3. Dezember 2013

Donna Morrissey - Sylvanus Now

 
 

Autor: Donna Morrissey
Titel: Der Geruch von Salz



Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-13772-0
Erschienen: 2009
Seiten: 326





 
Sylvanus, ein junger Fischer aus einem entlegenen Küstenort in Neufundland, ist im Einklang mit sich und der Natur, und er liebt Adelaide, die nichts mehr hasst als das säuerliche Einerlei des Alltags, das Meer und den Fisch, den sie täglich einsalzen muss. Sylvanus’ Charme und seine innere Stärke siegen schließlich über ihren Schwur, niemals einen Fischer zu heiraten, und damit beginnt der lange karstige Weg in ihr Inneres ...

Adelaides widerständiges, drängendes Wesen, die Schönheit und Unmittelbarkeit der Natur kontrastieren mit der rücksichtslosen Ausbeutung der Fischer, die schon in den 1950er Jahren durch globale Veränderungen ihre Existenzgrundlage zu verlieren drohten.
 
 
 
Das Buch las ich auf Englisch. Obwohl es nicht mein erstes englisches Buch war, hatte ich meine Mühe mit der Sprache. Die Autorin hat einen wunderbaren Wortschatz, den sie auch einzusetzen versteht, ich allerdings weniger verstehe. So hatte ich leider oft das Gefühl, die Geschichte zwar zu verstehen, allerdings wunderbare Beschreibungen zu verpassen, Feinheiten nicht zu spüren und die kleine Poesie zwischen den Zeilen nicht zu verstehen.
 
Somit blieb mir nur die Haupthandlung, die ich leider langweilig fand. Der Buchkauf wahr wohl eine Cover-Entscheidung und ausserdem kannte ich schon andere Bücher von Donna Morrissey, die mir auch gut gefielen. Dennoch war dies keine Garantie für ein englisches Lesevergnügen...leider.
 
Die Fischergemeinschaft sprach mich nicht an, das Leben im Norden ebenso wenig. Die Beziehung zwischen Adelaide und Sylvanus und einigen Nebenfiguren (z.B. Sylvanus' Mutter) fand ich sehr gelungen und einfühlsam. Die Gespräche (die meist einfacher zu verstehen waren, jedoch auch sehr "nach dem Schnabel gewachsen", mal mit Schimpfwörtern oder auch häufige Ausrufe wie "oh my God" und Ähnliches) zeugen von Menschenkenntnis und guter Beobachtungsgabe. Allerdings habe ich jetzt noch ein Durcheinander mit einigen Namen und kann diese immer noch nicht ganz zuordnen (sind allerdings alles Nebenfiguren). Die ausländischen Schiffe bleiben leider eine stille, gesichtslose Bedrohung. Der Fokus liegt eindeutig auf dem Fischerdorf und deren Bewohnern, die ihren Job bzw. Lebensinhalt verlieren (könnten). Der Roman erzählt somit den Alltag von Adelaide und Sylvanus, die auf eine unerfreuliche Abwechslung stossen und dafür eine Lösung benötigen. Doch so ist das Leben...es wird nicht immer fair gespielt, Pläne können nicht durchgesetzt werden, Träume und Wünsche zerstört werden...
 
Lange habe ich gebraucht, um überhaupt in die Geschichte rein zu kommen. Mehrmals wollte ich sogar komplett abbrechen und einmal lag es eine längere Pause in der Schublade, weil ich ein anderes Buch las. Schlussendlich bin ich froh, es zu Ende gelesen zu haben (denn von der Hälfte und gegen Ende hat es mir doch besser gefallen). Allerdings konnte es mich bis zum Schluss nicht gefangen nehmen und wie gesagt, habe ich wohl viel von der Schönheit der Sprache verpasst, was ich bedauere, allerdings nicht ändern kann.
 
 
 
1,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Donna Morrissey, geboren 1956, ist in einem kleinen Fischerdorf an der Küste Neufundlands aufgewachsen und lebt heute in Halifax. Ihr erster Roman, ›Kit's Law‹, gewann im Jahr 2000 den Canadian Booksellers Association Libris Award sowie diverse weitere Auszeichnungen. ›Downhill Chance‹ und ›Sylvanus Now‹ (dt. ›Der Geruch von Salz‹, dtv 13772) wurden jeweils mit dem renommierten Thomas Head Raddell Award, einem hochdotierten kanadischen Literaturpreis, geehrt. Ihre Romane wurden in verschiedene Sprachen übersetzt.

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