29. Dezember 2012

Mitch Albom - "die 5 Menschen, die dir im Himmel begegnen"

Autor: Mitch Albom
Titel: Die fünf Menschen, die dir im Himmel begegnen


Verlag: Wilhelm Goldmann
ISBN: 978-3-442-46077-9
Erschienen: 2004
Seiten: 220


Inhalt:

An seinem 83. Geburtstag kommt Eddie bei einem Unfall ums Leben. Es scheint das tragische Ende eines unbedeutenden Daseins. Doch im Jenseits begegnet er fünf Menschen, die in seinem Leben eine entscheidende Rolle gespielt haben. Anhand ihrer Erzählungen offenbaren sie Eddie Zusammenhänge in seinem Schicksal, die ihm bislang verborgen waren. Sie lehren ihn, sich mit seinem Schicksal zu versöhnen, und zeigen ihm den verborgenen Sinn in einem nur scheinbar bedeutungslosen Sein.


Meine Meinung:

Niemand ist unbedeutend - das wird in diesem Roman so klar, wie wohl kaum in einer anderen Geschichte. Es gibt Menschen in unseren Leben, die wir offensichtlich schätzen und die unser Leben prägen. Aber es gibt auch viele Begegnungen, denen wir selbst nicht einmal grosse Bedeutung beimessen, obwohl sie möglicherweise unsere Zukunft entscheidend beeinflussen.

Mitch Albom schreibt eine Geschichte von einem Mann, der für die Wartung in einem Vergnügungspark am Meer verantwortlich ist und dieser "Ruby Pier" ist sein Schicksal: zum einen ist er wütend im Beruf seines Vaters zu versauern, zum anderen liebt er aber diesen Ort, wo er schon mit seiner grossen Liebe Zuckerwatte ass. Auf der einen Seite ist er wütend, weil er mit seinem kaputten Bein nach dem Krieg nicht mehr reisen kann und mehr aus seinem Leben macht. Auf der anderen Seite wird ihm im Jenseits jedoch klar, welche Rolle sein Bein und sein Beruf spielen und welche anderen Leben er damit beeinflusst.

Konnte er das Mädchen unter dem herabstürzenden Fahrgestelle retten? Kann er seinem Vater, auf welchen er sein Leben lang wütend war, verzeihen? Trifft er seine grosse Liebe nochmals? Und wer ist dieser blaue Mann und was hat dieser mit seinem Schicksal zu tun?

Der Schreibstil ist fliessend und nicht zu kompliziert, ist ja das Thema schon recht schwer. Es liest sich herrlich leicht, für die Tatsache, welche Gedanken man sich nach und während der Lektüre macht. Ein Buch, welches mehr wert ist als bloss eine Erzählung! Wir sollten uns schon während unserem Leben bewusst werden, welchen Einfluss unsere Entscheidungen und unser Handeln auf Mitmenschen hat (die wir möglicherweise nicht einmal kennen oder nur kurz treffen). Alles hängt zusammen!

Fazit:
5 von 5 Lese-Echsen






Autor:

Der erfolgreiche Journalist und Radiomoderator schreibt für die Detroit Free Press und unterstützt mit grossem Engagement gemeinnützige soziale Hilfsorganisationen. Mitch Albom wurde für seine Kolumne mehrfach ausgezeichnet. Mit seiner Frau Janine lebt er in Michigan. Er schrieb ausserdem "Diestags bei Morrie".

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25. Dezember 2012

Ernest Hemingway

Autor: Ernest Hemingway
Titel: Der alte Mann und das Meer


Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-22601-4
Erschienen: 1959
Seiten: 144


Inhalt:

84 Tage war der kubanische Fischer Santiago aufs Meer hinausgefahren, ohne einen Fang zu machen. Immer weiter wagte er sich in den Golf hinein. Als er schließlich einen riesigen Schwertfisch harpuniert, beginnt ein zwei Tage und zwei Nächte währender verzweifelter Kampf mit einem Rudel Haie, die den Fisch anfallen. «Man kann vernichtet werden, aber man darf nicht aufgeben» - das Credo des alten Mannes deckt sich mit dem Hemingways.


Meine Meinung:

Erstens sollte meiner Meinung das Buch "der alte Mann und der (grosse) Fisch" heissen,, weil er mit dem Fisch wohl mehr kämpft als mit der See an sich. Im Gegenteil, das Meer wird recht nebensächlich behandelt, dient mehr als Kulisse, obwohl er (Hemmingway / der Fischer) das Meer auch als seine Geliebte bezeichnet. Ausserdem erinnert die Geschichte stark an "Moby Dick", welche nur wenige Jahre vorher erschien.

