22. November 2013

Rezensions-TAG

Liebe Leser

Ich bin mal wieder über einen TAG gestolpert, als ich bei meinen liebsten Buchtuber stöbern war. Diesmal geht es über das Rezensieren von Büchern und passt deshalb super!
Jeder, der mitmachen möchte, ist natürlich herzlich getaggt von mir =)


1.Rezensierst du und wenn ja, warum?
Ich liebe Lesen und Schreiben, warum sollte ich dann nicht übers Lesen schreiben? Ausserdem gefällt mir der Gedanke, dass vielleicht ein anderer Leser von mir einen Tipp bekommt. Denn das passiert mir immer mal wieder auf befreundeten Buchblogs. Allerdings wächst so auch mein SuB ins Unermessliche...

2. Schriftliche Rezi oder Videorezension?
Schriftlich, weil ich (wie oben schon erwähnt) gerne schreibe. Ich habe mir jedoch auch schon überlegt, auf Youtube zu wechseln. Allerdings würde ich dann den Blog vernachlässigen, weil beides zusammen einfach zu viel Arbeit ist.

3. Wo veröffentlichst du deine Rezis?
Hier auf meinem Blog. Ausserdem verlinke ich Rezensionen manchmal mit Lesegruppen auf Facebook oder dem BlogZug.

4. Machst du dir beim Lesen Notizen o. markierst du Stellen?
Nein. Denn ich möchte das Buch geniessen, keine Schulaufgaben lösen. Manchmal denkt ich mir aber beim Lesen: Ach, das wär ein schönes Zitat, das sollte ich mir rausschreiben. Bin dann aber meist zu faul dazu oder will unbedingt weiterlesen (nicht aufstehen, Stift und Papier suchen...).

5. Beginnst du mit der Rezi direkt nach Beenden des Buches
oder musst du sacken lassen?

Oft mache ich mir danach zumindest Notizen, was mir besonders gefallen hat oder nicht. Wie schnell ich nach dem Lesen die Rezi schreibe, ist jedoch eine reine Zeitfrage.

6. Was vergibst du? Punkte, Sterne o. Ähnliches?
Ich bewerte mit meinem Lese-Echsen (Meine Bewertungshelferlein), denn die Echse ist mein persönliches Logo / Maskottchen. Daher übrigens auch mein Name (Librarian Lizard = "Bücherei-Echse"), was eine Art Abwandlung der Leseratte oder des Bücherwurms ist.

7. Hast du bestimmte Rituale beim drehen/schreiben deiner Rezi?
Ich schreibe allgemein gerne mit einem Tee oder Kaffee neben meinem Computer. Genauso gerne wie ich auch mit Tee / Kaffee lese. Ansonsten kommen mir keine bestimmten Rituale in den Sinn.

8. Beeinflussen dich Rezis, ob du ein Buch kaufst oder nicht?
Jein. Wenn mehrere Rezis auf meinen liebsten Blogs oder Buchtuber-Kanälen von einem Buch abraten oder es als absolutes Highlight bezeichnet, dann lasse ich mich davon beeinflussen. Allerdings sind Rezis nicht meine einzigen Entscheidungshelfer. Wenn mich also ein Buch sehr anspricht, kann eine einzelne Rezi mich auch nicht davon abhalten.

Katja Maybach - Die Stunde der Schwestern



 
Autor: Katja Maybach
Titel: Die Stunde der Schwestern


Verlag: Knaur
ISBN: 978-3-426-50933-3
Erschienen: 2012
Seiten: 344



 
Ein bewegender Familienroman um ein dunkles Geheimnis, das die Jahrzehnte überdauert.
 
Warum ist sie dem in den 50er Jahren berühmten Mannequin Fleur wie aus dem Gesicht geschnitten? Dieser Gedanke lässt Bérénice keine Ruhe mehr, seit sei Fotos dieser Frau zum ersten Mal gesehen hat. Sie beginnt, Fragen zu stellen – und deckt die Geschichte zweier Schwestern auf, miteinander verbunden durch Liebe, Neid und Verrat…
 
 
 
 
Zwei Schwestern, die sehr unterschiedlich sind und doch in einem gleich: Sie wollen glücklich und angesehen werden. Die eine will in Paris den Durchbruch in der Modebranche, die andere einen tollen, vermögenden Mann heiraten und mit ihm eine Familie gründen. Die Träume beider Frauen gehen in Erfüllung, jedoch nicht so wie sie sich das vorgestellt haben und beide zahlen einen hohen Preis dafür!
 
