8. Juli 2013

Lucinda Riley - der Lavendelgarten

Autor: Lucinda Riley
Titel: Der Lavendelgarten
 
 
 
Verlag: Goldmann
ISBN: 978-3-442-47797-5
Erschienen: 2012
Seiten: 508
 
 
 
 
Über viele Jahre führte Emilie de la Martinières ein zurückgezogenes und bescheidenes Leben in Paris. Doch als ihre Mutter Valérie im Sterben liegt, kehrt sie zurück an den Ort ihrer Kindheit, das Château de la Martinières, den herrschaftlichen Stammsitz der Familie in der Provence. Ihr Vater Édouard starb, als Emilie vierzehn Jahre alt war, und so lastet nach dem Tod Valéries, einer zeitlebens ausserordentlich glamourösen, aber auch unnahbaren Frau, das Erbe ihrer Herkunft schwer auf Emilies Schultern: Sie ist nicht nur Alleinerbin des Landsitzes und der umliegenden Weinberge, sondern auch eines vornehmen Stadthauses in Paris. Eine Bürde der Verantwortung, denn das Château ist dringend renovierungsbedürftig und das Anwesen hochverschuldet. Der Zufall spielt Emilie eine Sammlung handschriftlich verfasster Gedichte in die Hände, geschrieben von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem tragischen Geheimnis umschattet war. Fasziniert folgt Emilie Sophias Spur bis zu dem dunkelsten Punkt in der Geschichte der Familie - und zu einer verbotenen Liebe, die die Geschichte der de la Martinières seit Zeit erkennt Emilie, dass sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und ihren eigenen Weg gehen kann...
 
 
Ein Herrenhaus in der Provence, eine adelige Familie und eine schicksalhafte Liebe...
 
...was braucht man mehr? Die Klischees dieses Genre sind somit alle erfüllt und hier wunderbar umgesetzt. Trotz der Ähnlichkeit innerhalb des Genres und obwohl ich schon einige Romane wie diesen gelesen habe, kann ich nicht genug davon bekommen.
 
Die Geschichte muss erst einmal aufgebaut werden, weswegen der Anfang noch nicht mit Spannung punkten kann. Spannend wird erst später, dafür aber richtig. Aufgebaut ist der Roman in zwei Zeitperioden: dem Jetzt und der Vergangenheit. Einmal ist Emilie die Hauptperson, in der Vergangenheit führt Constance durch die Geschichte. Beide Frauen sind charakterstarke, dennoch bodenständige Hauptfiguren, die sich in schwierigen Zeiten durchsetzen müssen. Obwohl der Roman in der Vergangenheitsform und ohne Ich-Erzähler auskommt, wirkt es nicht wie eine Geschichtchen, dass man erzählt bekommt. Man hat dank flüssigem Schreibstil das Gefühl, mittendrin zu sein und dass alles jetzt und heute passiert. An der Seite der Hauptfiguren tauchen viele Personen auf, die ich liebgewonnen habe. Natürlich gibt es auch "Bösewichte", Randfiguren und Figuren, die erst nett wirken, sich dann jedoch als böse entpuppen, aber sogar die waren mir irgendwie sympathisch.
 
Irritierend finde ich leider den Titel "Lavendelgarten". Denn obwohl der Garten des Herrenhauses eine zentrale Rolle bekommt, habe ich im ganzen Buch niemals das Wort "Lavendel" gelesen. Einzig im Epilog schreibt die Autorin über die Idee für dieses Buch: Dass sie in den Ferien in der Provence selbst bei einem Herrenhaus in einem Lavendelgarten etwas getrunken hat. Diese Ort hat sie sogleich zu einer Geschichte inspiriert und diente als Bühne. Das Herrenhaus und auch einige Namen in diesem Zusammenhang gibt es also wirklich, wenn auch leicht abgeändert (z.B. der tatsächliche Ort des Herrenhauses). Da ich jedoch selbst einmal in der Provence war und in Nizza, konnte ich mich wunderbar in die Szenerie einfühlen und so erinnerte mich dieser Roman auch an meinen Sprachaufenthalt, weil ich den Lavendelduft eben kenne. Im Original heisst der Roman jedoch "the light behind the window" (das Licht hinter dem Fenster), was auf eines der Gedichte von Tante Sophia zurückzuführen ist.
 
Eine grosse Rolle spielt der Krieg: Contance, eigentlich Britin, kam nach Frankreich, um auf Seiten der Franzosen gegen die Deutschen (Hitler) zu kämpfen, wodurch sie Édouard kennen lernt. Zu viel möchte ich jedoch hier nicht verraten, wie Constance und die Familie de la Martinières zusammen gehören (Spoiler-Alarm!). Doch wie gesagt liebe ich solche Romane über Generationen von Familien, Geheimnisse, etc. Die Gedichte sind zwar wichtig, jedoch an sich nicht im Fokus, aber sehr schön zu lesen. Einige Handlungen waren zudem etwas absehbar (wahrscheinlich wieder typisch dieses Genre, oder ich hab schon zu viele davon gelesen), andere waren wirklich überraschend.
 
 
Ein toller Sommerroman für Fernweh und Provence-Liebhaber.
Genauso empfehlenswert wie ihr erster Roman "das Orchideenhaus".
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Bangkok. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Debüt, "Das Orchideenhaus", stürmte jeder ihrer Romane die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

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1 Kommentar:

Romina Agus hat gesagt…

Hallöchen :>
ahhh das Buch läuft mir öfter über den Weg ist jedoch die erste Rezi die ich dazu lese ^^ Gehört wohl nicht in den Hype Wahn der "beliebten" Bücher. Meine Kollegin hat sich das Buch auch die Tage geholt. Ich bin sehr gespannt denn anscheinend kann ich damit nur alles richtig machen :> Danke für die Rezi ^^
Liebe Grüße
Romi ^^