahr wird das unerschütterliche Vertrauen der Laestadianer jedoch auf eine ungewöhnliche Probe gestellt. Kaum hat die Veranstaltung begonnen, setzt sintflutartiger Regen ein. Zunächst bringt das weder Opa Leinonen noch seinen Enkel Johannes aus der Ruhe, denn da sich die Laestadianer vor nichts fürchten, wird weiter gepredigt, sich vergnügt, so manches Geschäft gemacht, gelacht und geliebt. Doch schon bald ist geniale Improvisation gefragt...


Meine Meinung:

Eigentlich weiss ich kaum etwas über dieses Buch zu berichten, denn ich habe das Gefühl überhaupt nichts verstanden zu haben. Dabei weiss ich nicht einmal, ob das ein Mangel an Intelligenzmeinerseits ist, oder ob mir dieser Roman aus anderen Gründen einfach nichts sagt.

Das Hauptproblem ist die Schreibweise, weil der Autor sich ausschliesslich des Passives bedient und somit praktisch keine direkte Rede vorhanden ist. Dies empfand ich als schwierig und unnatürlich, was meinen Lesefluss beträchtlich beeinflusste. Auch ist die Geschichte aus mehreren Sichten, also von mehreren Personen erzählt, die allerdings nur durch einen Absatz getrennt werden. Dadurch, dass alle diese Erzähler aus der Ich-Position erzählen, und das von Anfang an, brauchte ich sehr sehr lange, bis ich ungefähr eine Ahnung hatte, welcher Ich nun welches Ich wirklich ist. Und bis zum Ende bin ich mir noch nicht bei allen sicher: Natürlich gibt es da diesen Opa Leinonen und seinen Enkel. Dann gibt es so eine Leila, einen Tontechniker und irgendeiner, der Würste mit seiner Frau bei dieser Veranstaltung verkauft. Was die gemeinsam haben: diesen Roman bzw. dass sie alle an dieser Veranstaltung sind.

Manchmal glaubte ich, dass die Geschichte einen Zeitsprung in die Vergangenheit macht. Aber auch dies fand ich eher mit der Zeit heraus, als das Kapitel schon wieder fertig war oder wegen offensichtlichen "Fehlern" (Da erzählt der Tontechnicker von der neusten Technologie von Mikrofonen etc, auf der nächsten Seite wird die Geschichte erzählt, wie der Opa Leinonen eine Glühbirne anzündet und somit die Elektrizität in das kleine Dorf bringt - das kann ja nicht zum gleichen Zeitpunkt geschehen!).

Da ich zur Sorte gehöre "auch wenn mir das Buch nicht gefällt muss ich es zu Ende lesen", habe ich mich durchgebissen. Ich wollte wissen, was am Schluss passiert (der Acker, wo die Veranstaltung ist, wird durch den Regen matchig und alles versinkt im Dreck), aber nun bin ich etwa gleich schlau wie nach dem Klappentext. Somit kann ich eu nicht einmal viel verraten.

Unterm Strich: ich hab schon von dem Autor gehört und dass er gut sei, aber ich persönlich konnte nichts mit diesem Buch anfangen...

Fazit:
0 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Hannu Raittila, geboren 1956, gilt als einer der wichtigsten Autoren Finnlands. Man kennt ihn als Verfasser von Kolumnen, Hörspielen, Drehbüchern, Erzählungen und mehreren Romanen. Für "Canal Grande" erhielt er den Finlandia-Preis, die bedeutendste literarische Auszeichnung des Landes.

Mehr auf: Hannu Raittila

7. Oktober 2012

Emma Temple - "der Tanz des Maori"

Autor: Emma Temple
Titel: Der Tanz des Maori

Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-25932-3
Erschienen: 2010
Seiten: 477


Inhalt:

Die junge Medizinstudentin Sina reist mit ihrer Freundin durch Neuseeland. Ein unbeschwerter Urlaub zwischen Regenwäldern und Fjorden ist gelant, doch seit der Ankunft träumt Sina jede Nacht von einem tanzenden Maori. Als sie in einem alten Fotoalbum das Bild einer Frau entdeckt, die ihr wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, ist sie schockiert: Wer war diese Unbekannte, die Anfang des 20. Jahrhunderts an der Westküste gelebt hat? Was weiss die alte Maori, die ihr das Album verkauft hat, darüber? Dann lernt sie Brandon, einen jungen Kapitän, kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Dessen Grossvater versucht jedocht, das Glück zu verhindern - er verbietet Brandon jeden Kontakt mit der jungen Deutschen. Hat das etwas mit den alten Bildern in dem Album zu tun? Sina ist fest entschlossen, das Geheimnis zu lösen. Sie reist an die Westküste und deckt eine fast hunder Jahre alte Gesichte von Freundschaft und Verrat, Geld und Verlust auf. Ihr wird langsam klar: Ihr Glück wird sie erst finden, wenn sie das Rätsel um ihre Herkunft gelöst hat...


