27. Februar 2013

Ali Shaw - das Mädchen mit den gläsernen Füssen

Autor: Ali Shaw
Titel: Das Mädchen mit den gläsernen Füssen
 
 
Verlag: script5 (Loewe)
ISBN: 978-3-8390-0131-8
Erschienen: 2012
Seiten: 398
 
 
 
Die Begegnung mit ihm war wie eine Kollision gewesen und sie hatte gewusst, dass sie ihr Leben lang genau danach gesucht hatte: mit solcher Wucht mit einem anderen Menschen zusammenzuprallen, dass sie für einen Moment mit ihm verschmolz.
 
Seltsame Dinge gehen auf St. Hauda's Land vor: Eigentümliche geflüelte Kreaturen schwirren umher, in schneebedeckten Wäldern versteckt sich ein Tier, das mit seinem Blick alles in Weiss verwandelt, im Meer sind wundersame Feuerwerke zu beobachten... und Ida Maclaird verwandelt sich langsam, von den Füsen aufwärts, zu Glas. Nun kehrt sie an den Ort zurück, wo alles begann, in der Hoffnung, hier Hilfe zu finden. Doch stattdessen findet sie die grosse Liebe: Mit ihrer traurigen und trotzigen Art schafft Ida es, die Knoten in Midas' Herz zu lösen. Gemeinsam versuchen sie nun, das Glas aufzuhalten.
 
 
 
So zauberhaft das Cover - so zauberhaft die Geschichte.
 
Eine Inselgruppe, die von den Farben grau und weiss dominiert wird, ist Schauplatz des ruhigen, aber magischen Romans Ali Shaw. Midas und Ida, die beiden Hauptpersonen, könnten wahrscheinlich nicht unterschiedlicher sein und doch verbindet sie etwas Besonderes. Weitere Figuren wie zum Beispiel Freunde und Familie, die der Grund für manche Probleme sind, aber auch Leute, die helfen wollen das Glas aufzuhalten, tauchen mal hier mal da auf. Ali Shaw zeichnet dabei Persönlichkeiten, die nicht in jedem beliebigen Roman zu finden sind, die von Menschenkenntnis wie auch Fantasie zeugen und die die Atmosphäre des Buches grandios widerspiegeln.
 
Ganz allgemein ist es dem Autor gelungen eine ruhige und dennoch aufwühlende Geschichte zu erzählen, die trotz aller fantastischen Komponenten (wie dem Tier, das mit dem Blick alles in Weiss verwandelt) äusserst real bleibt. Doch wie kommt man auf die Idee ein Mädchen zu Glas werden zu lassen? Endlich wieder ein Buch mit einer originellen Idee, mit echter Magie, die den Leser in eine andere fremde und doch auch bekannte Welt entführen kann und somit ein kleines Schmuckstück zwischen allen Bestsellerlisten-Büchern im Regal ist.
 
Der Schreibstil ist sehr angenehm, auch eher ruhig und gedankenverloren, aber auch sehr detailliert. Es ist wunderschön wie der Autor eine Welt aus den Farben Grau und Weiss beschreibt, die einen ebenso lebhaften Eindruck hinterlässt wie es sonst Knallfarben bewirken.
Einzig die Tatsache, dass Rückblenden in der Geschichte nicht immer mittels Kapitel abgetrennt sind, hat mir anfangs kleine Holpersteine in den Weg gelegt. Zu Beginn, wenn man noch nicht alle Figuren genau kennt, braucht man etwas Zeit zu realisieren, ob man sich gerade in der Vergangenheit oder nur an einem anderen Ort im Jetzt befindet, ob es eine Erinnerung ist oder ein Kulissenwechsel. Doch mit der Lektüre kommt man schnell in die Geschichte und wundert sich über solche Kleinigkeiten auch nicht mehr.
 
Das Ende ist schön, aber auch traurig....bittersüss eben, aber ich möchte nicht zu viel verraten. "Der Mann, der den Regen träumt", das nächste Buch mit ebenso zauberhaften Cover, kommt aber garantiert in meine Sammlung.
 
