21. November 2012

Lucy Clarke - "Die Landkarte der Liebe"

Autor: Lucy Clarke
Titel: Die Landkarte der Liebe

Verlag: Piper
ISBN:978-3-492-30085-8
Erschienen: 2012
Seiten: 351


Inhalt:

Zwei Schwestern, ein geheimes Tagebuch - und eine Reise ins Innerste des Herzens


Mitten in der Nacht erreicht Katie in London die schreckliche Nachricht: Ihre jüngere Schwester Mia ist in Bali von einer Klippe gestürzt - und alles deutet auf Selbstmord hin. Obwohl Mia vor ihrer Abreise seltsam distanziert und abwerisend war, sträubt sich allen in Katie gegen diesen Verdacht. Und so folgt sie dem Ruf ihrer inneren Stimme - und den Stationen von Mias Reise um die Welt: Katie fliegt nach Sach Francisco, Maui, Australien und schliesslich nach Bali. Begleitet wird sie nur von Mias Reisetagebuch. Ihm vertraute sie ihre Erlebnisse und intimsten Geheimnisse an, ihm verriet sei, wonach sie auf der Suche war. Seite für Seite, Zeile für Zeile lernt Katie ihre Schwester endlich wirklich kennen. Und löst am Ende auch das Rätsel um ihren dramatischen Tod...


Meine Meinung:

Solche Bücher sind der Grund, warum ich so gerne lese. Solche Bücher nehmen einen mit auf Reise um die Welt, auf Reisen in sein Innerstes, auf fremde Reisen, die zu eignen Reisen werden...
Der Titel weckt die Erwartungen einer klebrigen Liebesgeschichte, doch seine wahre Bedeutung findet man nur, wenn man die Geschichte um die zwei Schwestern liest. Ausserdem heisst der Roman im Original "Seashorses", also Seepferdchen (= Spitzname der Schwestern als sie Kinder waren), was ich viel treffender und weniger irreführend finde.

Ein solch gefühlvoller Roman, der wider Erwarten weder kitschig noch schnulzig wirkt, sondern alle möglichen dem Menschen bekannten Gefühle mit sich bringt. Kräftige Emotionen reissen den Leser mit, jagen Katie und Mia und deren Erinnerungen und Gedanken um den Globus. Gefühle von Trauer, Wut und Enttäuschung. Verblüffung, Erschrecken und Schuld. Aber auch Liebe, Freude und himmelhochjauchzende Glücklichkeit. Das Wunderbare der Erde, von Freunden und besonderen Menschen in unserem Leben, die allem erst überhaupt einen Sinn geben.
Dieser Roman hat mich mitgenommen auf eine Reise, die ncith meine war, die mich aber dermassen berührte als hätte ich jede Sekunde mit jeder darin vorhandenen Person mitgelacht, mitgelitten, ihre Abenteuer miterlebt, den bitteren Stich falscher Hoffnungen gespürt und mit einem letzten Glitzern in den Augen mich nach einem Happy End gesehnt.

Nicht nur die Schwestern, sondern auch ihre Weggefährten (besonders Finn) sind mir ans Herz gewachsen und ein steht fest: so schnell werde ich diese Geschichte nicht vergessen!

Obwohl die Autorin in der Vergangenheitsform und nicht aus der Ich-Perspektive schreibt (abgesehen von einigen Gedanken und den Tagebucheinträgen), lässt sie mit ihren Worten die ganze farbenfrohe Welt auferstehen. Der Verlust eines Menschen ist traurig, besonders wenn dieser so jung war, und dann auch noch Selbstmord. Dass ein Ende aber auch ein Anfang bedeuten kann, zeigt die Autorin auf sehr gefühlvolle Art. Sie bringt Gefühle als Thema, die man sich nicht so einfach selbst eingesteht, doch genau deswegen sprüht dieser Roman nur so von Leben.

Das einzige Kriterium - aber wirklich das Einzigste - sind einige Parallelen bei den Figuren und Situationen, welche die Handlung zwar verstärken, aber doch etwas zu viel waren. Parallelen und Wiederholungen sind im Leben möglich, doch zu viele Zufälle verraten den Roman. Ich empfand es als sehr schade, doch verzeihbar, denn der Roman hat trotzdem Bestnoten verdient.

