29. Dezember 2013

Buchchallenge 20/13 & 20/14

Ich habe es tatsächlich geschafft, liebe Leser!
Ich habe dieses Jahr bei Mandys Buchchallenge 20/13 mitgemacht und nicht nur die mindestens 13 Bedingungen, sondern alle 20 Bücher gelesen, obwohl mein Lesejahr sonst eher schwach war.
Wer meine Rezis zu den jeweiligen Aufgaben lesen möchte, der siehe bitte *HIER*
Diese Seite werde ich nächsten Monat allerdings umwandeln, denn die Challenge wird abgelöst - beziehungsweise kommt ein Update: Buchchallenge 20/14.

Wieder sind es 20 Aufgaben, zu denen man jeweils ein Buch liest. Diesmal gibt es sogar eine Zusatzaufgabe und einige Punkte haben mit der Zahll 4 oder 14 zu tun. Da hat sich Mandy schon was bei gedacht! Ich bin auf jeden Fall jetzt schon hibbelig und freue mich auf die neue Challenge eines neuen Jahres. Wer mitmachen möchte, findet die Lesegruppe auch auf Facebook: *HIER*

Ich habe noch nicht zu allen Punkten ein Buch, aber das Jahr beginnt ja erst...



Die Aufgaben der Buchchallenge 20/14:

1. Ein Buch, das aus deiner Kindheit stammt
--> Michael Ende - der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
2. Ein Buch, mit Sternen auf dem Cover
--> Gabriella Engelmann - Goldmarie auf Wolke 7
3. Ein Buch, welches du als Geschenk erhalten hast
--> ?
4. Ein Buch, dessen Titel mit "M" beginnt
--> Lisa Genova - Mehr als nur ein halbes Leben
5. Ein Buch, dessen letzte Ziffer ISBN eine 4 ist
-->Rachel Simon - die Geschichte eines schönen Mädchens
6. Ein Buch, von einem dir unbekannten (noch nicht gelesenen) Autor
--> Michele Jaffe - Geisterblumen
7. Stell dich vor deinen SuB und lies das 14. Buch vom "Stapel"
--> Erin McKean - das geheime Leben meiner Kleider
8. Ein Buch, dessen Autor aus einem der folgenden Kontinenten kommt:
Australien/Neuseeland oder Asien oder Europa (Einschränkung: NICHT Deutschland / England)
--> Andrea Hirata - die Regebogentruppe (Asien)
9. Ein Buch, das Fortsetzung einer Reihe/Trilogie ist
--> Cornelia Funke - Tintentod
10. Lies ein Sachbuch
--> ?
11. Ein Buch, das in der Zukunft spielt
--> ?
12. Ein Buch, aus deinem Lieblingsgenre
--> Rachel Joyce - das Jahr, das zwei Sekunden brauchte
13. Ein Buch, in dem ein Kind eine Rolle spielt
--> Ransom Riggs - Insel der besonderen Kinder
14. Ein Buch, dessen Titel aus 4 Worten besteht
--> Morgan Callan Rogers - Rubinrotes Herz, eisblaue See
15. Ein Buch, dessen Autor 14 Buchstaben im Namen enthält (Vor- & Nachname)
--> Albert Espinosa - Ich komme, wenn du rufst
16. Ein Buch mit mindestens 14 Kapiteln
--> ?
17. Ein Buch, auf dessen Cover mind. 4 Lebewesen und/oder Gegenstände abgebildet sind
--> Brandon Mull - Fabelheim
18. Ein Buch, das dir schon mehrfach empfohlen wurde
--> Kjetil Johnsen - Dark Village
19. Ein Buch, das an einem Ort spielt, an dem du schon einmal gewesen bist
--> Eileen Ramsey - Jene Tage in Lissabon
20. Ein Buch, das bereits auch verfilmt wurde
-->Jodi Picoult - beim Leben meiner Schwester

Zusatzaufgabe: Ein Buch von jemanden leihen, der es ebenfalls für dich auswählt. Die Person bestimmt sozusagen, welches Buch DU aus SEINEM Regal lesen sollst.


 

20. Dezember 2013

Beatrix Gurian - dann fressen sie die Raben

Autor: Beatrix Gurian
Titel: Dann fressen sie die Raben



Verlag: Arena
ISBN: 978-3 401-06683-7
Erschienen: 2012
Seiten: 370



 
Nach dem vermeintlichen Selbstmord ihrer Schwester fühlt sich Ruby permanent beobachtet und verfolgt. Jemand steckt ihr das Foto eines toten schwarzen Jungen zu. Warum? Was hat das mit den rätselhaften Andeutungen ihrer Schwester zu tun, die um ihr Leben kämpft? Die Polizei hält alles nur für einen schlechten fremdenfeindlichen Scherz. Doch dann steht Ruby plötzlich ihrem Verfolger gegenüber. Und erst jetzt merkt sie: Das Netz ist viel weiter gespannt und bösartiger, als sie es für möglich gehalten hätte. Nur sie allein kann die Täter stoppen. Wenn sie nicht sofort handelt, wird es noch mehr Opfer geben...
 
