23. Juli 2014

Amanda Eyre Ward - Was im Schatten blieb




Autorin: Amanda Eyre Ward
Titel: Was im Schatten blieb



Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-25862-6
Erschienen: 2012
Seiten: 282





Der Preis des Vergessens

Lauren war gerade sechs Jahre alt, als ihre Mutter ermordet wurde. Der Mörder: Laurens Vater, davon war das Gericht damals überzeugt. Seit über zwanzig Jahren sitzt er im Gefängnis. Seit über zwanzig Jahren hat hat Lauren den Kontakt zu ihm abgebrochen. Jede Erinnerung an die Mordnacht hat sie verdrängt. Doch als ihr Bruder Alex spurlos verschwindet, entdeckt Lauren in seinen Unterlagen einen Hinweis auf ein Schmuckstück, das am Tatot gefunden wurde. Laurens Mutter trug keine Jadeohrringe. Lauren wird klar, wenn sie erfahren will, was in jener Nacht wirklich geschah, muss sie sich ihren eigenen Erinnerungen stellen...



Ein Glücksgriff in die Mängelexemplarkiste im Kiosk! Ein paar Münzen aus der Tasche gekramt und gleich verschlungen, dank der geringen Seitenzahl und der tollen Spannung.

Es fängt gleich mittendrin an beziehungsweise mit der Mordnacht. Man erfährt alles über diesen einen Abend, die Gäste und vor allem die Familie von Lauren, gewürzt mit einigen ihrer Kindheitserinnerungen. Doch über den Mord selbst (noch) nicht. Dann wird man in die Gegenwart, also 20 Jahre später, katapultiert, als Lauren immer noch mit den Folgen der damaligen Nacht und ihrem aktuellen Leben kämpft. 

Der Roman ist in 5 kleinere Bücher aufgeteilt und wird abwechselnd aus Laurens Sicht und aus Sylvias Sicht erzählt (Sylvia ist eine Person, die ich aus Spoiler-Gründen nun hier nicht weiter erkläre). Ihre Geschichten beginnen sich dann immer mehr zu verknüpfen, obwohl es anfangs scheint, als hätte es überhaupt nichts miteinander zu tun. Im 5. Buch kommt dann aber das grosse Finale, die Auflösung, dein Feinheiten des zuvor verstrickten Netzes, die wahre Geschichte und ein Ausblick in die Zukunft. 

Der Schreibstil hat mir sehr zugesagt. Ich war sofort mitten in der Geschichte und genoss das Gleichgewicht an direkter Sprache und Beschreibung. Alle Figuren, besonders die Hauptfiguren Lauren und Sylvia waren mir höchst sympathisch und authentisch. Über einige Nebenfiguren hätte ich gerne etwas mehr erfahren oder den Fokus etwas mehr auf eine andere Person gelenkt, aber das ist ja Geschmackssache. 

Einzige Kleinigkeit, die mich etwas stört: Auf dem Cover ist zwar ein hübsches, aber blondes Mädchen. Doch Laurens Familie kommt aus Indien, auch wenn sie New York (wo die Geschichte grösstenteils spielt) geboren wurde. Dementsprechend "dunkel" (Haare, Augen, aber auch Hautfarbe) sehen sie aus. Und auch Sylvia ist nicht blond (obwohl ich sie mir während dem Lesen blond vorgestellt habe, aber das ist meine eigene Psyche. Irgendwie sind Sylvias für mich einfach blond...sorry). Das Cover gefällt mir also sehr, ich finde es nur schade, passt es damit nicht recht zur Geschichte. Aber wie gesagt: eine Kleinigkeit.




4.5 von 5 Lese-Echsen



Amanda Eyre Ward wurde in New York geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Austin, Texas. Bereits ihr erster Roman "die Träumenden" stiess auf ein begeistertes Echo - die Produktionsfirma von Sandra Bullock erwarb die Filmrechte. "Was im Schatten blieb" ist das 4. Buch der Autorin.
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