Meine Meinung:

Nicht nur, dass mich nach diesem Roman die Reiselust - beesonders für Neuseeland - packt, sondern ich genoss auch wieder einmal einen tollen "Familien-Geheimnis-Schmöcker".

Die Geschichte wird zwar aus der Sicht von Sina erzählt, allerdings nicht in der "Ich-Form", was jedoch kaum auffällt. Dazwischen wird die Geschichte von Ava (der Frau auf dem Bild) und Ruiha (der alten Maori) erzählt, was aber nicht weiter zu Verwirrung führt, da alles schön zeitlich oder von der Situation getrennt ist. Ausserdem verbindet diese Frauen ja mehr als nur ein Foto, aber pssst... nicht zu viel verraten ;)

Die Liebesgeschichte fand ich in den Details etwas zu kitschig, sprich Sina und Brandon reagieren etwas zu verständnisvoll, zu bilderbuchhaft auf schwierige Situationen, sind immer füreinander da und legen eine Hollywoodreifen Abgang hin, was nicht immer ganz realistisch wirkt, sondern leider etwas übertrieben. Dennoch mag ich alle Hauptprotagonisten (abgesehen von einer Person, die allerdings auch der Hauptbösewicht spielt).

Die Autorin weiss die Schönheit von Neuseeland zu beschreiben, man merkt, dass sie selbst schon vor Ort war. Dabei fand sie für mich eine gute Balance zwischen detailgetreuen Beschreibung - also nicht zu viel und nicht zu wenig.

Durch den Roman kann man immer wieder mitraten, was als Nächstes passiert und welche Wendung die Erzählung nimmt. Oft lag ich auch grundsätzlich richtig, dennoch verliert es dadurch nicht die Spannung und selbst wenn ich richtig getippt habe, kam es zwar zu diesem Schluss, allerdings auf einem anderen Weg als ich erwartete. Bis zum Ende gibt es Happy Ends, aber auch "unlucky Ends", je nach Person. Es wird nicht ganz alles aufgeklärt, jedoch genügend, um die Geschichte abzuschliessen und den Leser nicht fragend zurückzulassen.

Im Grossen und Ganzen habe ich die Lektüre sehr genossen, kam dank Geheimnissen der Vergangenheit und Schreibstil sehr schnell wieder in die Geschichte, egal wie lange ich das Buch auf die Seite lag (allerdings war das nicht sehr lange). Ein exotisches Abenteuer mit etwas Kitsch, aber meiner Meinung nach schönen Kitsch!
Einziger Knackpunkt: leider gab es Tippfehler und einen sehr verdrehten Satz, was sicher Fehler bei der Übersetzung sind, mich persönlich aber (wenn mehr als 1x) nerven, weil's einfach schade ist. Deswegen auch der kleine Abzug...

Fazit:
4,5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Emma Temple ist das Pseudonym von Katrin Tempel, einer erfolgreichen deutschen Autorin. Sie wurde 1967 in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Während ihres Studiums der Geschichte und Politik entdeckte sie ihre Liebe zu Neuseeland und verbrachte ein Jahr auf einer Farm in der Nähe von Christchurch - wohin sie immer wieder gern zurückkehrt.
Sie lebt heute mit ihrer Familie an der Weinstrasse.

Mehr auf: Emma Temple

6. Oktober 2012

Da hat mich wieder nen Award erwischt...

Da hab ich mir friedlich nen Tee gebraut und mal auf meinen Blog geschaut, da hab ich doch tatsächlich was gewonnen:


Vielen lieben Dank liebe Mary !

Nun will ich mal brav die Regeln befolgen und anderen eine Freude bereiten...

Die Regeln:
 
1. Jede Person muss 11 Dinge über sich schreiben
2. Jede Person muss auch die 11 Fragen des Taggers beantworten
3. Jede Person muss sich wiederum 11 neue Fragen überlegen
4. Jede Person muss sich dann 11 Blogger aussuchen, welche weniger als 200 Leser haben
5. Wenn die Auswahl getroffen ists, muss dies natürlich den Bloggern mitgeteilt werden
6. Zurücktaggen ist nicht erlaubt
Also da ich finde, dass die 1. und 2. Regel sich abdecken, antworte ich mal "nur" auf ihre Fragen (da erfährt ihr ja auch was über mich).
 
1. Liest du lieber am Tage oder Abends?
Ich lese eigentlich immer wenn ich Zeit finde. Das ist untertags im Zug oder daheim. Abends auch, wenn ich nicht zu müde bin. Am Wochenende sehr gerne am Vormittag.
 