Die Geschichte wird von Bérénise erzählt, die sich auf die Suche nach der Vergangenheit macht, nachdem ein Designer sie „Fleur“ nannte und sie einem Model der 50er Jahre zum Verwechseln ähnlich ist. Wer diese Fleur nun war und was diese Frau mit Bérénise zu tun hat, wird ziemlich früh klar und somit ist das „Familiengeheimnis“ generell voraussehbar. Die Geschichte, besonders die Grundidee, hat mir dennoch sehr gefallen. Bei der Umsetzung beschlich mich allerdings das Gefühl, dass es doch nichts Besonderes für dieses Genre ist, auch wenn der Autorin mit dem Ende nochmals ein Knalleffekt gelingt. Dazwischen plätschert es allerdings zeitweise dahin oder ist zu leicht absehbar. Allgemein wirkt das Verhalten Bérénise’s oder die Gedankensprünge oder „Zufälle“, wie sie auf die nächsten Erinnerungsfetzen oder Teilrätsel stösst, leider unrealistisch beziehungsweise konstruiert.
 
Der Schreibstil liest sich sehr angenehm. Von grosser Erzählkunst möchte ich jedoch nicht reden, obwohl die Autorin sichtlich ihre Tätigkeit beherrscht. Leider konnte sie mich allerdings nur manchmal komplett in der Geschichte fesseln oder mit ihrer Wortwahl verzaubern.
 
Nur schlecht reden kann ich schlussendlich nicht. Der Roman ist sehr lesenswert und unterhaltsam. Für diejenigen, die schon einiges aus diesem Genre kennen, wird es jedoch nichts Besonderes oder Herausragendes sein.

 
 
 
 
 
3,5 + von 5 Lese-Echsen
 
 
Katja Maybach lebte viele Jahre in Paris und arbeitete in der Modebranche. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Zeitschriften, unter anderem der italienischen „Vogue“, veröffentlicht. Nach einer schweren Krankheit begann sie erfolgreich, Romane zu schreiben. Die Autorin hat zwei erwachsenen Kinder und lebt heute in München.
 
Mehr auf: Katja Maybach
 

3. November 2013

Nick McDonell - Zwölf


 
Autor: Nick McDonell
Titel: Zwölf

 
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
ISBN: 3 462-03228-3
Erschienen: 2002
Seiten: 231


 
White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. Er war gut in der Schule, doch die Schulzeit ist seit sechs Monaten vorbei. Seine Kunden sind High-School-Schüler, die in den Weihnachtsferien gegen die Langeweile kämpfen, während ihre reichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreisen sind. Die grösste Party aller Zeiten soll an Silvester stattfinden, und bis dahin hat White Mike noch einiges zu tun.



Ein kurzer, rasanter Roman eines jungen Autors. Ein Buch voller Klischees und doch auch voller Realitäten. Ein Einblick in die Drogenszene New Yorks – all inclusive. Die Gassensprache (yo, Nigga), die Langeweile (Joints, Sex und Party) und die Coolness (…und nochmals Joints, Sex und Party).

Die jungen Erwachsenen aus reichen Häusern müssen sich zwar mit der Frage, auf welches College sie gehen, auseinandersetzen, dies kommt jedoch nur am Rande vor. Hauptgespräch ist und bleibt: Wo krieg ich Gras her…und so ist White Mike auch Hauptfigur dieses Romans, obwohl mehrere Kapitel aus mehreren Perspektiven anderer Figuren geschrieben sind. So zum Beispiel ein Junge namens Andrew, bei dem die Silvesterparty steigt (ein eher langweiliger, uncooler Typ, der allerdings das supercoole, beliebte Mädchen Sara beeindrucken möchte). Timmy und Rothko, 2 Kiffer, die sich mit Joints den Rest an Intelligenz wegpafften. Hunter, der unschuldig ins Gefängnis wandert. Jessica, die für Zwölf (=Droge) alles macht und Claude, dem schlussendlich eine ganz spezielle Rolle zuteil wird.
 
Die Sprache hat mir deswegen gefallen, weil es mal etwas anderes war. Es hat sich echt angefühlt, kein gekünsteltes Wortgebastel oder poetische Sinnsuche. Die Wortwahl ist einfach, knapp, hart, ehrlich, manchmal auch obszön und schmutzig. Einige Kapitel sind nur eine knappe Seite lang. Andere erstrecken sich immerhin über mehrere Seiten. Doch das Buch liest sich schnell weg. Der Aufbau, der Hintergrund der einzelnen Figuren, ist gut gelungen, aber dennoch sehr oberflächlich meiner Meinung nach. Das Buch liest sich schnell weg, ist rasant in Form, Sprache und Inhalt und hat dennoch knapp meinen Gusto verfehlt.
 
