7. Mai 2014

Jackie Chan - Ein Leben voller Action


 
Autor: Jackie Chan
Titel: Ein Leben voller Action



Verlag: Heyne
ISBN: 978-3-453-15906-3
Erschienen: 1999
Seiten: 366



 
In diesem Buch erzählt Jackie Chan die aufregende Geschichte seines Lebens: Wie der rebellische Sohn chinesischer Auswanderer während der turbulenten 50er Jahre in Hongkong die harte Schule der Chinesischen Oper absolvierte. Wie sich dieses scheinbare Abenteuerparadies als Hölle entpuppte, weil sein Meister ein zynischer Tyrann war, der seine Schüler unmenschlich schikanierte. Wie die totgeglaubte Kunst der Chinesischen Oper ihn zur Filmbranche brachte, wo er sich in wenigen Jahren vom einfachen Stuntman zum Superstar entwickelte. Wie er sich fast jeden Knochen brach, bis er einer der ganz Grossen in Hollywood wurde.
 
 
 
Eigentlich lese ich ja ungern Biografien, weil heutzutage jeder C-Promi meint, sein Leben wäre spannend und wichtig genug, schriftlich festgehalten zu werden. Bei Jackie Chan ist es jedoch die Wahrheit: Es ist nicht nur äusserst spannend, was der Clown der Actionfilme als Kind gemacht hat, wie er zum Film kam und wie er seine Träume verwirklichte. Denn wenn sein Buch eine Aussage hat, dann ist es folgende: Wenn du nur hartnäckig (oder stur) genug für deine Lebensziele kämpfst, wirst du sie so oder so irgendwann erreichen!
 
Seine Autobiografie wurde von Jeff Yang mitgeschrieben, doch Jackie erzählt aus der Ich-Erzählform. Sein Leben scheint wie ein grosser Film: Als dickköpfiges Kind, der nichts mehr hasste, als in der Schule stillzusitzen, wurde er zur Chinesischen Oper gebracht, wo er 10 Jahre verbrachte. Obwohl ihm dort alles sehr abenteuerlich vorkam, wurde ihm schnell bewusst, dass der Meister seine Kinder mit harter Hand führte. Doch war es auch dort, wo er seine Kampfkunst erlernte, Disziplin, sehr gute Freunde (Brüder und Schwester) fand und zum ersten Mal das gewisse Etwas schnupperte, was danach sein Lebensziel wurde: Publikum begeistern, auf der Bühne auftreten, zeigen was er drauf hat.
 
Sein Schreibstil ist rasant und lustig, wie seine Filme eben. Sehr bildhaft werden Szenen aus Filmen am Set beschrieben. Oft schreibt er auch über Gedanken, wenn er sich an etwas erinnert. So auch das Muffensausen, als er ein hübsches Mädchen ansprach, ob sie mit ihm ausgehe. Mutproben und Dummheiten mit seinen Brüdern der Oper, seine Scham bei einem vermasselten Auftritt, seine Wut bei Misslingen wie zum Beispiel seinen verschiedenen Anläufe, in Hollywood Fuss zu fassen. Auch verrät er, wie er zum Namen Jackie kam (sein Geburtsname lautet eigentlich Chan Kong-Sang und hatte während seinem Werdegang noch viele andere Namen und Spitznamen). Trotz seinen persönlichen Erinnerungen, bleibt er doch sehr bei sich selbst und seiner Arbeit. Allzu tiefe Einblicke in sein Privatleben gibt er nicht preis, was er bis heute erfolgreich auch im Privaten lässt. So erfährt man wie und wo er seine heutige Ehefrau kennen lernte und in welche Mädchen er sich sonst noch verguckte. Aber Jackie ist ein Arbeitstier, Perfektionist und sein Blut pumpt wohl nur mit Adrenalin....sein Leben scheint selten ruhige Minuten zu haben und doch findet er immer wieder Zeit, Scherze zu reissen.
 
Jackie Chan mit Grössen aus Hollywood: u.a. Sylvester Stallone, Whoopie Goldberg, Michael Keaton, Steven Seagal, Samuel L. Jackson, Bruce Willis, Oliver Stone, Quentin Tarantino...etc.
 
Ob man seine Filme, China / Hongkong und Kung-Fu mag oder nicht....das spielt keine Rolle. Sicherlich hilft es das Interesse für das Buch zu wecken. Aber auch Leser, die bloss einmal hinter die Fassade von Jackie Chan blicken wollen, werden bestens unterhalten. Dazu findet man noch einige Bilder (darunter auch Kinderfotos!) und der Anhang kann sich auch sehen lassen. Dort hat er nämlich eine ausführliche Filmographie angehängt, in welcher er zu seinen grössten Filmen seine Rollen, Stunts und Kämpfe erläutert. Ausserdem zwei Seiten über seine Verletzungen. Immer wieder betont er nämlich, dass sie in China ohne Specialeffects arbeiteten und kaum ein Hollywoodstar wie ein Chinese genug verrückt wäre, aus mehreren Metern Höhe aus dem Fenster zu springen oder sich nur mit einem Regenschirm an einen fahrenden Lastwagen zu hängen. Das ist eben "Jackie-Stil"...
 
 
 
 
4,5 von 5 Lese-Echsen
 
 
Jackie Chan, geboren 7. April 1954 in Hongkong, ist ein chinesischer Schauspieler des Martial-Arts-Films, Filmproduzent, Drehbuchautor, Filmregisseur, Stuntman sowie im asiatischen Raum auch als Sänger bekannt.
 
In der Filmindustrie von Hongkong vermarktete man Chan anfangs wie viele andere als Nachfolger von Bruce Lee, der 1973 verstarb und dessen Tod der Filmindustrie in Hongkong einen schweren Schlag versetzte. Filmemacher suchten einen neuen Bruce Lee, während sich Chan selbst aber nie als dessen Nachfolger sah. Er kreierte seinen eigenen Kampfstil, der sich durch Akrobatik und komödiantische Einlagen auszeichnet und sich so von Bruce Lees auf Ernsthaftigkeit beruhendem Stil wesentlich unterscheidet.
 
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Koautor
 
Lozupone Jeffyang.pngJeff Yang ist Verleger der Zeitschrift A. Magazine: Inside Asian America, die er zuerst 1989 während seines Studienabschlusses an der Harvard University herausgab. Sie hat sich heute zur grössten Publikation für englischsprechende US-Bürger asiatischer Abstammung entwickelt. Er lebt in New York City, wo er seine Stunts OHNE Double macht.
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Kommentare:

Catherine Madeleine Buchling hat gesagt…

Ich lese auch eher selten Biografien, aber ich kann mir schon vorstellen, dass Jackie Chans Lebensweg sehr spannend zu lesen sein muss. Deine Rezension klingt auf jeden Fall danach und macht Lust auf mehr :)

LG Cat

Katies fantastische Bücherwelt hat gesagt…

Ich liebe seine Filme und wusste gar nicht, dass ein Buch über ihn erschienen ist. Das sein Lebensweg ziemlich aufregend war, wusste ich auch schon vorher, weil ich in meiner Jugend abgöttisch verliebt war in ihn und natürlich versucht habe Alles über diesen Star zu erfahren! =D Trotzdem fände ich es interessant, das Ganze nochmal nachzulesen. =)