Der Fischer Santiago ist etwas brummig, ein Einzelgänger, obwohl ihm ein junger Freund immer wieder Gesellschaft leistet. Hinaus ins Meer fährt er jedoch alleine als er seinen Fang des Lebens an der Angel hat. Es beginnt ein ruhiger Kampf darum, wer zuerst ermüdet. Der Fisch zieht anfänglich das Boot noch weiter in die See, sodass der Fischer das Land nicht mehr sieht. Der Fischer hingegen lässt sich ziehen und fischt sich kleine Fische, um zu überleben. Tage und Nächte harrt er aus, bis der Fisch seine Kreise zieht und der Fischer Angelschnur gewinnt. Als der Fisch springt, wird dem Fischer erstmals bewusst, wie gross sein Fang überhaupt ist und ist überwältigt. Schlussendlich gewinnt er sogar den Kampf, hat jedoch das Problem, den Fisch in den Heimathafen zu bringen. Da der Fisch zu gross für's Schiff ist, bindet er ihn an dessen Seite fest, was wiederum Haie anlockt.
Der Kampf ist noch nicht vorüber, denn nun muss sich der Fischer gegen Haie wehren, um sein Leben zu bewahren und um seinen Fang nach Hause zu bringen. Wieder gewinnt er Kämpfe, doch bis er schlussendlich im Heimathafen ankommt, sind nur noch Teile seines Fisches angebunden und er selbst komplett erschöpft. Dennoch: Es war sein Fang seines Lebens!

Die Geschichte ist wohl die Bekannteste von Hemingway und obwohl der Inhalt bekannt ist, ist es lesenswert. Denn bei diesem Buch ist es nicht nur der Inhalt an sich, sondern alles was dahinter steckt, was zählt. Ausserdem ist es ein Klassiker mit vergleichsweise wenigen Seiten.

Diese Erzählung ist die letzte veröffentliche Geschichte Hemingways zu seinen Lebzeiten. Allerdings wurde sie erst stark kritisiert und viele rätselten, wer dieser Fischer und der Junge war, bzw. wer den Figuren als Vorbild diente. Auch wurde die Geschichte verfilmt und gewann später mehrere Auszeichnungen. Hemingway erhielt ausserdem den Nobelpreis für Literatur 1954.

Trailer zum Film:



Fazit:
3,5 von 5 Lese-Echsen





Autor:

Ernest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 als Sohn eines Arztes in Illinois geboren. Nachdem er 1917 vorzeitig die High-School verliess, wurde er Reporter bei einer Lokalzeitung in Kansas City. 1918 ging er mit einer Kolonne des Roten Kreuzes an die italienische Front, wurde verwundet und kehrte nach Kriegsende 1919 in die Heimat zurück. In den 20er Jahren lebte er für einige Zeit in Paris im Kreise illustrer Künstlerpersönlichkeiten (u.a. James Joyce und F. Scott Fitzgerald).
Nach schwerer Krankheit schied der Schriftsteller am 2. Juli 1961 freiwillig aus dem Leben.

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16. Dezember 2012

Charlaine Harris - "Echte Morde"

Autor: Charlaine Harris
Titel: Echte Morde


Verlag: Feder&Schwert
ISBN: 978-3-86762-096-3
Erschienen: 2011
Seiten: 239


Inhalt:

Eine Mordserie nach dem Vorbild berühmter Tötungsdelikte erschüttert die kleine Gemeinde Lawrenceton im US-Bundesstaat Georgia. Die 28-jährige Hobbydetektivin Aurora Teagarden gehört dem Club "Echte Morde" an, einer Gruppe von Krimifans, die sich einmal im Monat trifft, um sicht mit berühmten oder ungelösten Verbrechen zu befassen. Doch als sie zu Beginn einer dieser Treffen die Leiche eines Clubmitglieds findet, das nach dem Vorbild ihres aktuellen Falls geötet wurde, gerät Roes Welt völlig aus den Fugen - im Guten wie im Schlechten.


Meine Meinung:

"Echte Morde" ist der erste Band von 8 aus der Reihe mit Aurora Teagarden, einer Bibliothekarin, die Kriminalfälle löst. Davon wurden bisher 3 Bände ins Deutsche übersetzt.

Da ich sehr viele verschiedene Genres lese und nicht nur ausschliesslich Krimis, scheinen diese Bände eine Serie toller "Krimis für zwischendurch" zu sein: vergleichsweise wenig Seite, dennoch unglaublich spannend. Ich freue mich jetzt schon auf Band 2 "Knochenerbe", den ich mir auf jeden Fall besorgen muss.

