29. März 2014

Danielle Steel - Vertrauter Fremder

Autor: Danielle Steel
Titel: Vertrauter Fremder




Verlag: Blanvalet
ISBN: 978-3-442-35755-1
Erschienen: 2001
Seiten: 282



 
 
Die schöne Raphaella führt ein Leben wie eine Märchenprinzessin. Nach einer unbeschwerten Jugend in ihrem vornehmen Elternhaus heiratet sie den vierzig Jahre älteren Finanzmakler John Henry. Mit ihm zusammen verlebt sie einige erfüllte, glückliche Jahre in San Francisco, bis eine schwere Krankheit den dynamischen Mann in einen bettlägrigen Greis verwandelt. Raphaella fügt sich aus Liebe und Verantwortungsgefühl ihrem Schicksal. Aber eines Tages trifft sie den jungen, gutaussehenden Alex Hale, der soviel Lebenslust und Wärme ausstrahlt...
 
 
 
 
Es war ein Experiment, wieder einmal ein Buch zu lesen, das nicht aus einem meiner Lieblingsgenre oder von einem Lieblingsautor stammt. Auch das Cover ist alles andere als hübsch, aber schlussendlich zählt ja die Geschichte. Und die hat mir leider auch nicht zugesagt...
 
Das Experiment ging also eher nach hinten los. Mehrmals war ich knapp daran, das Buch abzubrechen. Mit einer komischen, disziplinierten Art habe ich mich dann aber bis zum Schluss gezwungen. Erstens, weil ich mir keine Meinung über etwas bilden möchte und kritisieren kann, wenn ich es nicht vollständig kenne. Zweitens, weil es ab Mitte etwas besser wurde. Und drittens, weil ich die "Krankheit" habe, zwar mit dem Gedanken zu spielen, aber dennoch nicht fähig zu sein, ein angefangenes Buch nicht zu beenden und den Schluss somit nicht zu kennen.
 
Der Schreibstil ist ok. Ich brauchte erst etwas Zeit hinein zu kommen. Besonders zu Anfang fand ich es höchst kitschig und aus einem alten Romantikfilm. Diese Raphaella konnte nicht einfach mal traurig sein, nein, sie weinte sich gleich die Niagarafälle oder eine ladylike-elegante und ach so rührende einzelne Krokodilsträne. Sie konnte nicht einfach einmal überrascht sein, nein, sie war gleich bis tief in ihrer Seele erschüttert und ihr Herz wird sich wohl nie mehr davon erholen. Wohlgemerkt, ich möchte das Buch nicht komplett in den Dreck ziehen, es war nur für mich persönlich viel zu kitschig (mit Romantik habe ich grundsätzlich kein Problem). Auch waren nicht nur Reaktionen, sondern auch sonst Handlungen oder "Zufälle" etwas zu künstlich oder unerwartet und für mich nicht immer nachvollziehbar oder eben übertrieben.
 
Spannung kommt trotz einiger unerwarteter Handlungen doch nicht wirklich auf. Eine Erleichterung war es, als eine Nebenfigur ins Zentrum rückt und für eine Zeit zur Hauptfigur wird. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, obwohl für meinen Geschmack etwas extrem, geben dem Buch allerdings Leben. Besonders Raphaella und Alex sind zu perfekt in ihrer reichen Welt, aber dennoch mit einem grossen Herzen und bodenständig...doch ich wiederhole mich....Eins möchte ich bloss sagen: Der Autorin sind tolle Gegensätze gelungen (reich-hübsch, aber nicht arrogant / betrogener Mann, aber dafür dankbar / ein liebender, aber blinder Vater / etc.).
 
Unterm Strich habe ich es bis zum Ende gelesen und obwohl es gegen Ende besser wird und mich doch noch etwas unterhalten konnte, war es doch überhaupt nicht mein Ding.
 
 
 
 
2 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
 

Danielle Steel ist eine der erfolgreichsten Autorinnen der Welt – mit rund 600 Millionen verkauften Büchern, die in knapp 50 Ländern erschienen sind. Nahezu jeder ihrer 78 Romane schaffte es auf die New-York-Times-Bestsellerliste. Neben dem Schreiben widmet sich die Mutter von neun Kindern intensiv ihrer Familie und engagiert sich für verschiedene soziale Stiftungen. Danielle Steel lebt heute in San Francisco und verbringt mehrere Monate des Jahres in Frankreich.

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