17. Januar 2013

Walter Moers - die Stadt der träumenden Bücher

Autor: Walter Moers
Titel: Die Stadt der träumenden Bücher


Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-24688-0
Erschienen: 2006
Seiten: 476



 
Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er seinem Schützling nur wenig mehr als ein Manuskript. Dieses aber ist so makellos, dass Mythenmetz sich gezwungen sieht, dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher. Als der Held sie betritt, ist es, als würde er die Tür zu einer gigantischen Buchhandlung aufreissen. Er riecht den Anflug von Säure, der an den Duft von Zitronenbäumen erinnert, das anregende Aroma von altem Leder und das scharfe, intelligente Parfüm von Druckerschwärze. Einmal in den Klauen dieser buchstabenverrückten Stadt, wird Mythenmetz immer tiefer hineingesogen in ihre labyrinthische Welt, in der Lesen noch eine wirkliche Gefahr ist, in der rücksichtslose Bücherjäger nach bibliophilen Schätzen gieren, Buchlinge ihren Schabernack treiben und der mysteriöse Schattenkönig herrscht.
 
 
Wie konnte ich so lange dieses Buch nicht lesen?! Obwohl schon verschiedene Freunde davon schwärmten und ich es eigentlich schon immer lesen wollte, dauerte es dennoch bis zum heutigen Tag, bis ich diesen Schatz verschlungen habe.
 
Tatsache ist, dass ich alle Schwärmereien nur bestätigen kann. Walter Moers scheint das Orm durchströmt zu haben, als er diesen Roman verfasste. (Wer nun das Orm nicht kennt, gehört leider noch zu den Banausen, die wie ich zu lange mit der Lektüre dieses Buches warten.). Wahrscheinlich ist der liebe Herr Moers nur komplett leer, nachdem er solch ein Berg von Fantasie und Ideen in der Stadt der träumenden Bücher abgeladen hat. Doch es reichte später noch für eine Fortsetzung, das Labyrinth der träumenden Bücher, die ich momentan gleich anfangen möchte, es allerdings (noch) nicht zur Hand habe. Aber damit werd ich nicht mehr so lange warten!
 
Der Schreibstil liest sich gut, trotz vieler Fantasienamen und ungewöhnlicher Wörter. Die Kapitel sind oft sehr kurz, manchmal sogar nur knapp 2 Seiten, manchmal aber auch länger. Was das Buch aber ernorm bereichert, sind auch die unzähligen Zeichnungen und Illustrationen des Autors. Damit muss man sich einfach in die Figuren verlieben! Ich träume jetzt schon von einem Buchling als Freund oder ein Kaffeekränzchen mit Hildegunst von Mythenmetz, obwohl ich mir die Hauptfigur lange weiblich vorgestellt habe. Ich glaube, das liegt an dessen Vornamen, den ich eher mit einer Grossmutter verbinde, doch schreibt die Hauptfigur in der Ich-Sicht und trotzdem ist klar, dass ER ein ER ist und keine SIE. Eine weibliche Figur, die mich vom ersten Moment verzückte, ist die Schrechse Inazea Anazazi. Erklären kann ich das zwar nicht, da diese Figur auch verhältnismässig wenig auf die Bühne tritt, aber schaut euch ihr Bild im Buch an. Ich find sie einfach super!
 
Ausserdem scheint Walter Moers der Magie mächtig: denn der Roman mit knapp 500 Seiten fühlte sich an wie eine Geschichte von 700 Seiten oder mehr. Der Reichtum an Ereignissen, neuen Figuren und Problemen ist einfach unglaublich und lässt die Eindruck entstehen, dass die Geschichte laaaaange nicht aufhört und höchst selten Langeweile aufkommen kann. Was sage ich denn da? Langeweile ist wohl das falsche Wort, denn eigentlich ist es mehr eine Art ruhigeres Kapitel, die dem Leser eine Verschnaufpause gönnt.


Das Ende ist an sich geschlossen, lässt aber dennoch schon die Fortsetzung erahnen oder besser gesagt: Trotz dem Schlusssatz, dass die Geschichte hier ende, hofft der Leser, dass eine neue sofort beginnen möge. Besonders, wenn man weiss, dass es eine Fortsetzung gibt...
 
Ich könnt noch länger davon schwärmen, möchte aber nichts verraten, sondern einfach jedem raten, der es noch nicht gelesen hat: Liest es! Für mich kommt es auf das Lieblingsbücher-Regal und dann renn ich los und organisier mir "das Labyrinth der träumenden Bücher".
 
 

 
Muss man gelesen haben!
 
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
 
Walter Moers, 1957 in Mönchengladbach geboren, ist der Erfinder des "Käpt'n Blaubär" und hatte einen weiteren grossen Erfolg mit den Büchern um die Figur "das kleine Arschloch". "Die Stadt der träumenden Bücher" wurde mit dem Phantastik-Preis 2005 der Stadt Wetzlar ausgezeichnet.

Kommentare:

Susn hat gesagt…

Hey!
Die Rezension ist echt super und das Buch kommt auf meine Leseliste!
Ich habe erst kürzlich auch einen Blog eröffnet und war auf der Suche nach anderen, die meinem Geschmack ähnlich sind und bin auf deinen gestoßen :) Ich werde ihn auf jeden Fall verfolgen!

Ganz liebe Grüße!
Susi
http://lesensdurst.blogspot.de

real-booklover hat gesagt…

Huhu,
ich habe das Buch nun schon öfter auf meiner "Ihre Empfehlungen" Seite bei Amazon entdeckt, aber ich konnte mir nie so recht vorstellen, was sich hinter diesem Buch verbirgt. Du hast jetzt ein wenig Licht ins Dunkle gebracht, dafür danke ich dir. Das Buch scheint wirklich ein MUSS zu sein :D

LG,
Svenja