 
 
 
Manchmal ist ein Buch ganz anders als der Klappentext ahnen lässt. Manchmal ist das gut, manchmal gefällt dies weniger. In diesem Fall weiss ich nicht recht, ob mir das gefällt oder nicht. Allerdings führt die Geschichte ganz woanders hin als erwartet, nur um dann doch irgendwie absehbar zu sein. Das Ende lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück: Irgendwie mochte ich die Geschichte, besonders gegen Schluss. Aber irgendwie konnte sie mich auch nicht fesseln. Einige Dinge waren zu offensichtlich bzw. man ahnt falsche Fährten und anfangs hatte ich Mühe in die Geschichte hinein zu kommen. Die Spannung verliert an Fahrt oder einige Stellen wirken leider künstlich.
 
Nicht zu vergessen ist dabei allerdings, dass es sich zwar um einen Thriller handelt, allerdings zur Jugendliteratur zählt und somit "schwächer" und "harmloser" ist als Romane für Erwachsene. Es geht zwar um Mord und Verschwörung und Intrigen, aber nicht so blutig und nicht ganz so psycho-ängstigend. Es gibt die Verwirrung wer gut ist und wer böse, allerdings für Erwachsenen-Triller-Leser sind die Andeutungen schon fast Leuchtreklamenpfeile, was wiederum die Spannung schwer mildert. Obwohl ich das Thema nicht harmlos finde und schon ziemlich bösartig für Jugendliteratur, ist die Umsetzung dennoch dem Alter angepasst, finde ich.
 
Auch der Schreibstil passt zum Alter, denn nicht nur die Jugendsprache von Ruby und ihren Freunden / Feinden hat diesen typischen Wortschatz. Die Autorin nimmt auch mehr als einmal Referenz auf Aktuelles: Ein Typ ist mal lässig wie Jack Sparrow, ein andermal muss Heidi Klum für einen Vergleich herhalten und alles spielt in München, an Orten, die es wirklich gibt.
Den Titel finde ich leider etwas an den Haaren herbeigezogen. Diesen Satz aus einem Kinderlied (...fällt er in den Graben, dann fressen ihn die Raben...") wird zwar mehrmals erwähnt, wirkt aber beiläufig. Man bekommt sogar das Gefühl, die Autorin musste den Satz extra in den Roman einbauen,, damit man den Titel versteht. Deshalb finde ich, hätte man bestimmt einen besseren Titel gefunden. (Auch wenn mir das Cover mit den Raben und den Herbstblättern sehr gefällt).
 
Ausserdem finde ich die erwachsenen Charaktere nicht allzu gelungen. Ich kann mir vorstellen, dass die Autorin die Sicht wie Jugendliche ihre Eltern wahrnehmen etwas übertrieben hat und sie mir deshalb ebenfalls künstlich oder teils sogar unpassend vorkommen. Eigentlich ist genau dies das Fazit über das ganze Buch: Die Autorin kann gut schreiben und benutzt starke Charakterkarikaturen, um ihre Figuren zum Leben erwecken. Bei mir blieb jedoch der saure Nachgeschmack des Künstlichen, weshalb es also nicht ganz geklappt hat...vielleicht liegt's am Alter...
 
 
 
3 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Beatrix Gurian wurde 1961 geboren. Bevor sie ihren Traum vom Bücherschreiben verwirklichen konnte, studierte sie Theater- und Literaturwissenschaften. Danach arbeitete sie knapp zehn Jahre als Redakteurin bei verschiedenen Fernsehproduktionen. Seit 2000 schreibt sie Romane für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in München.
Mehr auf: Beatrix Gurian
 

16. Dezember 2013

Jojo Moyes - Ein ganzes halbes Jahr

Autor: Jojo Moyes
Titel: Ein ganzes halbes Jahr




Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26703-1
Erschienen: 2013
Seiten: 520
(+ Leseprobe eine Handvoll Worte)



 
Louisa Clark weiss, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiss, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiss nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird - und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt.
 
Will Traynor weiss, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiss, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiss nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.
 
 
 
"Eine bittersüsse Geschichte über Liebe, Lernen und Loslassen" (Daily Mail) steht auf dem Buchumschlag - und eine bittersüsse Geschichte über Liebe, Lernen und Loslassen ist zwischen den Buchdeckeln zu finden. "Lou und Will werden die Leser genauso in ihr Herz schliessen wie Emma und Dex aus Zwei an einem Tag" (The Independent) - und ich kann nur bestätigen, dass man dieses Buch lesen und lieben muss, wenn man schon die Geschichte von Emma und Dex ins Herz geschlossen hat.
 
