3. November 2013

Nick McDonell - Zwölf


 
Autor: Nick McDonell
Titel: Zwölf

 
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3 462-03228-3
Erschienen: 2002
Seiten: 231


 
White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. Er war gut in der Schule, doch die Schulzeit ist seit sechs Monaten vorbei. Seine Kunden sind High-School-Schüler, die in den Weihnachtsferien gegen die Langeweile kämpfen, während ihre reichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen sind. Die grösste Party aller Zeiten soll an Silvester stattfinden, und bis dahin hat White Mike noch einiges zu tun.



Ein kurzer, rasanter Roman eines jungen Autors. Ein Buch voller Klischees und doch auch voller Realitäten. Ein Einblick in die Drogenszene New Yorks – all inclusive. Die Gassensprache (yo, Nigga), die Langeweile (Joints, Sex und Party) und die Coolness (…und nochmals Joints, Sex und Party).

Die jungen Erwachsenen aus reichen Häusern müssen sich zwar mit der Frage, auf welches College sie gehen, auseinandersetzen, dies kommt jedoch nur am Rande vor. Hauptgespräch ist und bleibt: Wo krieg ich Gras her…und so ist White Mike auch Hauptfigur dieses Romans, obwohl mehrere Kapitel aus mehreren Perspektiven anderer Figuren geschrieben sind. So zum Beispiel ein Junge namens Andrew, bei dem die Silvesterparty steigt (ein eher langweiliger, uncooler Typ, der allerdings das supercoole, beliebte Mädchen Sara beeindrucken möchte). Timmy und Rothko, 2 Kiffer, die sich mit Joints den Rest an Intelligenz wegpafften. Hunter, der unschuldig ins Gefängnis wandert. Jessica, die für Zwölf (=Droge) alles macht und Claude, dem schlussendlich eine ganz spezielle Rolle zuteil wird.
 
Die Sprache hat mir deswegen gefallen, weil es mal etwas anderes war. Es hat sich echt angefühlt, kein gekünsteltes Wortgebastel oder poetische Sinnsuche. Die Wortwahl ist einfach, knapp, hart, ehrlich, manchmal auch obszön und schmutzig. Einige Kapitel sind nur eine knappe Seite lang. Andere erstrecken sich immerhin über mehrere Seiten. Doch das Buch liest sich schnell weg. Der Aufbau, der Hintergrund der einzelnen Figuren, ist gut gelungen, aber dennoch sehr oberflächlich meiner Meinung nach. Das Buch liest sich schnell weg, ist rasant in Form, Sprache und Inhalt und hat dennoch knapp meinen Gusto verfehlt.
 
Unterm Strich ein rasanter, kurzweilig spannender Ausschnitt aus einem Ghetto New Yorks. Nichts Besonderes, was mich aus dem Hocker gehauen hätte, aber dennoch ein gut gelungener Roman (wenn man zudem bedenkt, dass der Autor die Geschichte im Alter von 17 Jahren geschrieben hat).

Mich persönlich interessiert das Thema zu wenig, das Ende hat zwar Knalleffekt, war mir allerdings zu kurz und zu absehbar leider.
 

 
 
3 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Nick McDonell wurde 1984 in New York City geboren. Sein Roman “Zwölf” wird weltweit als literarische Sensation gefeiert und wurde in mehr als 11 Länder verkauft.
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