14. Februar 2013

Clive Cussler - Inka-Gold

Autor: Clive Cussler
Titel: Inka-Gold


Verlag: Portobello (Goldmann)
ISBN: 978-3-442-55490-X
Erschienen: 1995
Seiten: 603




Mehr als vierhundert Jahre sind vergangen, seit spanische Eroberer die Goldschätze Südamerikas plünderten. Aus Angst vor den Spaniern verbargen die Inka im Jahr 1533 ihren grössten Schatz tief in einem Inselberg. Wenige Jahre später hatte der Seeheld Sir Francis Drake das kostbare Quipu erbeutet - den verschlüsselten Wegweiser zum Schatz der Inka. Aber ein gigantisches Seebeben schleuderte Drakes Schiff an Land, mitten hinein in den Dschungel. Doch der Mythos vom verschwundenen Inka-Gold überlebte: als Herausforderung für Anthropologen, Archäologen und Abenteurer aller Länder - und für eine der skrupellosesten Kunsträuberbanden unserer Zeit: die Solpemachaco. Eine Bande, deren blutige Spur Dirk Pitt durch Zufall an einem heiligen Opferteich in den Anden kreuzt. Dort nämlich forscht Pitt im Auftrag der NUMA, des US-Marineinstituts für Unterwasserforschungen, nach dem verschollenen Schiff Drakes, das er auch tatsächlich birgt und mit ihm das sagenumwobenen Quipu. Jetzt beginnt eine gnadenlose Jagd, denn auch die Kunsträuber wissen um das Versteck des Schatzes...


Der liebe Clive Cussler hat's wohl etwas mit Übertreibungen. Natürlich handelt es sich hier um einen Abenteuerroman und natürlich müssen Kriminelle mit unfähren Methoden oder Waffengewalt kämpfen. Ein Held wie Dirk Pitt darf auch nicht fehlen und die ein oder andere hübsche Frau...

Sein Schreibstil ist höchst ausführlich und gestaltet anfangs die Geschichte auch sehr spannend. Nach einer gewissen Zeit muss ich jedoch leider sagen, dass ich es oberflächlich, unnötig präzise und oft leider übertrieben wirkt. Alle möglichen Zahlen werden angegeben und dies auch noch in verschiedenen Masseinheiten. So schreibt Herr Cussler nicht, dass ein vorbeifliegender Vogel "eine beachtenswerte Flügelspannweite hat" oder Ähnliches, sondern er schreibt "mit seinen 3 Meter (10 Fuss) messenden, anmutig gewölbten Schwingen nutzt er geschickt die Luftströme aus..." Mir persönlich reichen hier auch kürzere Beschreibungen, denn ich käme im Traum nie auf die Idee von "Fuss" zu reden, wenn ich über Flügel spreche. Auch die Beschreibung der Frauen oder von Pitt missfiel mir mit der Zeit immer mehr. Eine Archäologin, die er rettet, ist anfangs unglaublich schlau und super auf ihrem Fachgebiet. Ganz nebenbei ist sie blond und hat die super Sanduhrfigur, um alle Kerle in den Wahnsinn zu treiben. Pitt ist "nicht im herkömmlichen Sinn schön, aber hat so was Männliches an sich..." und hat unglaubliche Kraft (obwohl er kein Muskelprotz ist). Und nachdem er sie gerettet hat, mutiert die ach so schlaue Archäologin zu einem kleinen schüchternen Mädchen, die ihm um den Hals fliegt und dumme Fragen stellt...naja. Klischees im Abenteuerroman ja ok, aber Herr Cussler, bitte nicht die ganze Palette auf jeder einzelnen Seite.

Ansonsten ist die Geschichte gut gelungen, es bleibt spannend und es geschehen sehr viele unterschiedliche Sachen an unterschiedlichen Orten. Sehr gefallen haben mir auch die kurzen Kapitel, in welchen er die Inkalegende oder die Geschichte von Francis Drake beschreibt, damit der Leser mehr weiss uns sich zurechtfindet, als die Romanfiguren. Absehbar war hauptsächlich, dass Pitt immer gewinnt und/oder zumindest überlebt und das Unmögliche möglich macht, aber ansonsten ist wenig vorhersehbar.

Die Romanfiguren sind zahlreich und dennoch verliert man nicht unbedingt den Durchblick. Man muss sich nicht unbedingt alle Namen merken, weil man schnell aus deren Handlung erkennt, ob sie zu den Guten oder Bösen zählen und dies ist, was wichtig ist unterm Strich.


Wer einen actiongeladenen Abenteuerroman mit einem Helden lesen möchte, der eine Mischung aus Crocodile Dundee und Chuck Norris ist (mit dem Aussehen von Brad Pitt oder so), kommt eindeutig auf seine Kosten. Wenn ich's mir so überlege, sollte Hollywood an der Verfilmung interessiert sein...



3, 5 von 5 Lese-Echsen



Clive Cussler, geboren in Alhambra / Kalifornien, war Pilot bei der US Air Force, bevor er als Funk- und Fernsehautor bekannt wurde. Er nahm an einer Expedition teil, die in den Wüsten des amerikanischen Südwestens nach vergessenen Goldminen suchte, und beteiligte sich an einem Unternehmen, das an der englischen Küste nach versunkenen Schiffen forscht. Er lebt heute in Denver / Colorado.

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