Die Geschichte wird hauptsächlich von Louisa erzählt. Drei "Gastkapitel" sind aus Sicht von anderen Figuren (die Eltern von Will und die Schwester von Lou). Dies fand ich sehr interessant, allerdings zu wenig. Mich hätte zudem die Sicht von Will oder auch seinem Pfleger Nathan interessiert. Oder auch öfters aus der Sicht von anderen Figuren geschrieben. Denn "nur" ein Kapitel die Sicht zu wechseln, empfand ich irgendwie unvollständig. Entweder ganz oder gar nicht, und besonders bei diesem Thema wären verschiedene Sichtweisen äusserst aufschlussreich.
 
Ansonsten ist der Schreibstil und der Aufbau des Buches gut gelungen, wenn auch nichts besonderes. Die Personen habe ich schnell ins Herz geschlossen, obwohl mir vereinzelte Figuren lange unsympathisch blieben. Gegen Ende wird es sehr emotional und ich muss zugeben, das Buch mit feuchten Augen fertig gelesen zu haben. So viel sei über das Ende verraten (ohne, dass ich spoilern möchte): Ich bin sehr froh, dass es kein Happy End im Hollywoodstil hat, kein offensichtliches und lange erwartetes "alles-wird-gut-und-wir-haben-uns-alle-lieb-Ende". Denn das ist nicht das Leben. Das ist nicht echt, nicht authentisch. Somit schrieb Jojo Moyes meiner Meinung nach das treffenste Ende überhaupt.
Die Liebesgeschichte zwischen Lou und Will beinhaltet immer mal wieder auch Klischees. Was sich liebt das neckt sich. Zwei absolut verschiedene Personen verschiedener Klassen, etc. verlieben sich....Kennen wir. Lieben wir, ja ok. Dennoch wird es zum Glück erst gegen Ende kitschig, wenn man so will. Und auch hier finde ich, hat die Autorin eine gute Balance zwischen Gefühlsduselei und echtem Leben getroffen. Deswegen berührt der Roman - er ist traurig und süss, echt und verträumt, hart aber wahr und doch zum verlieben!
 
Das Thema über Tetraplegiker und Sterbehilfe ist ernst, aber real. Ich liebe Bücher, die sich mit wahren Problemen des Lebens auseinandersetzen. Auch Jojo Moyes hat es geschafft, über ein heikles Thema fundiert und dennoch in unterhaltsamen Rahmen zu schreiben. Sie hat es zudem geschafft, ihre Meinung nicht das Buch bestimmen zu lassen, sondern eine Problematik aufzuzeigen, mit Einblick verschiedener Sichten und betroffenen Personen. Doch muss jeder Leser selber darüber nachdenken und sich eine Meinung darüber bilden. Inwiefern kann man den Betroffenen umstimmen? Wer muss was akzeptieren lernen? Was definiert ein gutes Leben? Wie können Eltern ihr Kind sterben lassen? Was macht echte Liebe aus?....
 
Einziger Abzug: In der Mitte fand ich die Geschichte manchmal etwas langatmig. Das ist allerdings Geschmackssache und somit meine persönliche Einschätzung.
 
 
 
 
4,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Jojo Moyes, geboren 1969, ist in London aufgewachsen und hat Journalistik studiert. Sie schrieb für die "Sunday Morning Post" in Hongkong und den "Independent" in London und aktuell u.a. für den "Daily Telegraph". Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.
Mehr auf: Jojo Moyes

11. Dezember 2013

Ein Buch, das....TAG

Meine lieben Leser,

dieser TAG geistert schon länger durch die Youtube-Büchergemeinde und eigentlich kann man den alle Jahre wieder machen. Mir ist dabei aufgefallen, dass ich ihn noch nie machte und dachte mir heute: Das muss sich ändern =) Hier der TAG mit Büchern des Jahres 2013. Viel Spass!


EIN BUCH, DAS....

1. dich zum lachen gebracht hat
Schmitz' Katze von Ralf Schmitz - nicht (nur) weil er Komiker ist (und seine Katze anscheinend auch), sondern weil mich unglaublich viele Situationen an meine eigenen Katzen erinnerten.

2. dich zum weinen gebracht hat
Life of Pi, Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel - weil das Leben die besten Geschichten schreibt!
Ziemlich beste Freunde von Philippe Pozzo di Borge - aus demselben Grund

3. dich nachdenklich gemacht hat
Bekenntnisse von Nelson Mandela - weil er ein unglaublicher Mann war und dieses Buch viel über ihn, aber auch generell Südafrika und die dortigen Probleme veranschaulicht.