 
Eine wunderschöne Geschichte - ein Juwel fürs Bücherregal
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
 
Ali Shaw wurde 1982 geboren und wuchs in einer kleinen Stadt in Dorset, Grossbritannien, auf. nach sienem Abschluss in Englischer Literatur an der Universität von Lancaster arbeitete er als Buchhändler udn in einer Bibliotek in Oxford. Sein Debüt "das Mädchen mit den gläsernen Füssen" wwar ein grosser Überraschungserfolg und wurde in 18 Sprachen übersetzt.
Mehr auf: Ali Shaw
 
 
 
 
 
 

17. Februar 2013

Félix J. Palma - die Landkarte der Zeit

Autor: Félix J. Palma
Titel: Die Landkarte der Zeit



Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25319-5
Erschienen: 2010
Seiten: 716


 
Eine Reise durch die Jahrhunderte.
Eine Liebe ohne Grenzen.
Eine Geschichte voller Wunder.
 
London, 1896: Die Vergangenheit ändern, die Zukunft sehen - alles scheint möglich durch Expeditionen in die vierte Dimension. Andrew, ein wohlhabender Fabrikantensohn, reist in der Zeit zurück, um seine grosse Liebe vor Jack the Ripper zu retten. Claire, frustriert vom viktorianischen London, flieht dagegen in die Zukunft - und verliebt sich dort. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der mit Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden der Geschichte laufen zusammen bei einem dämonischen Bibliothekar. Denn nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit...
 
 
 
Der Auftakt einer grossen Trilogie und ausgezeichnet mit dem Premio Ateneo de Sevilla. Der Ruf dieses Romanes hat meine Neugierde schon länger geweckt, aber leider am Schluss enttäuscht.

Das Buch ist aufgebaut wie es der Klappentext schon voraussagt: erst Andrew, dann Claire und schlussendlich Inspektor Garrett haben so ihre liebe Mühe mit der Chronologie und den Regeln der Zeit. Ihre Geschichten sind durch einen ersten, zweiten und dritten Teil sehr übersichtlich voneinander getrennt, dennoch erscheinen die Figuren (besonders immer mehr gegen Schluss) in den Geschichten der anderen, spielen dort aber je nachdem nur eine Nebenrolle bzw. der Leser nimmt sie erst als Nebenrolle wahr, da er die Bedeutung der Situation erst am Schluss der Geschichte begreift. Das Netzwerk der Figuren und das Verweben der einzelnen Ereignisse, sind eindeutig ein Talent des Autors sehr viele Situationen und Charaktere in verschiedenster Art miteinander zu verknüpfen. Höchst paradox fand ich daher auch, da trotz vieler Geschichten und Figuren ich als Leser dennoch die Orientierung nicht verliere und trotzdem den Zusammenhang aller Erzählungen nicht begreife. Obwohl ich die Verknüpfungen der Geschichten mit der Lektüre immer besser vor Augen hatte, blieb mir die volle Auswirkung davon jedoch unbewusst. So spinnt der Autor ein dermassen grosses Netz an Möglichkeiten, in welchem er sich selbst verfängt am Schluss.

Hinzu kommt, dass mir nur sehr wenige Figuren einigermassen zusagten. Viele Charaktere, und ich spreche nicht nur von den Bösewichten, missfielen mir und ich empfand viele Handlungen als unauthentisch und eher unnatürlich. Das komischste an diesem Roman fand ich jedoch, dass es eine Geschichte innerhalb dieser Geschichte gibt. Der Autor (mit der Stimme der Autoren im Buch, also Figuren) deren Geschichte schlecht redet und als Betrug bezeichnet, was jedoch wiederum bedeutet, dass Felix Palma innerhalb seiner Geschichte seinen eigenen Roman schlecht redet? Vielleicht ist es nur meine persönliche Verwirrtheit am Ende dieses Romans oder die schiere Anzahl an Möglichkeiten, die der Autor mit den Zeitreisen und Paralleluniversen anbietet, dass am Ende mehr Chaos als Aufklärung bleibt. So werden die Rätsel um Andrew, Claire und Inspektor Garrett (und weiterer Figuren) gelöst, für mich persönlich geht die Rechnung aber nicht ganz auf und der Autor selbst hat Mühe seine verworrenen Wege wieder fein zu entknüpfen.

