31. März 2013

John Green - das Schicksal ist ein mieser Verräter

Autor: John Green
Titel: Das Schicksal ist ein mieser Verräter


Verlag: Carl Hanser
ISBN: 978-3-446-24009-4
Erschienen: 2012
Seiten: 284




 
 
Die 16-jährige Hazel weiss, dass ihr nicht mehr viel Zeit bleibt, weil sie Krebs hat. Aber sie will deshalb nicht bemitleidet werden. Lieber vermeidet sie Freundschaften. Bis sie in einer Selbsthilfegruppe auf Augustus trifft. Gus ist intelligent, witzig, umwerfend schlagfertig und er geht offensiv mit seinem Schicksal um: Selbst in düsteren Momenten bringt er die Gruppe zum Lachen.
 
Trotz ihrer Handicaps und Unerfahrenheit - Hazel und Gus verlieben sich ineinander. Sie diskutieren Bücher, hören Musik, gucken Filme und erörtern die Ungerechtigkeit einer Evolution, die Mutationen wie sie zulässt. Als Hazel Gus anvertraut, dass ihr grösster Wunsch es ist, den Autor ihres absoluten Lieblingsbuches kennenzulernen, macht Gus ihren Traum wahr: Gemeinsam fliegen sie nach Amsterdam. Vor ihrem unvermeidlichen Ende wissen sie, dass sich die Liebe unter allen Umständen lohnt, und dass sie das Leben bis zum letzten Tag feiern wollen.
 
 
 
"Krebsbücher sind doof", sagt Hazel und ich stimme ihr zu, obwohl ich das Privileg habe gesund zu sein. Jedoch habe ich selten - nein nie! - einen solchen gefühlvollen Roman über Krebs gelesen.
 
Auch wenn die Geschichte fiktiv ist, so passiert sie leider doch zu oft so oder so ähnlich auf unserer Welt. Vielleicht sogar in unserer Nachbarschaft, ohne dass wir etwas davon ahnen. Nicht nur Krebskranke, auch alle anderen Kranken, erleiden ein Schicksal, welches nicht nur sie - aber vor allem sie - als höchst unfair empfinden. Krankheiten machen vor niemanden Halt, weder vor Kindern noch vor Erwachsenen, ob jung oder alt, ob Frau oder Mann, ob dumm oder intelligent, ob...die Liste ist lang....leider....
 
Dem Autor gelingt es mit einem unscheinbaren Schreibstil ganz grosse Fragen aufzuwerfen. Das Buch zeichnet sich meiner Meinung nicht darin aus, literarisch brilliant zu sein, wenn es um die Sprache per se geht. Im Gegenteil - die einfache Sprache (unterbrochen von medizinischen Fachbegriffen) fällt gar nicht auf, denn sie soll auch überhaupt nicht schön sein. Das Leben ist es schliesslich auch nicht immer. Doch wie brilliant bringt es der Autor auf den Punkt, das Schöne im Leben darzustellen. Eine Liebe wie die von Hazel und Gus ist nur wenigen vergönnt. Sie zeigen, dass Liebe ein unkontrolliertes Gefühl ist, das nichts mit der äusseren Erscheinung eines Menschen zu tun hat. Oder wie sonst bezeichnet Hazel Gus (dem ein halbes Bein feht) als sexy, oder er umkehrt Hazel als bildhübsch (trotz Schläuchen in der Nase und ihrem ständigen Begleiter der Sauerstoffflasche).
 
Ganz allgemein habe ich mit allen Figuren des Buches mitgefühlt. Ich liebe Gus's Galgenhumor, Hazel's ehrliche Antworten und Gedanken und Isaac's (ein Freund aus der Selbsthilfegruppe, der sein Augenlicht aufgrund von Krebs verliert) Ausraster und Kommentare. Ich hatte unglaubliches Mitleid mit ihren Eltern und mir war der Autor von Hazel's Lieblingsbuch grausam unsympathisch, bis sich der Grund für seine Umgangsart herausstellt.
 
Dieser Roman erzählt von grossen Gefühlen ohne gefühlsdusselig zu sein. Er erzählt von unbeantwortbaren Fragen, vom Leben und vom Tod, von Freundschaft und Liebe....er erzählt das Leben aus der Sicht von Personen, die wohl nicht das grosse Los gezogen haben, die aber das Leben genauso verdienen und es mit anderen Augen als wir sehen. Und wahrscheinlich sehen sie es sogar besser!
 
 
 
 
5  von 5 Lese-Echsen
 
 
John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt "Eine wie Alaska" (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Auch seine anderen Jugendromane wurden ebenfals für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert und mit Preisen ausgezeichnet.
"The Fault in our stars" steht auf der Bestsellerliste der New York Times. Green signierte 150 000 vorbestellte Bücher. Über eine Million Fans folgen ihm auf Twitter oder seinen Videoblog.
 
Er lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indianapolis.
 
Mehr auf: John Green
 
Auch wurde ich auf seinen Youtube-Channel (u.a. mit seinem Bruder) hingewiesen und einer ganzen Community (Nerdfighteria): Vlogbrothers

1 Kommentar:

Buchkuss hat gesagt…

Das Buch habe ich auf Englisch und jetzt wird es wohl Zeit es zu lesen ^^
Schöne Rezi..

LG, Gina ;)