4. dich nicht losgelassen hat
Die verlorenen Spuren von Kate Morton - weil diese Autorin es jedes Mal schafft, dass ich sogar 600+-Seiten dicke Bücher in einem Tag verschlinge.

5. dich total enttäuscht hat
Landkarte der Zeit von Felix J. Palma - wurde sehr gehyped, dicker Schinken, durch den ich mich leider durchkämpfen musste.

6. dich überwältigt hat
das Geisterhaus von Isabel Allende - weil DAS noch grosse echte Erzählkunst ist

7. dich überrascht hat
Rot wie das Meer von Maggie Stiefvater - unglaublich, aber das war mein erster Roman von ihr und ich war so begeistert, dass es garantiert nicht das letzte Buch dieser Autorin bleibt

8. du nicht beenden wolltest, weil es so gut war
Siehe Punkte #2, #4 und #7

9. du abgebrochen hast
Sylvanus Now von Donna Morrissey - weil ich zu faul war, Englisch zu lesen

10. du eigentlich nicht lesen wolltest
Sylvanus Now - zu Ende gelesen, weil ich abgebrochene Bücher nicht rumliegen lassen kann

11. zu dem du ein zwiegespaltenes Verhältnis hast
Möchtegern von Milena Moser - weil die Textart von einem Roman abweicht, was irgendwie interessant ist, allerdings auch den Lesefluss störte

12. du optisch wunderschön findest
das Mädchen mit den gläsernen Füssen von Ali Shaw - einfach zauberhaft

13. Bücher, die du unbedingt als nächstes lesen möchtest
Die Töchter des Mondes / Märchenadaptionen von Gabriela Engelmann / Twin Soul die Verbotenen / Rabenherz und Elternseele / Jodie Picoult / und ganz generell: SUB abbauen =)

3. Dezember 2013

Donna Morrissey - Sylvanus Now

 
 

Autor: Donna Morrissey
Titel: Der Geruch von Salz



Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-13772-0
Erschienen: 2009
Seiten: 326





 
Sylvanus, ein junger Fischer aus einem entlegenen Küstenort in Neufundland, ist im Einklang mit sich und der Natur, und er liebt Adelaide, die nichts mehr hasst als das säuerliche Einerlei des Alltags, das Meer und den Fisch, den sie täglich einsalzen muss. Sylvanus’ Charme und seine innere Stärke siegen schließlich über ihren Schwur, niemals einen Fischer zu heiraten, und damit beginnt der lange karstige Weg in ihr Inneres ...

Adelaides widerständiges, drängendes Wesen, die Schönheit und Unmittelbarkeit der Natur kontrastieren mit der rücksichtslosen Ausbeutung der Fischer, die schon in den 1950er Jahren durch globale Veränderungen ihre Existenzgrundlage zu verlieren drohten.
 
 
 
Das Buch las ich auf Englisch. Obwohl es nicht mein erstes englisches Buch war, hatte ich meine Mühe mit der Sprache. Die Autorin hat einen wunderbaren Wortschatz, den sie auch einzusetzen versteht, ich allerdings weniger verstehe. So hatte ich leider oft das Gefühl, die Geschichte zwar zu verstehen, allerdings wunderbare Beschreibungen zu verpassen, Feinheiten nicht zu spüren und die kleine Poesie zwischen den Zeilen nicht zu verstehen.
 
Somit blieb mir nur die Haupthandlung, die ich leider langweilig fand. Der Buchkauf wahr wohl eine Cover-Entscheidung und ausserdem kannte ich schon andere Bücher von Donna Morrissey, die mir auch gut gefielen. Dennoch war dies keine Garantie für ein englisches Lesevergnügen...leider.
 
Die Fischergemeinschaft sprach mich nicht an, das Leben im Norden ebenso wenig. Die Beziehung zwischen Adelaide und Sylvanus und einigen Nebenfiguren (z.B. Sylvanus' Mutter) fand ich sehr gelungen und einfühlsam. Die Gespräche (die meist einfacher zu verstehen waren, jedoch auch sehr "nach dem Schnabel gewachsen", mal mit Schimpfwörtern oder auch häufige Ausrufe wie "oh my God" und Ähnliches) zeugen von Menschenkenntnis und guter Beobachtungsgabe. Allerdings habe ich jetzt noch ein Durcheinander mit einigen Namen und kann diese immer noch nicht ganz zuordnen (sind allerdings alles Nebenfiguren). Die ausländischen Schiffe bleiben leider eine stille, gesichtslose Bedrohung. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Fischerdorf und deren Bewohnern, die ihren Job bzw. Lebensinhalt verlieren (könnten). Der Roman erzählt somit den Alltag von Adelaide und Sylvanus, die auf eine unerfreuliche Abwechslung stossen und dafür eine Lösung benötigen. Doch so ist das Leben...es wird nicht immer fair gespielt, Pläne können nicht durchgesetzt werden, Träume und Wünsche zerstört werden...
 
