13. April 2013

Kate Morton - die verlorenen Spuren

Autor: Kate Morton
Titel: die verlorenen Spuren


Verlag: Diana
ISBN: 978-3-453-29100-3
Erschienen: 2013
Seiten: 605


 
Eine unheilvolle Lüge,
eine verbotene Sehnsucht,
ein geheimes Verbrechen
 
Als Laurel nach langer Zeit anlässlich des neunzigsten Geburtstags ihrer Mutter Dorothy in ihr Elternhaus zurückkehrt, holen sie schon bald verdrängte Erinnerungen ein. Der Gedanke an den geheimnisvollen Fremden, der fünfzig Jahre zuvor Unheil über ihre Familie brachte, lässt sie nicht mehr los. Sie ist entschlossen, endlich das Rätsel um die Vergangenheit ihrer Mutter zu lösen. Ein Foto aus dem Jahr 1941 scheint der Schlüssel zu sein: Es zeigt Dorothy in London. Arm in Arm mit einer Frau namens Vivien. Warum zerbrach die Freundschaft der beiden Frauen? Und wer ist Jimmy, den Doroty wohl sehr liebte und doch vor der Familie verbarg? Auf der Suche nach Antworten muss Laurel erfahren, dass sie sich immer in ihrer Mutter getäuscht hat...
 
 
 
Kate Morton schafft es immer wieder mich in die Vergangenheit zu locken, um die Gegenwart zu verstehen. Sie macht es mir ausserdem schwer, mich zu entscheiden, welches Buch mir von ihr am besten gefällt - weil sie schon wieder einen genialen Roman geschrieben hat...
 
Ihr Schreibstil fliesst wie ein unbemerkter Bach friedlich von Seite zu Seite, plätschert vor sich hin, ists hübsch anzusehen, aber auch schnell vergessen, wenn man erst einmal in die Geschichte eintaucht. Und das geschieht ziemlich schnell. Ein dicker Schinken von 600 Seiten und dann auch noch dieses Genre, kann einige Leser abschrecken, was ist zwar verstehe. Doch denen entgeht meiner Meinung nach ein grosses Werk einer meiner Lieblingsautoren. Sie versteht es wie keine zweite, mich die Figuren fühlen zu lassen, mich in einer Zeit daheim zu fühlen, die ich gar nie erlebt habe und höchstens aus Schulbüchern kenne. Sie entführt in Traumwelten genauso wie zu alten, traurigen Schauplätzen. Doch egal wo und wer - ihre Personen leben in den Büchern. Sie begleiten meine Gedanken selbst noch, wenn ich das Buch zur Seite lege. Allerdings ist mir dies in den letzten 200 Seiten nicht mehr gelungen, als ich das letze Drittel in einem Rutsch verschlungen habe.
 
Das Ende ist der Wahnsinn. Es werden durch das Buch immer Schritt für Schritt kleine Rätsel und Ungereimtheiten aufgelöst. Mal erscheint eine Situation in anderem Licht, nachdem man die Sichtweise einer anderen Person erfahren hat. Mal war mir eine Figur unsympathisch, nur um im nächsten Kapitel wieder mein Mitgefühl zu bekommen. Manchmal war ich regelrecht hin und her gerissen, ob ich eine Person mag oder nicht. Verurteilte innerlich dessen Tat, nur um Seiten weiter dessen Beweggründe zu verstehen und dafür eine andere Person wieder nicht zu verstehen. Schlussendlich sind der Autorin wieder einmal Persönlichkeiten aus der Feder geflossen, die nicht nur schwarz-weisse Kleckse in einem Roman bleiben. Das Netz an Beziehungen, Schicksalen und Gefühlen ist geschickt geknüpft und lässt absolut viele Überraschungen offen. Vermeindliche Feinde entpuppen sich als Freunde, Freunde werden zu Gegnern und geliebte Menschen sogar zu Unbekannten...
 
Mir brennt es auf der Zunge, das Ende zu erzählen, weil mir bei der Lektüre - ungelogen - die Kinnlade einen Stock hinunter geklappt ist. Es kitzelt mich in den Fingern von "meiner Entdeckung" zu schreiben, doch noch viel wunderbarer ist es, diese Entdeckung(en) selbst zu erleben.
Das Buch ist gar nicht so dick, wie es wiegt und war leider viel zu früh fertig. Jetzt heisst es wieder warten...auf den nächsten verdienten Bestseller von Kate Morton...
 
 
Super Schmöcker, der alles beinhaltet: Spannung, Emotionen, Freundschaft, Liebe, Verbrechen, Geheimnisse, 2. Weltkrieg, Familie, funktionierende und fehlgeschlagene Pläne...
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Kate Morton wuchs in den Bergen in Queensland, Australien auf und ist die älteste von drei Schwestern. Sie studierte Theaterwissenschaften und Englische Literatur. Ihr erster Roman wurde in dreizehn Länder verkauft und avancierte schnell zum Bestseller.
Morton verriet in einem Interview, dass sie bereits ein Drittel einer anderen Geschichte geschrieben hatte, ehe die Blythe-Schwestern, um welche es sich in ihrem neuen Roman handelt, im Kopf "herumzuspuken" begannen. Sie entschied, die Arbeit an ihrem neuen Roman abzubrechen und die Geschichte der Blythe-Schwestern weiter auszubauen. Ob sie die Arbeit an ihrem nicht vollendeten Roman fortsetzt, gab sie nicht bekannt.
Kate Morton lebt mit ihrem Mann David, einem Komponisten, und ihren zwei Söhnen, Louis und Oliver, in Brisbane.

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Kommentare:

TolysProdukttesterBlog hat gesagt…

Bei lovlybooks gab es mal eine Aktion, wo man ihr Buch "Die fernen Stunden" geschenkt kriegen konnte. Hast du vielleicht dieses Buch auch gelesen und kannst mir sagen, wie du es fandest?

Das Buch, dass du vorgestellt hast, hört sich ziemlich interessant an.Vielleicht lese ich es mir, wenn ich mal wieder Zeit habe :)

the librarian lizard hat gesagt…

Ich liebe alle ihre Bücher! Du findest sie unter "Rezis 2012", oben.
Meine Lieblinge von ihr sind wohl "der verborgene Garten" und das aktuellste hier, aber auch den "fernen Stunden" hab ich 5 Lese-Echsen gegeben.

Direkter Link: http://librarianlizard.blogspot.ch/2012/05/kate-morton-die-fernen-stunden.html