14. Januar 2014

Laura Walden - Das Geheimnis des letzten Moa

Autor: Laura Walden
Titel: Das Geheimnis des letzten Moa
 
 
 
Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16531-5
Erschienen: 2011
Seiten: 523
 

 
Malerische Landschaften, grosse Gefühle - und eine Liebe, die an Lügen zu scheitern droht
 
Voller Vorfreude tritt Grace die lang geplante Neuseelandreise an. Doch das Wiedersehen mit ihrer Urlaubsliebe, einem jungen Maori, entpuppt sich als herbe Enttäuschung. Da kommt der Berliner Biologin die Zusammenarbeit mit der Professorin Suzan Almond sehr gelegen. Sie forscht ebenfalls über die Moas, die ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands. Schon bald vermutet Grace, dass es in Suzans Leben ein dramatisches Ereignis gegeben haben muss. Sollte dieses Ereignis etwas mit Grace' eigenen Vergangenheit zu tun haben? Auf der Suche nach ihren Wurzeln stösst sie auf ein lang gehegtes Familiengeheimnis, dessen Folgen bis heute zu spüren sind...
 
 
 
 
Ein Roman, der mich mal begeistern, mal nervt. So bleibe ich mit gemischten Gefühlen hier sitzen und kann die Geschichte nicht schlechtreden, aber auch nicht in den Himmel loben.
 
Angefangen beim Typus "Neuseelandsaga". Ist immer das Gleiche? Ja und nein. Ja, Grace ist schlussendlich auf der Spur ihrer Vergangenheit und ihrer wahren Familie. Ja, sie verliebt sich in einen Maori und das ganze wird kompliziert. Ja, der Roman beinhaltet auch wahre Orte und Gegebenheiten Neuseelands, er stammt ja aus der Feder einer Autorin, die selber gerne und häufig in dieses Land reist. Nein allerdings, da diese Geschichte doch nicht wie die anderen abläuft. Nein, es gibt kein Happy End mit dem Maori, wegen welchem sie nach Neuseeland reist. Nein, ganz so absehbar ist dann doch nicht alles. Absehbar ist allerdings, dass diese Suzan eine spannende Geschichte zu erzählen hat, die mit der Vergangenheit von Grace zu tun hat. Absehbar insofern, dass es Geheimnisse und Intrigen in der Familiengeschichte gab und gibt.
 
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und abgesehen von kleinen Tippfehlern (die zwar stören, aber nichts an sich mit der Geschichte zu tun haben) sehr nett. Ich musste mich erst etwas hineinlesen, warm werden mit ihrem Stil, der zwar nicht besonders eigensinnig ist, aber nicht ganz meinem persönlichen Leserhythmus entsprach. Das verging jedoch nach einer Zeit und die Beschreibungen zeugen eindeutig von selbst erlebten Eindrücken, wie die Autorin auch im Nachwort andeutet und sich u.a. bei diversen Bed-and-Breakfast-Besitzer und Ortskundigen bedankt. Ausserdem hat das Land die Autorin nicht nur zu diesem einen Buch, das in Neuseeland spielt, inspiriert und das merkt man.
 
Die Figuren waren mir manchmal sympathisch, manchmal weniger. Mit einigen wurde ich gar nicht erst warm, mit anderen konnte ich lange mitfühlen bis sie etwas getan haben, das ich nicht mehr nachvollziehen konnte oder bis eine andere Ansicht auf die Dinge bekannt wurde. In dem Roman handelt es hauptsächlich von Frauen über 4 Generationen und ziemlich verstrickten Familienverhältnissen. So wechselt die Erzählung mal von Hier und Heute ins Dort und Damals, wobei 2 Geschichten mit 2 Hauptfiguren entstehen, die über die Zeitspanne zusammen hängen. Ein typisches Vergangenheit-Familiengeheimnis-Heute-Muster für solche Romane. Diese Geschichte ist allerdings so sehr verstrickt und Verwandtschaftsgrade verzwickt, dass selbst geübte Leser dieses Genre den Stammbaum mit Konzentration im Kopf basteln müssen.
 
Leider hatte ich Momente, bei welchen ich mich über die Geschichte geärgert habe, weil es mir an Echtheit fehlte. Das kam vor, wenn etwas zu klischeehaft war oder der Zufall allzu zufällig war, um wahr zu sein. Auch nervt mich ehrlich noch jetzt, dass die Hauptfrauen des Romans allesamt die gleichen Fehler in der Liebe machen und als verbitterte Frauen enden irgendwie. Klar sind Charaktereigenschaften teilweise vererbbar, doch hier wusste ich manchmal nicht weiter. Ein Bastard, ein Geheimnis, eine unerwiderte Liebe, eine unmögliche Liebe, eine Trennung durch Missverständnisse oder eine Heirat nach Gesellschaftsgründen...das ist nichts Neues und absehbar, doch hier meinte es die Autorin etwas zu gut und so hat jede Generation dieser Geschichte einen Bastard, eine unglückliche Liebe, eine....naja, eben etwas zu übertrieben.
 
Wer also Neuseeland mag, verzwickte Liebesgeschichten und nicht genug von Familiengeheimnissen kriegen kann - eine absolute Empfehlung. Wer weniger Fan von Seifenopern im Land der Maori ist - wahrscheinlich zu viel des Guten.
 
 
 
3,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Laura Walden studierte Jura und verbrachte als Referendarin viele Monate in Neuseeland. Das Land fesselte sie so sehr, dass sie es zum Schauplatz eines Romans machen wollte. Wenn Laura Walden nicht zu Recherchen in Neuseeland weilt, lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg. Laura Walden ist ihr Pseudonym.
 
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