Die Geschichte um Aurora (kurz auch Roe genannt) verliert selten an Geschwindigkeit. Spätestens wenn der nächste Mord geschieht ist sie (und der Leser) wieder in heller Aufregung und möchte das Rätsel endlich lösen. Schliesslich läuft ein Mörder mit ziemlich kranken Hirn immer noch frei herum und keiner weiss, wen er sich als Nächstes aussucht. Obwohl ich diese Mordserie fast etwas zu viel empfand anfangs, passt es am Schluss doch alles hervorragend zusammen und schliesslich heisst der Titel ja auch schon im Plural "Morde".

Die Hauptfigur empfand ich als sehr realitätsnahe Person, mit der sich der Leser sehr gut identifizieren kann (falls man das bei einer Mordserie wirklich möchte). Abgesehen von einer Stelle, wo mich ihre Reaktion etwas irritierte, war Aurora eine sehr authentische Frau, wie es sie wohl überall geben kann. Auch die anderen Mitglieder des Krimiclubs und weitere Figuren (Nachbarn, Freunde, Eltern, Polizisten, etc.) sind gut gelungen, obwohl ich anfangs Schwierigkeiten mit solch vielen Namen hatte. Dennoch kommt man sehr schnell hinein, meint die Gemeinde zu kennen und bekommt einen Überblick über alle Figuren, da jeder mal mehr mal weniger näher beschrieben ist und in Aktion tritt.

Der Schreibstil war sehr angenehm und wirkte kein bisschen künstlich auf mich, sodass ich mich voll ins Lesevergnügen stürzen konnte. Die Geschichte habe ich praktisch an einem Stück durchgelesen, weil's mich einfach immer wieder hineinsog. Inwiefern die "echten Morde", die als Vorbilder für die fiktiven Morde dieses Romans herhalten, ebenfalls real sind, habe ich nicht weiter recherchiert. Ich denke jedoch, dass die Möglichkeit sicher besteht, oder dass es zumindest schon ähnliche Fälle gegeben hat.

Sehr gefallen hat mir auch die Tatsache, dass der Leser nicht extra in eine falsche Richtung gelotst wird oder es fiel mir nicht als solches auf. Ich persönlich finde, dass dieses künstliche "den-Leser-auf-falsche-Fährten-schicken" leider die Atmosphäre zerstören kann und der Leser somit merkt, dass er auf den Holzweg gebracht werden soll, es aber genau deswegen nicht glaubt, was wiederum keine Spannung aufbaut. In diesem Roman hatte ich jedoch bis zum Schluss keine Ahnung, wer die Morde begeht.

"Knochenerbe" (Band 2) und wahrscheinlich auch "3 Zimmer, Leiche, Bad" (Band 3) werde ich mir besorgen müssen, denn von Aurora Teagarden les ich gerne mehr!

Fazit:



5 von 5 Lese-Echsen




Autorin:


Charlaine Harris, geboren 1951 in Tunica (Mississippi) ist auch die Autorin von der Sookie-Stackhouse-Romane (= Vorlage zur TV-Serie True Blood) und dominiert seit Jahren die Bestsellerlisten der New York Times. Sie lebt heute mit ihrem Mann und 3 Kindern in Magnolia (Arkansas).

Mehr auf: Charlaine Harris

12. Dezember 2012

Nicholas Sparks - "das Leuchten der Stille"

Autor: Nicholas Sparks
Titel: Das Leuchten der Stille


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40551-6
Erschienen: 2007
Seiten: 397


Inhalt:

Als John Tyree Savannah begegnet, weiss er, dass er die Frau seines Lebens gefunden hat. Zum ersten Mal hat er ein klares Ziel vor Augen: so schnell wie möglich seinen Militärdienst ableisten, zu dem er sich aus reiner Orientierungslosigkeit gemeldet hatte, und dann mit Savannah eine Familie gründen. Doch alles läuft anders als geplant. Die Anschläge vom 11. September erschüttern Amerika schwer, und auch John kann sich dem verstärkten Gefühl der Verantwortung nicht entziehen. Daher verlängert er seinen Vertrag noch einmal, um seinem Land zu dienen. Aber der Preis ist hoch. Wenig später erhält er einen Brief von Savannah: Sie will nicht mehr länger auf ihn warten - denn sie hat sich in einen anderen verliebt. Doch John kann sie nicht vergessen. Als er endlich heimkehrt, sucht er sie auf. Sie ist verheiratet, aber sie hat die Vergangenheit noch nicht ganz hinter sich gelassen. Darf John jetzt noch um sie kämpfen?