2. Kaffee oder Tee zum Buch?
Beides! Nicht miteinander, aber je nach Lust und Laune. Wobei morgens / über Mittag eher Kaffee, ab Nachmittag eher Tee.
 
3. Was ist dein Lieblingsgenre?
Schmöcker (ist das ein Genre?). Also Geschichten, die etwas von allem haben, meist aber um eine Familie über Generationen betrifft, mit Geheimnissen, Tragödien, Liebe,  etwas Krimi oder Intrigen, am liebsten noch etwas Reisen...einfach ein Pageturner eben.
 
4. Wo kaufst du deine Bücher?
Meist in meinem Lieblingsbuchladen oder ab und zu online. Ich lass mir Bücher aber auch sehr gerne schenken ;)
 
5. Lesen: Im Sommer in freier Natur oder im Winter vorm Kamin?
Leider besitze ich keinen Kamin und den Garten haben wir auch nicht mehr. Am liebsten leg ich mich schon ins Gras mit Decke im Sommer (muss jetzt eben Balkonien oder Stadtpark sein) oder auf dem Sofa mit Kerze im Raum (Winter).
 
6.  Liest du Rezensionen, bevor du ein Buch kaufst?
Nicht gezielt. Natürlich sind einige Bücher auf meinem SuB gelandet, weil ich Rezensionen gelesen habe bevor ich sie mir kaufe. Aber Rezensionen sind nicht der einzige Grund für einen Kauf (oder auch Nicht-kauf)
 
7. Hat das Cover einen grossen Einfluss beim Kauf?
Zugegeben, ich bin ein leichtes Cover-Opfer...leider. Hab damit auch schon daneben gegriffen, aber auch schon sehr richtig gelegen. Einen schönen Umschlag macht sich aber auch so hübsch im Regal und meist dienen sie als Wegweiser zu meinen Lieblingsgenre im Buchladen, also...tja...erwischt
 
8. Besitzt du viele Bücherregale?
Eigentlich nur eins, dieses dafür sehr voll. Hab keinen Platz für ein neues Bücherregal. Allerdings hält mich das wenig davon ab, neue Bücher zu kaufen...
 
9. Was denkst du über Bücherzimmer in den eigenen vier Wänden?
Wunderschön, wenn man es sich leisten kann. Toller Rückzugsort, aber nicht jedermanns Sache. Eine Bücherecke in einem Raum würde mir schon reichen, wenn diese gemütlich eingerichtet wird.
 
10.  Nutzt du jede freie Minute zum Lesen?
An manchen Tagen ja, an anderen nein. Grundsätzlich geniesse ich die Wochenenden, um stundenlang zu lesen. Ich hab für alle Fälle immer ein Buch in der Tasche (für im Zug oder am Bahnhof). Aber manchmal vertrödel ich auch anders die freien Minuten.
 
11. Wie würdest du dich fühlen, wenn es irgendwann nur noch E-books gäbe?
Schlecht, weil ich zwar Leute mit E-Books nicht grundsätzlich verurteile. Allerdings liebe ich das Buch als Gegenstand viel zu sehr und wehre mich noch standhaft gegen die Moderne in dieser Branche. Ich sehe zwar den Vorteil wie z.B. mit dem Gewicht auf Reisen, aber den Geruch, das Fingergefühl...das kann man nicht mit einem technischen Gerät simulieren, sorry.
 

 und trommelwirbel ******* getaggt von mir werden *******

little-miss-head-in-the-clouds.blogspot.ch
buchmenschlein.com
sabzbooks.blogspot.ch
ichlebeinbuechern.blogspot.ch
buechereulchenothello.blogspot.ch
buchgedanke.blogspot.ch
horror and more
thebookpassion.blogspot.ch
buechereckerl.blogspot.ch
storiesdreamsbooks.blogspot.ch
dieklee.blogspot.ch

Meine 11 Fragen wären:

1. Wo ist dein absoluter Lieblings-Leseplatz?
2. Welches sind deine liebsten AutorInnen?
3. Mit welchem Buch kamst du zum Lesen? (dein Lieblingskinderbuch?)
4. Welches Buch musstest du in der Schule lesen, mochtest es aber gar nicht?
5. Liest du nur Deutsch oder auch andere Spracheen?
6. Magst du lieber Hardcover oder Softcover / Taschenbuch?
7. Welches Buch empfiehlst du immer weiter, wenn man dich nach einem Buchtipp fragt?
8. Warst du schon an einer grösseren Buchmesse?
9. Wie stehst du zu Reihen und Serien? Blöder Fortsetzungszwang oder tolle Weiterführungen?
10. Wie oft / regelmässig kaufst du Bücher?
11. Wie viele Bücher nimmst du mit in die Ferien - sagen wir mal 2 Wochen Strandurlaub?

Dann wünsch ich viel Spass und bedank mich nochmals !

Auf Wiederlesen ;)