Der Schreibstil zeugt von einem intelligenten Mann, der mit seinen langen und komplizierten Sätzen aber leider meinen Lesefluss ausbremste und meiner Meinung nach auch zu viele unnötige Informationen aufzählt. Ausserdem schreibt er manchmal als aktiver Erzähler, was mir jedoch auch weniger gefällt (Beispiel: anstatt zu sagen, dass die Figur zum Hafen läuft, schreibt Felix Palma, dass er nun zwar langweiligerweise sagen könnte, dass die Figur zum Hafen läuft und sogar erzählen, dass dessen Schuhe dabei schmutzig würden. Dies interessiert Sie als Leser aber sicher wenig und trägt auch nicht wesentlich zu Geschichte bei, also vergessen wir das einfach wieder.) Diese Art zu schreiben ruft bei mir nur einen Gedanken hervor: Warum bitte schön schreibt man, dass man etwas nicht schreiben muss, weil es zu langweilig ist oder unnötig ist? Damit man noch mehr Seiten "verschwenden" kann? Denn so gross die Erzählkunst, das Talent für Beschreibungen und Dramatik, der Reichtum an Fantasien und Ideen und die Kunst mit Worten umzugehen auch zu sein scheint beim Herrn Palma, so hätte man die Geschichte auch in der Hälfte der Seiten erzählen können.

Gegen Ende, zur Auflösung aller Rätsel, kommen noch Gedankengänge hinzu, die schon sehr philosophisch anmuten. Diese Überlegungen fand ich sogar sehr interessant, hatte allerdings das Gefühl plötzlich in einem Philosophiewerk gelandet zu sein. Doch ich lese Romane zur Unterhaltung. Würde ich philosophieren wollen, würde ich ein philosophischen Werk (von Sokrates oder wem auch immer) zur Hand nehmen...

Ein Klappentext, der eine tolle Fantasy-Science-Fiction-Geschichte erhoffen lässt, sich dann aber leider "nur" als grossartig inszeniertes Theater entpuppt. Ein Meisterwerk an heisser Luft, leider, leider...oder Geschmackssache...

 
2 von 5 Lese-Echsen
 
 
Félix J. Palma wurde 1968 in Sanlúcar de Barrameda geboren und lebt heute in Madrid. Er absolvierte eine Ausbildung als Werbefachmann in Sevilla, bekam jedoch für seine ersten Erzählungen und Romane bereits so viele Stipendien und Preise, dass er den erlernten Beruf nie ausübte.
Mehr auf: Félix J. Palma
 

14. Februar 2013

TAG - let's talk about books

So, diesen TAG hab ich wieder mal aus der Buchtuber-Community und fand die (meisten) Fragen "beantwortungswürdig".

Wie immer ist jeder eingeladen auch mitzumachen, der will. Und sonst wünsch ich viel Vergnügen beim Lesen.


 

1.      Welches ist dein Lieblingsgenre?
Ich lese verschiedene Genres, tendiere aber zu einer Mischung aus Fantasy, Reisen und "Frauenliteratur" (sprich Liebe, Familiengeheimnisse/Dramen, etc.)

2.      Mit welchem Genre kannst du überhaupt nix anfangen?
Ich kann wenig mit Science Fiction und alles was den Weltall und zuviel Technik betrifft anfangen. Ausserdem lese ich höchst selten Bibliographien.

3.      Liest du lieber dicke Schinken oder Bücher mit niedriger Seitenzahl?
Kommt sehr auf den Roman an; es gibt Geschichten, die viele Seiten brauchen und in die man richtig eintauchen kann. Andersrum gibt's auch Geschichte, die eine leichte Lektüre anbieten, eine Art "Unterhaltungs-Snack". Generell lese ich aber gerne Bücher zwischen 350-550 Seiten.

4.      Wie viel Geld gibst du im Monat für Bücher aus?
Sehr unterschiedlich. In einem Monat mehr, im nächsten weniger. Ausserdem spielt es eine Rolle, ob ich mir Bücher bestelle, im Buchhandel war oder auf einem Aktionstisch zugeschlagen habe oder Geburtstag hab bzw. Weihnachten ist...

5.      Beschreibe deinen perfekten Leseort.
Es ist warm, die Sonne scheint und ich lieb mit dem Buch in der Hängematte am Strand, oder auf einem Tuch in der Wiese unterm Baum. Neben mir ein kühles, fruchtiges Getränk...

6.      Hand aufs Herz: Wie viele Bücher befinden sich auf deinem SuB?
Auf meinem Online-SuB sind es 68, da ich immer wieder mal ausmiste. Irgendwo fliegt daheim aber noch ein Zettel rum mit noch mehr und im Regal liegen noch ungelesen weitere 37... sieht nach wenig aus, aber ich  komm doch nicht vom Fleck, hab ich das Gefühl.

