7. April 2014

Britta Sabbag - Pinguinwetter

Autor: Britta Sabbag
Titel: Pinguinwetter


Verlag: Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16652-7
Erschienen: 2012
Seiten: 253

 
Das Schlimme an Halbwahrheiten ist, dass immer die falsche Hälfte geglaubt wird.
 
Charlotte wird auf dem Höhepunkt ihrer Karriere gefeuert. Ausserdem erhält sie von ihrer Mutter äusserst fragwürdige SMS aus der U-Haft in Grönland. Dann entscheidet sich ihr Immer-mal-wieder-Mann Marc auch noch, endlich in den Hafen der Ehe einzuschiffen - allerdings nicht mit ihr. Und nun? Rein in die rosa Babyelefantenhose und rauf aufs Sofa!
 
Um Charlotte auf andere Gedanken zu bringen, drückt Freundin Trine ihr Sohnemann Finn aufs Auge. Als es bei einem Zoobesuch zu einem Beinahe-Unfall kommt, steht Charlotte der alleinerziehende Eric als Retter in der Not zur Seite. Weil der jedoch glaubt, Charlotte sei Finns Mutter, geht der Schlamassel erst richtig los...
 
 
Achtung Charlotte kommt! Verplant, chaotisch, fettnäpfchensicher und katastrophengeprüft schlägt sie sich durch ihre Geschichte. Äusserst unterhaltsam und doch erschreckend möglich realitätsnah mach sie alle Pechsträhnen bis zu Glücksfällen durch und lässt nichts unkommentiert. Ein buntes Feuerwerk an femininen Alltags-Wirrwarr. 
 
Zuerst habe ich mich in den Pinguin auf dem Cover verliebt, obwohl Pink so gar nicht meine Farbe ist und meist eher abschreckend wirkt in diesem Ausmass. Als ich dann durchs Buch blättern wollte, war ich noch viel verliebter: Ein noch süsserer Pinguin tanzt am Seitenrand. Nur schon für dieses Daumenkino kriegt die Autorin von mir einen Kuss =D
 
Charlotte und ihre Freundinnen waren mir auf Anhieb sympathisch und manchmal sogar irgendwie altbekannt. Jede Frau hat wohl ihre beste Freundinnen, die irgendwie total lieb aber auch bekloppt sein können. Mit ihren Eigenheiten stehen sie Charlotte zur Seite, als diese nicht nur generell Pech hat, sondern im Unglück auch noch wirklich in jedes Fettnäpfchen mit Anlauf hüpft. Obwohl die Sache mit Eric manchmal etwas absehbar war oder "zu sehr Zufall", war es höchst amüsant.
 
Der Schreibstil ist sehr angenehm und witzig. Besonders Charlottes Gedanken brachten mich zum Schmunzeln. Die Autorin haucht der Geschichte besonders durch tolle Gespräche Leben ein, so dass Beschreibungen der Umgebung kaum auffallen, obwohl sie vorhanden sind. Wie ein echter Pageturner, saugt der Roman den Leser hinein und so legte ich das Buch nur zur Seite, weil ich zur Uni oder zur Arbeit musste. Ausserdem muss ich mir unbedingt das 2. Buch von ihr holen: Pandablues. Denn auch dort soll es ein Daumenkino haben (der Panda purzelt) und Charlottes Chaoten-Truppe erlebt noch viel mehr.
 
Unterm Strich ein toller Frauenroman, der sicherlich auch für männliche Leser höchst unterhaltsam ist. Ein Buch für an den Strand, auf die Veranda oder für aufs Sofa - mit oder ohne Nutella!
 
 
 
5 von 5 Lese-Echsen
 
 

Britta Sabbag, geboren 1978 in Osnabrück, studierte Sprachwissenschaft, Psychologie und Pädagogik in Bonn. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums arbeitete sie sechs Jahre als Personalerin in mehreren grossen Firmen. Als die Krise zuschlug, nutzte sie die Chance, um das zu tun, was sie schon immer wollte: schreiben. Heute schreibt und lebt sie immer noch in Bonn.
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