Lange habe ich gebraucht, um überhaupt in die Geschichte rein zu kommen. Mehrmals wollte ich sogar komplett abbrechen und einmal lag es eine längere Pause in der Schublade, weil ich ein anderes Buch las. Schlussendlich bin ich froh, es zu Ende gelesen zu haben (denn von der Hälfte und gegen Ende hat es mir doch besser gefallen). Allerdings konnte es mich bis zum Schluss nicht gefangen nehmen und wie gesagt, habe ich wohl viel von der Schönheit der Sprache verpasst, was ich bedauere, allerdings nicht ändern kann.
 
 
 
1,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Donna Morrissey, geboren 1956, ist in einem kleinen Fischerdorf an der Küste Neufundlands aufgewachsen und lebt heute in Halifax. Ihr erster Roman, ›Kit's Law‹, gewann im Jahr 2000 den Canadian Booksellers Association Libris Award sowie diverse weitere Auszeichnungen. ›Downhill Chance‹ und ›Sylvanus Now‹ (dt. ›Der Geruch von Salz‹, dtv 13772) wurden jeweils mit dem renommierten Thomas Head Raddell Award, einem hochdotierten kanadischen Literaturpreis, geehrt. Ihre Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt.

Mehr auf: Donna Morrissey

22. November 2013

Rezensions-TAG

Liebe Leser

Ich bin mal wieder über einen TAG gestolpert, als ich bei meinen liebsten Buchtuber stöbern war. Diesmal geht es über das Rezensieren von Büchern und passt deshalb super!
Jeder, der mitmachen möchte, ist natürlich herzlich getaggt von mir =)


1.Rezensierst du und wenn ja, warum?
Ich liebe Lesen und Schreiben, warum sollte ich dann nicht übers Lesen schreiben? Ausserdem gefällt mir der Gedanke, dass vielleicht ein anderer Leser von mir einen Tipp bekommt. Denn das passiert mir immer mal wieder auf befreundeten Buchblogs. Allerdings wächst so auch mein SuB ins Unermessliche...

2. Schriftliche Rezi oder Videorezension?
Schriftlich, weil ich (wie oben schon erwähnt) gerne schreibe. Ich habe mir jedoch auch schon überlegt, auf Youtube zu wechseln. Allerdings würde ich dann den Blog vernachlässigen, weil beides zusammen einfach zu viel Arbeit ist.

3. Wo veröffentlichst du deine Rezis?
Hier auf meinem Blog. Ausserdem verlinke ich Rezensionen manchmal mit Lesegruppen auf Facebook oder dem BlogZug.

4. Machst du dir beim Lesen Notizen o. markierst du Stellen?
Nein. Denn ich möchte das Buch geniessen, keine Schulaufgaben lösen. Manchmal denkt ich mir aber beim Lesen: Ach, das wär ein schönes Zitat, das sollte ich mir rausschreiben. Bin dann aber meist zu faul dazu oder will unbedingt weiterlesen (nicht aufstehen, Stift und Papier suchen...).

5. Beginnst du mit der Rezi direkt nach Beenden des Buches
oder musst du sacken lassen?

Oft mache ich mir danach zumindest Notizen, was mir besonders gefallen hat oder nicht. Wie schnell ich nach dem Lesen die Rezi schreibe, ist jedoch eine reine Zeitfrage.

6. Was vergibst du? Punkte, Sterne o. Ähnliches?
Ich bewerte mit meinem Lese-Echsen (Meine Bewertungshelferlein), denn die Echse ist mein persönliches Logo / Maskottchen. Daher übrigens auch mein Name (Librarian Lizard = "Bücherei-Echse"), was eine Art Abwandlung der Leseratte oder des Bücherwurms ist.

7. Hast du bestimmte Rituale beim drehen/schreiben deiner Rezi?
Ich schreibe allgemein gerne mit einem Tee oder Kaffee neben meinem Computer. Genauso gerne wie ich auch mit Tee / Kaffee lese. Ansonsten kommen mir keine bestimmten Rituale in den Sinn.

8. Beeinflussen dich Rezis, ob du ein Buch kaufst oder nicht?
Jein. Wenn mehrere Rezis auf meinen liebsten Blogs oder Buchtuber-Kanälen von einem Buch abraten oder es als absolutes Highlight bezeichnet, dann lasse ich mich davon beeinflussen. Allerdings sind Rezis nicht meine einzigen Entscheidungshelfer. Wenn mich also ein Buch sehr anspricht, kann eine einzelne Rezi mich auch nicht davon abhalten.

Katja Maybach - Die Stunde der Schwestern



 
Autor: Katja Maybach
Titel: Die Stunde der Schwestern


Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50933-3
Erschienen: 2012
Seiten: 344



 
Ein bewegender Familienroman um ein dunkles Geheimnis, das die Jahrzehnte überdauert.
 