7.      Versuchst du Menschen zum Lesen zu motivieren?
Mein Bruder ist weniger lesebegeistert, also versuchte ich ihn zu motivieren. Ansonsten teile ich meine Lesefreude meist mit Leuten, die schon lesefreudig sind. Also eigentlich nicht...

8.      Dein aktuelles Buch ist beendet. Nimmst du sofort das Nächste zur Hand oder brauchst du ein paar Stunden bzw. Tage bis zu ein neues anfängst.
Hängt etwas vom beendeten Buch ab, ob ich gleich ein Neues beginnen möchte oder die gelesene Geschichte noch etwas länger im Kopf weiterträumen möchte. Aber eigentlich beginne ich das Nächste oft am nächsten Tag.

9.      Wie entscheidest du dich für deine nächste Lektüre?
Nach Stimmung. Je nachdem welches Buch ich gerade lese, merke ich schon, was mich als nächstes lockt. Meist lese ich keine gleichen Genre nacheinander, ausser ich habe gerade so eine "Phase", wenn's mich packt.

10.  Von welchen Autoren kaufst du auch Bücher ohne vorher die Geschichte zu wissen / kennen?
Von meinen Lieblingsautoren Carlos Ruiz Zafon und Kate Morton! Aber sonst lese ich immer erst den Klappentext.

11.  Findest du Bibliotheken sinnvoll?
Diese Frage finde ich in einem TAG für Bücherliebhaber etwas unlogisch...natürlich sind Bibliotheken sinnvoll. Als Student suche und finde ich dort Informationen für meine Arbeiten und privat ist es eine günstige Variante meinen Lesehunger zu stillen. Ausserdem sind es sehr angenehme Orte (ruhige Ecken, ein Labyrinth aus Bücherregalen und der Duft von Druckerschwärze und Kleber - herrlich!)

12.  Was hältst du vom Buchpreisbindungsgesetz?
Dazu möchte ich nicht zu viel sagen. Schade finde ich, dass kleine Buchläden darunter leiden und sogar schliessen müssen. Eine politische Debatte beginne ich hier aber nicht...

13.  Welche Themen interessieren dich in Büchern und welche langweilen dich?
Ich denke, diese Frage ist schon mit den Genres und in anderen TAGs mit Lieblingsautoren, etc. abgedeckt. Aber zur Wiederholung: Reisen / andere Länder, andere Welten (Fantasy), Familiengenerationen, Geheimnisse / Legenden & Sagen, Freundschaft, Schicksale, etwas Liebe und Abenteuer...

14.  Welche Videos der Buchtuber-Gemeinschaft schaust du am liebsten?
Ich schau mal hier und da rein, aber von Buchling Janine schau ich JEDES VIDEO!

15.  Wie stehst du zum Thema Rezensionsexemplare?
Erhalte ich selbst keine und kann deswegen nicht viel dazu sagen. Ich finde es gut, solange man es nicht übertreibt und mehr Exemplare anfordert als dass man effektiv Zeit hat zu lesen und zu rezensieren. Dann ist es bloss ein hamstern von Büchern und ist wohl nicht der Sinn...

16.  Zeige das Buch, dass du aktuell liest.
Aktuell lese ich noch "die Landkarte der Zeit" von Felix J. Palma (siehe links "ich lese:")

 

Clive Cussler - Inka-Gold

Autor: Clive Cussler
Titel: Inka-Gold


Verlag: Portobello (Goldmann)
ISBN: 978-3-442-55490-X
Erschienen: 1995
Seiten: 603




Mehr als vierhundert Jahre sind vergangen, seit spanische Eroberer die Goldschätze Südamerikas plünderten. Aus Angst vor den Spaniern verbargen die Inka im Jahr 1533 ihren grössten Schatz tief in einem Inselberg. Wenige Jahre später hatte der Seeheld Sir Francis Drake das kostbare Quipu erbeutet - den verschlüsselten Wegweiser zum Schatz der Inka. Aber ein gigantisches Seebeben schleuderte Drakes Schiff an Land, mitten hinein in den Dschungel. Doch der Mythos vom verschwundenen Inka-Gold überlebte: als Herausforderung für Anthropologen, Archäologen und Abenteurer aller Länder - und für eine der skrupellosesten Kunsträuberbanden unserer Zeit: die Solpemachaco. Eine Bande, deren blutige Spur Dirk Pitt durch Zufall an einem heiligen Opferteich in den Anden kreuzt. Dort nämlich forscht Pitt im Auftrag der NUMA, des US-Marineinstituts für Unterwasserforschungen, nach dem verschollenen Schiff Drakes, das er auch tatsächlich birgt und mit ihm das sagenumwobenen Quipu. Jetzt beginnt eine gnadenlose Jagd, denn auch die Kunsträuber wissen um das Versteck des Schatzes...