Unterm Strich ein rasanter, kurzweilig spannender Ausschnitt aus einem Ghetto New Yorks. Nichts Besonderes, was mich aus dem Hocker gehauen hätte, aber dennoch ein gut gelungener Roman (wenn man zudem bedenkt, dass der Autor die Geschichte im Alter von 17 Jahren geschrieben hat).

Mich persönlich interessiert das Thema zu wenig, das Ende hat zwar Knalleffekt, war mir allerdings zu kurz und zu absehbar leider.
 

 
 
3 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Nick McDonell wurde 1984 in New York City geboren. Sein Roman “Zwölf” wird weltweit als literarische Sensation gefeiert und wurde in mehr als 11 Länder verkauft.
Mehr auf: Nick McDonell

2. November 2013

Yann Martel - Life of Pi


 
 
 
Autor: Yann Martel
Titel: Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger




Verlag: S. Fischer
ISBN: 978-3-596-19698-2
Erschienen: 2003
Seiten: 382
 
Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber – der Tiger und Pi. Alleine treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean. Eine wundersame, abenteuerliche Odyssee beginnt.
 
 
Wer hat nicht von dieser unglaublichen Geschichte gehört? Seit dieser Roman verfilmt ist, staunen viele über dieses Schicksal: Ein indischer Junge mit wilden Tieren monatelang auf dem Meer verloren.
Die Verfilmung ist gut gelungen - aber das Buch ist einfach nur genial !
 
Yann Martels Einleitung beginnt damit, wie er Pi Patel kennen lernte und dieser ihm seine Geschichte erzählte. Danach erfolgt der Hauptteil in der Ich-Erzählform, was den Leser nur noch mehr in die Szenen hineinzieht. Die detailreiche, wortgewandte und oft auch witzige Ausdrucksweise und Wortwahl des Autors ist ein Feuerwerk an Erzählkunst. Spannung, Spass, Trauer, Liebe, Mut, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit...alles ist in dieser Geschichte vorhanden und alles habe ich mitgespürt. Der Roman hat einen regelrechten Sog, ein Pageturner erster Wahl.
 
Erst wollte ich das Buch lesen, bevor ich den Film sehe. Das ist mir schlussendlich nicht gelungen, da meine Familie den Film guckte und ich zu neugierig (und ja, zu undiszipliniert war), um einfach den Raum zu verlassen oder das Buch früher zu lesen. Geschadet hat es dennoch nicht. Auch wenn ich Angst hatte, Spannungspunkte zu verlieren, weil ich das Ende schon kannte, war dies glücklicherweise nicht der Fall.
 
Ein Boot, welches eine lange Zeit auf dem Meer schaukelt...das klingt erst einmal langweilig. Dennoch geschieht allerlei, auch wenn die "Bühne" recht klein ist. Dies liegt nicht nur an den Tieren an Bord, sondern auch an Begegnungen: Fische aller Art, Wale und Delfine, immer wieder Haie, eine Algeninsel mit Bäumen und Erdmännchen...und auch andere Begegnungen, die ich nicht spoilern möchte.
 
Was mich das Buch vor allem gelehrt hat: Lebewesen haben einen unglaublichen Überlebensinstinkt und damit zusammenhängend Durchhaltevermögen und Kraft sowie Einfallsreichtum. Man gewöhnt sich an alles und in der Not frisst der Teufel Fliegen - oder Pi (überzeugter Vegetarier und praktizierender Christ, Hindu und Muslim) tötet Lebewesen, isst rohes Fleisch und zweifelt an Gott. Auch Religion ist Thema und dies nicht nur oberflächlich und nicht nur eine Religion. Gedanken über das Leben macht sich wohl jeder Leser. Muss man wohl...ansonsten kann man diese Geschichte nicht glauben.
 
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Yann Martel wurde 1963 in Spanien geboren. Seine Eltern sind Diplomaten. Er wuchs in Costa Rica, Frankreich, Mexiko, Alaska und Kanada auf und lebte später im Iran, in der Türkei und in Indien. Er studierte Philosophie und wohnt mit seiner Familie in Saskatoon, Kanada.
 
Schiffbruch mit Tiger war nominiert für den Governor General Award und den Commonwealth Writers Prize und gewann den Booker Prize 2002.
 
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