Warum ist sie dem in den 50er Jahren berühmten Mannequin Fleur wie aus dem Gesicht geschnitten? Dieser Gedanke lässt Bérénice keine Ruhe mehr, seit sei Fotos dieser Frau zum ersten Mal gesehen hat. Sie beginnt, Fragen zu stellen – und deckt die Geschichte zweier Schwestern auf, miteinander verbunden durch Liebe, Neid und Verrat…
 
 
 
 
Zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich sind und doch in einem gleich: Sie wollen glücklich und angesehen werden. Die eine will in Paris den Durchbruch in der Modebranche, die andere einen tollen, vermögenden Mann heiraten und mit ihm eine Familie gründen. Die Träume beider Frauen gehen in Erfüllung, jedoch nicht so wie sie sich das vorgestellt haben und beide zahlen einen hohen Preis dafür!
 
Die Geschichte wird von Bérénise erzählt, die sich auf die Suche nach der Vergangenheit macht, nachdem ein Designer sie „Fleur“ nannte und sie einem Model der 50er Jahre zum Verwechseln ähnlich ist. Wer diese Fleur nun war und was diese Frau mit Bérénise zu tun hat, wird ziemlich früh klar und somit ist das „Familiengeheimnis“ generell voraussehbar. Die Geschichte, besonders die Grundidee, hat mir dennoch sehr gefallen. Bei der Umsetzung beschlich mich allerdings das Gefühl, dass es doch nichts Besonderes für dieses Genre ist, auch wenn der Autorin mit dem Ende nochmals ein Knalleffekt gelingt. Dazwischen plätschert es allerdings zeitweise dahin oder ist zu leicht absehbar. Allgemein wirkt das Verhalten Bérénise’s oder die Gedankensprünge oder „Zufälle“, wie sie auf die nächsten Erinnerungsfetzen oder Teilrätsel stösst, leider unrealistisch beziehungsweise konstruiert.
 
Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Von grosser Erzählkunst möchte ich jedoch nicht reden, obwohl die Autorin sichtlich ihre Tätigkeit beherrscht. Leider konnte sie mich allerdings nur manchmal komplett in der Geschichte fesseln oder mit ihrer Wortwahl verzaubern.
 
Nur schlecht reden kann ich schlussendlich nicht. Der Roman ist sehr lesenswert und unterhaltsam. Für diejenigen, die schon einiges aus diesem Genre kennen, wird es jedoch nichts Besonderes oder Herausragendes sein.

 
 
 
 
 
3,5 + von 5 Lese-Echsen
 
 
Katja Maybach lebte viele Jahre in Paris und arbeitete in der Modebranche. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Zeitschriften, unter anderem der italienischen „Vogue“, veröffentlicht. Nach einer schweren Krankheit begann sie erfolgreich, Romane zu schreiben. Die Autorin hat zwei erwachsenen Kinder und lebt heute in München.
 
Mehr auf: Katja Maybach
 

3. November 2013

Nick McDonell - Zwölf


 
Autor: Nick McDonell
Titel: Zwölf

 
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3 462-03228-3
Erschienen: 2002
Seiten: 231


 
White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. Er war gut in der Schule, doch die Schulzeit ist seit sechs Monaten vorbei. Seine Kunden sind High-School-Schüler, die in den Weihnachtsferien gegen die Langeweile kämpfen, während ihre reichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen sind. Die grösste Party aller Zeiten soll an Silvester stattfinden, und bis dahin hat White Mike noch einiges zu tun.



Ein kurzer, rasanter Roman eines jungen Autors. Ein Buch voller Klischees und doch auch voller Realitäten. Ein Einblick in die Drogenszene New Yorks – all inclusive. Die Gassensprache (yo, Nigga), die Langeweile (Joints, Sex und Party) und die Coolness (…und nochmals Joints, Sex und Party).

Die jungen Erwachsenen aus reichen Häusern müssen sich zwar mit der Frage, auf welches College sie gehen, auseinandersetzen, dies kommt jedoch nur am Rande vor. Hauptgespräch ist und bleibt: Wo krieg ich Gras her…und so ist White Mike auch Hauptfigur dieses Romans, obwohl mehrere Kapitel aus mehreren Perspektiven anderer Figuren geschrieben sind. So zum Beispiel ein Junge namens Andrew, bei dem die Silvesterparty steigt (ein eher langweiliger, uncooler Typ, der allerdings das supercoole, beliebte Mädchen Sara beeindrucken möchte). Timmy und Rothko, 2 Kiffer, die sich mit Joints den Rest an Intelligenz wegpafften. Hunter, der unschuldig ins Gefängnis wandert. Jessica, die für Zwölf (=Droge) alles macht und Claude, dem schlussendlich eine ganz spezielle Rolle zuteil wird.
 