Fazit:

5 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Lucy Clarke studierte Englische Literatur an der Universität von Cardiff und lebt heute in Bournemouth. Sie ist passionierte Tagebuchschreiberin und mit einem professionellen Windsurfer verheiratet, mit dem sie ihre Liebe zum Meer und zum Reisen teilt. "Die Landkarte der Liebe" ist ihr erster Roman. Derzeit arbeitet sie an ihrem nächsten Buch.

Mehr auf: Lucy Clarke - Youtube

18. November 2012

David Safier - "Happy Family"

Autor: David Safier
Titel: Happy Family

Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25272-3
Erschienen: 2011
Seiten: 315



Inhalt:

Eine verflucht nette Familie

Familie Wünschmann ist nicht happy. Mama Emmas Buchladen geht pleite, Papa Frank ist völlig überarbeitet, die pubertierende Fee bleibt sitzen, und Sohnemann Max wird von dem Mädchen, das er liebt, ins Schulklo getunkt. Zu allem Überfluss werden die Wünschmanns nach einem Kostümfest auch noch von einer Hexe verzaubert: Plötzlich sind sie Vampir, Frankensteins Monster, Mumie und Werwolf.

Gemeinsam jagen die frischgebackenen Monster um den halben Erdball, der Hexe hinterher, damit diese den Fluch wieder rückgängig macht. Dabei treffen sie auf jede Menge echte Ungeheuer: Vampire, Riesenechsen und schwäbische Pauschaltouristen. Sogar auf Dracula höchstpersönlich, der mit seinem unwiderstehlichen Charme Mama Emma verführen will. Tja, niemand hat behauptet, dass es einfach ist, als Familie das Glück zu finden.


Meine Meinung:

Die Fantasie dieses Mannes hat einfach keine Grenzen! David Safier ist mittlerweilen bekannt und geliebt für seine schrulligen, lustigen und oft auch mit Sarkasmus gepfefferten Romane, deren Hauptfigur am Schluss immer etwas Wichtiges, Wahres im und fürs Leben lernt. Auch mich ziehen die gelben Covers immer wieder von Neuem an...

Diesmal beschränkt er sich nicht nur auf eine Heldin, sondern auf eine ganze chaotische Helden-Familie, die mit ziemlich unwahrscheinlichem, aber urkomischem Schicksal zu kämpfen haben. Die Hexe Baba Yaga verwandelt sie nämlich in Monster. Dass sie dabei auf Dracula und andere Monster stossen, ist ja wohl ein Muss. Doch Safiers Fantasie brennt wohl in diesem Roman komplett mit ihm durch: eine Prügelei in Madame Tussauds, ein schräger 3000 Jahre alter Pharao, ein aus Lehm entstandener Junge, ein sprechender Gorilla...die Liste ist lang.

Mich überrascht immer wieder, wieso der Herr Autor so gerne (und so gut) aus Sicht von Frauen schreibt. Dabei bedient er sich zwar an vielen Klischees, aber er vermag sie so witzig verpacken, dass mich das nicht einmal stört und es sogar Momente gibt, in denen ich mich ertappt fühle. Dass er auch aus Männersicht schreiben kann, beweist er hier sehr gut, da er aus allen möglichen Sichten schreibt: als Mama Emma, als Tochter Fee, als Sohn Max, als Frankenstein, als Baba Yaga, als Dracula und als Cheyenne (einer weiteren Weggefährtin der Familie)...

Aufgefallen bei diesem Roman ist mir besonders die Aktualität. Soll heissen: die vielen Referenzen zu unserer heutigen Zeit. So kommen Ausdrücke wie "Bin ich im Dschungelcamp? Holt mich hier raus!" vor, wie auch andere bekannte Namen (Jamie Oliver, Stephanie Meyer, Haribo...). Dies wurde mir persönllich fast zu viel, obwohl es sich immer noch sehr flüssig liest und ich alles kannte. Dennoch setzt es ein gewisses Weltwissen voraus, welches eventuell den Witz ins Stocken bringen könnte.

Im Grossen und Ganzen war's nicht mein liebster Safier, aber bei Weitem auch nicht der Schlechteste und somit sehr empfehlenswert.