Der liebe Clive Cussler hat's wohl etwas mit Übertreibungen. Natürlich handelt es sich hier um einen Abenteuerroman und natürlich müssen Kriminelle mit unfähren Methoden oder Waffengewalt kämpfen. Ein Held wie Dirk Pitt darf auch nicht fehlen und die ein oder andere hübsche Frau...

Sein Schreibstil ist höchst ausführlich und gestaltet anfangs die Geschichte auch sehr spannend. Nach einer gewissen Zeit muss ich jedoch leider sagen, dass ich es oberflächlich, unnötig präzise und oft leider übertrieben wirkt. Alle möglichen Zahlen werden angegeben und dies auch noch in verschiedenen Masseinheiten. So schreibt Herr Cussler nicht, dass ein vorbeifliegender Vogel "eine beachtenswerte Flügelspannweite hat" oder Ähnliches, sondern er schreibt "mit seinen 3 Meter (10 Fuss) messenden, anmutig gewölbten Schwingen nutzt er geschickt die Luftströme aus..." Mir persönlich reichen hier auch kürzere Beschreibungen, denn ich käme im Traum nie auf die Idee von "Fuss" zu reden, wenn ich über Flügel spreche. Auch die Beschreibung der Frauen oder von Pitt missfiel mir mit der Zeit immer mehr. Eine Archäologin, die er rettet, ist anfangs unglaublich schlau und super auf ihrem Fachgebiet. Ganz nebenbei ist sie blond und hat die super Sanduhrfigur, um alle Kerle in den Wahnsinn zu treiben. Pitt ist "nicht im herkömmlichen Sinn schön, aber hat so was Männliches an sich..." und hat unglaubliche Kraft (obwohl er kein Muskelprotz ist). Und nachdem er sie gerettet hat, mutiert die ach so schlaue Archäologin zu einem kleinen schüchternen Mädchen, die ihm um den Hals fliegt und dumme Fragen stellt...naja. Klischees im Abenteuerroman ja ok, aber Herr Cussler, bitte nicht die ganze Palette auf jeder einzelnen Seite.

Ansonsten ist die Geschichte gut gelungen, es bleibt spannend und es geschehen sehr viele unterschiedliche Sachen an unterschiedlichen Orten. Sehr gefallen haben mir auch die kurzen Kapitel, in welchen er die Inkalegende oder die Geschichte von Francis Drake beschreibt, damit der Leser mehr weiss uns sich zurechtfindet, als die Romanfiguren. Absehbar war hauptsächlich, dass Pitt immer gewinnt und/oder zumindest überlebt und das Unmögliche möglich macht, aber ansonsten ist wenig vorhersehbar.

Die Romanfiguren sind zahlreich und dennoch verliert man nicht unbedingt den Durchblick. Man muss sich nicht unbedingt alle Namen merken, weil man schnell aus deren Handlung erkennt, ob sie zu den Guten oder Bösen zählen und dies ist, was wichtig ist unterm Strich.


Wer einen actiongeladenen Abenteuerroman mit einem Helden lesen möchte, der eine Mischung aus Crocodile Dundee und Chuck Norris ist (mit dem Aussehen von Brad Pitt oder so), kommt eindeutig auf seine Kosten. Wenn ich's mir so überlege, sollte Hollywood an der Verfilmung interessiert sein...



3, 5 von 5 Lese-Echsen



Clive Cussler, geboren in Alhambra / Kalifornien, war Pilot bei der US Air Force, bevor er als Funk- und Fernsehautor bekannt wurde. Er nahm an einer Expedition teil, die in den Wüsten des amerikanischen Südwestens nach vergessenen Goldminen suchte, und beteiligte sich an einem Unternehmen, das an der englischen Küste nach versunkenen Schiffen forscht. Er lebt heute in Denver / Colorado.

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