Meine Meinung:

Ein kitschiges Cover, ein kitschiger Titel, ein Seufzer...genau, Sparks.
Aber irgendwie hatte ich diesmal wieder richtig Lust auf eine romantische Geschichte. Etwas Gefühlsduselei tut gut zwischendurch.

Der Schreibstil von Nicholas liest sich wie immer flüssig. Er schafft es irgendwie über grosse Gefühle so natürlich zu schreiben, obwohl vielen von uns solche grossen Worte wahrscheinlich eher schwer über die Lippen wollen. Doch trotz grosser Romantik verliert er die Realität nicht aus den Augen. Denn trotz fiktiver Geschichte, kann man sich diese Erzählung auch gut im realen Leben vorstellen. Auch in diesem Buch gibt es ein Happy End, doch ist es nicht jenes, welches man erwartet...oder wünscht.

Leider waren einige Dinge sehr absehbar, was einfach immer etwas schade ist. Natürlich ist es kein Krimi, wo die Spannung automatisch die Hauptrolle spielt. Doch wenn zu viele Dinge vorhersehbar sind, verliere ich das Interesse daran. Abgesehen davon kann ich kaum etwas kritisieren bei diesem Roman. Wahrscheinlich habe ich noch zu wenig Nicholas Sparks Bücher gelesen und irgendwie werd ich auch nicht richtig warm mit ihm, doch schlecht unterhalten fühlte ich mich bisher nie.

Es ist eine scheinbar leichte Geschichte mit Herz, die jedoch viel tiefgründiger und aufwühlender wird, je weiter man liest. Die Charaktere um die Hauptfiguren erkranken, John's Einsätze im Irak oder es gibt andere Probleme, die die beiden nicht recht zusammen kommen lassen. Trotzdem verbindet sie die Vergangenheit, die Erinnerung an wunderbare Sommerwochen, die sie gemeinsam am Strand verbrachten. Dabei fand ich gerade die Nebenfiguren viel interessanter. Nicht wegen deren Krankheiten an sich, sondern wie Herr Sparks mit den Symptomen und Schicksalsschlägen umgegangen ist. Denn irgendwie behandelt er die Krankheiten zwar sehr oberflächlich, und gleichzeitig zeigt er dennoch die volle emotionale Belastung auf und wie ein solches Schicksal auch viele andere Leben mitbeeinflusst.

Unterm Strich erst ein durchschnittlicher Liebesroman, der sich in einen wunderbaren Sparks-Roman entwickelt. Der somit erst als leichte, emotionale Geschichte scheint, am Schluss jedoch doch mehr zum Denken anregt.

Fazit:

3, 5 von 5 Lese-Echsen




Autor:

Nicholas Spars, 1965 in Nebraska geboren, lebt mit seiner Frau und den fünf Kindern in North Carolina. Mit seinen gefühlvollen Romanen, die ausnahmslos die Bestsellerlisten eroberten und weltweit in 46 Ländern erscheinen, gilt Sparks als einer der meistgelesenen Autoren der Welt.

Mehr auf: Nicholas Sparks

6. Dezember 2012

Bücher auf Reisen...per Zug

Hallo ihr Lieben!

Vor wenigen Tagen bin ich über einen Artikel vom Spiegel gestolpert, dessen Titel sofort meine volle Aufmerksamkeit hatte: "Mein Buch ist mein Schutzschild". Dabei geht es um den Blog von Ourit Ben-Haim, die in New York Metro-Passagiere mit Buch fotografiert und sich vorstellt: Wer ist wohl die Person hinter jenem Titel?

Auch ich bin im Zug immer mit Buch unterwegs. Jedoch hat Ourit mich noch nicht erwischt, aber in den USA sind die Personenschutzrechte auch lockerer als hier in Europa. Wer aber Bücherwürmer und Leseratten in der U-Bahn sehen möchte, schaut vorbei auf:

 Lesen unterwegs:  Ourit Ben-Haim ist fasziniert von Menschen, die sich beim...Underground New York Public Library (Blog)

oder liest den Artikel auf:
Mein Buch ist mein Schutzschild (Spiegel.de)









Ein anderer Zug fährt von Bern, der Schweizer Hauptstadt, nach Lissabon, Portugal's Hauptstadt. Die Verfilmung eines meiner liebsten Bücher: "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier.
Dabei wird der Lateinlehrer Raimund Gregorius von Jeremy Irons gespielt und auch Christopher Lee ist darin zu sehen. Das Buch eines Schweizer Autors wird auch von einer Schweizer Produktionsfirma gedreht: C-Films.Mehr findet ihr auf: Zeitungsartikel über Verfilmung

Der Film soll im Frühjahr 2013 ins Kino kommen und ich als genauso Portugal-Fan wie ich Leseratte bin, muss diesen Film nur schon für die Landschaftsaufnahmen sehen.