Anmerkung: in meiner Ausgabe hat es hinten im Buch noch die ersten Kapitel von "Muh!", seinem neusten Roman, den ich mir wohl auch noch zulegen muss.

Fazit:

4 von 5 Lese-Echsen




Autor:

David Safier, 1966 geboren, zählt zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der letzten Jahre. Seine ersten beiden Romane "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" erreichten Millionenauflagen. Auch im Ausland sind seine Bücher Bestseller. Außerdem arbeitet David Safier als Drehbuchautor. Für seine TV-Serie "Berlin, Berlin" gewann er den Grimme-Preis sowie den International Emmy (den amerikanischen Fernseh-Oscar). David Safier lebt in Bremen, ist verheiratet, hat zwei Kinder und einen Hund.

Mehr auf: David Safier

11. November 2012

Schmuck für Büchernarren

Ich hab mich verliebt <3
Ja, genau...in ein Buch. Aber ich war nicht in einem Buchladen und auch auf keinem Flohmarkt, ich schwör's. Aber online findet man leider ziemlich viele schöne Dinge...

Gestolpert bin ich auf die Seite Etsy.com, wo sich für Vintage-Fans, Schmuckliebhaber, Retrosammler und allerlei ein Haufen hübsche Sachen finden. In meiner Verliebtheit vergass ich die Zeit und stöberte sehr sehr lange auf der Seite (man kann dort aber auch endlos lange "weiter" klicken oder nach neuen Anbietern, Unterthemen und Stichworten suchen!). Um es euch etwas leichter zu machen, verlink ich euch hier gleich die Suchergebnisse für Büchernarren-Schmuck:

etsy.com -> Schmuck für Bücherfans

Man findet dort wunderschöne Ketten-Anhänger, Ringe, Ohrringe und Armbänder für kleine und grosse Preise. Aufpassen sollte man wahrschienlich beim Herkunftsland (etsy ist eine Plattform für viele Anbieter von der ganzen Welt und ich weiss im Moment selber nicht wie und von wo bestellte Ware von unterschiedlichen Anbietern geliefert werden.) Schaut auch auf Lieferkosten (Für Verschiffung und aus Spargründen sind ja Sammelbestellungen mit Freunden möglich, weil ich mir kaum jemanden vorstellen kann, der wirklich gar nichts auf dieser Seite findet).

Um euch einen kleinen Einblick zu geben, zeig ich euch hier einige meiner Favoriten:

<---Ein Uhr-Anhänger mit einem Zitat von Frank Zappa: "So many Books, so little Time." Das Stück gibt es in verschiedenen Versionen, wenige cm gross, Kette kann man dazubestellen.

Wunderschöner Armreif, auch in verschiedenen Versionen erhältlich.
Mit Zitaten oder Buchausschnitten von Emily Bronte und anderen berühmten Autoren.  -->


<---Ein Mini-Lederbüchlein mit 28 weissen Seiten als Kettenanhänger!
Relativ klein, aber genug gross für Lieblingszitate, Nummern oder liebe Worte... Aber auch leer ein hübscher Hingucker.


Oder der Anhänger in Form eines Bücherregals? Erhältlich in Weiss oder Dunkelbraun, sieht etwas selbstgebastelt aus, aber eine witzige Idee, finde ich. -->


<--- Bücher kann man sich aber auch an die Ohren hängen.
In vielen Farben oder mit Kartenmotiv. Ebenfalls mit leeren Seiten. Andere Ohrringe, die man nicht öffnen kann, aus z.B. Silber findet man auch viele.


Eine gute Tasse Tee darf zum guten Buch natürlich auch nicht fehlen. Es gibt aus verschiedenen Materialien Teekanne und Tassen als Kettenanhänger oder auch als Ohrringe. Auch für Kaffee-Fans findet sich einiges (u.a. auch Kaffeebohnen als Ohrringe oder Starbucks-anhänger). -->

<--- Ebenfalls sehr hübsch sind die Bettelarmbänder.
Manchmal sind die Anhänger Teil des Armbands, manchmal hängen sie "nur" daran. Es gibt sie nach Themen geordnet (Harry-Potter-Bücher) oder nach Farben oder sogar personnalisierbar mit Initialen...