Die Sprache hat mir deswegen gefallen, weil es mal etwas anderes war. Es hat sich echt angefühlt, kein gekünsteltes Wortgebastel oder poetische Sinnsuche. Die Wortwahl ist einfach, knapp, hart, ehrlich, manchmal auch obszön und schmutzig. Einige Kapitel sind nur eine knappe Seite lang. Andere erstrecken sich immerhin über mehrere Seiten. Doch das Buch liest sich schnell weg. Der Aufbau, der Hintergrund der einzelnen Figuren, ist gut gelungen, aber dennoch sehr oberflächlich meiner Meinung nach. Das Buch liest sich schnell weg, ist rasant in Form, Sprache und Inhalt und hat dennoch knapp meinen Gusto verfehlt.
 
Unterm Strich ein rasanter, kurzweilig spannender Ausschnitt aus einem Ghetto New Yorks. Nichts Besonderes, was mich aus dem Hocker gehauen hätte, aber dennoch ein gut gelungener Roman (wenn man zudem bedenkt, dass der Autor die Geschichte im Alter von 17 Jahren geschrieben hat).

Mich persönlich interessiert das Thema zu wenig, das Ende hat zwar Knalleffekt, war mir allerdings zu kurz und zu absehbar leider.
 

 
 
3 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Nick McDonell wurde 1984 in New York City geboren. Sein Roman “Zwölf” wird weltweit als literarische Sensation gefeiert und wurde in mehr als 11 Länder verkauft.
Mehr auf: Nick McDonell

2. November 2013

Yann Martel - Life of Pi


 
 
 
Autor: Yann Martel
Titel: Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger




Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-596-19698-2
Erschienen: 2003
Seiten: 382
 
Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber – der Tiger und Pi. Alleine treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean. Eine wundersame, abenteuerliche Odyssee beginnt.
 
 
Wer hat nicht von dieser unglaublichen Geschichte gehört? Seit dieser Roman verfilmt ist, staunen viele über dieses Schicksal: Ein indischer Junge mit wilden Tieren monatelang auf dem Meer verloren.
Die Verfilmung ist gut gelungen - aber das Buch ist einfach nur genial !
 
Yann Martels Einleitung beginnt damit, wie er Pi Patel kennen lernte und dieser ihm seine Geschichte erzählte. Danach erfolgt der Hauptteil in der Ich-Erzählform, was den Leser nur noch mehr in die Szenen hineinzieht. Die detailreiche, wortgewandte und oft auch witzige Ausdrucksweise und Wortwahl des Autors ist ein Feuerwerk an Erzählkunst. Spannung, Spass, Trauer, Liebe, Mut, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit...alles ist in dieser Geschichte vorhanden und alles habe ich mitgespürt. Der Roman hat einen regelrechten Sog, ein Pageturner erster Wahl.
 
Erst wollte ich das Buch lesen, bevor ich den Film sehe. Das ist mir schlussendlich nicht gelungen, da meine Familie den Film guckte und ich zu neugierig (und ja, zu undiszipliniert war), um einfach den Raum zu verlassen oder das Buch früher zu lesen. Geschadet hat es dennoch nicht. Auch wenn ich Angst hatte, Spannungspunkte zu verlieren, weil ich das Ende schon kannte, war dies glücklicherweise nicht der Fall.
 
Ein Boot, welches eine lange Zeit auf dem Meer schaukelt...das klingt erst einmal langweilig. Dennoch geschieht allerlei, auch wenn die "Bühne" recht klein ist. Dies liegt nicht nur an den Tieren an Bord, sondern auch an Begegnungen: Fische aller Art, Wale und Delfine, immer wieder Haie, eine Algeninsel mit Bäumen und Erdmännchen...und auch andere Begegnungen, die ich nicht spoilern möchte.
 
Was mich das Buch vor allem gelehrt hat: Lebewesen haben einen unglaublichen Überlebensinstinkt und damit zusammenhängend Durchhaltevermögen und Kraft sowie Einfallsreichtum. Man gewöhnt sich an alles und in der Not frisst der Teufel Fliegen - oder Pi (überzeugter Vegetarier und praktizierender Christ, Hindu und Muslim) tötet Lebewesen, isst rohes Fleisch und zweifelt an Gott. Auch Religion ist Thema und dies nicht nur oberflächlich und nicht nur eine Religion. Gedanken über das Leben macht sich wohl jeder Leser. Muss man wohl...ansonsten kann man diese Geschichte nicht glauben.
 
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Yann Martel wurde 1963 in Spanien geboren. Seine Eltern sind Diplomaten. Er wuchs in Costa Rica, Frankreich, Mexiko, Alaska und Kanada auf und lebte später im Iran, in der Türkei und in Indien. Er studierte Philosophie und wohnt mit seiner Familie in Saskatoon, Kanada.
 