Um auch bei euch die Vorfreude zu kitzeln: der Trailer


5. Dezember 2012

Cornelia Funke - "Tintenblut"

Autor: Cornelia Funke
Titel: Tintenblut


Verlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-0467-4
Erschienen: 2005
Seiten: 708


Inhalt:

Meggie las zum hundersten Mal den Abschiedsbrief an ihre Eltern:

Liebster Mo! Liebe Resa!
Bitte macht euch keine Sorgen. Farid muss Staubfinger finden, um ihn vor Basta zu warnen, und ich gehe mit ih. Ich will gar nicht lange bleiben, ich will nur den Weglosen Wald sehen und den Speckfürsten, den Schönen Cosimo und vielleicht noch den Schwarzen Prinzen und seinen Bären. Ich will die Feen wiedersehen und die Glasmänner - und Fenoglio. Er wird mich zurückschreiben. Ihr wisst, dass er es kann. Macht euch keine Sorgen. Capricorn ist ja nicht mehr dort.
Bis bald, ich küsse euch tausendmal, Meggie.


Meine Meinung:

Selten (oder nie?) hat mir ein zweiter Teil besser gefallen als der erste Teil! Im zweiten Band taucht Cornelia Funke mit dem Leser und ihre Figuren in die Tintenwelt ab - hinaus aus unserem Alltag, hinein ihn die Fantasiewelt. Fenoglio hat sich dort schon eingelebt und wir werden es ihm gleichtun.

Es braucht viel Kreativität, um eine solch bunte, gemischte Welt zu erschaffen. Leider habe ich erst spät gemerkt, dass hinten im Buch noch eine Karte der Tintenwelt ist, damit man den Weglosen Wald, Ombra, die Nachtburg, die Mäusemühle und die verschiedenen Verstecke der Spielleute findet. Aber auch ohne Karte gelingt es die Tintenwelt zumindest in Gedanken auferstehen zu lassen, denn wie schon im ersten Teil kennt die Autorin die Kunst der Beschreibung: nicht zu viel "Blabla", aber genug Details für die Vorstellungskraft.

Mo spielt nur noch indirekt eine wichtige Rolle, Hauptakteure sind diesmal besonders Meggie, Farid und Staubfinger. Dazu kommen Fenoglio und viele neue Freunde und Feinde. Die einen mochte ich davon sehr, andere weniger, wobei dies nicht einfach in Gut und Böse einzuteilen ist. Manchmal darf man ja auch Sympathien haben für einen Bösewicht, wenn dieser gut geschrieben ist, oder? Seit ich den Film gesehen habe und somit ein Gesicht von Staubfinger, wurde dessen Figur noch viel lebendiger und ich konnte mir sogar jedes Stirnrunzeln bei ihm vorstellen. Am wenigsten sagte mir der Schöne Cosimo zu, obwohl er eher zu den Guten gehören müsste.

Auch auffällig im zweiten Teil: der Schluss. Den ersten Band konnte man noch gut als eigenständiges Buch lesen. Beim zweiten Band ists klar, dass noch ein Dritter kommt und die Geschichte eindeutig noch nicht zu Ende ist. Auch wird man den zweiten Teil kaum verstehen, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Ich denke, dies wird uach der Fall im nächsten Buch sein. Doch bin ich schon gespannt, welche Figuren da auf mich warten, welche Kreaturen sich im Wald verstecken, welche Burg und welcher Fürst gewinnt und was mit den Hauptakteuren passiert. Bleibt die Familie um Mo, Meggie und Resa in der Tintenwelt? Da gibt es nur eine Möglichkeit: weiter lesen.

Fazit:
4 von 5 Lese-Echsen





Autorin:

Cornelia Funke, geboren am 10. Dezember 1958 in Dorsten, Nordrhein-Westfalen, ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, deren phantastische Romane international erfolgreich sind und mit einer Gesamtauflage von 20 Millionen Bücher in 37 Sprachen übersetzt wurden. Ihren Durchbruch schaffte sie mit "der Herr der Diebe".

Mehr auf: Cornelia Funke