Oder man steckt sich ein Buch oder auch zwei an den Finger... sogar mit leeren Seiten, wenn auch in diesem Fall nicht viel Platz für viele Wörter bleibt. -->



Und zu guter Letzt gibt es unzählbar viele "Scrabble-Anhänger" mit Sprüchen, Zitaten oder Bildern, betreffend so ziemlich alles.
Hier einige Beispiele für Bücherfreunde:

 
 

Cornelia Funke - "Tintenherz"

Autor: Cornelia Funke
Titel: Tintenherz

Verlag: Cecilie Dressler
ISBN: 978-3-7915-0465-0
Erschienen: 2003
Seiten: 566


Inhalt:

In einer stürmischen Nacht taucht bei Meggie und ihrem Vater Mo ein seltsamer Gast auf. Er warnt die beiden vor einem Mann names Capricorn. Am nächsten Morgen reisen Mo und Meggie überstürzt zu Tante Elinor. Diese verfügt über die kostbarste Bibliothek, die Meggie je gesehen hat. Hier versteckt Mo das Buch, das an der ganzen Aufregung schuld ist. Meggie hat es vor Jahren schon einmal gelesen. Doch jetzt wird es zum Mittelpunkt eines unglaublichen, magischen und atemberaubenden Abenteuers, in dessen Verlauf Meggie in große Gefahr gerät.


Meine Meinung:

Lange, lange...war diese Trilogie auf meinem SUB, zählte immer zu den "Muss-man-gelesen-haben" Klassikern, wunderschöne Cover und doch...aber nun habe ich endlich den ersten Band gelesen und sie hatte Recht: "Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz." (S. 16)

Der Schreibstil gefiel mir von Anfang an, denn er passt einfach zu genau in diese Geschichte: verträumt und detailliert, würzig und spannend und doch nicht zu kompliziert (ist ja ein Jugendbuch). Die Autorin hat einen grossen Schatz an Wörter, die sie einzusetzen weiss, um Meggie, Mo, Staubfinger, Capricorn und all ihre Freunde zum Leben zu erwecken.

In der Mitte allerdings hatte ich kurz das Gefühl, dass es doch etwas in die Länge gezogen wird. Dies kann aber auch daran liegen, dass ich immer nur Zeit hatte für 20 Seiten am Stück zu lesen und diese künstlichen Unterbrechungen wirkten somit "verlängernd". Oder die Tatsache, dass ich den Film vor dem Buch schon kannte und somit eigentlich auch schon das Ende. Mich freute es jedesmal, wenn mir eine Szene auffiel, die im Film nicht vorkommt oder verändert wurde. Einige Stellen gefallen mir im Buch viel besser, bei anderen verstehe ich die Veränderungen aufgrund der Machbarkeit des Filmes. Ich finde Brendan Fraser herrlich als Mo und auch Staubfinger ist hervoragend gewählt. Allerdings wurde mir bei der Lektüre bewusst, dass ich mich nicht an Elinor im Film erinnern konnte. Mir scheint sie spielt im Buch eine einiges wichtigere Person als im Film. Allerdings überrascht es nicht, dass ein Buch intensiver erlebt wird als der Film, oder?

Auf jeden Fall freue ich mich auf den zweiten Teil, den ich völlig unvoreingenommen "verdauen" darf. Nun will ich wissen, wo Basta und die Elster abgeblieben sind. Wohin verschlug es Staubfinger? Was passiert mit all den Feen und Kobolden in Capricorns alten Dorf?
Das Buch ist an sich abgeschlossen und trotzdem bietet es noch Fragen, die eine Fortsetzung fordern. Ich bin aber glücklich, dass es sich nicht um einen so offensichtlichen Cliff Hanger handelt. Das mag ich nur bei wenigen Büchern.

Bewiesen hat die Autorin aber sicherlich eins: sie hat unglaublich viel Fantasie und ist sehr begabt, uns all diese Fantasiewesen und Welten näher zu bringen.

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Cornelia Funke, geboren am 10. Dezember 1958 in Dorsten, Nordrhein-Westfalen, ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, deren phantastische Romane international erfolgreich sind und mit einer Gesamtauflage von 20 Millionen Bücher in 37 Sprachen übersetzt wurden. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "der Herr der Diebe".

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