Schiffbruch mit Tiger war nominiert für den Governor General Award und den Commonwealth Writers Prize und gewann den Booker Prize 2002.
 
Mehr auf: Yann Martel
 

18. Oktober 2013

Natasha Cooper - Niemand hört dich, wenn du schreist

Autor: Natasha Cooper
Titel: Niemand hört dich, wenn du schreist



Verlag: Weltbild
ISBN: 978-3-86800-784-8
Erschienen: 2011
Seiten: 383



 
Ich werde dich finden. Und ich werde dich töten.
 
Er ist reich, sieht gut aus und ist ein guter Redner. Und er ist ein brutaler, sadistischer Vergewaltiger. Doch vor fünf Jahren hat Randall Gyre einen Fehler gemacht, und so wurde er wegen der Vergewaltigung der Studentin Lizzie Fane verhaftet und verurteilt. Jetzt ist seine Haftzeit fast abgelaufen. Die Gerichtspsychologin Karen Taylor ist fest davon überzeugt, dass Gyre wieder zuschlagen wird - und dass er diesmal vor einem Mord nicht zurückschreckt. Sie ist entschlossen, Lizzie und mögliche neue Opfer vor diesem Mann zu schützen. Aber Lizzie ist verschwunden. Und bald nach Gyres Haftentlassung werden die ersten Tatzeugen ermordet.
 
Hat Gyre tatsächlich mit seinem Rachefeldzug begonnen? Oder steckt doch noch jemand anderer hinter diesen Morden? Für Karen Taylor und ihren Freund DCI Charlie Trench beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
 
 
Zur Abwechslung mal wieder ein Buch, das ich mir wohl nie selbst gekauft hätte, was mir aber doch in die Hände kam und als gut befunden wurde.
 
Ab und zu ein Thriller ist fein. Das Thema diesmal: Ein Vergewaltiger auf freiem Fuss. Die Welt der Ermittler, Polizei und Agents ist nicht meine Welt und das ganze "Criminal-Minds-Geplapper" gehört nicht unbedingt in mein Lieblingsgenre - weder als Buch als im TV. Doch diese Geschichte wird hauptsächlich aus Sicht von Karen Taylor erzählt, der Psychologin, die eher ungewollt in die ganze Polizeiarbeit mit hinein rutscht und mir sehr sympathisch wurde. Abwechslungsweise erfährt man auch mehr über Lizzie und was sie macht, so weiss der Leser immer mehr als die Romanfiguren.
 
Einige Kapitel sind spannender als andere. Ich hatte auch schon spannendere Thriller gelesen, dennoch kann ich diesen Roman empfehlen. Langweilig war es nie, vorhersehbar soweit auch nicht. (Voraussehbar, dass die Autorin den Leser auf die falsche Fährte lotsen möchte, allerdings nicht so vorhersehbar, wohin die Wahrheit tatsächlich führt). So kam es auch zu einem interessanten Sichtwechseln und einem Ereignis, was die ganze Geschichte und vor allem alle Vorahnungen über den Haufen wirft. Das Ende ist der Höhepunkt und fällt trotzdem etwas flach aus leider.
Für einen Thriller hätte ich mir etwas mehr Speed, etwas atemraubendere Spannung gewünscht. Gut gelungen und erschreckend ist allerdings trotzdem, dass die Geschichte nicht künstlich spannend gemacht wird und sehr real bleibt. Eine angedeutete Liebesgeschichte zwischen Karen Taylor und einem Agenten ist keine Überraschung, entwickelt sich aber glücklicherweise nicht vollständig zum Klischee.
 
Der Schreibstil ist, abgesehen von den Polizeiaussagen und Kriminal-Fachsprache, einfach gehalten. Thriller sind ja auch wenig bekannt dafür, poetisch zu sein. Schönheit sucht man deswegen vergebens. Leicht und rasant geschrieben, ist es eher Mittelmass, aber dient genau der Unterhaltung und enthält viel direkter Rede, weniger schöngeschriebene detaillierte Szenen. Aber das ist gut so.
 
 
Ein realitätsnaher Thriller mit sympathischer Hauptfigur, wenn auch kein Bestseller.
 
 
3,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Natasha Cooper ist gebürtige Londonerin und arbeitete lange in einem Verlag, bevor sie sich ganz dem Schreiben zuwandte. Ausser ihren Romanen schreibt sie auch für zahlreiche Zeitungen und Magazine sowie für den Rundfunk. Sie war Vorsitzende der Crime Writers' Association. 2002 wurde sie für den Dagger in Library nominiert, den Preis für das beliebteste Bibliotheksbuch.
 
Natasha Cooper ist das Pseudonym von Daphne Wright.
 
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