15. März 2014

Erin McKean - das geheime Leben meiner Kleider

Autorin: Erin McKean
Titel: Das geheime Leben meiner Kleider


Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-40773-2
Erschienen: 2011
Seiten: 383

 
Seit Doras Eltern vor vielen Jahren bei einem Autounfall ums Leben kamen, war ihre Grossmutter Mimi Familie, beste Freundin und strenge Moderatgeberin in einem für sie. Als die schüchterne Studentin nun erfährt, dass Mimi einen Schlaganfall hatte und im Krankenhaus liegt, lässt sie ihre Ferienjob an der Uni - und ihrem attraktiven Chef Gary - sausen und fährt sofort in ihr Heimatstädtchen Forsyth. Während ihre Grossmutter im Krankenhaus um ihr Leben kämpft, steht für Dora fest, dass sei sich um Mimis kleinen Laden kümmern will, eine Vintage-Boutique, die Mimi über Jahre liebevoll aufgebaut hat. Für Dora kommt es einfach nicht infrage, den Laden zu schliessen und so taucht sie nach und nach in das Universum aus kostbaren Stoffen, besonderen Kleidern und Lieblingsstücken ein. Bald darauf lernt sie Con kennen, einen attraktiven Architekten und guten Freund von Mimi, und je länger sie sich in Forsyth aufhält, desto seltsamer erscheint ihr der Gedanke, ihr bisheriges Studentendasein wieder aufzunehmen. Schliesslich muss sie sich entscheiden: Will sie die Flucht ergreifen oder um Mimis Lebenswerk und ihr Glück kämpfen?
 
 
 
Eine tolle Idee, in die ich viele Erwartungen hatte und mich schlussendlich zwar nicht enttäuschte, aber dennoch ganz anders ablief, als gedacht.
 
Ich mag Kleider, würde mich aber nicht als "Fashion-Victim" bezeichnen. Ich mag Liebesgeschichten, bin aber kein Schnulzenfan. Dieses Buch hat von beidem etwas und ist doch nicht nur darauf konzentriert. Die ein oder andere Liebesgeschichte kommt vor, aber auch die ein oder andere Streiterei, Unsicherheit, Flirt und was sonst eben so im Leben zweier Menschen passieren kann. Der Roman besitzt tolle Figuren: Lustige, süsse, charmante, gehässige, oberflächliche, wütende, traurige, freche....extrovertierte sowie introvertierte Personen, die ich alle irgendwie ins Herz schloss. Einige sind etwas karikaturistischer als andere, aber das stört nicht.
 
Die Geschichte ist flacher ausgefallen als erhofft. Spannung sucht man hier eher vergebens trotz einiger unerwarteter Wendungen. Kitsch ist drin, aber nicht so rosarot wie das Cover. Allgemein finde ich, hat es von allem etwas, aber von Nichts viel. Das kann gut sein, in diesem Fall finde ich es leider etwas schwammig, als hätte sich die Autorin nicht mehr gewagt.
 
Der Schreibstil ist flott und liest sich prima. Ein besonderer "Leckerbissen" in diesem Roman sind eindeutig die geheimen Geschichten der Kleider. Ich möchte hierzu nicht zu viel verraten, aber diese eingebauten Kurzgeschichte sind die Diamanten im Buch. Ich hätte mir mehr davon erwünscht.
 
Im Ganzen ist es ein sehr unterhaltsamer Roman, der mich aber dennoch nicht vom Hocker reissen konnte. Die Idee ist mal anders und gefiel mir sehr. Die Umsetzung hätte besser sein können, aber ehrlich gesagt auch schlechter, was zum Glück nicht der Fall ist.
 
 
 
 
3,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
 
Erin McKean arbeitet als Journalistin. Ihre Beiträge erschienen unter anderem im New Yorker Times Magazine und Foreign Affairs. Nach einer Station als Lektorin bei Oxford University Press arbeitet sie nun als Redakteurin für das Linguistik-Magazin Verbatim. Der bekannte Blog "A Dress a Day", in dem sie jeden Tag einem Kleidungsstück eine Geschichte auf den Leib schreibt, war der Ausgangspunkt für diesen Roman.
 
 

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